Ich neige dazu, grade die Aufgaben, die im Grunde nur 1-2 Minuten Zeit beanspruchen, immer wieder und wieder zu schieben, geht ja so schnell, ist ja kein Problem, mache ich nachher. Und plötzlich ist man so über ein Jahr weiter und hat es immer noch nicht erledigt. Es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.
Heute war also großer Abhak-Tag.
- Ich habe in einigen Uhren die Batterien getauscht und sie gleich mit der künftigen Sommerzeit wieder ans Laufen gebracht. Auf die Idee, sie gleich eine Stunde vorzustellen, bin ich gekommen, weil ich drei Uhren sah, die alle genau eine Stunde vorgingen, die habe ich offensichtlich m Herbst, als alles auf Winterzeit zurückgestellt werden musste übersehen und weil ich jetzt auch keine Notwendigkeit mehr sah, sie für die nächsten zwei Wochen noch auf die aktuell geltende Zeit einzustellen, habe ich die reaktivierten Uhren auch gleich auf die künftige Zeit eingestellt.
- Ich habe in diversen Airtags frische Batterien eingesetzt und meine beiden Bluestein Ortungskarten voll aufgeladen. Jetzt kann ich wieder alle Schlüssel anpingen und sowohl Portemonnaie als auch Handyhülle sind für das nächste dreiviertel Jahr ortungssicher mit Strom versorgt.
Ich finde Airtags eine sehr praktische Erfindung, aber im Portemonnaie und in der Handyhülle tragen sie ziemlich auf, da ist eine schmal Scheckkarte mit derselben Funktion angenehmer.
N hatte uns allen vor zwei Jahren zu Weihnachten die Bluestein-Karten geschenkt, die müssen alle neun Monate einmal induktiv geladen werden und funktionieren ansonsten wie ein Airtag, sind eben nur so schmal wie eine Scheckkarte. Ich habe mir dann davon noch eine zweite gekauft, weil ich im Haus mein Handy nur ohne Handyhülle benutze, aber wenn ich das Haus verlasse, ist es sehr praktisch, die Hülle anpingen zu können, weil ich nie weiß, wo im Haus ich sie liegengelassen habe und in der Handyhülle sind mein Ausweis, eine Not-Girocard (wenn mal jemand kein Apple-Pay akzeptiert) und Not-Bargeld, das habe ich schon gerne zusätzlich zum Handy immer bei mir.
- Ich habe eine UStVA rausgeschickt und meine Übersicht über die abgegebenen und beschiedenen Steuererklärungen aktualisiert, für 2024 fehlen mir jetzt noch drei, von denen ich eine gleich in Angriff nehmen wollte, aber dann dachte ich, ich telefoniere erst hinter den Unterlagen für eine andere hinterher und als ich das erledigte hatte, war der Schwung für die Erledigung der anderen Erklärungen verflogen.
- Ich habe das Rezept für "Königsberger Klopse mal anders" ausprobiert, das ich in einem der frisch erworbenen Thermomixkochbücher gefunden habe.
Urteil meines Westfalenmannes: Kann man noch mal machen
Hauptunterschiede im Klopsteig: Enthält zusätzliche Sardellenfilets und gemahlene Mandeln, schmeckte echt prima.
Naja, und die Sauce ist komplett anders, im Wesentlichen besteht sie aus Paprika, die erst in Milch gekocht und dann mit Brühe verlängert wurde, außerdem Oliven und Koriander
Und es gab Reis statt Kartoffeln dazu - und einen Rotkohlrest von neulich, insgesamt ein schönes Essen, was ich bestimmt noch mal wiederhole.
- K hat den gesamten Tag hinter irgendwelchen Personen, die mit dem Bau zu tun haben, hinterher telefoniert, denn aktuell haben wir mal wieder eine Situation, wo vie bis fünf Gewerke gleichzeitig, bzw. in der richtigen Reihenfolge und in sehr kurzer Zeit tätig werden müssen. Das funktioniert nur, wenn man als Aufpasser mit der Longen-Peitsche danebensteht und ganz streng darauf achtet dass keiner aus der Reihe tanzt und alle motiviert mitarbeiten. Ein echter Balanceakt und K war heute Abend auch entsprechend erschöpft.
