anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 13. Dezember 2017
Total bekloppt
Ich bin immer noch im Jammermodus.
Im Büro habe ich immerhin angefangen, mich endlich mit den Dingen zu beschäftigen, die eine harte Deadline zum Ende des Jahres haben und bis auf einen einzigen Fall habe ich die inzwischen auch alle erledigt. Normalerweise müsste ich deshalb jetzt glänzende Laune haben, habe ich aber nicht, mir ist immer noch nöckelig.
Denn noch immer auf der akuten, dringend-zu-tun-Liste sind noch reichlich private bzw. privat-berufliche Dinge, die noch alle erledigt werden müssen und ich habe einfach keine Lust.
Ich krieg die Kurve nicht, jeden Tag schleppe ich gute Vorsätze mit mir rum, die am Ende des Tages regelmäßig alle auf morgen verschoben werden, was meine Laune entsprechend täglich schlechter werden lässt.
Das Problem ist vor allem, dass der Arbeitsaufwand, den die Dinge verlangen, um geregelt zu werden, regelmäßig steigt, je mehr man sie vor sich her schiebt, denn der Aufwand, den man für Schadensbegrenzung, -abwehr oder -regulierung aufbringen muss, ist irgendwann deutlich größer als das einfache Erledigen es ursprünglich gewesen wäre.
Und obwohl ich das alles weiß, schiebe ich es weiter vor mir her.
Bekloppt. - Total bekloppt. Nur eine Lösung habe ich nicht
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Dienstag, 12. Dezember 2017
Adventszeithorror
Schon die letzten Jahre habe ich die Advents – und Vorweihnachtszeit stets als ausgesprochen anstrengende, ungemütliche und belastende Unglückswochen erlebt, in denen ich dauerhaft unzufrieden und gestresst war, weil ich die ständige Sorge hatte, den Erwartungen nicht zu genügen.
Die Erwartungen, vor denen ich immer wieder versuchte, mich durch eine laut tönende Verweigerungshaltung zu entziehen, sind die Vorstellungen, die eben dadurch entstehen, dass gerade diese Zeit so besonders kuschelig, entspannt, geborgen und besinnlich soll. Das dann live umzusetzen, stresst mich.
Stresst mich so sehr, dass ich grundsätzlich in dieser Zeit die schlechteste Laune des ganzen Jahres habe.
Dabei gibt es überhaupt gar keinen Anlass dafür, dass ich mich in irgend einer Weise von diesen allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungen beeinflussen lassen sollte oder müsste. Seitdem die Kinder aus dem Haus sind, interessiert sich wirklich niemand mehr dafür, ob ich hier irgendetwas dekoriere, Plätzchen backe oder einen Adventskranz aufstelle, aber trotzdem gelingt es mir nicht, das Thema einfach komplett zu ignorieren.

Im Büro trudeln täglich Berge von Weihnachtskarten ein, einige Geschäftspartner schicken Geschenke, manche davon sogar wirklich schön und brauchbar, mein Weinkeller füllt sich wieder mit Flaschen, für die ich selber viel zu geizig wäre, sie zu kaufen und eigentlich will wirklich niemand etwas von mir - und trotzdem.

Und trotzdem finde ich das alles schrecklich anstrengend und bin heilfroh, wenn das alles wieder vorbei ist
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Montag, 11. Dezember 2017
Eins weiter
Montage sind Montage sind Montage
Genau wie Rosen, die einerseits wunderbar riechen andererseits aber auch schrecklich pieksen, tragen auch Montage diese Zwiespältigkeit in sich. Einerseits sind sie der Beginn von etwas Neuem und damit frisch und rein und unverbraucht und voller Hoffnung. Andererseits sind sie aber eben auch einfach nur ein Montag, der Wiedereinstieg in die immer gleiche Tretmühle, der Tod des Wochenendes und die Quälerei des sich Wiedererhebenmüssens nach zwei grundsätzlich viel zu kurzen Tagen des Ausruhens.
Jeden Montag nehme ich mir vor, das Positive des Neuanfangs in den Vordergrund zu stellen, neue Woche, neues Spiel, neues Glück, faites vos jeux, es kann doch nur gut werden, warum sollte man an etwas anderes glauben.
