anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 4. Januar 2026
Von gesagten und nicht gesagten Wörtern und Sätzen
Gestern Abend, kurz vorm Lichtausmachen, fragte mich mein Westfalenmann, ob ich wüsste, was ein Pilaster sei.
Ich fragte zurück, in welchem Zusammenhang, er sagte, in keinem, ihm sei das Wort eben einfach so eingefallen und er wüsse selber nicht genau, was es bedeutet, deshab frage er ja.

Ich staunte ein wenig, weil ich sonst nur die umgekehrte Variante kenne, nämlich dass man nach einem konkreten Begriff sucht, von dem man nur so eine grobe Definition hat. Diese Richtung des Suchens macht mich immer ganz hibbelig, weil, wie findet man etwas, von dem man nicht weiß, wie es heißt?

Dass einem dagegen einfach so, out of the blue, ein Wort einfällt, von dem man nicht weiß, was es bedeutet, das fand ich zumindest bemerkenswert.
Die passende Definition dafür zu finden ist dann natürlich ganz leicht, man schaut bei Wikipedia nach und selbstverständlich wird da genau erklärt, was Pilaster sind.

Es sind Reliefpfeiler, ein Wort, was hauptsächlich als Palindrom bekannt ist.

Was ein Palindrom ist, wusste ich ohne nachzuschlagen und spontan fiel mir der Satz mit dem verbotenen N-Wort ein, der endet mit "zagt im Regen nie" und ich fragte mich, ob man den heute noch als Beispielssatz für ein Satz-Palindrom benutzen darf ohne Gefahr zu laufen, schief angesehen zu werden?

Ich meine, ich benutze all diese heute verpönten Wörter genauso wie ich vor 50 Jahren auch die damals verpönten Wörter benutzt habe, denn es gab ja schon immer Wörter, die man nicht aussprechen durfte, ohne dass man bei empfindlichen Gemütern Empörung erzeugte.
Und genau wie ich es vor 50 Jahren mit Wörter wie Sex*, Vögeln*, Arschloch* und Scheiße* gemacht habe, mache ich es auch mit den heute verpönten Wörtern: Ich benutze sie nur in einem Safe-Space, d.h. also wenn ich sicher bin, dass keine zartbesaiteten Anstandsdamen in der Nähe sind, die sich darüber nur wieder gewaltig aufregen und anschließenden Tiraden über - vor 50 Jahren: die verkommene Jugend - , oder heute: die respektlosen Boomer vom Stapel lassen.

*ich glaube, diese Wörter sind heute alle wieder gesellschaftsfähig, oder? Zumindest nimmt heute niemand mehr Rücksicht auf die Ohren von anständigen Fräuleins, heute nimmt man Rücksicht auf besonders empathische Mitmenschen, deshalb werde ich natürlich den Teufel tun und den Satz mit dem bösen N-Wort hier öffentlich aufschreiben. Mit der aktuell akzeptierten Bezeichnung ist allerdings das Palindrom dahin, manche Opfer muss man eben bringen, wenn man nicht unangenehm auffallen will.

Ehrlich gesagt, habe ich ein bisschen den Überblick darüber verloren, wen man heute mit Vorsatz und absichtlich beleidigen darf und wen noch nicht mal in Abwesenheit und ohne jede Beleidigungsabsicht, weil ich das mit dem Rassismus noch nicht so richtig kapiert habe.

Rassismus ist doch, wenn man Menschen, die einer anderen Ethnie angehören, bösartig ausgrenzt und verbal niedermacht, oder?

Was sagen die Kölner denn heute zu den Düsseldorfern - und umgekehrt? Oder die Schalker zu den Borussen?
Und dürfen die Borkumer die Holländer noch Muffköppe nennen und die Festländer Europäer oder gibt es dafür auch längst rassistisch korrekte, andere Begriffe?
Und was ist mit meinem Westfalenmann? Ich meine, wie soll ich den nennen, um ihn mit einem Wort zu beschreiben? Denn selbstverständlich bin ich mir meiner rassistischen Ausgrenzung ihm gegenüber bewusst, aber nun, er ist halt Westfale.
Ich habe ihn aber trotzdem lieb
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Samstag, 3. Januar 2026
Kalt mit Schneegegriesel
Heute sind auch hier die Temperaturen soweit runter, dass das Schneegegraupel sogar eine kleine Zeit liegenbleibt. Im Garten müssen wir jetzt schon genauer hinschauen, wenn wir sehen wollen, was unser Dalmatiner mit seiner perfekter Tarnfarbe draußen so treibt.