Außerdem müssen wir noch ein paar Ausstattungsdetails bemustern, z. B. die Garagentore. Hier habe ich mit einer Herstellerfirma telefoniert und mir erklären lassen, wo ich die umfangreichste Ausstellung finde, K hat dort dann einen Termin gemacht.
- Mit meiner Freundin B habe ich einen Termin vereinbart, wann wir zu Besuch kommen. Ohne Termin schiebt man das immer wieder vor sich her, jetzt steht ein Datum im Kalender, jetzt wird es klappen.
- Drei Rechnungen bezahlt, eingescannt, abgeheftet und die Buchhaltung aktualisiert
- Die Dachdeckerrechnungen abschließend kontrolliert, alles nachvollziehbar in einer Excel-Tabelle geordnet und an den Architekten zur weiteren Veranlassung geschickt
- Meine leeren DMSO-Fläschchen wieder aufgefüllt
- An meinem Schubladenschrank die letzten fünf Griffe erneuert
- Mit meinem neu erworbenen Etikettendrucker ganz viele Etiketten gedruckt und Schubladen beschriftet.
Ich habe mir nämlich gestern bei Action einen akkubetriebenen Etikettendrucker von Fichero gekauft, den ich über eine App auf meinem Handy bedienen kann und das geht jetzt alles so viel schneller und einfacher als die manuelle "am Gerät-Bedienung" des (batteriebetriebenen) Labelmakers von Dymo, den ich seit über 10 Jahren besitze, aber wegen Frickeligkeit bei der Bedienung nicht sehr viel benutzt habe, dass ich in einen richtigen Beschriftungsrausch gefallen bin.
Ich plane, beim Einräumen des Kellers im neuen Haus alles in einheitlich hübschen Kisten in die Regale zustellen und gleich von Anfang an alles durchzuetikettieren, dann sieht man immer sofort, was in welcher Kiste ist, das stelle ich mir sehr praktisch vor. So im Alter wird das nicht besser, mit den Memory-Fähigkeiten und dieser Etikettendrucker erscheint mir die perfekte Lösung. Er lässt sich auch wirklich gut und schnell bedienen, da gibt es nichts zu meckern.
- Ich habe bestimmt noch mehr erledigt, aber schon wieder vergessen. Geblieben ist das Gefühl, einen Tag seit langem mal wieder sehr effizient genutzt zu haben, wenn man das nur ab und zu mal macht, ist da ja auch nichts gegen zu sagen
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Ich kann grundsätzlich schlecht mit Imperativen umgehen, aber diese besonders liebgemeinten Vorgaben der Kussibussi, Drückdich, Knuddelfraktion machen mich extra aggressiv.
Hab's gut!
Wenn ich das höre, muss ich mich jedesmal beherrschen, um nicht zu schreien.
Was für eine bodenlose Unverschämtheit. Wie kommt jemand dazu, mir vorzuschreiben, wie ich es zu haben habe? Geht's noch?
Als Steigerung gibt's dann noch:
Habt's gut!
Gleich eine Gruppenansprache im Imperativ. Da spricht irgendsoeine selbstherrliche Internetmieze zu ihren Fans und gibt Befehle. Klar, wenn man Königin ist, kann man mit dem Fußvolk ja auch im Befehlston reden. Aber natürlich meint man das gar nicht so, ganz im Gegenteil, man liebt sie doch alle und wenn sie kein Brot haben, dann können sie doch Kuchen fressen.
Heute bekam ich eine E-Mail, die mit den Worten schloss: "Ich freue mich von Dir zu hören. Hab's gut."
Ich fürchte, ich bin da bei der Antwort etwas eskaliert, bin aber jetzt auch sehr zufrieden, dass ich mich um diesen Kontakt wohl nicht mehr kümmern muss.
