anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 12. Juli 2020
Strandspaziergang
Immer noch Ausschlafbedürfnis, es wird aber besser.
Das Beste ist, dass der Kalender sagt, morgen sei Montag, der Kalender ist aber auch der einzige, den das interessiert, meine Woche hat aktuell keine Montage.
Das ist sehr, sehr toll.

Nach einem sanften Start in den Tag, erst Kaffee und dann brachte K auch noch Orangensaft, haben wir uns im und ums Haus herum umgesehen und uns überlegt, was wir alles gerne machen möchten.
K hat sich neue Stellen für die Überwachungskameras ausgedacht und ausprobiert und weil er neulich aus Versehen das Fünfer Paket statt einfach nur ein Einzelpaket nachgekauft hat, haben wir jetzt Kameras satt und K hat Spaß.
Dann hat er einmal das gesamte Erdgeschoss vermessen, damit wir endlich mal einen ordentlichen Grundriss erstellen können, ich hab derweil draußen das Unkraut aus meinem Kräuterbeet gezupft und anschließend ziemlich radikal den Efeu beschnitten.
Auf der Terrasse liegt jetzt ein Riesenberg Efeu, morgen leihen wir uns den Häcksler vom Onkel, das macht bestimmt Spaß.
Dann brachen wir zu einem Strandspaziergang auf, weil meine Hüfte ja seit einiger Zeit nicht mehr rumzickt, bin ich ja auch bereit, überschaubare Strecken auch wieder zu laufen. Wir liefen dann fast 4km, zum Schluss stellte ich fest, dass ich es damit wohl doch etwas übertrieben habe, ich habe es grade noch so nach Hause geschafft, bevor ich entkräftet zusammenbrach.
Es war aber schön am Strand


Zunächst sind wir ca. 2 km lang Richtung Osten an der Wasserlinie entlang durchs Wasser gepatscht, bis wir so weit rausgelaufen waren, dass kaum noch Menschen zu sehen waren.



Dann fiel mir zum Glück ein, dass es ja klug ist, umzudrehen, bevor man sich komplett müde gelaufen hat, zurück bin ich dann aber durch den weichen Sand gelaufen, was ungleich anstrengender ist als über den festen Strand zu laufen, sich aber einfach so wunderbar toll anfühlt.
Schließlich bin ich doch irgendwie heil nach Hause gekommen, die letzten 200m aber echt nur mit Zähne zusammenbeißen
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Samstag, 11. Juli 2020
Urlaubsanfang
Am Anfang des Urlaubs ist die bevorstehende Urlaubszeit noch unendlich lang, man dehnt und räkelt sich beglückt, ob all der noch kommenden, wunderbaren Tage, ach was, Wochen und genießt sein Glück, dass es endlich, endlich so weit ist.
Ist der erste Samstag eigentlich schon Urlaub oder gilt das noch als Wochenende? Das beste an diesem Wochenende ist auf alle Fälle, dass es am Montag keinen Montag gibt, allein das macht dieses Wochenende schon zu etwas besonderem.

Wir haben - natürlich - erst mal gründlich ausgeschlafen und dann noch weiter im Bett rumgelungert, bis ich Energie geladen aufstand und befand, dass ja eigentlich noch kein Urlaub sei, sondern nur Wochenende und dass wir heute mal alles vorbereiten könnten, damit der Urlaub wirklich rundum perfekt wird, da gibt es schließlich noch ein paar Dinge zu tun.
Wir begannen mit Einkaufen, das war schon sehr fein.
Dann haben wir uns etwas zu Essen gekocht, das war auch sehr fein und vor allem sehr lecker.
Dann meinte K, er könne am besten heute noch den Rasen am Vaterhaus mähen, dann könne er ihn vier Wochen - am Ende des Urlaubs, auch noch mal mähen, das passt gut ins Timing.
Ich ging derweil den Onkel besuchen, der hatte auch gleich einen Stapel an Dingen, die getan werden müssen.

Gegen 19h waren wir beide wieder zu Hause und haben uns gefreut über das, was wir heute geschafft haben.

Alles in allem war das ein wunderbarer Start in den Urlaub, wir sind jetzt beide sehr zufrieden
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Freitag, 10. Juli 2020
Geschafft
So, endlich.
Urlaub
und ich bin auch schon angekommen.

