anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 28. Juni 2019
Guter Freitag
Zwischendurch gibt es dann Tage, die starten völlig verpeilt - und am Abend stellt man überrascht fest, dass ganz viele tolle Dinge passiert sind. So ein Tag war heute.
Ich hatte mich für einen Homeoffice-Tag im Büro abgemeldet und weil mir dadurch die Fremdkontrolle fehlte, kam ich erst überhaupt nicht in die Pötte.
Um 11h lief ich immer noch recht planlos und nur mit einer Unterhose bekleidet durchs Haus, ging ans Telefon, wenn es schellte und beantwortete E-Mails am iPad, aber weiter war ich noch nicht.
Irgendwann gab ich das mit dem planvollen Arbeiten dann auf und beschloss, erst mal ein wenig Hausarbeit zu machen. Also bezog ich das Bett neu, das war nämlich dringend fällig, weil K neulich gewaltig mit seinem Kaffee gekleckert hatte, steckte die Bettwäsche sofort in die Waschmaschine und nahm den Staubsauger mit nach oben, um das nach dem Bettenbeziehen sichtbar gefederte Schlafzimmer einmal gründlich zu saugen. Weil ich dann einmal dabei war, habe ich natürlich alle anderen Räume auch gleich gesaugt und die Treppe, die es hörbar nötig hatte (wenn es beim Saugen klackert, weiß man, dass sich das Saugen lohnt).
Dann war es nach 12h, ich fühlte mich positiv beschwingt, weil ich endlich etwas Produktives geschafft hatte, mit diesem Schwung schmiss ich den PC an und es ploppte die seit vier Wochen täglich weitergeklickte Erinnerung auf: E-Bilanz für die VitusKG 2017 erstellen. Dringend!
Und heute war es dann soweit, ich dachte mir, ich mach das einfach mal. E-Bilanzen sind mein ganz persönlicher Horror, weil ich das Programm, mit dem die erstellt werden müssen, nicht begreife, aber hilft ja nix und ich habe leider niemanden, den ich fragen könnte.
Ich hatte die Steuererklärung für 2017 für die Gesellschaft wegen einer angedrohten Schätzung schon abgegeben, aber ohne E-Bilanz. Es gibt mittlerweile auch schon einen Steuerbescheid dazu, der aber nur vorläufig ist, weil die E-Bilanz fehlt und im Bescheid dringlich angemahnt wird.
Ich wusste also, das wird ein böses Ende nehmen, wenn ich das mit der E-Bilanz nicht mal langsam geregelt kriege.
Und heute war es dann soweit.
Ich habe tief Luft geholt und mich frischauf ans Werk gemacht. Als ich meiner Meinung alles, was es einzutragen gibt, eingetragen hatte, habe ich den Prüflauf gestartet und bekam rund vier Seiten Fehlerprotokoll. Da freut man sich und ich wusste wieder sehr genau, weshalb ich E-Bilanzen Kacke finde.
Aber dann habe ich mich zusammengerissen, aktiv nachgedacht und einen Fehler nach dem anderen versucht zu beheben. Das dauerte - aber um 15h waren alle Fehler beseitigt (und nein, ich habe kein Helpdesk-Ticket geschrieben, es war mir eine persönliche Herausforderung) und dann habe ich die E-Bilanz ans Finanzamt übermittelt.
Spontan überkam mich Champagner-Feierlaune und ich fühlte mich als echtes Genie. Mag sein, dass es auch schon Menschen vor mir gelungen ist, E-Bilanzen ans Finanzamt zu übermitteln, ich fürchte sogar, fast allen, die das für 2017 erledigen mussten, aber jetzt gehörte ich auch zum Kreis der Auserwählten und so was muss man doch feiern, oder?
Ich beschloss, dass heute ein Tag zum Haarelassen sei, denn wer E-Bilanzen von KGs fehlerfrei übermitteln kann, der wird auch den Friseur überleben.
Ich bin mir da ja sonst nicht so sicher und schiebe Friseurbesuche noch weiter vor mir her als E-Bilanzen, aber an Tagen wie heute sollte man die Gelegenheit nutzen und die Frisur beim Schopfe packen.
Also fuhr ich zum Friseur, im Grunde nur mit der Absicht, zunächst mal einen Termin zu vereinbaren. Ich habe ja nicht nur eine Friseur-, sondern auch eine Telefonphobie, deshalb finde ich es einfacher, dort persönlich vorbeizufahren, um einen Termin zu machen, statt anzurufen. Online-Terminvereinbarungen wären mein Traum, sind in dem Salon, den ich bevorzuge, aber noch nicht möglich.
Tja, und an Tagen wie heute passiert es dann, dass der Friseur sagt, er hätte da grade eine Terminlücke und ich könnte gleich da bleiben. Huch.
Aber okay, dann Augen zu und durch.
Und wenn schon, denn schon, abgeschnitten hat er ca. 30cm, damit es sich lohnt. Jetzt sind die Haare wieder nur schulterlang, ich gebe zu, es ist deutlich angenehmer mit dieser Haarlänge als mit dem elendlangen Zopf, der da vorher dranhing.
Um halb fünf rief K an, er wäre jetzt schon zu Hause und er würde vorschlagen, wir fliegen nach Borkum, das Wochenende auf dem Festland soll unangenehm heiß werden.
Der Friseur meinte, er bräuchte noch eine dreiviertel Stunde, K schlug vor, dass er dann schon mal zum Platz fährt und den Flieger abflugbereit macht. Als ich um halb sechs nach Hause kam, kam K auch grade wieder, um mich abzuholen, ich musste nur noch den Kühlschrankinhalt in die Kühltasche packen, alles andere war schon fertig, um viertel vor sechs waren wir am Flugplatz und um 18h in der Luft.
Perfektes Timing, denn um 19h macht der Platz auf Borkum zu, wir landeten um 18.46h.
Die Bilder des Tages:

Haare sichtbar kürzer
In der Meyerwerft ist ein neues Schiff halbfertig und wird deshalb auch mit der ersten Hälfte schon mal nach draußen gefahren. Ich finde das richtig lustig, demnächst ist dann die zweite Hälfte fertig und dann schweißen die die Hälften zusammen, schätze ich mal.
Und in der heutigen Wetterlage ist das Kohlekraftwerk in Eemshaven sehr deutlich zu erkennen, so von oben betrachtet sieht es auf eine ganz eigene Art interessant aus.

Hier auf Borkum sind die Temperaturen absolut angenehm und erträglich. Ich werde gleich sehr gut schlafen, K schnarcht schon
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