Und dann beginnt der Montag mit Aufstehen und der gesamte Schwung der positiven Vorsätze ist auf einen Rutsch verschwunden, in der trübsinnigen Erkenntnis, dass auch diese Woche wird wie die vorangegangene, dass auch diese Woche gar nichts neu sein wird, sondern alles wie immer, denn was kann man von einer Woche schon positives erwarten, die mit aufstehen beginnt?
Der Tag ist rum und mir ist müd zu mute,
was hilft es schon, dass ich so sicher weiß:
Auch morgen wird wie heute, nur halt Dienstag,
doch immerhin gestorben wurde heute nicht
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Sonntag, 10. Dezember 2017
Gefunden
Ich habe den Tag heute mit Suchen verbracht.
und um das Ende der Geschichte gleich vorweg zu nehmen: Ich habe letztlich auch gefunden, was ich gesucht habe, nämlich den Namen und die Kontaktdaten von einer Frau, die aus alten Barbour-Wachsjacken Taschen näht.
Wen es interessiert - (und damit ich es nie mehr selber suchen muss) die Dame, die das macht heißt Anna Cornelia Vieregge und ihr Unternehmen dementsprechend Viereggig.
Ich habe Frau Vieregge im Sommer 2014 auf Schloss Ippenburg bei der Veranstaltung "Gartenlust und Landvergnügen" kennengelernt und war von ihren Taschen ausgesprochen fasziniert.
Ich habe damals ein paar Taschen, die mir besonders gut gefielen, fotografiert und mir ihre Visitenkarte mitgenommen. Großer Fehler: Die Visitenkarte habe ich nicht fotografiert.
Seit diesem Sommer trage ich also die Idee mit mir herum, mir von ihr eine Tasche nähen zu lassen, Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man ihr eine alte Barbourjacke liefert.
Jetzt besitze ich zwar eine Barbourjacke, auch schon seit vielen Jahren, aber die ist noch so gut in Schuss, dass es viel zu schade wäre, sie zu zerschneiden. Im Grunde ist das das entscheidende Problem bei allen Barbourjacken: Normalerweise gehen die nicht kaputt.
Und das wiederum heißt, dass so eine Tasche ein ziemlich edles Teil ist, denn allein schon das Ausgangsmaterial ist nur zu sehr gehobenen Preisen zu bekommen.
So eine Herausforderung reizt mich als passionierter Flohmarktgänger ja enorm, und das heißt, seit 2014 bin ich intensiv auf der Suche nach einer alten Barbour-Wachsjacke, die ich für möglichst kleines Geld kaufen kann.
Jetzt habe ich es endlich geschafft, seit kurzem liegt hier eine Barbourjacke in genau der richtigen Farbe und mit "Bisslöchern in den Ärmeln" (der Vorbesitzer hat damit den Hund trainiert) und deshalb musste ich nur noch 10 Euro dafür bezahlen.
Heute wollte ich dann mal Kontakt zu Frau Vieregge aufnehmen und fragen, wie es jetzt weitergeht.
Dazu brauchte ich entweder ihre E-Mail-Adresse oder ihre Telefonnummer, beides hatte ich nicht mehr, genaugenommen hatte ich auch ihren Namen vergessen.
Als erstes habe ich dann meine Fotos durchsucht und auch ziemlich schnell die Fotos der Taschen gefunden, die ich damals fotografiert habe, nur stand da weder Name noch sonst irgendeine hilfreiche Information drauf, die Visitenkarte hatte ich offensichtlich nicht fotografiert.
Blöd. Also habe ich angefangen, die Visitenkarte selber zu suchen, was bedeutet, ich habe aufgeräumt.
Nach fünf Stunden Aufräumen hatte ich einen Riesenablageberg wegsortiert, alle Ecken und sonstigen "Sammelplätze" aufgeräumt, die Visitenkarte war nicht dabei.
Deshalb kam ich dann auf die Idee, die Teilnehmerliste von dieser Veranstaltung zu ergoogeln, was nach einiger Zeit auch gelang - nur Frau Vieregge steht nicht drauf. Keine Ahnung wieso nicht, denn sie hatte dort nachweislich einen Stand, weil ich ja die Fotos mit Datum und Geotag habe, aber auf der Liste steht sie halt nicht.
Also habe ich immer weiter geräumt und gesucht - und schließlich, als ich schon nicht mehr daran glaubte, ganz unten in einer Kiste, die ich auch schon dreimal durchgesehen hatte, da war sie dann, die verlorene Karte.