Das hat heute alles ganz wunderbar funktioniert.
Bis Mittags war ich noch im Homeoffice, um 12.45h rief endlich die Ärztin zurück, um die Ergebnisse der Blutuntersuchung zu besprechen, die unverändert sind, weshalb ich auch wieder die identisch dosierten Schilddrüsentabletten bekommen habe wie schon immer, das Rezept konnte ich mir dann bis 13h noch abholen, was haargenau hinkam, um 12.59h war ich in der Praxis, um 13.03h dann schon in der Apotheke daneben und - Glück! - sie hatten diesmal mein Medikament vorrätig, so dass ich jetzt also für die nächste Zeit komplett versorgt bin. Das war dann mal eine Punktlandung.

Anschließend habe ich noch fix das Haus ein wenig saubergemacht, alle Sachen zusammengepackt und im Auto verstaut und bin dann mit genug Zeitpuffer entspannt losgefahren.
Alleine, denn N fährt nächste Woche erst nach Amsterdam und dann irgendwohin, was ich schon wieder vergessen habe, auf alle Fälle ist er anderweitig unterwegs und K nimmt den Flieger mit, damit er mobil ist und zwischendurch mal im Büro nach dem Rechten sehen kann. Ich war also für den Autotransport zuständig und das war auch okay. Der Zeitpuffer war so ausreichend, dass ich noch meinen Stopover bei McDov in Appingedam einlegen konnte, dort gibt es jetzt Bitterballen, das ist noch besser als ein McKroket. Bitterballen sind mein absolutes Lieblingsessen aus Holland, das war also eine sehr erfreuliche Entdeckung.
In Holland scheint keine Maskenpflicht zu herrschen, dort liefen auch in den Innenräumen alle ohne Maske rum, das fühlte sich schon fast wieder seltsam an.

Als ich in Greven losfuhr war das Wetter noch sehr grau. Die Wolken hingen tief und die Sichten waren schlecht - kein gutes Fliegerwetter. Aber K vertraute dem Forecast, der eine deutliche Besserung gegen Abend versprach. Es sollte von Norden kommend besser werden.
Als ich eine knappe dreiviertel Stunde unterwegs war, rief er an, um sich einen aktuellen Wetterbericht von vor Ort durchgeben zu lassen, da war ich grade in Höhe des AKW Lingen und konnte bestätigen: Es wird deutlich besser. Man sieht schon wieder Himmel zwischen den Wolken.



Als ich in Holland war, war das Wetter dann wirklich richtig prima, leuchtend blauer Himmel mit vielen weißen Kumulus Wolken, so sieht Sommer aus.



Die Warteschlange für die Fähre nach Borkum war nicht sehr lang, ich freute mich schon, dass die Fähre dann wohl angenehm leer sein wird, aber Pustekuchen, die Fähre kam aus Emden und hat in Eemshaven nur noch ein paar zusätzliche Fahrgäste aufgenommen, insgesamt war es also leider doch eher voll, aber das Wetter war ja okay, also habe ich mir auf dem Oberdeck den Wind um die Ohren wehen lassen und meinen Start in den Urlaub genossen.

Als ich zu Hause ankam, war K natürlich schon da, eine Stunde nach mir aufgebrochen, dafür eine Stunde eher da, Fliegen geht halt schneller.

Inzwischen ist alles ausgepackt, eingeräumt, jetzt Bett und laaaange ausschlafen
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Donnerstag, 9. Juli 2020
vorletzter Tag
Das mit Inbox Zero wird wohl bis morgen nicht komplett klappen. Da ich letzte Woche ja nur sehr langsam voran gemacht habe (bzw. schubweise zwar sehr schnell, dafür aber andere Zeiten dann gar nicht) war diese Woche noch ein gewisser Stapel über und plötzlich kamen täglich andere, aktuell wichtige Dinge kurzfristig dazwischen und so liegt hier jetzt noch ein bisschen was, einiges davon aber schon seit Januar, das kann also ruhig noch länger warten, nu ist auch egal.