Der Dalmatiner mit Tarnfarbe im Schnee

Uns war heute nicht sehr nach draußen, es war wirklich ausgesprochen ungemütlich, der Hund wollte aber auch nicht länger draußen rumlaufen, offensichtlich kein Dalmiwetter.

Ich habe eine längere Weile am PC gesessen und mich mit Steuererklärungen, Jahresmeldungen, Ermäßigungsanträgen , Fristverlängerungsanträgen und der Zustimmung zur elektronischen Bescheidübermittlung beschäftigt.

Außerdem kam heute der neue Toaster und K meint, ich soll jetzt 100mal aufschreiben: Ich darf nicht mit einer Gabel im Toaster rumstochern. Ich habe mir aber schon eine Gabel aus Holz gesucht, damit ist das doch bestimmt noch weiter erlaubt, oder?

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Freitag, 2. Januar 2026
Viel Wind
Huch, in der letzten halben Stunde ist die Uhr einfach drei Stunden nach vorne gerückt, jetzt ist der Tag gleich um und ich hätte fast das Blog vergessen.
Dabei habe ich nur mal eben ein bisschen an meinen neuen 2026er Tabellen gearbeitet, dabei muss ich mich konzentrieren und kann nicht auch noch auf die Zeit achten - und dann macht die sich gerne mal selbstständig und beginnt zu sprinten.

Aber nun ja, gibt auch nicht viel zu erzählen von heute.
Draußen ist es ausgesprochen sehr windig, trotzdem sind wir eine Runde über den Strand gelaufen, wenn man in die richtige Richtung läuft, macht das Spaß. Hinweg durchs Dorf und durch die geschützten Straßen, zurück dann mit dem Wind im Rücken am Wasser lang.

Strand bei Sturm

Dass die Flut aktuell höher aufläuft als sonst und dass das Wasser dann an Stellen landet, wo es nicht mehr so einfach wieder ablaufen kann, das sieht man auf dem oberen Bild, trotz Niedrigwasser war da noch eine Menge Wasser dicht an der Dünenkette stehengeblieben.
Auf dem Bild dadrunter habe ich versucht, die Sandwehen zu fotografieren, die vom Wind über den Strand gepeitscht wurden. Es hatte kurz vorher geregnet und eigentlich war alles nass, aber der Wind blies die oberste Oberfläche Sand rasch trocken und trieb sie dann mit einer irren Geschwindigkeit als natürlichen Sandstrahler über den Strand. Mit nackten Beinen hätte ich da nicht laufen mögen.

Das war aber auch schon die einzige Aktivität des Tages, ansonsten war ich sehr zufrieden damit, drinnen zu sitzen und die regelmäßigen, wüsten Regen- und Graupelschauer durchs Fenster zu beobachten
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Donnerstag, 1. Januar 2026
Stürmisch, kalt und Leute, die knallen
Entgegen meines Vorhabens an Silvester besonders früh ins Bett zu gehen, genoss ich gestern den friedlichen Abend vor dem PC und brachte meine Buchhaltung samt Ablage und Sicherung auf Vordermann. Jetzt ist das Jahr 2025 also komplett erfasst, abgelegt und gesichert, heute kann ich mich mit den Vorträgen für 2026 beschäftigen und neue, frische Tabellen anfangen. So etwas macht mich sehr zufrieden.

