anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 29. Januar 2026
Brillenkauf
Der einzige Termin heute war eine Verabredung mit J und seiner Freundin zum Brillenkaufen in Münster.
J hat festgestellt, dass er mit einer Brille auffällig besser gucken kann, so dass ich ihm versprochen habe, dass wir gemeinsam eine Brille für ihn aussuchen, alles, was uns dafür seit Wochen fehlt, ist ein Termin.

Weil ich gerne zusätzlich zu meiner Gleitsichtbrille auch noch eine Einstärken-Lesebrille haben wollte, war der Plan, dass wir zusammen zu eyes+more gehen und uns dort ein Mehrbrillen-Angebot teilen.

Ich kaufe meine Brillen seit vielen Jahren bei dieser Optikerkette und bin bisher immer sehr zufrieden gewesen.
Weil unser Plan des gemeinsamen Brillenkaufs aber nun schon seit längerer Zeit existiert und es uns schon mehrfach nicht gelang, ihn auch umzusetzen, hatte sich J bei einem anderen "Einzeloptiker" eine Brille ausgesucht und anbieten lassen. Als er dann aber erfuhr, was er dafür hätte bezahlen müssen, schreckte er zurück und erinnerte sich wieder daran, dass ich ihm gesagt hatte, dass ich finde, mehr als 100 Euro muss man nicht für eine normale, Einstärken-Brille bezahlen.

Als Besonderheit kam nun gestern noch dazu, dass Js Freundin Ce ihre Brille, die sie dringend braucht, um überhaupt vernünftig sehen zu können, verloren hat und nun ziemlich dringlich eine neue braucht.

So entstand der Plan, dass wir uns heute zu dritt in Münster beim "meinem" Optikerladen treffen, weil es sich sinnvoller anfühlte, dass die zwei (kostenlos) mit dem Zug nach Münster fahren statt dass ich bei diesem Wetter mit dem Auto einmal quer durch Westfalen rutsche.

Mein Dilemma ist, dass ich mich in Brillenläden immer nur sehr schlecht für nur eine Brille entscheiden kann, weshalb ich eyes+more so gut finde, denn die haben regelmäßig starke Rabatte, wenn man mehr als eine Brille kauft, das bedient genau meine Schnäppchengene.

Aktuell gibt es ein 3 für 2 Angebot, die dritte ist dann sozusagen umsonst und na ja, deshalb eskalierte das mit dem Brillenkauf heute etwas.

J bekommt jetzt eine richtig schöne Brille, die er auch noch sehr "gemütlich" fand. (Das war für ihn das wichtigste Kriterium)
Für Ce haben wir zwei Brillen ausgesucht, weil ich denke, dass es wichtig ist, eine in Reserve zu haben, wenn mal eine kaputt geht, damit die lästige Blindfisch-Zeit, die sie jetzt für drei Wochen aushalten muss, nicht noch mal passiert.
Damit war das erste Dreier-Set komplett und ich musste mir dann leider selber auch noch drei Brillen aussuchen, sonst hätten wir ja nicht gespart.

Ich bekomme jetzt also zwei Lesebrillen (eine für jedes Bett) und eine Klavierbrille.
Beim Klavierspielen habe ich einen anderen Abstand zu den Noten als beim Lesen, weshalb dafür eine andere Brilleneinstellung notwendig ist und insgesamt bin ich sehr zufrieden mit all diesen Entscheidungen heute.

Insgesamt kosten diese sechs Brillen jetzt übrigens nur unwesentlich mehr als die eine, die J sich bei dem anderen Optiker dann doch nicht gekauft hat und ich habe kein schlechtes Gewissen, stattdessen mein Geld bei so einem Billigoptiker auszugeben
.

32 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 28. Januar 2026
Abgerutscht
Und noch so ein schlapper Tag.
Bis mittags haben wir zu zweit lesend im Bett rumgegammelt, um uns dann mit einem seeehr langen Anlauf irgendwann an die Rechner zu setzen und begonnen, liegengebliebenen Kram nachzuarbeiten.