Morgen mache ich halbtags Home-Office und werde nebenher überlegen, was ich eigentlich noch mitnehmen möchte, weil ich vier Wochen am Stück auf der Insel bin, gibt es ja vielleicht doch das eine oder andere, was ich in der Zeit dort vermissen könnte. Oder zumindest dringend brauche. Wie zB meinen Ordner mit meinen eigenen Steuerunterlagen. Vermissen ist da sicher das falsche Wort, aber ich muss meine eigene Steuererklärung bis zum 31.7. abgegeben haben, weil ich nicht von einem Steuerberater vertreten werde. Für alle Mandanten habe ich eine automatische Fristverlängerung bis 31.12. - nur für mich selber nicht, hat mir mein Finanzamt ausdrücklich so erklärt. Letztes Jahr habe ich meine eigene Erklärung um 0:05h elektronisch übermittelt, da war dann aber nicht mehr der 31.7., sondern schon der 1.8. - und auf meinem Steuerbescheid stand nachher, dass ich meine Erklärung verspätet abgegeben habe und dass das Folgen hätte, wenn sich das wiederholt.
Für dieses Jahr habe ich also eine halbfertige Steuererklärung vorbereitet (da sind die Personalien eingetragen und die Zahlen aus der LSt-Karte abgetippt), wenn ich nicht rechtzeitig mit der vollständigen Erklärung fertig werde, schicke ich das Teilstück schon mal pünktlich ab, um die Frist zu wahren und reiche dann anschließend in aller Ruhe eine berichtigte Erklärung nach. - Ich habe mir diesen Formalismus nicht ausgedacht.

Und ein paar andere Akten werde ich auch noch einpacken, wozu habe ich Urlaub, da komme ich endlich mal zum Arbeiten. Aber wann sonst soll ich all die anderen Firmen, die aus CWs Hinterlassenschaften noch übrig sind (und die weiteren, neu hinzugekommen, weil K hat Gefallen daran gefunden, sich ein Imperium aufzubauen), also, wann sonst soll ich dafür die Abschlüsse und Steuererklärungen fertig machen? Eben, deshalb packe ich das also alles ein.

Und den gusseisernen Topf, weil ich den zum Brotbacken als perfektes Werkzeug entdeckt habe. Eigentlich wollte ich noch einen zweiten kaufen, das habe ich aber bisher nicht geschafft, also schleppe ich den einzigen, den ich bisher besitze, einfach mit.

Und bestimmt noch mehr Krempel, aber den muss ich mir morgen noch zusammensuchen.