Nur weil jemand selber fest davon überzeugt ist, er würde nur Liebe verbreiten, gibt es überhaupt keinen Grund, gerade diesen Menschen nicht einmal sehr deutlich mitzuteilen, dass eine derart inflationäre Befehlstonliebe nichts mit freundlicher Zugewandtheit zu tun hat, sondern vielmehr ein Ausdruck ausgesprochen egoistischer Ignoranz ist.
Da plappern die ohne darüber nachzudenken irgendeinen hohlen Müll gespickt mit albernen Sprachmodefloskeln vor sich hin und denken einen Scheißdreck darüber nach, was sie da grade konkret sagen. Für mich ist das eine respektlose Übergriffigkeit, wenn mir jemand ohne zu fragen gleich mal eine paar Imperative um die Ohren haut.
Hab's gut und sei gefälligst glücklich und zufrieden, verdammt noch mal, oder wie?
phhhffft,
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Eine Nachbarin auf Borkum sagte es sehr deutlich: Für sie käme das auf GAR KEINEN Fall in Frage, sie möchte in ihrem Leben nichts mehr bauen und sich um keine Baustelle mehr kümmern müssen, das wäre ihr ganz klar alles zu viel. Was wir mit unserem (alten) Haus auf Borkum noch so vorhaben (neue Bäder z. B. und eben die kompletten Außenanlagen) wäre ihr persönlich schon viel zu anstrengend und sie sagte, sie wäre froh, dass ihr Haus einigermaßen funktioniere, mehr brauche sie nicht.
Auf dem Flohmarkt habe ich schon vor einigen Jahren mal ein Gespräch zwischen zwei Verkäuferinnen mitbekommen, die sich über gemeinsame Bekannte in ihrem Alter (damals ungefähr Anfang 60) unterhielten, die zu dem Zeitpunkt auch gerade dabei waren, ein neues Haus zu bauen und die einhellige Feststellung war: "Also das verstehe ich nicht, was wollen die in dem Alter noch mit einem neuen Haus? Mir wäre das ja alles viel zu viel Arbeit."
Mich hat das damals schon sehr fasziniert, heute fasziniert es mich noch mehr, weil ich nun auch selber unbestreitbar in einem fortgeschrittenen Alter angekommen bin, aber immer noch nicht verstanden habe, weshalb man es sich im Alter nicht noch mal besonders schön machen sollte und was liegt da näher, als dass eigene Wohnen zu verbessern?
Ich würde sogar sagen, grade im Alter ist die perfekte Zeit zum Bauen, denn alles, was man dafür braucht, ist dann endlich vorhanden:
1. Man hatte sein ganzes Leben Zeit, sich die finanziellen Mittel dafür anzusparen und wenn man es sich überhaupt leisten kann, dann doch wohl jetzt. Schließlich muss man im Alter nicht mehr fürs Alter sparen.
2. Man hat die nötige Zeit, sich ausführlich und persönlich um so einen Bau zu kümmern
3. Man weiß sehr genau, was man braucht und kann auch die Nutzenanpassungen in der Zukunft viel besser überschauen, einfach weil 60jährige genau 30 Jahre weniger Zukunft berücksichtigen müssen als 30jährige
4. Man kann das Haus passend für "Wohnen im Alter" ausstatten, was eindeutig ein Gewinn an Lebensqualität ist
5. Man bekommt grade im Alter noch mal ein Haus und eine Einrichtung auf dem aktuellsten Stand der Technik und muss sich mit Glück bis an sein Lebensende nicht mehr mit Instandhaltung und Erneuerung beschäftigen
6. Man weiß nicht nur, was man braucht, sondern auch, was man alles nicht mehr braucht (ich verzichte z. B. das erste Mal bewusst auf ein eigenes Zimmer)
7. Man hat noch ein Ziel mit einer interessanten Beschäftigung nur für einen selber und nicht für andere Leute
8. Es ist wie Spielen in der Wirklichkeit. K sagt, es ist wie beim Legobauen - das Bauen macht am meisten Spaß und außerdem hält es geistig frisch
Zu den finanziellen Mitteln: Natürlich wird es eine große Menge an Menschen geben, die sich ein eigenes Haus auch im Alter nicht leisten können, man bekommt es ja auch überall präsentiert: Altersarmut, immer mehr Rentner müssen aufstocken, Flaschensammeln, Arbeiten mit 75 usw.