Der Termin, für den wir eigentlich hätten nach Rheda fahren müssen, wurde abgesagt und auf Freitag verschoben, damit fühlte sich der Tag plötzlich wie ein extra Ferientag an und keiner von uns hatte Lust, sich mit seriösen Dingen zu beschäftigen.

Auch wenn wir beide zum Geld verdienen nicht mehr in ein fremdes Büro gehen müssen, so haben wir immer noch genug sonstigen "Admin-Kram", der regelmäßig erledigt werden muss und mindestens den Zeitumfang eines Halbtagsjobs verbraucht. Ab und zu bewundere ich mich selber dafür, dass ich das früher alles noch nebenher erledigt habe.

Die Info für den Lacher des Tages habe ich heute in einer Borkumgruppe gefunden. Weil ich derzeit nicht auf der Insel bin, kommen die Nachrichten immer mit etwas Zeitverzug bei mir an, aber es ist auch vier Tage später noch saukomisch.

Da ist nämlich ein Lieferauto, das die Gastronomie auf der Promenade beliefern wollte, auf der vereisten Promenade ins Rutschen gekommen, runtergefallen und kopfüber auf dem Strand gelandet.
So weit so tragisch, der Fahrer war zwar in seinem Sitz eingeklemmt, ist aber nicht ernsthaft zu Schaden gekommen.
Die Polizei kam, um den Unfall aufzunehmen und als sie wieder abfahren wollte, ist sie auf der vereisten Promenade ebenfalls in Rutschen gekommen - und auch kopfüber auf dem Strand gelandet.

Auch die Polizisten sind mit einem Schrecken davon gekommen, sie werden jetzt nur damit leben müssen, für immer damit aufgezogen zu werden ;-)

Hier der Link zu einer kurzen Berichterstattung mit Fotos im NDR.

+++++++++

Markus erzählt davon, dass er aus beruflichen Gründen mit einem Privatjet von Hamburg nach Belgrad geflogen ist und nennt zwei Zahlen, nämlich dass für den Ausflug 2000 Liter Kerosin verbrannt wurden und dass er für die Zeit vom Büro bis zum Take Off nur 25 Minuten gebraucht hat.

Ich kenne mich nicht mit dem Fliegen in Privatjets aus, wohl aber mit dem Fliegen mit privaten Kleinflugzeugen,
weshalb ich die Zahlen-Zusatz-Infos spannend fand und automatisch mit den Zahlen verglich, die ich bei so einem Flug "normal" fände.

Mit 2000 Litern Sprit kommt man in einem kleinen Privatflugzeug ca. 10.000km weit, ich habe mal nachgeschaut, von Hamburg nach Belgrad sind es ca. 1.250km, man kann mit 2000 Litern also ca. achtmal hin und her fliegen.

Dass Markus von Abfahrt Büro bis Take Off nur 25 Minuten brauchte, hat mich schwer beeindruckt, denn in meiner Fliegerwelt ist das sozusagen nicht möglich, weil ja alleine der Preflight-Check, also die Überprüfung des Fliegers, ob alles funktioniert und man damit losfliegen kann, schon rund 15 Minuten dauert, wenn man sich sehr beeilt. Dann muss man den Motor starten, die Kiste warm laufen lassen, auf eine Roll- und dann auf eine Startfreigabe warten, das dauert alles und da habe ich dann noch nicht die Fahrtzeit bis zum Flughafen und die Zeit in der Fummelbude mitgerechnet.

An Internationalen Flughäfen geht nichts ohne Sicherheitscheck, alles, was kein offizieller Linienflug ist wird dort am GAT (General Aviation Terminal) abgewickelt, also auch der Security Check in der Fummelbude, durch die jeder durch muss, der vom Außengelände aufs Flugfeld gehen möchte. Dass es am GAT üblicherweise keine oder nur geringe Wartezeiten gibt, ist mir natürlich klar, trotzdem muss man auch dafür Zeit einkalkulieren, ungefähr 5 Minuten braucht der Zirkus bestimmt, abhängig davon, wie viel Gepäck man mitschleppt.