Wettermäßig ist der erste Tag des Jahres eher ungemütlich, es gab sogar Sturmflut- und Unwetterwarnungen für Ostfriesland, aber die haben ja mittlerweile die Qualität einer mütterlichen Ermahnung im Sinne von: Und fahr bloß vorsichtig - ernstnehmen kann man diese Warnungen schon lange nicht mehr, zumal es am Strand auch wirklich nicht nach Sturmflut aussah. (Das weiß ich von K, der mit dem Hund unterwegs war.) Es weht hier etwas mehr als die letzten Tage, aber das ist auch alles. Und es gibt regelmäßig unangenehme Regen- und Graupelschauer, die Temperatur ist bis auf 2°C gesunken, insgesamt also kein Wetter mehr, bei dem ich gerne vor die Tür gehe.

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Über Feuerwerk und Silvesterknallereien wird viel debattiert, ich wundere mich, dass es immer noch Leute gibt, die zwanghaft daran festhalten wollen.

Ich selber habe schon seit vielen Jahren den Spaß daran verloren, weil ich mir irgendwann mal die "Warum und Wozu-Frage" stellte und leider nicht beantworten konnte. Seitdem wäre es mir vor mir selber peinlich, Geld für etwas auszugeben, was leicht einen Schaden, sicherlich Dreck und Gestank, aber offensichtlich keinerlei sinnvollen Nutzen produziert. Wenn ich einfach nur Spaß haben will, kenne ich eindeutig sinnvollere Möglichkeiten. Da sich Feuerwerkskram nicht gebraucht auf dem Flohmarkt erwerben lässt, komme ich noch nicht mal in Versuchung, etwas zu kaufen, nur weil es so günstig ist.

Trotzdem ging es mir mit Feuerwerk immer noch wie mit einem Autounfall: Man ist froh, dass man selber nichts damit zu tun hat, muss aber zwanghaft hinschauen, wenn es bei anderen passiert.
Hier auf Borkum hat die Stadt traditionsgemäß immer ein gewaltiges "Höhenfeuerwerk" am Hauptstrand gezündet, als Publikum dazu versammelten sich so unendlich viele Menschen auf der unteren und der oberen Promenade, dass man Sorge haben musste, dass die Insel kentert.

Zum Glück entdeckte ich irgendwann, dass ich auch aus meinem Dachfenster heraus noch reichlich Feuerwerk gucken konnte und musste seitdem gar nicht mehr um Mitternacht am Strand rumlungern. Das gefiel mir nicht nur deswegen gut, weil es Ende Dezember nachts nur sehr selten angenehmes Draußenwetter gibt, sondern vor allem auch, weil ich mit zunehmendem Alter Menschenmassen immer noch schrecklicher finde als ich sie eh schon immer fand. Vor 20 Jahren dachte ich, mehr Abneigung gegen Menschenmassen kann man gar nicht haben, dann lernte ich, dass nach Abneigung Widerwillen kommt. Die nächste Stufe der Eskalation wäre Hysterie, die versuche ich durch Enthaltsamkeit zu vermeiden.

Seitdem ich Silvester also ohne FOMO entspannt zu Hause bleiben konnte, entdeckte ich auch, wie viel die Nachbarn um mich herum privat rumböllern. Und ich gehe davon aus, dass das keine wilden Jugendlichen sind, denn jüngere Leute gibt es hier in der umliegenden Nachbarschaft kaum, sondern ziemlich alte, erwachsene Leute. Ich begann zunehmend darüber zu staunen, welch seltsame Dinge Menschen tun, die man sonst durchaus als vernünftig wahrnimmt.

Dieses Jahr (oder jetzt muss es ja schon letztes Jahr heißen) wurde nach meinem Gefühl insgesamt spürbar weniger geknallt als in den Vorjahren, meine direkten Nachbarn hatten aber trotzdem noch reichlich Knallzeug zu verballern, was der Hund aber erstaunlich gelassen ignorierte.
Die Stadt hat das erste Mal offiziell verkündet, dass es statt eines Raketenfeuerwerks eine LED-Lichtershow geben wird. Die konnte ich nun aus meinem Dachfenster nicht mehr begucken, da es pünktlich um 23.30h aber auch ganz gewaltig zu stürmen und zu regnen begonnen hatte, war ich sehr froh, dass auch die neue Lichtershow kein FOMO-Gefühl bei mir aufkommen ließ, für die Zuschauer vor Ort wird es sicherlich eher ungemütlich gewesen sein, aber das muss ja jeder für sich selber entscheiden.