Und ja, ich finde das auch schrecklich. Und betrüblich. Und ungerecht.
Trotzdem ist die Realität wie sie ist und außer den Rentnern mit Altersarmut gibt es halt auch sehr viele, die haben durchaus ausreichende Mittel, um sich einen angenehmen Lebensabend zu gestalten, aber gerade die finden es völlig abstrus, sich im Alter noch mal mit einem "Neubau zu belasten". Die benutzen ihre Kohle lieber, um ständig in der Weltgeschichte rumzureisen, was wiederum eine Beschäftigung ist, die mich sehr schreckt.
Ich bin in meinem Leben so viel rumgereist, dass ich denke, es reicht. Ich habe alles gesehen, was ich sehen wollte, fremde Länder reizen mich also überhaupt nicht mehr.
Meer, Sonne und Strand habe ich im Sommer vor der Haustür, Schnee und Berge dagegen fand ich schon immer schrecklich, im Winter bleibe ich also sehr gerne einfach nur drinnen - und dann hätte ich es dort gerne maximal bequem und gemütlich.
Dass ein Hausbau viel Arbeit bedeutet: Hmm, ja mag sein, wenn man es als Arbeit betrachtet, dass man sich selber darum kümmert, dass alles so läuft, wie man das will, aber mit so einer Definition ist auch Legobauen Arbeit, denn das muss man schließlich auch selber machen. Im Unterschied zum Hausbau muss ich die Legosteine sogar noch selber übereinandersetzen, ich will damit sagen: Das Kümmern um den Bau ist keine körperliche Arbeit und weil ich es nicht für andere, sondern nur für mich mache, ist es aus meiner Sicht viel mehr Spaß und Hobby als Arbeit.
Und dass man am Ende umziehen muss, ja, auch das ist sicherlich Arbeit, aber Kofferpacken für eine Reise ist auch Arbeit und überhaupt, ist es nicht schon anstrengend, jeden Morgen aufzustehen und sich anzuziehen?
Ich finde das Argument, dass ein Hausbau so viel Arbeit sei, deshalb nur sehr eingeschränkt richtig, denn wenn ich sonst keine weiteren Verpflichtungen mehr habe, ja hey, dann gilt für mich Punkt 7 von der obigen Liste: Ich mache es für mich und freue mich darauf, dass es nachher schön ist.
Wenn ich solche Tätigkeiten als Arbeit bezeichne, sollte ich meine eigene Definition von Arbeit noch mal überdenken.
Zum Bauen selber:
Ich habe vorher noch nie ein Haus gebaut, ich hatte also genauso wenig Erfahrung wie Ahnung von dem, was mich da erwartet, bin aber vertrauensvoll neben K hergelaufen, der mit seiner unerschütterlichen westfälischen Gelassenheit einfach einen Schritt nach dem nächsten macht und findet: "Ach, das ist doch alles ganz einfach, das wird schon."
Inzwischen habe ich irre viel gelernt und eine Sache, die ich beim nächsten Haus ganz sicher anders machen würde, wäre der Terminplan.
Nicht, dass ich zwingend darauf drängen würde, dass es alles viel schneller und zackiger ablaufen muss, sondern im Gegenteil wäre es mir wichtig, dass ich mich von Anfang an darauf einrichte, dass es eben nicht so schnell und zackig ablaufen wird, wie immer alle meinen.
Deshalb würde ich mir eine Übersicht machen, in der wirkliche ALLE Tätigkeiten aufgelistet sind, die im Rahmen so eines Baus anfallen, sortiert in der Reihenfolge ihrer Notwendigkeit/Zeitpunkt des Arbeitsbeginns und voraussichtliche Dauer der Ausführung, jeweils mit einem passenden Zeitpuffer dazu, damit sie früh genug angestoßen werden und ergänzt um Zuständigkeiten für das Anstoßen.