Dann noch die Zeit für die Fahrt zum Flugplatz, Auto parken, bis zum GAT laufen, nein, 25 Minuten sind auch mit beschleunigter Sicherheitsabfertigung für mich nicht machbar.

Ich fragte also meinem persönlichen Privatpiloten, ob er eine Erklärung dafür hat, weshalb das bei Markus so schnell ging und er lachte mich aus und sagte nur: Na, Privatjet heißt Privatjet. Da gibt es einen eigenen Piloten, der macht die Maschine selber startklar und wartet dann neben der abflugbereiten Maschine auf das Eintreffen der Passagiere und wenn die da sind, geht es sofort los. Außerdem werden die wahrscheinlich von einem Fahrer zum Flugplatz gebracht oder wenigstens von einem Taxi, das vorm GAT hält, laufen muss von denen auch niemand mehr.

Irgendwie habe ich das Gefühl, diese Privatjet Menschen leben in einer Welt, die ist mir noch viel fremder als die der Pauschaltouristen, die sich als Massenware nach Malle fliegen lassen, weil mir das wirklich alles nicht von alleine eingefallen wäre
.

236 x anjeklickt (immerhin schon ein Kommentar)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 27. Januar 2026
Schlapper Tag
Termine gab es heute nur für K, der hatte Dinge rund um seine eigenen Immobilien zu erledigen, ich blieb mit dem Hund zu Hause und räumte erst mal ein wenig auf, dann ging ich mit dem Staubsauger durch die Räume und anschließend hatte ich das Gefühl, ich hätte schon sehr viel und sehr hart gearbeitet und machte erst mal Pause.

Dann sorgte ich dafür, dass der Hund Bewegung bekam und irgendwie war der Tag dann auch schon fast um.

Am Abend kam K wieder nach Hause, ich war unglaublich müde und konnte mich zu nichts mehr aufraffen, zum Glück war K bereit, sich ums Abendessen zu kümmern.

Als er rief "Essen ist fertig" musste ich nur vom Sofa an den Esstisch wechseln, sehr bequemes Leben.

K hatte großartig gekocht, die aufgewärmten Käsespätzle von gestern schmeckten hervorragend. Dazu gab es frischen Gurkensalat.
Damit da nichts falsch läuft, hatte ich ihm vorher noch gezeigt, in welcher Küchenschublade er die Tüte mit der passenden Knorr-Salatmischung findet und wie die aufgedruckte Anleitung zu verändern ist. (Nicht drei Esslöffel Wasser und drei Esslöffel Öl, sondern nur ein Esslöffel Milch mit drei Esslöffeln Öl und der Salatmischung gut verrühren, Gurken bringen genug eigene Flüssigkeit mit.)

Die Knorr Salatmischung Dill-Kräuter ist ansonsten die ideale Grundlage für einen perfekten Gurkensalat
.

276 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 26. Januar 2026
Bilder vom Bau
Heute hatten wir uns um 10h auf der Baustelle in Rheda mit den Architekten und dem Installateur verabredet, weil es noch einige technische Details zu klären und zu entscheiden gab.

Als wir um 9h in Greven losfuhren, schneite es seit einer halben Stunde und es lag ca. 1 cm Schnee.
Den Rest des Vormittags schneite es gleichmäßig weiter, wir kamen deshalb auch mit fast einer halben Stunde Verspätung an, wurden im Haus dann aber belohnt durch eine schöne Winterlandschaft direkt vor den Fenstern.

Hier einmal der Blick auf den See, oben von oben, also im Obergeschoss fotografiert und unten von unten, also der Blick aus dem Küchenfenster

Blick auf den verschneiten See, aus der ersten Etage und aus dem Küchenfenster

K will die Stadt bitten, die Bäume, die direkt vor unserem Grundstück stehen, zu entfernen, das haben die Nachbarn auch gemacht, alle anderen haben freie Sicht auf den See.