Wir saßen um Mitternacht gemütlich drinnen vor dem bullernden Kaminofen, freuten uns über den tobenden Wind draußen und das laute Regengeprassel auf den Fenstern, weil es mit viel Schadenfreude für die unbeirrbaren Knallmenschen einherging, die draußen rumliefen und versuchten, ihre privaten Raketen zu zünden.

Rein theoretisch ist morgen normaler Müllabfuhrstag für unsere Straße, aber weder online auf der Seite der Entsorgungsbetriebe noch in der App ist der 2.1. als Müllabfuhrtermin eingetragen. Der 26.12. (letzte Woche) ist schon wegen Feiertag ausgefallen, so langsam steigt hier der Müllberg und ich bin unsicher, was ich tun soll. Als ich vorhin draußen nachschaute, stellte ich fest, dass kein Nachbar weit und breit Müll an die Straße gestellt hat, zudem frischt der Wind immer mehr auf und es regnet Hunde und Katzen, weshalb ich beschloss, nur auf Verdacht auch lieber keinen Müll an die Straße zu stellen. Bis ich alle meine einzelnen Mülltüten in einem großen, offiziellen Müllsack verpackt und mit einer Abdeckplane gesichert hätte, wäre ich pitschnass geworden. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Abdeckplane vom Sturm weggeweht wird, dann zerhacken die Möwen den Müllsack und verteilen den Inhalt in der Gegend, das ist alles eine große Sauerei. Ich sammele also meinen Müll noch eine Woche und verschiebe das Problem auf einen anderen Tag
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Mittwoch, 31. Dezember 2025
Mein persönlicher Jahresrückblick
2018 habe ich begonnen, für den letzten Tag des Jahres eine neue Tradition zu begründen, also fülle ich den Jahresrückblickfragebogen auch dieses Jahr aus.

Die Vorjahre finden sich jeweils hier:
2024
2023
2022
2021
2020
2019
2018

Wie schnell ist das Jahr 2025 vergangen?
Im Unterschied zum Vorjahr ist die Zeit in 2025 nur so verflogen.
Und ich glaube, das lag vor allem daran, dass ich mein persönliches Tempo ganz massiv gedrosselt habe. Wenn man selber langsam lebt, bewegt sich das Außenherum im Verhältnis viel schneller.
Und, was auch wichtig ist: Ich habe nicht auf ein Ereignis gewartet, das mit einem bestimmten Datum verknüpft war. So warte ich inzwischen zwar seit langem darauf, dass unser Haus fertig wird und wir umziehen können, dieses Warten ist aber nicht mit Zeit verknüpft, sondern mit Baufortschritt.
Unterm Strich ging ja auch alles immer weiter voran, zwar deutlich langsamer als erwartet, aber eben doch voran und jetzt ist das Jahr plötzlich - zack - um, ohne dass ich hibbelig daneben stehend auf das Jahresende gewartet habe.

Welche Farbe hatte das Jahr?
Rot.
Schon wegen der 5. - Die 5 ist rot und 2025 ist unbestreitbar ein Fünfer-Jahr.
Insgesamt hatte ich in diesem Jahr oft gute, teils übermütige, rot leuchtende Laune. Gleichzeitig fühlt sich die Bedrohung von außen aber auch rot an.

Auf einer Skala von 1-10?
Oh, obwohl ich mit meinem persönlichen Leben in 2025 sehr zufrieden war, so rücken die bedrohlichen Weltereignisse doch kontinuierlich näher, was eindeutig zu einer Abwertung führt. Insgesamt würde ich damit eine Punktzahl zwischen 6-7 vergeben.

Zusammengefasst?
Insgesamt bin ich mit dem Jahr sehr zufrieden. Mein Hauptvorhaben "Umzug" konnte ich zwar nicht umsetzen, dafür sind aber andere Dinge erledigt worden, die ich als Nebenschauplätze ebenfalls auf dem Plan hatte und vor allem gefällt mir mein entschleunigtes Nichtstun-Faulenzerleben noch viel besser als ich es mir vorher überhaupt vorstellen konnte.
Ich bin mit Begeisterung Nur-Hausfrau, weil ich hier meine Regeln selber setzen kann und nur das machen muss, was mir Spaß macht.
Ich bereue es aber auch nicht, mein Leben lang selber gearbeitet und Geld verdient zu haben, denn nur so konnte ich mir die finanzielle Unabhängigkeit schaffen, die ich jetzt so intensiv genieße.