Gleichzeitig mit dem ersten Spatenstich braucht man z.B. Strom auf der Baustelle, denn Handwerker von heute haben Maschinen zur Unterstützung und die brauchen Strom.
Die Maurer, die den Rohbau erstellen, sind aber nicht für den Strom zuständig, die brauchen den nur, machen jedoch selber keine Elektroarbeiten.
Die Elektrofirma wiederum, die planmäßig erst sehr viel später ihre Arbeiten auf der Baustelle aufnehmen soll, kann den Baustromanschluss nur legen, wenn vorher überhaupt ein Antrag auf Strom gestellt worden ist und ein von den Stadtwerken beauftragtes Unternehmen eine Leitung von der Straße bis zum Grundstück gelegt hat. Diese Subunternehmer der Stadtwerke arbeiten aber nicht auf Zuruf, sondern habe laaaange Wartelisten, wann sie sich mal bequemen, ein Grundstück anzuschließen.
Die Rohbaufirma mit den Maurern ist sicherlich die erste, die ihre Arbeiten erledigt haben muss, bevor die Folgegewerke zum Einsatz kommen, trotzdem muss das mit dem Strom noch deutlich vor dem Arbeitsbeginn der Maurer angestoßen und beauftragt sein.
Außerdem muss man immer im Blick haben, dass viele Firmen im Sommer nur mit halber Kraft oder gar nicht im Einsatz sind, weil sie Betriebsferien machen oder zumindest die Hälfte der Belegschaft im Urlaub ist.
Weil wir das alles nicht bedacht haben, wurde hier gleich zu Beginn der Bauarbeiten schon mal locker über ein Vierteljahr vertrödelt, weil niemand daran gedacht hatte, rechtzeitig den Antrag für Strom zu stellen.
Und so zieht es sich durch, denn statt wie vorgesehen vor dem Winter fertig zu werden, mussten die Rohbauarbeiten durch den verspäteten Start den gesamten Winter über erfolgen, was wiederum witterungsbedingte Verzögerungen mit sich brachte.
Was man auch immer mit einplanen sollte, sind Arbeiten, die vergessen oder auch mal falsch erledigt werden, außerdem sollte man damit rechnen, dass Handwerker krank werden oder in Urlaub fahren oder auf anderen Baustellen im Notfalleinsatz sind, was heißt, dass ich meinen Terminplan auch bei sehr guter Planung ständig anpassen muss. Es ist unvermeidbar. Wenn ich aber weiß, wer wann dran ist und welche Umstände zu dem Zeitpunkt die Dauer der Arbeiten beeinflussen, kann ich halt deutlich präziser planen und anpassen und bei dem jeweiligen Handwerksunternehmen zielgerichtet Druck machen.
Außerdem würde ich die Stellen gelb markieren, wo sich zwei Gewerke überschneiden und jeweils voneinander abhängig sind. Hier muss man besonders genau aufpassen, sonst schieben sich zwei Firmen gegenseitig den schwarzen Peter zu und nichts geht mehr voran. Die Fensterbauer z. B. fertigen die Fenster nicht nach Architektenplan, sondern kontrollieren vor der Fertigung die Planmaße durch ein eigenes Aufmaß. Dafür muss der Rohbauer aber schon so weit fertig sein, dass die Fensterlöcher überhaupt gemessen werden können. Nach dem Aufmaß werden die Fenster angefertigt, d.h. um den Zeitpunkt, wann die Fenster eingebaut werden, in einem Terminplan festzulegen, muss man wissen, welche Fertigungszeiten der Fensterbauer zwischen Aufmaß und Einbau benötigt und kann dann gleichzeitig planen, was in dieser Zeit noch an sonstigen Gewerken ausgeführt werden kann, die nicht zwingend ein zues Haus verlangen.
Jetzt könnte man sagen, dass all diese Planungs,- Überwachungs- und Koordinationsaufgaben doch Aufgaben des Architekten sind und grundsätzlich stimmt das. Doch erfahrungsgemäß betreuen Architekten mehrere Baustellen gleichzeitig und haben andere Prioritäten als die Bauherren und außerdem bekommen sie ihr Honorar sowieso, egal wie gut oder schlecht die Baustelle läuft.