In der Küche wurde das Loch für den Dunstabzug (der nach unten entlüftet) gebohrt und ordnungsgemäß gesichert

Ein Loch

Immer wieder aufs neue begeistert bin ich von der Deele, die wird wirklich so groß und so geil wird, wie ich mir das erträumt habe

Die Deele

Ansonsten haben wir die zu lösenden Technikthemen einigermaßen sinnvoll und pragmatisch gelöst bzw. entschieden. Der Pragmatismus bestand darin, dass wir schwierige Themen einfach mit Geld beworfen haben, dann lässt sich fast alles lösen.

Aber seitdem ich weiß, was nur der blöde Garten kosten soll, bin ich bei Themen rund um die Installation, Sicherheit und Funktionalität des Hauses sehr großzügig geworden.

Auf dem Rückweg hielten wir bei Action, das, wenn keine Flohmarktsaison ist, mein Lieblingseinkaufladen geworden ist. Es gibt dort mindestens so viel unnützen Kram wie auf dem Flohmarkt und teurer ist es dort auch nicht.
Diesmal wollte ich aber gezielt nach Acrylfarbe Ausschau halten.
Wenn das Zeug sowieso eintrocknet, dann brauche ich auch keine teure Markenfarbe, dann tut es auch die von Action.
Ein Test zu Hause ergab, dass die Farbe wunderbar deckt, ich bin sehr zufrieden damit
.

395 x anjeklickt (3 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 25. Januar 2026
Ich bin nicht nostalgisch
Aktuell gibt es bei vielen Menschen ausgeprägte Nostalgiesehnsüchte, die wahrscheinlich daraus resultierten, dass es für viele gefühlt seit einiger Zeit nicht mehr positiv vorangeht und dass stattdessen die negativen Dinge täglich mehr werden.

Christian Buggisch hat dazu einen Beitrag geschrieben, der mir sehr gut gefällt, denn das Verklären der Vergangenheit hat mich schon immer irritiert.
Mit anderen Worten: Die Welt ist, wie sie ist, und wir müssen uns, wie im 20. Jahrhundert üblich, wieder einen nüchtern-realistischen Blick auf diese Welt aneignen. Dann werden wir sehen, dass nicht plötzlich alles schlimm geworden ist und dass es keinen Anlass gibt, sich die „guten“ alten Zeiten herbeizuwünschen.

Diese Nostalgiesehnsucht wird meistens mit "ich vermisse" formuliert, denn es gibt da etwas, das in der Erinnerung super war, das aber heute nicht mehr so ist, wie früher.

Klar gibt es heute vieles, was kacke ist, was schlecht läuft, was unfair ist, was man gerne anders hätte und es gibt auch vieles, was früher besser lief, weil früher halt früher war und damals andere Bedingungen galten.
Aber die Bedingungen von früher möchte ich ganz sicher nicht zurück, denn die hatten genauso ihre Nebenwirkungen und negativen Begleiterscheinungen, die viele Leute, die heute nostalgische Schwärmereien à la "ich vermisse so sehr" ausbreiten, gerne ausblenden bzw. die sie schlicht vergessen haben.

Das Vergessen scheint mir eine Form der retrograden Amnesie zu sein, die eine sehr praktische Erfindung der eigenen Psyche ist, man vergisst das Schreckliche und erinnert sich nur an die schönen Dinge.
Retrograde Amnesie ist sowas wie geblitztdingst von der eigenen Erinnerung und passiert allen ständig und pausenlos, weil es super praktisch und angenehm ist. Wenn es das nicht gäbe, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben, denn welche Frau bekäme freiwillig ein zweites Kind, wenn ihr die Geburtsschmerzen der ersten Geburt als feste Erinnerung für immer ins Gehirn gebrannt wären?

Aber auch wenn ich den Schmerz selber nicht mehr fühle, so kann ich doch versuchen, mich wenigstens so objektiv und rational an die Vergangenheit zu erinnern und dann fällt mir auch wieder ein, was ich bei der ersten Geburt gedacht habe, nämlich: Was für eine verdammte Scheiße. Ich will das nicht, ich will hier raus, nie wieder lasse ich mich auf so etwas ein, ich sterbe.

