anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 16. Oktober 2017
Mein neuer Fotoapparat
Diesen Käfer habe ich gestern mit meinem neuen iPhone 8plus geknipst. (Wiedergabe ohne Filter, ohne Bearbeitung, ohne irgendeine zusätzliche Einstellung, sozusagen "geknipst wie gesehen")


Meine Begeisterung für die Kamera in diesem Telefon wächst täglich.

Ich weiß, ich weiß, es hört sich affig, großkotzig, überheblich und überhaupt nach jeder Art von verachtenswertem Charakter an, wenn jemand drei Wochen nach der Einführung eines neuen iPhone so selbstverständlich prahlerisch darüber rumtönt, wie toll das neue Teil sei und wie begeistert man sei und was man alles für wahnsinnige Dinge damit tun kann.

Geschenkt.
Ich habe solche Leute auch stets verachtet, ich verachte mich auch selber ein wenig ausreichend dafür, aber die Kamera von diesem iPhone 8plus ist derart geil, dass ich es nicht schaffe, nicht ständig aufs Neue davon begeistert zu sein.

Der Rest des Gerätes ist übrigens völlig normal, kein Unterschied zu meinem bisherigen iPhone. Wenn es nicht wegen der Kamera gewesen wäre (und wegen der Tatsache, dass sich mein Vertrag verlängerte und ich mir deshalb sowieso ein neues Telefon für ganz kleines Geld aussuchen konnte, das in meinem Fall auch noch von meinem Arbeitgeber bezahlt wird), sehe ich keinen Grund, sich das neue iPhone zu kaufen.

Aber diese Kamera, hach - ganz große Liebe. Die kann jetzt wirklich alles, vor allem alles alleine und ohne wilde Einstellerei.
Und weil sie zu meinem Telefon gehört, habe ich sie auch noch ständig dabei, für mich ist das jetzt das Gefühl von "besser geht nicht."

Es ist ja nun so, dass ich zu Fotoapparaten seit jeher ein leicht gestörtes Verhältnis pflege.
In der Schule habe ich mal an einer Foto AG teilgenommen, das hat auch sehr viel Spaß gemacht, aber ehrlich gesagt fand ich das Entwickeln der Fotos viel spannender als das Fotografieren selber.
Zu einem künstlerischen Fotografen, der seine Bilder komponiert und sich beim Fotografieren ohne Ende kluge Gedanken über Licht und Einfallwinkel, goldenen Schnitt, Perspektive, fallende Linien und Details im Hintergrund macht, um zu so einem Künstler zu werden, fehlt mir nicht nur die kreative Begabung und das richtige Auge, sondern auch die Geduld und die nötige Begeisterung fürs Fotografieren.

Bei mir muss alles schnell gehen, zack, knips, fertig und im Kasten, das finde ich toll.

Weil ich ja grundsätzlich aber immer Spaß am Fotografieren hatte und mein Vater selber auch gerne fotografierte (und im übrigen auch noch viel Geld mit seinen Diavorträgen verdiente) bekam ich schon früh einen eigenen Fotoapparat (Pocket) und zur Konfirmation dann eine richtig gute Spiegelreflexkamera. (Auf Helgoland gekauft, da waren die billiger weil zollfrei, aber es brauchte drei Butterfahrten, bis wir uns für eine entschieden haben.)

Diese Spiegelreflex stand fortan in Konkurrenz zu meiner einfachen Pocketkamera. Die Spiegelreflex machte unbestritten die künstlerisch wertvolleren Bildern, aber es war auch eindeutig mühsamer. Nicht nur war die Kamera viel größer und schwerer und man musste sich gut überlegen, ob man sie mitschleppte auf einem Ausflug, denn das hieß, dass man sie halt auch dann tragen musste, wenn es nichts zu knipsen gab oder der Film voll war, sondern auch das fotografieren war schwieriger, weil viel mehr eingestellt werden musste. Bei der kleinen Klickdoof drückte man auf den Auslöser und das Bild wurde wie das Bild eben wurde. Fertig. Da gab es nichts zu verbessern, aber man war auch nicht schuld, wenn es nicht schön war, die Kamera gab eben nicht mehr her.
Mit der Spiegelreflex war es dagegen ein elendiges Gehampel, bis man alles vernünftig bedacht und eingestellt hatte und wenn es dann nicht schön geworden war, bekam man zu hören, dass man das selber schuld sei, schließlich hätte man doch einfach eine andere Verschlusszeit oder Blende wählen können oder man bräuchte noch ein anderes Objektiv - irgendwas war auf alle Fälle immer.