Heute räume ich erst mal auf, um einen Überblick zu bekommen
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Mittwoch, 8. Juli 2020
Wieso sind wir eigentlich gesund?
Moin und wieder ich, der hier mit medizinischen Themen unterhalten darf. Für dieses Mal habe ich mir das Immunsystem vorgenommen, bei der Menge an Störungen, Gefahren und Feinden denen unser Körper tagtäglich ausgesetzt ist, ist es eines der interessantesten, spannendsten und wichtigsten Systeme im Menschen.
Es beginnt bei äußeren, physikalischen Barrieren, die unser Körper gebildet hat. Dazu zählt vor allem die Haut, sie schützt unseren Körper vor dem Vertrocknen, vor dem Auskühlen oder Überhitzen und vor Keimen oder sonstigen Angreifern von Außen. Ich habe bereits einige Dinge aufgeführt, die über das streng „immunologische Verständnis“ von pathogenen (schädlichen) Dingen hinausgeht, die da wären Bakterien, Parasiten, Pilze, Viren und eigentlich auch Prionen*, vielleicht könnte man sogar Strahlung und „eigene“ Mutagenität, also sämtliche Faktoren, die zu Schäden am Erbgut führen, dazuzählen, da auch diese (Anm. d. R.: die Schäden) durch unser Immunsystem eliminiert werden (sollen). Was die Funktionen der Haut angeht, auch im Bezug auf Schutz, gibt es noch weitere Dinge, die man erwähnen kann, ich verweise dazu aber auf einen nächsten Beitrag. Ebenfalls werde ich die Schutzmechanismen des Körpers vor sonstigen Dingen nicht weiter erwähnen – wenn man es mal etwas zu ernst nimmt zählt nämlich auch der Stuhlgang zu einer Schutzfunktion des Körpers, in dem Fall vor dem Überlaufen…
*Prionen sind fehlgefaltete Proteine, etwas potentiell sehr schädliches und bislang noch wenig verstandenes. Musterbeispiel ist die Creutzfeld-Jakob-Krankheit, bei der nach Krankheitsbeginn innerhalb weniger Monate zunehmend das Gehirn ausfällt, was letztlich meistens tödlich endet. (Meistens, da es meiner Meinung nach bislang noch nicht 100%ig erwiesen ist, dass man ohne Gehirn nicht leben kann. Es tun nämlich offensichtlich sehr viele Menschen…)
Neben der Haut zählen die Wimpern, die Nasen- und Schamhaare, die Magensäure, die Schleimhäute mit speziellen Antikörpern und bestimmt noch einige andere Dinge, die mir grade nicht einfallen, zu den ersten immunologischen Barrieren des Körpers.
Wenn ein Schädling nun irgendwie in den Körper eingedrungen ist, muss er, je nach Art des Schädlings, an seinen „Bestimmungsort“ und sich dort entsprechend verbreiten. Der Körper reagiert darauf mit zwei Systemen. Zum einen das humorale („flüssige“, bestehend aus Botenstoffen, Antikörpern, etc.), was den Körper aktiviert, zu Fieber führt, Schwellung und Schleimproduktion anregt oder bestimmte Moleküle freisetzt, die vorbeugend vor Schäden oder aber schützend wirken, indem sie wichtige Nährstoffe des Schädlings binden. Außerdem unterstützt es massiv das zelluläre System, weil es weitere Immunzellen anlockt, die Bildung und Reifung von Immunzellen anheizt und bestimmte Regulationsmechanismen der Zellen moduliert. Das humorale System geht Hand in Hand mit dem zweiten, dem besagten zellulären System, was grob in unspezifisch und spezifisch unterschieden werden kann. Zum unspezifischen, dem angeborenen Immunsystem gehören einerseits alle Zellen, die vom humoralen System markierte Stoffe zerstören, sowie die Zellen, die mittels besonders gereifter Rezeptoren fremde Stoffe im Körper erkennen können. Diese Zellen besitzen die Fähigkeit, den fremden Stoff aufzunehmen und bestimmten Immunzellen, denen des spezifischen, erworbenen Immunsystems, zu präsentieren. Das setzt dann eine extrem schnelle Kettenreaktion in Gang, die den Schädling hochpotent bekämpfen kann. Bei einigen Erkrankungen verfügt der Körper über die Möglichkeit, Gedächtniszellen (ja, die heißen wirklich so) auszubilden, die teilweise ein Leben lang den spezifischen Abwehrmechanismus für diesen einen Schädling speichern und so erheblich zur Sicherheit des Körpers beitragen. Lymphknoten sind übrigens die „Stammkneipen“ der Immunzellen, hier findet viel des regen Kontakts zwischen unspezifisch und spezifisch und Gedächtniszelle statt.
Ein Teil des immunologischen Abwehrapparats beruht grob zusammengefasst auf einem kleinen Rezeptorsystem, dem Human Leucocyte Antigen (HLA). Es ist eine Art Ausweis der Zelle, ein höchst individueller Komplex, der dem Immunsystem zeigt, ob es auf eine körpereigene Zelle trifft oder nicht – ergo bildet jede Körperzelle einen solchen Rezeptor. Immunzellen werden bei ihrer Reifung trainiert, diese immer als ungefährlich zu registrieren. Eine defekte Zelle, sei es wegen eines Virus, Bakteriums oder wegen eines internen Fehlers, präsentiert üblicherweise einen fehlerhaften HLA-Komplex und wird dadurch zerstört. Gleichzeitig ist dies auch eine Grundlage für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen, wo irgendwas bei der Differenzierung von Gut und Böse nicht richtig läuft.
Eine weitere wichtige Rezeptorfamilie fußt auf der Tatsache, dass Bakterien, Viren etc. nun mal eine andere Art von Zellaufbau besitzen. Bestimmte Strukturen kommen ausschließlich bei Bakterien vor, sobald diese innerhalb des Körpers erkannt werden, ist das ein klares Warnsignal.
Was mich immer wieder fasziniert ist das sensible Gleichgewicht, das unser Körper aufrechterhält. Bei jedem von uns machen zahlenmäßig Bakterien mehr aus, als „eigene“ Zellen – und das nicht, weil wir ein schlecht funktionierendes Immunsystem haben. Mit all diesen Bakterien leben wir in perfekter Symbiose – sie ernähren sich von toten Hautzellen oder irgendwelchen Nahrungsbestandteilen, mit denen wir eh nicht viel anfangen können, schützen uns dafür aber vor Besiedelung durch schlimme Keime oder produzieren „Abfallprodukte“, die wir gut gebrauchen können (z.B. Vitamin K). All diesen Bakterien greift unser Immunsystem nicht einfach stumpf an, sondern durch verschiedene, z.T. ungeklärte, Mechanismen herrscht hier wohlwollende Ruhe. Noch viel abgefahrener ist der Zustand in dem sich das Immunsystem befindet, wenn sein Frauchen schwanger wird. Ein genetisch fremder Parasit, der vom eigenen Körper lebt – und der soll nicht nur nicht angegriffen, sondern darüber hinaus ganz besonders gut beschützt werden. Immerhin ist das hardcore-biologisch gesehen die Hauptaufgabe eines Lebewesens. Eine meisterhafte Komposition aus Hormonen und weiteren, z.B. rein lokalen Botenstoffen, die hier dieses feinabgestimmte Gleichgewicht sicherstellen.
Sehr viel weiter möchte ich mich jetzt nicht verstricken, es ist zwar nur sehr grob, übersteigt aber langsam mein sicheres Wissen – trotz einer Forschungsarbeit in dem Gebiet muss ich mich jedes Mal neu einlesen, weil es einfach so unfassbar viel ist, was hier miteinander funktioniert und wichtig ist
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Dienstag, 7. Juli 2020
7.7.
Wir haben jetzt exakt 18.50h und damit sind genau 6.839.263 Minuten vergangen seit jener SMS vor 4.749 Tagen, die wir als den Beginn unserer Affäre markiert haben, zu einer Zeit als wir beide noch dachten, das ist doch bloß eine Affäre, das geht auch wieder vorbei.