Dadurch, dass wir heute vollständig selbstverständlich mit Dingen wie Internet und Smartphones leben, sind natürlich auch Dinge notwendig geworden, die früher nicht notwendig waren, weil nicht alle Menschen nach denselben ethischen Grundsätzen leben. Es gibt sogar Menschen, die halten sich noch nicht mal an die doch für alle vorgegebenen, einheitlichen gesetzlichen Regeln, die nennt man dann Kriminelle oder schlicht "böse Menschen".

Die gab es zwar schon immer, aber das extra fiese bei Kriminellen ist, dass sie ständig ihr Tätigkeitsfeld verändern und sich den gegebenen Möglichkeiten anpassen. Richtig böse Menschen sind oft überdurchschnittlich intelligent (das ist besonders verwerflich) und suchen sich deshalb ständig neue Wege und Einsatzgebiete, in denen sie ihre eigenen Interessen maximal erfolgreich umsetzen können. Heute noch Postkutschen zu überfallen wäre halt nicht mehr sehr einträglich.

In den Anfangszeiten von Computern und Internet waren es nur wenige Menschen, die diese neuen Medien und die Technik nutzten und selbstverständlich waren sie davon begeistert. Diejenigen, die es nutzten, bewegten sich quasi ausschließlich unter ihresgleichen, zumindest waren die Nutzergruppen deutlich homogener und - ganz entscheidend - eben auch viel kleiner. Das machte diese Welt für Menschen mit kriminellen Absichten damit noch nicht sehr interessant, denn erstens gab es dort damals noch nicht so viel zu holen und gleichzeitig hatten die bösen Menschen auch nicht so eine breite Masse an Menschen, die sie auf diesem Weg erreichen und für ihre Zwecke manipulieren und missbrauchen konnten.

Je mehr Menschen die Welt von Computern, Smartphones und Internet entdeckten und nutzten, umso interessanter wurde es für böse Menschen, sich damit zu beschäftigen, wie sie genau diese neue Technik für ihre Interessen nutzen könnten.

"Ich vermisse das Twitter von früher so sehr" - ein Satz, den ich schon oft gehört bzw. gelesen habe, der aber nur bedeutet, dass jemand einem Wunschdenken hinterherträumt, das ähnlich wie "Weltfrieden" leider komplett unrealistisch ist. Man hätte das Twitter von früher vielleicht konservieren müssen, aber das wiederum hätte bedeutet, dass man ein Twitter geschaffen hätte, was alle neuen Accounts kategorisch verhindert hätte. Irgendwann wäre es dann mangels Nachwuchs ausgestorben und der Letzte hätte das Licht ausmachen müssen…..

Nur dadurch, dass Twitter immer beliebter und größer wurde, wurde es erst für Elon Musk interessant. Aber wie will man verhindern, dass etwas, was gut ist und vielen gefallen könnte, nicht irgendwann auch von vielen entdeckt und benutzt wird und dann genau daran kaputt geht bzw. durch sein gigantisches Wachstum anderes zerstört?
Das gilt für Massentourismus (Venedig, Kreuzfahrtschiffe, etc.) genauso wie für SocialMedia Plattformen und komplett überfüllte Szenekneipen (die früher auch mal gemütlich waren).

So anstrengend, überflüssig, mühsam, lästig, ätzend, manipulativ, gefährlich, vernichtend, kriminell, unfair oder was weiß ich noch wie die sonstigen negativen Begleiterscheinungen der zwangsläufigen Fortentwicklungen der heutigen Welt sein können, so gibt es für mich per Saldo doch so viele positive Eigenschaften im technischen Fortschritt insgesamt, die ich alle nicht missen möchte, dass ich halt zähneknirschend mit den Nebenwirkungen lebe.
Die negativen Begleiterscheinungen zu beklagen, die Technik selber aber begeistert zu nutzen, hat ein wenig was von "Wasch mich, aber mach mich nicht nass".