Familie:
In der Familie gab es sozusagen gar keine Veränderungen.
Was die ältere Verwandtschaft, Mutter, Vater, Onkel, Geschwister angeht, ist alles unverändert. Wen es interessiert - siehe Vorjahre.
Die Kinder haben in diesem Jahr alle ihr bisheriges WG-Leben gegen ein Beziehungsleben getauscht.
N ist in Berlin zu seiner Freundin gezogen, bei J ist seine Freundin zu ihm gezogen und C hat sich mit ihrer Freundin gemeinsam eine neue Wohnung in Bielefeld gesucht.


Häuser und Wohnen:
Im Borkumhaus ist dies Jahr eine Menge passiert, auch wenn das Meiste davon noch nicht fertig ist, aber so ist es doch einen großen Schritt vorangekommen.
Das Gartenhaus ist endlich aufgebaut und - seit Weihnachten - innen auch eingerichtet und aufgeräumt.
Es fehlen noch die allerletzten Abschlussarbeiten am Dach, außerdem ist es uns noch nicht gelungen, eine Blende für die Türklinke zu kaufen und es muss an einer Seite noch mal gestrichen werden, aber das sind ja Kleinigkeiten.
Die größere, in 2026 zu erledigende Aufgabe, wird der Abriss des alten Gartenhauses sein, weil das ziemlich zeitgleich mit einer hundesicheren Befestigung der Außengrenzen des Grundstücks erfolgen muss, denn aktuell bildet das alte Gartenhaus für den Hund die Grenze an zwei Seiten seines Gartenauslaufs.
Außerdem hat das Borkumhaus außen ein neues Flachdach bekommen, innen wollten wir auch die Holzdecke erneuern, aber das hat dieses Jahr dann nicht mehr geklappt. Dafür haben wir innen einen neuen Kühlschrank, eine spontan nötig gewordene Austauschaktion, die erfreulich gut funktioniert hat.

Das Haus in Rheda ist deutlich fertiger als letztes Jahr, aber immer noch ein halbes Jahr von einem möglichen Einzug entfernt. Die Außenhülle ist jetzt fertig und dicht, es fehlen aber noch alle Innenarbeiten, es dauert also noch. Als nächstes müsste der Putzer kommen und den Vorputz an die Wände klatschen, dann kommt der Estrich und dann erst der Fliesenleger, der Schreiner und Trockenbauer und nochmal der Putzer. Da wir überall Lehmputz bekommen, brauchen wir immerhin keinen Maler. Zwischendrin wuseln schon seit längerem und auch noch für die nächste Zeit die Installateure und Elektriker durchs Haus, bohren Löcher, schlitzen Wände und verlegen Rohre und Leitungen.

Das Grevenhaus wird immer ungemütlicher, weil sich auch die Einrichtung immer mehr Richtung Auszug entwickelt, aber das war ja nicht anders zu erwarten.

Pläne:
Von den ausdrücklichen Plänen des letztes Jahres wurden drei umgesetzt (Hund, Auto und Gartenhaus), der Hauptplan, Baufertigstellung und Umzug, wird auf 2026 verschoben und ich hoffe sehr, dass es diesmal auch wirklich funktioniert.
Ansonsten müssen wir auf Borkum unbedingt die Befestigung der Außengrenzen des Grundstücks (aka Zaun) organisieren und das alte Gartenhaus irgendwie entfernen, alle anderen Uraltpläne (neues Bad, Fenster in der Küche, Mauer zur Straße) haben den seit Jahren gültigen Bestand und werden vorgetragen.