Ich habe also gelernt, dass es sehr klug ist, wenn wir die Koordination der Gewerke auch selber noch ständig mit überwachen - und das geht natürlich leichter, wenn man weiß, in welcher Reihenfolge was passiert und wer von wem und von was abhängig ist.
Das einzige, was mich bei unserem Neubau wirklich nervt, ist die Tatsache, dass ich keinen verlässlichen Terminplan habe und, weil es mein erster Bau ist, ich auch längst nicht genug Wissen über die Abläufe am Bau hatte, um diesen Terminplan selber erstellen und fortschreiben zu können. Dies könnte ich bei einem zweiten Bau sicher schon deutlich besser organisieren.
Dass die Bauherrenrolle aber insgesamt so ungeheuer anstrengend und belastend ist, das habe ich noch an keiner Stelle gespürt, man braucht halt einen gesunden Fatalismus, um sich nicht ständig über Dinge aufzuregen, die sich nicht ändern lassen, das ist aber eine Eigenschaft, die ist in vielen Situationen des Lebens sehr nützlich.
Um den Gedanken insgesamt abzuschließen: Ich habe wirklich noch kein vernünftiges, nachvollziehbares Argument gefunden, weshalb man sich als Rentner nicht noch mal ein neues Haus bauen sollte.
Im Gegenteil:
Man gibt das bisherige Wohnhaus an eine Familie mit Kindern weiter, denn ein Familienheim braucht man im Alter nicht mehr. Für junge Familien dagegen sind gebrauchte Häuser viel praktischer, weil es dann nicht so schlimm ist, wenn die Kinder mal etwas andengeln und per Saldo wohnen dann alle Generationen altersgerecht
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Das mit den Ideen ist ja immer so eine Sache, die halten sich nicht an Termine oder irgendwelche Vorgaben, die kommen, wann es ihnen passt und entweder steht man dann sofort parat und kümmert sich drum, oder sie sind wieder weg. Und wann sie dann das nächste Mal kommen, das wissen die Götter.
Einen Trick habe ich aber schon herausgefunden, um die Ideen zu locken: Wenn ich anfange, in meinem Bastelzimmer zu räumen und zu sortieren, dann werden sie neugierig und plötzlich, wusch, kommen sie in Mengen und wollen alle gleichzeitig umgesetzt werden.
Gestern habe ich ja schon gewaltig aufgeräumt und ein paar Ideen dann auch sofort umgesetzt.
Heute habe ich drei weitere Kruschecken auseinandergerupft und ordentlich wieder zusammengesetzt.
Es ist nicht nur spannend, was sich da alles so wiederfindet, sondern eben auch, was einem plötzlich einfällt, was man ganz dringend sofort ausprobieren und umsetzen möchte.
Im Ergebnis habe ich jetzt nicht nur mehrere Karten fertiggestellt, sondern auch eine Kartenbestellung mit Gruß und Beilage komplett erledigt. Ich muss jetzt nur noch alles zusammentackern, eintüten, eine Briefmarke finden und abschicken, dann bin ich sehr zufrieden mit dem, was mir die Aufräumerei als Ideen so gebracht hat.
Mehr habe ich vom Tag auch nicht zu erzählen, es ist irre, wie die Zeit verfliegt, wenn man sich konzentriert mit einer Sache beschäftigt. Macht aber auch richtig viel Spaß, ich glaube, ich räume morgen einfach weiter
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Um den Kontakt nicht vollständig abreißen zu lassen, gehen wir wenigstens jedes Jahr zur Mitgliederversammlung.
Der kürzeste Weg von Greven nach Paderborn führt über Rheda, weshalb wir etwas früher losfuhren, um auf der Baustelle noch mal zu schauen, wie weit die Putzer inzwischen sind.
Der Keller ist fast komplett fertig geputzt, das passt genau zum Terminplan und ist damit schon mal sehr erfreulich.
Außerdem hat der Rohbauer draußen inzwischen die Bodenplatte für die Garage gegossen, auch das ein positiver Fortschritt.