Natürlich rege ich mich auch gerne darüber auf, dass ich die allermeisten Updates überflüssig finde und oft nicht als Verbesserung, sondern nur als Verumständlichung empfinde - aber in meinem Früher gab es diese Geräte alle gar nicht.
Ich vermisse weder eine Schreibmaschine (auch nicht die elektrischen mit Kugelkopf oder Typenrad und "Zeilen-Speicher"), noch den Commodore VC64 und auch nicht den ersten Bürocomputer, auf dem ich anno 1986 meine Diplomarbeit schrieb.

Wenn ich mich in mein eigenes Kindheits-Ich versetze, dann vermisse ich allerdings mein Smartphone schon fast schmerzlich. Um wie viel bequemer und schöner wäre mein Leben gewesen, wenn es damals schon ein Smartphone gegeben hätte und ich nicht immer diese unhandlichen, dicken Bücher durch die Gegend hätte schleppen müssen, um bloß niemals der Gefahr von Langeweile mangels geistiger Ablenkung ausgesetzt zu sein.

So ein Smartphone hat genau die Größe eines Gesangbuchs, aber weil ich früher kein Smartphone hatte, musste ich mir teuer und umständlich diese kleinen gelben Reclambüchlein besorgen, die einzige Möglichkeit, die unvermeidbaren Gottesdienststunden unauffällig hinterm Gesangbuch mit Beschäftigung zu füllen. Am liebsten las ich Ravensburger Taschenbücher, aber die waren größer als ein Gesangbuch und bevor ich jeden Sonntag ergeben eine Stunde in die Luft starrte und mich in Rawdogging übte, las ich sogar lieber Klassiker aus der Reclamreihe.

Ich finde es also höchst erfreulich, dass ich heute meinen Alltag weitestgehend digital steuern, speichern, überwachen und benutzen kann.

Dass böse Menschen versuchen, die Möglichkeiten dieser digitalen Welt für sich zu nutzen, finde ich absolut erwartbar, weil es halt ausreichend böse Menschen gab, gibt und immer geben wird.
Wenn ich früher nur meine analogen Besitztümer vor Diebstahl schützen musste, so muss ich heute eben auch meine online Existenz vor Betrügern schützen, dass dafür ständig Updates, neue Passwörter und angepasste Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind, finde ich nicht nur völlig normal, sondern auch sehr beruhigend und gleichzeitig genauso lästig wie unvermeidbar.

Was ich ebenfalls nicht vermisse, ist die analoge Briefpost.
Seitdem Anfang des Jahres die Dänen ihren staatlichen Postbetrieb eingestellt haben, gab es viele Leute, die das als weiteren Sargnagel unserer bisherigen Zivilisation sahen und in ihrer Empörung auch gleich der Deutschen Post noch einen mitgegeben haben, die zwar ihre Dienste weiterhin anbietet, aber nicht mehr in dem Tempo wie früher ausliefert.
„Was war das früher schön, "E+1" als Garantie, manmanman, das waren noch Zeiten.“

Ich dagegen freue mich wie Bolle, dass ab 2026 endlich auch die Steuerbescheide rein digital zugestellt werden können.
Wenn es nach mir geht, bräuchte es gar keine Post mehr für behördliche oder formelle Dinge.
Ich brauche die Post nur für rein private Briefe oder Karten - und da finde ich es überhaupt nicht wichtig, wann es ankommt, da ist mir nur wichtig, dass es irgendwann ankommt, denn hier geht es nicht um eine schnelle Zustellung, sondern darum, dem anderen eine Freude zu machen - und von mir aus können wir postlaufmäßig da auch gerne wieder ins Postkutschenzeitalter zurückfallen.