Jetzt habe ich alle Kontaktdaten, aber vielleicht kläre ich erst mal ab, ob nicht der große Sohn, der, der ja eigentlich den Windeltaschenrucksack haben wollte, ob der sich nicht so eine Tasche wünscht, dann könnte ich ja erst mal eine für ihn nähen lassen.
Wir werden sehen, auf alle Fälle habe ich jetzt alles beisammen und bin schon deshalb sehr zufrieden, auch damit, dass als Nebeneffekt hier plötzlich alles wunderbar aufgeräumt ist
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Samstag, 9. Dezember 2017
Alptraum
Jetzt ist es passiert: ich habe heute Nacht davon geträumt, dass ich mit einem (meinem) Baby /Kleinkind (ich bin schon so lange raus aus der Mama-Szene, dass ich nicht mehr weiß, wann ein Baby zum Kleinkind wird, das Kind in meinem Traum war jedenfalls ca. 1 Jahr) unterwegs war und erst am Abend bemerkte, dass ich den ganzen Tag vergessen hatte, dem Kind die Windeln zu wechseln. Das Ganze stand in einem schrägen Kontext zu einem Wickelrucksack, den sich der älteste Sohn ausgesucht hat, (im real life ist er mittlerweile zarte 26, schluck, mir wird gerade erst selber klar, wie alt das tatsächlich schon ist) also auf alle Fälle wünscht der sich so einen Rucksack. Das tut er übrigens tatsächlich, nämlich diesen und mitgeteilt, dass er sich den wünscht (Weihnachten, Zaunstockgefuchtel) hat er mir das schon vor über einer Woche und da hätte ich noch eine Chance gehabt, den auf Kick Starter vorzubestellen, aber das habe ich verpennt, denn da ist jetzt die Frist abgelaufen, weil die Aktion nur bis zum 6. Dezember ging und jetzt bin ich auch im real life schon wieder eine schlechte Mutter, ich glaube das wird nie mehr was mit mir. Er wünscht sich diesen Rucksack übrigens nur aus optischen Gründen, weil das genau der ist, der ihm am besten gefällt, dass das eigentlich ein Windeltaschen-Rucksack ist, scheint ihn dabei überhaupt gar nicht zu stören, nur ich bin mir nicht sicher, ob ihn das auch dann nicht stören wird, wenn er das Teil in echt benutzen soll, aber das wiederum kann man ja auch erst wissen, wenn er das Teil tatsächlich in echt bekommen hat. Nur genau daran scheint es jetzt schon wieder zu scheitern, denn aktuell habe ich noch nicht herausgefunden, wo genau ich dieses Modell jetzt überhaupt noch pünktlich bis Weihnachten kaufen kann.
Egal, in meinem Traum hatte ich diesen Rucksack auf alle Fälle schon, und ich hatte ein passendes Kleinkind, aber eben nicht genug mütterliche Fürsorge, um diesem Kind zeitnah die Windeln zu wechseln.
Mitbekommen haben das dann ungefähr 5 Trillionen Mama-/Elternbloggerinnen, die alle durch diesen unglücklicherweise gesetzten Link bei Frau Brüllen auf mich aufmerksam wurden und deren geballte Verachtung sich nun als nicht zu bremsender Shitstorm auf meinem Haupt entlud.
Vorgeworfen wurde mir dabei nicht nur das, was ich schon vor 26 Jahren alles falsch gemacht habe und was mir deshalb auch vor 26 Jahren schon alles vorgeworfen worden ist, sondern auch Dinge, die ich heute alle falsch mache, denn - und das habe ich in diesem Traum auf die harte Tour gelernt - heute ist es tatsächlich ungleich herausfordernder, eine gute Mutter zu sein, als es vor 26 Jahren war.
Heute müssen außer all dem Kram, der vor 26 Jahren schon verlangt wurde auch noch so Begriffe wie geborgen, achtsam, nachhaltig und hygge oder lagom und überhaupt eben viel mehr Tüddelü beachtet werden und ich habe das Windelwechseln im Traum nur deshalb vergessen, weil ich mich von all dem Kram einfach komplett überfordert fühlte und wie eine Irre den ganzen Tag mit Kind im Buggy und Windel-Rucksack auf dem Rücken durch irgend einen nachhaltig achtsamen hyggeligen hügeligen Park gejoggt bin, um auf alle Fälle ausreichend Schritte für den Schrittzähler und Frischluft für das Kind zusammen zu kriegen.
