anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 7. Juni 2019
Ganz viel geschafft und sehr gefreut
So einen produktiven Tag wie heute hatte ich schon lange nicht mehr. Ich sollte mir den Freitag als Standardhomeofficetag einrichten, denn wenn ich nicht ins Büro gehe, kriege ich eindeutig deutlich mehr geschafft.
Okay, ich habe jetzt nicht ausschließlich fremde Büro-Dinge getan, sondern auch jede Menge Kram, der privat erledigt werden musste, aber ich habe ja sowieso keine saubere und strikte Büro ./. Privat Trennung, weshalb ich auch das Erledigen privater Dinge als produktive Arbeit empfinde und mit dem Tag heute bin ich ausgesprochen sehr zufrieden.
Das Erledigen von Büroarbeit (also die klassische "bezahlte Arbeit") fällt mir grundsätzlich leichter als das Erledigen privater Dinge, weil es bei bezahlter Arbeit halt noch ein externes Framing gibt, was meine ansonsten eher lasche Selbstdisziplin einigermaßen aufrecht hält.
Aber für heute hatte ich zwei Termine und in der Zeit dazwischen bin ich quasi im Überschalltiefflug durch all die Dinge gefegt, die ich unbedingt vor dem zweiten Termin erledigen wollte, damit ich im Anschluss an den zweiten Termin frei bin in der Tagesgestaltung. Das hat ausgesprochen gut geklappt, allerdings nur, weil der erste Termin unerwartet eine Stunde früher war und der zweite unerwartet eine Stunde später.
Ich hatte heute nämlich als erstes einen Termin beim TÜV und seitdem ich bemerkt habe, dass die örtliche Autoschrauberwerkstatt für die TÜV-Abnahme exakt dasselbe berechnet, wie der TÜV, wenn ich dort höchstselbst vorbeifahre, fahre ich natürlich nicht mehr selber zum TÜV, sondern mache einen Termin mit der Werkstatt, gebe mein Auto dort morgens ab und hole es mir irgendwann im Laufe des Tages fertig betüvt wieder ab. Da ich bekanntlich ungern laufe, bat ich K, dass wir morgens fix gemeinsam das Auto wegbringen und so kam es, dass ich mich nach Ks Zeitplan richten musste - und K hatte heute morgen sehr früh einen Termin, so dass ich deshalb bereits vor acht Uhr schon mit Auto wegbringen fertig war.
Der zweite Termin war ein Telefonat, das ich verabredet hatte und ich hatte angegeben, dass ich ab 10h zu erreichen bin. Wenn man wirklich konzentriert und ergebnisorientiert arbeitet, kann man in zwei Stunden sehr viel schaffen, vor allem, wenn man nicht im Büro ist und damit auch von niemandem gestört wird. Um 10h habe ich mein headset aufgesetzt, war also fortan gesprächsbereit, und hatte plötzlich das Gefühl, ich warte auf Besuch und begann deshalb das Haus zu putzen. Je mehr ich putzte, umso mehr wuchs mein Ehrgeiz, das Haus wirklich präsentabel herzurichten, damit ich mich vor dem Besuch nicht schämen muss. Als die Küche blitzte, das Wohnzimmer aufgeräumt war und das Bad grundgereinigt nach Zitrone duftete, wurde mir klar, dass mein Besuch mich nur telefonisch besucht und die ganze Pracht gar nicht bemerken wird, aber schaden kann es ja nie, wenn man mal sauber macht.
Der Anruf kam als ich grade im Keller die Wäsche sortierte, aber klug wie ich war, hatte ich das Telefon so auf der Treppe liegen gelassen, dass es grade noch Empfang nach oben hatte, gleichzeitig aber auch noch den Kontakt zum Headset hielt, ich kam mir schon sehr geschickt vor.

Mit dem Telefonat war ich dann sehr, sehr zufrieden, ich glaube, ich habe hier etwas angeschoben, was sich mit etwas Glück genauso entwickeln wird, wie ich es mir bisher nur in einer sehr optimistischen Version vorgestellt habe, das fände ich schon ziemlich genial.
Ich habe nämlich wahrscheinlich jemanden gefunden, der sich mit mir gemeinsam darum kümmern wird, dass der Onkel seine Ferienwohnungen wieder vermieten kann, was aktuell vor allem daran scheitert, dass niemand weiß, dass der Onkel leerstehende Ferienwohnungen auf Borkum hat. Es braucht also eine website und jemanden, der Ideen hat, wie man die website bekannt macht, weil die alte Methode der Vermarktung, nämlich freie Zimmer an die Kurverwaltung zu melden, die früher zentral die Vermittlung übernahm, die ist seit Jahren abgeschafft. Bis zu ihrem Auszug vor sieben Jahren hatte sich die Onkelfrau um die Vermietung gekümmert, die hat bei ihrem Auszug aber nicht nur die gesamte Gästeliste, sondern auch die alte Telefonnummer mitgenommen, so dass seitdem die Ferienwohnungen leer stehen.
Und nu hat der Onkel schon mehrfach erwähnt, dass er die Wohnungen doch eigentlich gerne wieder vermieten würde - nur wie findet man die Gäste?
Ich bewege dieses Problem jetzt seit fast einem Jahr in meinem Herzen - bis ich neulich einen Aktivitätsschub hatte und einen webdesigner anschrieb, ob er Lust hätte, sich um dieses Thema zu kümmern.
Denn es ist ja schon etwas komplexer als einfach nur eine website machen, es braucht vor allem Ideen, wie man die Kommunikation und die Buchung organsiert, denn der Onkel kann nur Telefon, Fax und Whatsapp als Kommunikation, E-Mail funktioniert nur, wenn ich die E-Mail cc bekomme und sie ihm dann als Fax weiterleite, was ich auf Dauer etwas schwierig finde. Und dann brauchen wir noch eine originelle Idee, die website bekannt zu machen - sich Werbeplatz bei Google zu kaufen dürfte den Umsatz, der mit den drei Ferienwohnungen gemacht werden kann, deutlich übersteigen, es ist also vor allem ein Problem, das kreative Lösungen verlangt und deshalb habe ich mich auch so schwer getan, einen webdesigner dafür anzusprechen, weil die, mit denen ich beruflich arbeite, die taugen dafür alle ganz sicher nicht, das war mir klar.
Aber nun, nach diesem Telefonat heute, da habe ich echt ein gutes Gefühl, ich bin sogar sehr zuversichtlich, dass das was werden könnte und dass unterm Strich dann etwas wirklich gutes rauskommt. Nicht mehr für diese Saison, das ist klar, aber vielleicht für nächstes Jahr, auf alle Fälle ist es jetzt schon mal angeschoben und ich bin sofort selber auch wieder sehr motiviert, weil es nun jemanden gibt, der sich ebenfalls kümmert und das macht das gesamte Projekt doch schon mal deutlich übersichtlicher.