Das Wetter zeigte sich heute von einer ausgesprochen feuchten Seite, von ihrer täglichen Gassirunde waren K und Hund heute schon nach 20 Minuten wieder da, beide pitschnass und wenig motiviert, sich länger als nötig keiner draußen aufzuhalten.
Ich wollte heute weiter an einer Karte basteln und suchte dafür ein ganz bestimmtes Werkzeug.
In Folge dieser Suche habe ich fast die Hälfte aller Dinge in meinem Bastelzimmer einmal in die Hand genommen und bei der Gelegenheit dann auch sofort passend neu sortiert, für den anstehenden Umzug eine sehr gute Vorbereitung. Insgesamt habe ich über vier Stunden gesucht und geräumt, um dann, kurz bevor ich frustriert aufgeben wollte, das gesuchte Teil doch noch in einer Schublade, die ich vorher schon dreimal auf und zu gemacht hatte, zu finden
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Die Rechnung für den Zaun auf Borkum ist schon da und ich bin angenehm überrascht über die zivilen Preise. Ist man gar nicht mehr gewöhnt von Handwerkern.
Weil K nichts Hartes kauen soll die nächsten Tage, habe ich eine Gemüsesuppe gekocht und diesmal eine neue Variante entdeckt, die ab sofort und für immer als Standard in meine Gemüsesuppe übernommen wird, sie hat heute nämlich noch viel besser geschmeckt als sonst eh schon immer.
Das Basis-Rezept für die weltbeste Gemüsesuppe lautet ab sofort wie folgt:
Man braucht
1-2 Stangen Porree
2-4 Petersilienwurzeln
5-8 Möhren
6-8 Kartoffeln (weichkochend)
weiteres Gemüse, was im Haus ist, TK funktioniert auch prima, ich hatte heute noch Brokkoli und Zucchini, was weg musste
1 Paket Mettenden
1 - 1,5l Brühe (ich nehme kochendes Wasser mit ausreichend Brühwürfeln)
1 Dose gehackte Tomaten
1 Dose Baked Beans
Fett zum Anbraten
4-5 Esslöffel Mehl
1 EL Pizzagewürz
1 EL Oregano
Pfeffer nach Geschmack
Als erstes das Gemüse putzen und alles in kleine Stücke schneiden oder in Scheiben hobeln (Möhren zB). Die Wurst auch in dünne Scheiben schneiden.
Dann den Porree und die Petersilienwurzeln in reichlich Fett (ich hatte heute Olivenöl zum Braten) so lange anbraten, bis alles leicht bräunlich geworden ist und ausreichend Röstaromen produziert hat.
Das Mehl (alternativ geht auch Grieß, wenn man welchen im Haus hat) unter das gebräunte Gemüse rühren und anschließend mit dem kochenden Wasser aufgießen und die Brühwürfel dazugeben. Gut rühren und darauf achten, dass der angebratene Bodensatz losgekocht wird.
Danach das "harte" Gemüse (Kartoffeln und Möhren) dazugeben und 10 Minuten kochen lassen, dann das weichere Gemüse und die Wurststückechen dazugeben, noch mal 10 Minuten kochen lassen, als letztes die gehackten Tomaten und die baked beans zusammen mit dem Pizzagewürz, dem Oregano und dem Pfeffer in die Suppe geben, gut umrühren und alles noch mal ca. 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.
Fertig.
Durch das eingerührte Mehl (oder Grieß) hat die Suppe eine leichte Bindung, was ich lieber mag als wenn sie so dünn und fladderig ist.
Was ich heute entdeckt habe, ist, dass die mit dem Porree angebratenen Petersilienwurzeln den Geschmack ganz außerordentlich intensivieren, weshalb ich ab sofort immer Petersilienwurzeln in der Suppe mit verarbeiten werde.
Ich mache immer einen großen Suppentopf voll, wir essen dann zwei Tage Suppe und frieren den Rest ein, das ist ein praktisches ERssen, wenn man mal gar keine Lust zum Kochen hat und nur noch die Mikrowelle bedienen muss
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Gegen Mittag kamen Fotos aus Borkum, die einen fertigen Zaun zeigten, das ist ausgesprochen erfreulich. Jetzt fehlt nur noch der Sichtschutzzaun auf der Vorderseite des Hauses, dann ist alles hundeausbruchsicher verriegelt und wir können den Hund wieder ohne Probleme in den Garten lassen.