Ich war im Traum schon völlig groggy und dann fielen diese Mamabloggerinnen über mich her.
Gegen 3:00 Uhr bin ich schweißgebadet aufgewacht und habe dann circa 1 Stunde darüber gegrübelt, wie ich meine Kinder in meinem Blog nennen könnte, denn so profane Dinge wie einfach den Vornamen zu benutzen (den man sich als Eltern für sein Kind doch extra mit viel Mühe ausgesucht hat, um ihn anschließend aber anderen Leuten gegenüber auf alle Fälle zu 100 % geheim zu halten, ich habe den Grund nicht verstanden, wohl aber dass das eine zwingende Vorschrift ist) also, einfach das Kind beim Namen nennen geht nicht, den Vornamen aus Bequemlichkeitsgründen dann nur mit dem ersten Buchstaben abzukürzen, erscheint aber auch nicht ausreichend hyggelig und deshalb brauche ich dringend alternative Blognamen -Begriffe.
Ungefähr 95% (ich habe gezählt und gerechnet) nein, habe ich doch nicht, war mir letztlich zu mühsam, aber gefühlt mindesten 90% aller bei Frau Brüllen verlinkten WmdegT-Blogs sind reine Mama-Papa-Elternblogs und nachdem ich nur 25 dieser Blogs grob überflogen hatte, schwirrte mir der Kopf ob all dieser unglaublich kreativen Wortschöpfungen für die dort vorkommenden Kinder.

Prima, Secundo, Tertia
Pusteblume und Wildkraut
Mutzelchen und Winterkind
Das Kleinchen und das Sternenkind
Schnupsido und Wemmelinchen
Junior, Midi und Mini
Monsieur, Mademoiselle und Madame
Mini-Monsieur, Midi-Madame etc.
Wurzelpeter und Heidimaus
Das Schnuffelchen
Herr Schnuffel und Frau Grummel,
Frau Mini, Frau Miniklein, Frau Klein,
Schnuppi, Knupsi,
Mini X und Maxy Y,
Das Löwenmädchen, der Tigerjunge,
Schmettermaus und Drachenling

Gegen 4h hatte ich immer noch keine akzeptablen Blognamen für meine Kinder erdacht, ich glaube, die sind auch schon alle verbraucht, weshalb ich aufstand, mir einen heißen Grog mit Honig machte und danach endlich traumlos und zufrieden bis morgens um 10h schlafen konnte
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Freitag, 8. Dezember 2017
Ohne Titel
Heute habe ich schon so viel geschrieben, dass ich fast alle Buchstaben verbraucht habe, ist nicht mehr genug da für eine längeren Beitrag, ich muss erst die Reserven wieder auffüllen.

Ich habe aber noch ein paar Fotos von vorgestern, aus dem Kunst- und Kulturmuseum. In einem Raum hingen nämlich ganz viele lustige Portraits, die habe ich mal fotografiert, weil man mit "face swap" so lustige Dinge machen kann, wenn man solche Portraits auf dem Handy hat.



Und bei einigen der Damen und Herren hatte ich sogar das intensive Gefühl, ich kenne die, oder zumindest sind sie irgendwie wiedergeboren worden oder so, denn sie kommen mir so unglaublich bekannt vor
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Donnerstag, 7. Dezember 2017
Nachträgliche Gedanken
Die Teilnahme an der Blogparade bei Frau Brüllen hat ja nun eine Menge Traffic auf dieses Blog gelenkt und ich weiß noch gar nicht, ob das eine kluge Idee war oder ob ich als Folge dessen demnächst wieder dieses Verfolgungswahnsyndrom entwickele und meine, ich müsse sofort und maximal spurenlos aus dem Internet verschwinden.
Denn zwischendurch ist es ja durchaus so, dass ich mich über Meinungen und/oder Menschen aus meinem "real life-Umfeld" aufrege. In der Regel sind das auch immer dieselben Meinungen und/oder Menschen, gleichzeitig habe ich aber in meinem real life überhaupt keine Lust, mich mit diesen Menschen tatsächlich und in echt über diese Meinungen oder Dinge auseinanderzusetzen, bei denen ich eben regelmäßig einen anderen Standpunkt habe.