Langsame Post nervt mich also nicht, dafür nervt es mich zum Beispiel sehr, dass Herr Merz so unbelehrbar hartnäckig "Ukreine" mit "ei" sagt, weil er das schon immer so gesagt hat und sich einen feuchten Kehricht darum schert, ob seine Sprache vielleicht mal ein korrigierendes Update bräuchte (Behebung von kleineren Fehlern), einen Umstand den er auch mit anderen Ausdrücken permanent demonstrieren muss, und ich sag mal so: Wenn mir das schon unangenehm aufstößt, mein lieber Herr Gesangsverein, dann muss es wirklich schlimm sein.
Mich nervt es sowieso, wenn Leute Wörter falsch aussprechen und allgemein in ihrem sprachlichen Ausdruck irgendwo in der Volksschule stecken geblieben* sind, bei derart hochrangigen Politikern, die natürlich auch immer eine Symbolfunktion haben, nervt es mich extra doll.
Gendern nervt mich übrigens nicht, gendern finde ich eher spaßig. Jede Generation entwickelt ihre eigenen sprachlichen Macken und ehrlich gesagt finde ich gendern angenehmer zu hören als "Digga, Bro und chill ma"

*Mich nervt es übrigens auch, wenn eine Firma für ihr neues Produkt "mit Elektrolüte" wirbt und das "Ü" darin zu ihrem USP macht, weil es ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass es offensichtlich inzwischen lukrative Zielgruppen gibt, die das entweder nicht merken oder lustig finden. An dieser Stelle spüre auch ich Nostalgie: Früher war einfach mehr Orthographie.

Ansonsten nerven mich unsere aktuellen deutschen Politiker nicht mehr als immer schon, denn ich fand viele unserer Politiker schon sehr oft sehr schrecklich.
Vor Herrn Kohl habe ich mich richtiggehend gegruselt und mich jahrelang mit Auswanderungsgedanken beschäftigt. Ich fand früher viele Länder im Rest der Welt sehr attraktiv und hätte mir gut vorstellen können, Deutschland zu verlassen. Zweimal war ich ganz knapp davor. Dass ich schließlich doch hier geblieben bin, liegt vor allem an meiner Ausbildung, die ich ausschließlich hier in Deutschland sinnvoll nutzen kann, denn in anderen Ländern sind die Kenntnisse des deutschen Steuerrechts eher weniger nützlich. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich mich mit konkreten Auswanderungsgedanken trug. Augen auf bei der Berufswahl.
Dass ich es also früher hier besser fand als heute, kann ich ganz klar verneinen.

Über die Manipulation der Politik und der Wirtschaft (weltweit, nicht nur in Deutschland) habe ich mich schon in meiner Jugend aufgeregt, für mich höchstpersönlich hat sich da gefühlt rein gar nichts geändert.
Zeiten, in denen die Leute mit FakeNews gelenkt wurden, gab es schon immer. "Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt." - der Ablasshandel im 14./15. Jahrhundert war auch nichts anderes.
Aus meiner Sicht gehören FakeNews, Politiker und Wirtschaft eng zusammen, neu ist nur, dass Politik und Wirtschaft über die neuen Medien heute jede Menge neue Instrumente haben, mit denen sie die Gesellschaft noch effektiver manipulieren können, aber, s.o. das ist der Preis, den wir dafür zahlen, dass es Internet und Smartphones gibt
.

502 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 24. Januar 2026
Wenn man zu faul für alles ist
Manchmal gelingt es mir, einen kompletten Tag so zu vertrödeln, dass ich am Ende des Tages nicht sagen kann, was ich eigentlich so den ganzen Tag getan habe.

Der Flohmarkt war für heute vom Veranstalter witterungsbedingt abgesagt worden, immerhin habe ich das diesmal nachgeschaut bevor wir losgefahren sind. Damit gab es für mich aber auch keinen Grund mehr, aufzustehen, bis mittags blieb ich also sehr zufrieden lesend im Bett.

K hatte heute Nachmittag einen Familientermin, wo er alleine hingefahren ist, wir sind also vorher nur noch kurz einkaufen gefahren und ab 14h war ich dann alleine mit dem Hund, der aber schnarchend in der Ecke lag.

Ich habe dann auch ein Nickerchen gemacht und anschließend sehr ausführlich mit C telefoniert. Die nimmt nächstes Wochenende an einem 24-Stunden-Dauerschwimm-Event teil und ist schon sehr aufgeregt deshalb.