Reisen
Einzige Auswärtsübernachtungen dieses Jahr: Eine Hotel-Nacht in Frankfurt im Rahmen einer Finanzmarktkonferenz, zu der ich mir die Teilnahme noch während meiner aktiven Berufszeit gesichert hatte, alle anderen Nächte des Jahres verbrachte ich in meinen eigenen Betten und bin sehr zufrieden damit. Das, was andere Rentner im Alter an Reisen nachholen, das hole ich jetzt an Nichtstun und Zuhausebleiben nach. Gereist bin ich in meinem Leben schon wahrlich genug.

Zum ersten Mal gemacht:
Die theoretische Prüfung für den Hundeführerschein (die praktische Prüfung ist erst möglich, wenn der Hund mindestens ein Jahr alt ist).
Ein Auto im Herstellerwerk abgeholt

Zum letzten Mal gemacht:
Ich weiß nichts. Auch wenn ich sehr bemüht bin, Vorgänge in meinem Leben final abzuschließen, so fällt mir doch nichts ein, was ich dieses Jahr selber für immer beendet hätte.

Häkchen auf der Bucketlist:
Einen Dalmatiner in die Familie integriert.

Entdeckt und Spaß dran gefunden:
Fahrradfahren auf einem Trike.

Gesundheitliche Veränderungen:
Augen:
Gleichgeblieben. Ich kann mit den Brillen aus dem letzten Jahr immer noch brauchbar gut sehen, für nächstes Jahr wünsche ich mir zusätzlich zu den Gleitsichtbrillen aber auch wieder eine Einstärkenlesebrille fürs Bett. (Stelle ich mir noch bequemer vor.)

Ohren
Ich wüsste nichts, was ich gerne noch zusätzlich gehört hätte.

Unfälle
Keiner! Noch nicht mal umgeknickt oder gestolpert und hingefallen. Einfach nichts, nada, niente. Ich bin selber sehr erstaunt.

Neue Krankheiten
Noch nicht mal alte Krankheiten neu aufgewärmt, ich war einfach das gesamte Jahr kein einziges Mal krank. Kein Schnupfen, kein Rücken, kein nichts.

Sonstiges
Das einzige, was eventuell erwähnenswert ist: Ich hatte dieses Mal das erste Mal in meinem Leben Zahnschmerzen. Nach dem ich im Frühjahr eine ausführliche Parodontosebehandlung durchlaufen hatte, fühlte sich ein Zahn ohne seinen kuscheligen Zahnstein offensichtlich einsam und verlegte sich auf akutes Schmerzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Nach dem er ausreichend Ibu als neue Gefährten bekommen hatte, gab er aber wieder Ruhe.

Optische Veränderungen:
Gewicht
Noch mal 1-2kg weniger seitdem der Hund im Haus ist.

Haare
Gesamtlänge unverändert, das, was die Haare oben gewachsen sind, hat K einfach unten glatt abgeschnitten, damit sind jetzt auch alle Stufen rausgewachsen.

Sonstiges
N hat grade eben noch eine (echte) Warze an meinem Handgelenk entfernt, ansonsten gab es keine weiteren SchönheitsOPs.
Ich plane, ihn und den Laser nächstes Jahr noch mal in Berlin zu besuchen, um die neuen Pigmentflecken behandeln zu lassen.

Finanzen, Veränderung zum Vorjahr:
regelmäßiger Zufluss
Per Saldo ungefähr gleich. Ich habe eine Wohnung verkauft, so dass hier die Miete wegfällt, dafür gab es tarifliche Lohnerhöhungen und mehr Dividenden als letztes Jahr.

regelmäßiger Abfluss
Keine großen Veränderungen.

variable Ausgaben
Naja, Hausbau natürlich und alles, was damit in Zusammenhang steht, also auch neue Einrichtung und sonstige Sondereinbauten, für die zum Teil schon bei Bestellung eine Anzahlung fällig ist oder die ich sogar schon gekauft habe (Stichwort: Designermöbel- und -lampen bei ebay).