In meinem real life gehe ich solchen Auseinandersetzungen üblicherweise durch "ghosting" oder durch aktives auf die Zunge beißen aus dem Weg, weil ich bei einigen (oder vielen?) Menschen der festen Überzeugung bin, dass da eine offene Auseinandersetzung sowieso frucht- und zwecklos ist.
Meiner Meinung nach (und das ist etwas, was ich in vielen Jahren immer wieder durch aktive, negative Erfahrung gelernt habe), gibt es bestimmte Themen, über die kann man mit den meisten anderen Leuten nicht reden, weil sie zu diesen bestimmten Themen bereits eine derart feste Überzeugung haben, dass es für sie außer 100% nein und niemals (bzw. 100% ja und immer) keine Grautöne gibt und sie deshalb noch nicht mal bereit sind, sich mit einem ganz, ganz kleinen bisschen Graueintrübung wenigstens gedanklich auseinanderzusetzen. Denn für bestimmte Dinge gibt es schlicht niemals und never eine positive Erklärung oder Begründung - meinen einige Menschen.
Nehmen wir extreme Beispiele: Ein Kinderschänder ist ein Kinderschänder und da gibt es keine Entschuldigung oder gar Erklärung. Jeder kennt die klassischen Entschuldigungen, die ein Kinderschänder so vorbringt "es hat ihr aber doch auch Spaß gemacht" oder so etwas in der Art - und das ist natürlich völliger Blödsinn, denn ein elfjähriges Mädchen kann noch gar nicht wissen, was so etwas für sie bedeutet, die kann gar nicht beurteilen, was ihr wirklich Spaß macht, das hat sich der Kinderschänder nur selber eingeredet und die schweren Traumatisierungen zeigen sich eventuell auch erst im Rentenalter, aber auf alle Fälle und zu 100% sicher gibt es für so eine Tat keine Entschuldigung. - Ich habe dieses extreme Beispiel gewählt, weil ich bei Kinderschändern im Zweifel selber so reagieren würde, zu fest sitzt die Überzeugung, dass es für so etwas niemals, ich wiederhole: NIEMALS einen vernünftigen Grund oder gar eine Erklärung und Entschuldigung gibt.

Und das gleiche gilt für Mörder oder für Vergewaltiger oder Tierquäler oder Eltern, die ihre Kinder schlagen oder eben jede Gattung menschlicher Verfehlungen, die man moralisch ethisch schlicht ablehnt, eben weil so etwas nur schlechte Menschen machen.
Um das Ganze besonders kompliziert zu machen, hat natürlich jeder seine eigenen moralisch-ethischen Wertvorstellungen, die für ihn nicht disponabel sind, und wenn man selber in einem dieser ehtisch-moralischen Themenkomplexe eine Mindermeinung hat, weil man zB Leute, die Spinnen totschlagen nicht als Tierquäler bezeichnen würde, dann weiß man nie, ob jemand, der vielleicht für diese eine, besondere Mindermeinung ein Verständnis hat, das für eine andere Mindermeinung auch noch aufbringt. Es ist also ein dauernder Tanz auf dem Vulkan, wenn man meinungsgebildet nicht mit der Masse schwimmt und da ich mir auf diesem Vulkan schon so und so oft die Finger und die Füße verbrannt habe, habe ich irgendwann aufgehört, mich mit anderen Menschen überhaupt auseinandersetzen zu wollen.

Dazu kommt, dass ich grundsätzlich auch überhaupt keinen missionarischen Eifer verspüre, irgendjemanden zwingend von meiner Sicht der Dinge überzeugen zu müssen, genauso wenig will ich aber selber bekehrt werden. Ich möchte am allerallerliebsten so zurückgezogen wie möglich in meiner selbstgeschaffenen Filterblase leben und mich nur mit Leuten umgeben, die entweder meine Meinung teilen oder mir glaubhaft vermitteln, dass sie zwar selber eine andere Meinung haben, dass es ihnen aber ansonsten komplett egal, welche Meinung ich habe, wenn unsere Meinungen nicht identischen sind, dann reden wir eben nicht weiter drüber, gibt ja noch andere Themen.