Als K wieder da war, habe ich Reste aus dem Kühlschrank warmgemacht, anschließend haben wir Folge 2 und 3 von Kudamm 77 aus der Mediathek angeschaut, weil im Live-TV wirklich nur langweiliges Zeug lief.
Zur Zeit läuft dauernd irgendein Sport, weil wohl mehrere verschiedene Sportveranstaltungen gleichzeitig irgendwo auf der Welt stattfinden und unser öffentlich-rechtliches Fernsehen meint, dass es das alles live übertragen muss. Wenn demnächst nur noch Sport im Live-TV läuft werde ich auf die harte Tour trainiert, mich mit Streamingdiensten zu beschäftigen.

Bisher ist die Mediathek der öffentlich-rechtlichen ja die einzige Stelle, wo ich Filme streamen kann, weil sie kostenlos ist bzw. im Beitrag der GEZ enthalten ist. Einen kostenpflichtigen Zugang für Netflix, Apple TV, Amazon oder welche Filmportale es sonst noch so gibt fand ich bisher komplett überflüssig für uns, weil wir vielleicht einmal im Monat aktiv Bedarf haben, einen Film zu schauen - und für den Fall haben wir ja noch ausreichende Mengen an Filmen auf DVD hier im Haus.

Aber um einen Film auf DVD zu schauen, muss man erst den Riesenstapel an DVD durchgehen, mehrere aussuchen und sich dann auf einen einigen, den beide sehen wollen.
Dann muss man die DVD in den DVD Player stecken, die dazugehörige Fernbedienung finden, den Fernseher auf den richtigen HDMI-Anschluss umschalten - und meistens hat mich nach so einer umständlichen Vorbereitung spätestens hier die Lust verlassen, überhaupt noch einen Film schauen zu wollen.

Mediathek ist an der Stelle bequemer, weil man immerhin alles mit einer Fernbedienung erledigen kann und keiner aufstehen muss, um manuell eine DVD in ein Abspielgerät zu stecken, am allerbequemsten ist es aber, die Kiste einfach komplett auszuschalten und ein Buch zu lesen.

Heute haben wir mit Kudamm 77 aus der Mediathek überbrückt, weil ich zu faul war, um vom Sofa noch mal aufzustehen und mir mein Buch zu holen.

Das Leben ist manchmal halt wirklich anstrengend und herausfordernd
,
.

484 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 23. Januar 2026
Dies und das
Gestern schrub ich noch, dass ich dieses Blog auf keiner Verteilerplattform angemeldet habe, heute gibt es stapelweise Links von genau so einer Plattform und ich bemerke erstaunt, dass mein Blog dort gelistet ist.

Nun denn, dann sei es so, wahrscheinlich kann jeder jedes Blog dort anmelden, man braucht dafür nur die Blogadresse und eine E-Mail-Adresse und muss offensichtlich nicht selber Eigentümer sein.

Von dieser Verteilerplattform fand ich vor allem den Namen witzig: read.greatblogs.org - kleiner hamses nich

Als Haushaltstätigkeit wurde heute das Bett frisch bezogen und ausführlich Wäsche gewaschen. Als Küchen-Kochtätigkeit habe ich einen Stapel Rouladen verarbeitet. Zwei haben wir heute Abend gegessen, der Rest wird eingefroren.

Im Stempelzimmer habe ich mehrfach versucht, Inspirationen für die Weiterverarbeitung der Fadenbilder zu fühlen, aber meine Inspirationsdrüse ist offensichtlich grade verstopft. Ich spüre, dass da einige hübsche Ideen lauern, ich kann sie aber nicht so konkret festmachen, dass ich sie praktisch umsetzen könnte.

Um irgendetwas zu tun und damit die verstopften Ideen vielleicht zu lösen, habe ich ein paar alte Kalenderblätter mit Farbe beschmiert, das Ergebnis waren mit Farbe verschmierte Kalenderblätter, die sich am allerehesten zum Wegwerfen eignen.
Scheint grade nicht die Zeit für kreative Schöpfungen zu sein
.

581 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?