Als die ersten vollautomatischen Kleinbildkameras aufkamen, hatte meine alte Spiegelreflex ausgedient, gegen das deutlich komfortablere Klick+Fertig dieser sich jetzt selbständig scharf einstellenden Kleinkameras kam die große, schwere, nur manuell einzustellende "gute Kamera" nicht an.

Im Jahr 2002 bekam ich dann die erste große Digitalkamera. Bei der "ernsthaften" digitalen Fotografiererei war ich also früh dabei (kein Wunder, CW hatte das Teil gekauft und mir geschenkt, weil er sich dann nicht rechtfertigen musste, was er sich selber für teure Spielzeuge kauft.) Aber wie bei jeder großen Kamera vorher auch, war ich mal wieder überfordert von den Möglichkeiten, die die Kamera mir bot, und schaute schnell neidisch auf die kleine Ixus, die eine Freundin besaß. Für meinen Geschmack eindeutig komfortabler.

Ich habe dann mit CW getauscht, bekam noch eine kleine Ixus und gab die große, schwere Kamera leichten Herzens wieder ab, aber ein entscheidender Nachteil aller Kameras blieb: Ich musste sie extra mitnehmen, wenn ich sie benutzen wollte.

Mit dem ersten iPhone begann dann die Phase der "Telefonkamera". Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen Fotoapparat immer dabei. Das änderte vieles, denn ich konnte auch dann Dinge oder in Situationen fotografieren, wenn ich gar nicht damit gerechnet hatte, dass sich für mich "Fotobedarf" ergeben würde. Das fand ich toll, musste aber zugeben, dass die "richtigen Fotoapparate", und sei es auch nur meine "einfachen Digitalkameras" à la Ixus oder Lumix immer noch deutlich bessere Fotos machte als das iPhone. Bei vorhersehbaren Fotografierwahrscheinlichkeiten (sprich: beim Fliegen), hatte ich deshalb immer noch eine richtige Kamera dabei und ärgerte mich in allen anderen Situationen, die unvorhergesehene Fotomotive boten, dass ich halt "nur" das iPhone dabei hatte.

Und mit diesem neuen iPhone ist auch das vorbei.
Wundert es jetzt, dass ich begeistert bin?

Ich halte Sie knipsend auf dem Laufenden
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Sonntag, 15. Oktober 2017
Strandtag
Heute war das Wetter auch auf Borkum wunderbar. Warm und wenig Wind, da kamen richtig sommerliche Gefühle auf.
Wir haben die Gelegenheit genutzt und eine ausgiebige Radtour bis in den Osten der Insel gemacht.

Am Hauptstrand waren die Milchbuden noch ziemlich gut besetzt, gebadet hat aber niemand mehr und je weiter wir raus fuhren, um so leerer wurde der Strand. Am FKK Strand waren wir dann tatsächlich ganz unter uns, da lohnte das Ausziehen damit allerdings aber auch nicht mehr....


Zurück sind wir durch die Dünen gefahren und meinen Lieblingsweg durch die Greune Stee.


Weil wir so lange mit dem Rad unterwegs waren, waren wir erst so spät zu Hause und sind deshalb auch erst spät zum Flugplatz gekommen. Inzwischen ist schon um 18:30 Uhr Sunset, so dass der von K. geplante Rundtörn über Helgoland und St. Peter Ording (da tankt es sich so preiswert) nicht mehr ins Zeitbudget passte und wir nur einfach ohne Firlefanz nach Münster flogen. Die Sichten waren gut, aber die Luft war diesig, was beim Sonnenuntergang auf der östlichen Seite immer zu besonders hübschen Effekten führt (oben der Himmel im Osten mit dem „Doppelstreifen“, unten der Dortmund-Ems-Kanal mit dem „Westhimmel“)

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Samstag, 14. Oktober 2017
Über den Wolken
Heute war das Wetter zweigeteilt: Im Münsterland war strahlender Sonnenschein bei 25°C, wolkenloser Himmel, echtes Traumwetter - aber ab dem Emsland gab es Wolken, die Richtung Norden immer dichter wurden und über Ostfriesland einen dicken Wolkenteppich bildeten, der für Sichtflugbedingungen als "marginal" bezeichnet wird.