Gesamtvermögen
Schlecht zu beurteilen, da inzwischen ja schon ein beträchtlicher Teil des Vermögens in den Bau in Rheda geflossen ist und ob das eine werthaltige Investition ist, wage ich schwer zu bezweifeln. Man müsste schon genauso Bekloppte wie uns finden, die für so ein unkonventionelles Wohnhaus so viel Geld bezahlen würden. Aber zum Glück ist das nicht mein Problem, sondern maximal das meiner Erben.
Aber auch sonst sind durch die höheren Sonderinvestitionen (Dach, Auto) viele Mittel abgeflossen, aber genau dafür hatte ich sie ja vorher auch angespart.

Besondere Anschaffungen
Ist "Hund" eine Anschaffung? Rein finanziell natürlich schon.
Über den neuen Kühlschrank auf Borkum habe ich mich auch gefreut.
Ansonsten dreht sich gedanklich das Meiste um das neue Haus, aber alle nicht jetzt schon zwingend notwendigen Neu-Anschaffungen (also alles außer Küche und Bett) haben wir auf die Zeit nach dem Einzug verlegt - wir wollen erst mal ein Gefühl für das Haus bekommen und dafür, wie sich eventuell unser Bedarf und unsere Vorlieben verändern werden. (Ausgenommen sind natürlich irgendwelche Superschnäppchen bei ebay oder auf dem Flohmarkt, weshalb ich mich über die Zettelz-Lampe genauso freue wie über den roten Sessel.)

Uns sonst noch so:
Ich bin mit 2025 sehr zufrieden, aus meiner Sicht war es ein ausgesprochen angenehmes Jahr. In meinem persönlichen Umfeld gab es keine Katastrophen, keine Schicksalsschläge, alles funktionierte einigermaßen, was will man mehr?
Rückwirkend betrachtet bin ich sogar über die Verzögerungen beim Bau nicht erbost, sondern sehe die positive Seite: So ergaben sich ganz viele, wirklich sinnvolle und sehr gute Veränderungen, die ursprünglich nicht geplant waren, die sich aber während des Baus als gute (oder sogar bessere) Lösung herausstellten, mit denen ich jetzt schon sehr zufrieden bin und mich gewaltig geärgert hätte, wenn mir das alles erst nach Fertigstellung eingefallen und dann nur sehr umständlich oder vielleicht gar nicht mehr umsetzbar gewesen wäre.

Und als Abschluss des Jahres:
Habe ich schon erzählt, dass der Architekt meinen Wunsch nach einer Schaukel in der Deele mit Begeisterung aufgenommen und bereits den besten Platz dafür errechnet hat?
Visualisierung der Deele mit Schaukel
Sein Kommentar dazu war: "Das ist fantastisch, das nimmt dem Haus den Ernst." - und besser kann man ein Haus, in dem ich mich wohlfühle, gar nicht beschreiben.

Für 2026 wünsche ich mir, dass sich das Haus genauso weiterentwickelt, wie es sich inzwischen schon recht konkret darstellt, dass Umzug und Neuanfang gut funktionieren und dass alle sonstigen, externen Bedrohungen bitte weiter dort bleiben, wo sie jetzt sind, lieber heiliger St. Florian.....
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Dienstag, 30. Dezember 2025
Preise
Im Rahmen allgemeiner Haushaltstätigkeiten habe ich heute nicht nur eine Maschine mit Bettwäsche und Handtüchern gewaschen, sondern auch recht erfolgreich draußen auf der Leine getrocknet.

Grade Handtücher mag ich gar nicht, wenn sie im Trockner getrocknet wurden, sie sind dann so fluffig weich und trocknen gar nicht richtig ab, vor allem aber kann man sich beim Abtrocknen damit nicht wohlig am Rücken schubbern, nur deshalb dusche ich überhaupt, weil das Abtrocknen danach so schön ist.

Erfolgsmeldung also: Handtücher ordnungsgemäß kratzig getrocknet, ich bin sehr zufrieden.

Dann haben wir Pfand weggebracht und obwohl wir viel mehr Mehrwegpfand- als Einwegpfandflaschen hatten, haben wir als Einlösebetrag dafür deutlich weniger bekommen, die Logik in dem System muss man nicht verstehen, oder?

Da Lidl nur Einwegpfandflaschen verkauft, kann man dort Mehrwegpfandflaschen nicht abgeben, wir fuhren also zu Markant, einem Supermarkt mit einem breiteren Sortiment.