Ich werde zB niemals in der Lage sein, Helikoptereltern als vernünftige Eltern zu akzeptieren, ich kann vielleicht verstehen, warum sie sind, wie sie sind, aber ihre Kinder werden mir trotzdem grundsätzlich leid tun und gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es vollkommen aussichtslos ist, mit diesen Menschen darüber zu diskutieren. Bei dem Begriff "Helikoptereltern" finde ich vielleicht noch eine Menge Gleichgesinnte, die so etwas auch ätzend finden, aber wenn ich meine Meinung zu einem "vernünftigen Eltern-Kind-Verhältnis" ganz konkret vortragen würde, dann hätte ich wahrscheinlich sofort ca. 95% der aktuell existierenden Elternschaft gegen mich. Denn im Grunde bin ich der Meinung, dass Kinder aus den klassischen Mittelschichtfamilien (und das sind dann die Eltern, die ich so treffe), fast entschieden durchgängig viel zu sehr gepampert werden und dass vor allem die Eltern ihre Elternschaft viel zu ernst und zu wichtig nehmen und überhaupt mit viel zu viel Ehrgeiz überfrachten. Da ich aber nicht für andererleuts Kinder zuständig bin und meine eigenen Kinder ihre Kindheit ja nun unerwarteterweise überlebt haben, versuche ich dieses Thema im real life so gut es geht zu vermeiden, denn bisher hat es noch immer und mit allen Eltern zu Konflikten geführt, wenn ich meine rotzigen Anmerkungen gemacht habe und damit ordentliche Eltern zu Tode erschreckte. (Ich erinnere mich bis heute grinsend an eine Szene, wo der älteste Sohn, damals ca. 9 Monate alt aber schon wieselflink und vor allem sehr sicher auch auf steilen Treppen unterwegs, in irgendeinem Gebäude auf eine Treppe zukrabbelte und ich dem nur ungerührt zusah, was wiederum andere anwesende Eltern in höchste Alarmbereitschaft versetzte, denn um Gotteswillen, das Baby dort, das fällt gleich die Treppe runter und ich die Warnrufe nur mit einem entspannten "ach, dann machen wir ein neues" kommentierte. Als Folge bekam ich Besuch vom Jugendamt.)

So, wo war ich? - Ach ja, dass ich eben oft eine sehr individuelle Meinung habe, die von vielen Leuten nicht geteilt wird und ich das im real life dadurch egalisiere, dass ich über die meisten Dinge mit vielen Leuten eben gar nicht erst rede. Ich weiß inzwischen, dass ich nicht verstanden werde, macht ja auch nichts, erwarte ich ja auch nicht.
Problematisch wird das in Situationen, bei denen sich Menschen in ihrem ethisch-moralischen Grundsatzdenken provoziert fühlen. So wie mir die fremden Eltern damals das Jugendamt ins Haus geschickt haben, so finden sich überall immer wieder sehr überzeugte Gutmenschen, die dann meinen, handeln zu müssen, wenn sie von meinen Gräueltaten erfahren, denn man kann ja nicht immer weggucken und einer muss doch mal was dagegen unternehmen......
So habe ich in manchen Dingen zB ein komplett anderes Unrechtsbewusstsein als die Mehrzahl der Leute. Nur weil es für irgendetwas eine Vorschrift gibt, heißt das ja nicht, dass es sinnvoll ist, diese Vorschrift grundsätzlich und immer und in allen Situationen ohne Ausnahme zu beachten. Ich überlege mir meist, warum es diese Vorschrift gibt und wenn ich dafür einen vernünftigen Grund erkennen kann, dann beachte ich sie. Wenn ich aber nur einen Grund erkennen kann, der zwar "grundsätzlich" nachvollziehbar ist, aber ausgerechnet in meinem aktuellen Einzel-Spezialfall grade nicht greift (meiner Meinung nach), dann habe ich ausgesprochen wenig Unrechtsbewusstsein beim Übertreten oder Ignorieren irgendwelcher Vorschriften, egal wie kriminell das ist oder für wie moralisch verwerflich die Mehrheit der Menschen das hält.
Dagegen kann man dann natürlich sofort einwenden, dass das schon eine gewaltig abgezockte Hybris ist, die ich mir da anmaße, dass ich meine persönliche Beurteilung einer Situation über Recht und Gesetz oder über Ethik und Moral der Mehrheit stelle. Und ja, das ist wohl wirklich so, und mehr Gründe habe ich auch nicht dafür, außer eben, dass ich der Meinung bin, dass es so gut wie nie eine Vorschrift gibt, die zu 100% und immer und ohne Ausnahme beachtet werden muss. (siehe oben).