Und wenn alles so läuft, wie ich es mir in meinen richtig kühnen Träume ausdenke, dann habe ich heute auch noch jemanden gefunden, den ich als Personal Trainer engagieren kann, der mir helfen könnte, all die Anwenderwissenslücken zu schließen, die zwischen mir, dem PC und dem Internet in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gewachsen sind. Ich habe da leider sehr eigene Vorstellungen, wie mir jemand Wissen vermittelt, das mir fehlt, so dass ich grundsätzlich nur mit Menschen arbeiten kann, die von sich aus schon eine Erklärmethode haben, die zu meiner Lernmethode passt und vor allem müssen diese Menschen bereit sein, sich von meinen teilweise sicherlich abstrusen Fragen nicht zu schnell nerven zu lassen. Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass diese Menschen selten sind, aber es gibt sie und das erste Gespräch heute war zumindest aus meiner Sicht ausgesprochen vielversprechend.

Im Anschluss an das Telefonat war ich so beschwingt, dass ich mit ganz viel Schwung noch mal einen großen Berg an to-dos abgearbeitet habe und darüber fast vergessen hätte, mein Auto wieder abzuholen. Als mir um 16.14h einfiel, dass die Werkstatt Freitags ja um 16.15h schließt, schwang ich mich auf mein Fahrrad - und erwischte den Meister grade noch als er die Tür abschließen wollte. Ich brauchte ja auch nur meinen Schlüssel und die Papiere, das Auto stand mit frischer TÜV-Plakette vor der Tür (und diesmal hatte er es niemand anderem vorher mitgegeben, der die Rechnung bezahlen wollte ;-), fuhr mit dem Fahrrad wieder heim und wartete dort auf K, der etwas später kam und dann noch mal mit mir losfuhr, um das Auto selber auch noch heimzubringen.

Den geplanten Flug nach Borkum haben wir auf morgen früh verschoben, K kam spät, es drohte Gewitter und überhaupt war ich noch im Dinge-erledigen-Rausch und wollte nicht unterbrechen.
Aber jetzt habe ich die gesamte Buchführung für den Vater und alle Krankenkassen- und Beihilfeabrechnungen à jour (bei zweien musste ich hinterhertelefonieren und aushandeln, dass sie mit Nachzahlung korrigiert werden), meine eigene Buchführung ist ebenfalls aktualisiert, ich habe ganz viele Fotos sortiert (weil ich die Fotos von den Ferienwohnungen vom Onkel gesucht habe, die ich irgendwann letztes Jahr mal gemacht habe) und ich habe mich mit privater Geldanlage beschäftigt, denn das Geld für die Immobilie in MG liegt immer noch einfach so auf dem Konto rum, was zwar hübsch aussieht, aber auf Dauer irgendwie blödsinnig ist.
Ich habe ja beruflich sehr viel mit Vermögensverwaltung zu tun, allerdings meist so in der Größenordnung von zwei- bis dreistelligen Millionenbeträgen. Heute habe ich festgestellt, dass es deutliche Unterschiede gibt, wenn man Beträge unter einer Millionen versucht anzulegen, da ist man nämlich im privat banking unterwegs und da funktioniert doch einiges anders.
Wenn man sich die aus meiner Sicht völlig überteuerten Ausgabeaufschläge sparen will, die die Bank kassiert, wenn man einen Fonds kauft, muss man schauen, welche Bank die gewünschten Fonds grade als special offer ohne diese Gebühren anbietet. Ich habe einige der von mir ausgesuchten Fonds bei der Commerzbank gefunden, wo ich sie ohne Ausgabeaufschlag kaufen kann, wenn ich sie als online-Sparplan abschließe.
Grundsätzlich sind Sparpläne ja nicht schlecht, nur in meinem Fall Quatsch, weil das Geld ja schon da ist, aber wenn man die Fonds nur als Sparplan gebührenfrei bekommt, nun denn, dann schließe ich halt einen Sparplan über einen hohen Betrag ab und kündige ihn nach der ersten Ausführung wieder. Dachte ich. Habe ich auch probiert, leider weigerte sich das Programm, die Order anzunehmen, Maximalbetrag für einen Sparplan sind 2.000 €.
Das war dann der Moment, wo ich froh war, dass ich doch keine zweistelligen Millionenbeträge anlegen muss, denn nur für 100.000€ muss man schon fünfzig Sparpläne anlegen. Ich kann bestätigen, es ist eine mühsame Klickerei, ich bin auch noch nicht fertig, weil mich die Lust verließ, aber immerhin ist ein Anfang schon mal gemacht
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