Es ging aber nicht vorbei, im Gegenteil, wir haben uns so schnell aneinander gewöhnt, dass wir plötzlich einen Zustand erreicht hatten, der uns beiden zwar etwas unheimlich war, der aber alle Symptome eines Beziehungsstatusses auswies. "Es ist kompliziert" steht seitdem unter diesem Punkt auf meinem Facebookprofil und das trifft es sehr gut.

Das, was wir da seit 156 Monaten balanzieren, hat uns außer uns wohl niemand zugetraut, dabei waren wir selber wahrscheinlich die einzigen, die sich da einfach gar keine Gedanken drum gemacht haben. Natürlich hatten wir keinen Plan, denn für so ein verrücktes Unterfangen gibt es keine Pläne, da gibt es einfach nur ein "einfach Machen" und dann mal schauen. Wir haben uns aber auch nicht überlegt, dass es vielleicht nicht funktioniert und was wir dann tun und überhaupt, das kann doch nicht gutgehen - wir hatten halt gar keinen Plan, deshalb haben wir uns auch keine Sorgen gemacht. Das ist manchmal sehr praktisch.

Mittlerweile sind 13 Jahre vergangen, mittlerweile ist unsere Art zu leben längst Alltag für alle Menschen, die um uns herum sind. Es kann natürlich nicht funktionieren, aber das macht nichts, wir machen es einfach. Und es funktioniert.
Und es wird auch noch weiter funktionieren, denn wir machen einfach weiter - und wenn es nach mir geht, dann gerne noch mal 6.839.263 Minuten und dann noch mal und dann - nein, dann nicht noch mal, so alt will ich gar nicht werden, sagen wir einfach nur: bis immer.
In diesem Sinne: Vielen Dank für die SMS vor 6.839.263 Minuten und ein Prost auf den Rest des Lebens, es bleibt kompliziert, denn das ist das einfachste
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Montag, 6. Juli 2020
Montag - und wir wollen nicht weiter drüber reden
Ich zähle nicht nur die Tage, sondern inzwischen sogar die Stunden, die ich noch arbeiten muss bis Urlaub, weil ich wohl wirklich und ernsthaft urlaubsreif bin.
Ich brauche eine Auszeit, in der ich die aktuellen Zuständigkeiten einfach abstreifen kann, nicht mehr dran denken, keine Ausreden, kein Planen, keine Verspätungen, kein schlechtes Gewissen und vor allem keine Sorgen. Ich muss den ganzen Büroquatsch mal eine Zeitlang komplett aus der Verantwortungsliste verbannen, einmal alles runterfahren und in Ruhe neu starten, danach geht bestimmt alles besser.

Heute also der letzte Montag vor der Sommerpause - das Meiste ist damit schon geschafft.

Zum Abendessen hat N heute Mojitos gemacht, mit gefühlten 2,0 Promille (Isch schwöööre, war nur ein klitzekleines Gläschen) ist das Leben eh sofort deutlich einfacher, ich gehe mal davon aus, alles wird gut, und wenn noch nicht alles gut ist, dann fahre ich am Freitag trotzdem in Urlaub.
Punkt
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