Ein Beispiel, wo ich ohne jedes empfundene Unrechtsbewusstsein gewaltig gegen alle möglichen Gesetze verstoßen habe, war der Tag, wo ich morgens zum Flughafen fahren wollte, weil eine längere USA und Mittelamerikarundreise geplant war und feststellte, dass mein Pass abgelaufen war.
Ich habe an dem Morgen meinen Pass kurzerhand selber verlängert. Das ging damals noch, das waren diese Pässe ohne eingeschweißtes Plastikteil, da war grundsätzlich eine Verlängerung vorgesehen, nur hätte das normalerweise ja nur die passende Behörde machen dürfen. Die hatte aber morgens um 6h noch zu und ich musste zum Flughafen. Also habe ich mir die Kinderpost der Kinder geschnappt, da gab es totschicke, winzig kleine "Gebührenmarken", davon habe ich eine in den Pass geklebt, daneben geschrieben verlängert bis ..... und dann mit einem leicht verschmierten Stempelabdruck aus der Kinderpost amtlich gesiegelt. Hat wunderbar funktioniert und ich bin mit diesem verlängerten Pass zwei Wochen anstandslos durch alle möglichen Länder gereist. (Danach habe ich den Pass aber vorsorglich als verloren gemeldet und einen neuen beantragt, ich wollte die Behörde selber ja nun nicht mit der Nase drauf stoßen.)
Okay, zugegeben, das ist jetzt ein Beispiel, wo wahrscheinlich die meisten Leute nur leise grinsen und ein gewisses Verständnis für mein Verhalten haben, aber - und das ist es, was ich eigentlich damit sagen wollte, wenn ich solche Dinge hier auf dem Blog erzähle, dann gebe ich Leuten, die mich nicht mögen, durchaus eine gute Gelegenheit, mir das real life-Leben ziemlich ungemütlich zu machen. Und damit habe ich jetzt auch den Bogen zurück zu meiner ursprünglichen Ausgangsüberlegung geschlagen: Wenn diese Passgeschichte nur Leute lesen, die mich im real life gar nicht kennen, dann macht mir das auch überhaupt kein Problem. Diejenigen, die hier mitlesen und mich im real life kennen, haben den Link von mir persönlich bekommen, damit habe ich auch kein Problem.
Aber was ist, wenn der so besonders tiefbegabte Assistent der Geschäftsleitung, mein Lieblingshasskollege, durch irgendwelche Zufälle auf dieses Blog stößt, eben weil es blöderweise irgendwann doch einen gewissen Verbreitungsgrad hat und dann lässt sich die Wahrscheinlichkeit für solche Zufälle nicht mehr nur mit Nachkommastellen angeben, wenn also Leute, die mich ziemlich sicher ganz deutlich nicht leiden mögen, wenn die hierhin finden und mit Freude entdecken, womit sie mir mal ganz gepflegt Ärger machen können. Was dann?
Dann werde ich wieder hektisch und lösche alles, denn natürlich kann ich mich schon heute nicht mehr daran erinnern, was ich noch vor drei Wochen hier geschrieben habe und wenn ich Sorge habe, dass hier Leute mitlesen, die alles, was ich hier so sage, gegen mich verwenden könnten, dann............ ja dann bricht bei mir mal wieder diese Panik aus und dann müssen wir mal sehen, wie es weitergeht.

Aktuell geht es noch, aber ich schaue besorgt hin.
Denn was ich auch nicht möchte, ist, das zB meine Nachbarn hier mitlesen, weil ich mich dann ja nie mehr mit gutem Wissen über meine Nachbarn aufregen kann. (und ich kann nur sagen, die Nachbarn zur Linken, die heißen im internen Familiensprachgebrauch nur "die Flodders" und das Beste an diesen Nachbarn ist ihre sortenreine Flodderhaftigkeit, gegen die unsere eigene, durchschnittliche Schlampigkeit gar nicht mehr auffällt und ich mir zeitweise vorkomme, wie Frau Superhausfrau, nur weil ich seit dem Einzug der Nachbarn vor vier Jahren jetzt schon zum zweiten Mal meine Fenster geputzt habe, dabei finden die Flodders von nebenan das noch lange nicht nötig.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich muss noch mal ausgiebig darüber nachgrübeln, wie ich das finde, wenn hier die Klickzahlen steigen, die letzten zwei Jahre war ich mit meiner gefühlten Anonymität hier in meinem Eckchen durchaus zufrieden
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