An der Kasse verkaufen sie Schokoriegel, ich hatte die Preise schon im Sommer gesehen und gestaunt, diesmal habe ich sie fotografiert, weil ich es doch beeindruckend finde, was Leute offensichtlich bereit sind, für ein Mars oder ein Snickers zu bezahlen, nur weil es komfortabel im Kassenbereich noch mal eben zum Mitnehmen griffbreit angeboten wird.

Ein Mars-Protein Riegel kostet fast 3€

Ich habe dieses Jahr ja auch gewaltig über die Preise für Weihnachtsgebäck gestaunt. Nicht, dass es mich persönlich betrifft, ich lebe sehr gut ohne Schokolade und Co., weil ich die angeborene Eigenschaft habe, dass ich Team salzig bin und auf alles Süße problemlos verzichten kann. Normale Milchschokolade finde ich sogar ausgesprochen "bääähh", dass das Zeug dieses Jahr aber massiv im Preis gestiegen ist, habe ich trotzdem mitbekommen.

Dominosteine beim Discounter für 3,79 € - ich möchte lieber gar nicht wissen, was die Markenware dann kostet, sondern frage mich nur, wer bereit ist, dafür so viel Geld zu bezahlen?
Oder gab es dieses Jahr für jeden nur ein wönziges Stöck?

Ein anderes Produkt, das sich preislich inzwischen in Kategorien bewegt, die ich nur als abgedreht bezeichnen kann, sind Zigaretten.

Ich habe schon vor so langer Zeit aufgehört zu rauchen, dass ich den Bezug zu den Preisentwicklungen auf dem Zigarettenmarkt komplett verloren habe, aber neulich kaufte jemand vor mir fünf Pakete Marlboro und erreichte damit locker die 50€-Umsatzmarke, für die ich immer ewig suchen, sammeln und überlegen muss und ich staunte nur.
Das Zeug kostet inzwischen über 10€ pro Schachtel - das sind 20 Mark, ich war fassungslos.

Und wenn ich nicht schon längst aufgehörte hätte zu rauchen, dann würde es mir bei dieser Preisentwicklung wirklich nicht mehr schwer fallen, ich glaube, bei diesen Preisen wäre ich schlicht zu geizig, um so eine Menge Geld einfach zu verbennen.

Am Nachmittag machten wir einen Strandspaziergang und ich hatte diesmal selber mein Handy dabei, so dass ich Strand, Himmel und die prächtigen Wolkenformationen in aller Ausführlichkeit knipsen konnte

Abendstimmung am Strand

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Montag, 29. Dezember 2025
Zwischenzeit
Mitten zwischen all den Feiertagen und Wochenenden gibt es noch einmal zwei ganz normale Wochentage, die wirken irgendwie fehl am Platz, so dazwischengeschoben.

Geöffnet haben dabei nur der Einzelhandel und notwendige Dienstleister.
Die allgemeine Verwaltung hat schon aus Energiespargründen an den meisten Standorten ihre Büros geschlossen, 2025 ist für die allermeisten Menschen damit schon erledigt, bis 2026 dauert es allerdings noch zwei Tage, wir leben also grade in einer Zwischenzeit.
Zwischen den Jahren - ich mag diesen Ausdruck.

Hier auf der Insel haben allerdings alle vor drei Tagen schon wieder auf Hauptsaison geschaltet. Die Verkehrsbeschränkungen sind für 9 Tage wieder aktiviert worden, die Fähren pumpen Mengen an Menschen auf die Insel und im Dorf herrscht allgemeine Betriebsamkeit, in gewisser Weise auch eine Zwischenzeit - nur andersrum. Zwischendurch kurz Hektik, Umsatz, Krach und Party, bevor hier anschließend wieder alles in den Winterschlaf fällt.

Ich finde den Partyrummel anstrengend, aber zum Glück muss ich mich damit ja auch nicht weiter beschäftigen, ich suche mir meinen ganz eigenen Rhythmus, so zwischen den Jahren, heute zum Beispiel im Fünf-Viertel-Takt



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