K. hat seine Instrumentenflugberechtigung noch nicht fertig, d.h. er darf nur VFR fliegen, also nach "visual flight rules".
Konkret heißt das, er darf nicht durch Wolken fliegen, denn in Wolken sieht man nichts, deshalb gelten dort andere Flugvorschriften, für die man eine eigene Zulassung braucht und deshalb ist es ein echtes Problem, wenn Ostrfriesland unter einem dicken Wolkenteppich liegt. Dann braucht man ein Loch in den Wolken, sonst kommt man da nicht durch.

Heute morgen war die Wolkenschicht im Norden ziemlich dicht, K. hat mit allen Plätzen in Ostrfriesland telefoniert, um Live-Wetterberichte zu bekommen, die einhellige Meinung war, vor Mittag geht hier gar nichts.

Deshalb sind wir erst gegen 15h losgeflogen, die Wetterwebcams auf Borkum zeigten stellenweise blauen Himmel und wir dachten, wir probieren es einfach. Im allerschlimmsten Fall drehen wir halt wieder um, aber wenn wir Glück haben, ist irgendwo überm Meer das Loch, das wir brauchen, und genau so war es dann auch.

Abflug in Münster, Supersichten, fast keine Wolken, alles toll


Doch je mehr wir Richtung Norden kamen, umso mehr sammelten sich die Wolken, so dass wir auf knapp 5.000 Fuß stiegen. In der Höhe war alles wolkenfrei, nur unter uns sammelten sich die Wolken immer mehr zu einem Teppich.


Ab ca. Papenburg war es eine relativ geschlossene Wolkendecke, aber wir waren schon hoch genug und genossen das Gefühl der unendlichen Freiheit, das sich über den Wolken tatsächlich einstellt, denn über uns war einfach nur noch strahlend blauer Himmel.


Als wir über der Nordsee waren, tat sich dann aber zum Glück auch das erhoffte Wolkenloch auf, so dass wir ziemlich steil abwärts schossen, schließlich mussten wir in kurzer Zeit von 5.000 Fuß bis auf sealevel zum Landen runter, Aber mit der Insel im Blick geht das alles.

Hat also gut geklappt, hier auf der Insel ist das Wetter zwar längst nicht so schön wie im Münsterland - aber morgen soll es besser werden und zum Rasen mähen war es heute noch gut genug. K. meint, das war jetzt der letzte Schnitt des Jahres, next cut next year, noch dreimal schütteln und das Jahr ist schon wieder um.

Wahnsinn
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Freitag, 13. Oktober 2017
Wohnungsbesichtigungen
Ich glaube, ich habe ein neues Hobby: Wohnungsbesichtigungen.
Bei Wohnungsbesichtigungen bekommt man ja eigentlich nicht nur die Wohnung von anderen Menschen zu sehen, sondern damit gleichzeitig ja auch einen intensiven Einblick in ihr Leben.
Ich finde es immer wieder ausgesprochen spannend zu schauen, wie andere Leute eingerichtet sind, wie viel Platz sie haben, wie ordentlich oder unordentlich sie sind, wie viel Dekokrimskrams so rumsteht oder rumhängt, wie viel Meter Kleiderschrank sie besitzen und wie sich die Größe des Kleiderschrankes zum Bücherregal verhält. Es gibt Wohnungen, da ist das Ergebnis nicht darstellbar, denn es gibt Menschen, die besitzen tatsächlich keine Bücher. Gar keine.

Je nach Beliebtheit der Wohnung können solche Besichtigungen auch schon mal im Rudel durchgeführt werden, dann ist das Beobachten der anderen Mietinteressenten mindestens genauso spannend wie das Besichtigen der Wohnung. Da sind mitunter schon reichlich schräge Vögel bei.