Am Nachmittag fuhren wir nach Rheda, um uns anzuschauen, wie weit die Putzer schon vorangekommen sind.
Der Hausanschlussraum ist schon fertig, das ist wichtig, weil in anderthalb Wochen der Medienanschluss erfolgen soll und da muss dieser Raum nicht nur fertig geputzt, sondern auch getrocknet sein.

Ungefähr 40% des Kellers ist bereits fertig geputzt, es sieht alles sehr gut aus.
Draußen wurde das Fundament für die Garage gegossen, auch hier geht es voran.

Am Abend habe ich als gute Hausfrau Flickarbeiten erledigt und den Film mit Adele Neuhauser Makellos - eine kurze Welle des Glücks geschaut, hat Spaß gemacht, kann ich empfehlen
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Anschließend fuhr ich aber sofort wieder nach Hause, es gab keine Notwendigkeit für Einkäufe irgendeiner Art und ich hatte auch keine Lust, nur zum Gucken durch sonst selten besuchte Einkaufsläden zu bummeln.
Wenn ich sage, ich hätte Lust mal wieder Shoppen zu gehen, dann bedeutet das, ich ziehe systematisch durch alle Discounter, um überall die grade aktuellen Sonderangebote zu überprüfen. Mein Alltagseinkaufladen ist Lidl, an den bin ich am besten gewöhnt, den gibt es schließlich auch auf Borkum.
Hier in Greven gibt es zusätzlich noch AldiNord und Netto, in Telgte auch noch einen Penny. Wenn ich auf dem Festland bin, macht es Spaß, auch bei den anderen Discountern zu schauen, was die grade so im Angebot haben.
In klassische Supermärkte wie Edeka oder Rewe gehe ich dagegen viel seltener und auch mit viel weniger Begeisterung. Tendenziell mag ich das Publikum dort nicht so sehr, mir laufen dort zu viele Leute rum, denen man von außen schon ansehen kann, dass sie sich zum gehobenen Mittelstand zählen und von allen Klassen/Schichten unserer aktuellen Gesellschaft ist das die, die mir am wenigstens sympathisch ist.
Alles, was ich bei den Discountern nicht bekommen, kaufe ich im Großmarkt, die Atmosphäre dort ist eher klassenlos, das finde ich außerordentlich entspannend.
Ich habe mir in der letzten Zeit immer wieder Gedanken zum Thema "Klassismus" gemacht, ausgelöst durch verschiedene Beiträge und Texte und habe auch schon mehrere angefangene Textfragmente zu dem Thema produziert, aber noch bin ich mit den Gedankenmachen nicht fertig, ich muss das alles noch viel weiter durchdenken und ausarbeiten.
Doch eine Erkenntnis habe ich schon mal: Die soziale Schicht, der ich nach den äußeren Merkmalen wie Einkommen/Vermögen und Bildung/Beruf sicherlich am ehesten zuzurechnen bin, die ist mir eindeutig sehr! unsympathisch. Da möchte ich nicht dazugehören und gebe mir deshalb regelmäßig viel Mühe, davon Abstand zu halten. Ich betreibe also unbestreitbar auch Klassendiskrimierung, allerdings in fast alle Richtungen und vor allem sehr bewusst auch zur Seite und nach oben und da stellt sich natürlich die Frage, ob das dann noch Diskriminierung ist oder nur eine persönliche Macke.
Denn grundsätzlich möchte ich sowieso nie zu irgendeiner Gruppe gehören, weil mir schon der Gruppengedanke an sich widerstrebt, das ist damit ein Dilemma, was mir beim Nachdenken über Klassismus immer wieder im Weg steht, denn wenn ich mich selber schon nicht einsortieren mag, wie kann ich dann eine saubere Meinung zu dem Thema entwickeln?
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