Nicht, dass ich tatsächlich eine neue Wohnung suche, ich wohne sehr gut so wie ich wohne und für die nächsten Jahre habe ich absolut keinen Änderungsbedarf, aber als Hobby ist Wohnungsbesichtigung einfach ein umwerfender Zeitvertreib.

Aktuell haben wir uns auf hochpreisige Einfamilienhäuser spezialisiert. K. ist sehr gut darin Makler zu beeindrucken und ihm werden auch immer wieder neue Objekte vorgeschlagen, weil wir ja das richtige noch nicht gefunden haben.
Aber wenn man meint, dass Menschen, die in so einer halbe bis eine Mio-Villa leben, dort dann besonders schick und elegant leben, dann wird man in vielen fällen enttäuscht. Einige dieser Luxusvillen sind innen derart scheußlich eingerichtet, dass man das Zeug noch nicht mal mit der Kneifzange anpacken möchte. Schon faszinierend.
Andere dagegen erfüllen jedes Klischee eines durchgestylten, aber seelenlosen Prachtbaus.
Und nur sehr selten habe ich bisher kreative Details gesehen, die ich spontan als Idee mit nach Hause genommen habe. Das, was ich fast jedes Mal mit nach Hause nehmen von so einer Besichtigung ist die Erleichterung, nicht in diesem Haus leben zu müssen
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Donnerstag, 12. Oktober 2017
beschränkte Rechenkünste
In der letzten Zeit habe ich häufiger Berichte gelesen oder gehört, wo sich irgendjemand über irgendeinen Missstand beschwert und dann beklagt, welchen großen finanziellen Schaden er davon hat, oder wie wenig Geld für dieses oder jenes zur Verfügung steht und dass das natürlich viel zu wenig ist, um davon leben zu können oder eben irgendetwas zu bezahlen, was nach Meinung des Klagenden unbedingt bezahlt werden müsste.

In all den Fällen geht es um Geld - und in all den Fällen frage ich mich, wie die Leute mit Geld umgehen oder wie sie rechnen.
So war neulich ein Schäfer im Fernsehen, der sich darüber beklagte, dass es jetzt wieder wild lebende Wölfe gibt und die würden seine Schafe reißen und er könnte gar nichts dagegen tun. Und nur weil es jetzt diese Wölfe gibt, wäre er gezwungen, die Lämmer im Stall zu lassen und sie könnten nicht mehr wie früher einfach frei draußen rumlaufen und sich selber versorgen. Er müsste sie deshalb jetzt im Stall versorgen und das wäre nicht nur eine Heidenarbeit, sondern kostet auch entsetzlich viel Geld. 30.000 Euro kostet das, mindestens, hieß es in dem Beitrag, und die müsse alle der arme Schäfer ganz alleine tragen, nur weil jetzt draußen Wölfe unter Naturschutz stehen und er deswegen seine Lämmer im Stall lassen muss.
Ich habe dann mal grob überschlagen, wie viele Lämmer er einfach dem Wolf opfern könnte, bevor der Verlust durch den Wolf größer ist als die Kosten durch die Stallhaltung. Jetzt weiß ich nicht, was ein Lamm kostet, aber rechnen wir mal ganz großzügig mit 300 Euro (kann man so schön teilen), dann müsste der Wolf mehr als 100 Lämmer reißen, bevor es sich für den armen Schäfer lohnt, die Lämmer doch lieber drinnen zu lassen.
Wenn der Wolf aber wirklich mehr als 100 Lämmer in einer Saison von einem Schäfer reißen würde - dann würde es garantiert eine andere Lösung als nur simplen Naturschutz für den Wolf geben. Ich glaube, dann würde der Wolf sehr schnell auch wieder durch Gitter geschützt......

Das ist nur ein Beispiel von vielen, dass Journalisten in Berichten mit Zahlen um sich werfen, die einfach nicht stimmen können.

In einem anderen Bericht ging es um die Renten. Dass es eine Schande ist, dass Leute 40 Jahre hart gearbeitet haben und dann von ihrer Rente nicht leben können.
Ich frage mich dann, was die Leute erwarten, wer ihre Rente bezahlt. Das mit dem Generationenvertrag, dass die Renten der alten von den Rentenbeiträgen der jungen, die grade einzahlen, finanziert werden, das müsste langsam auch dem letzten klar sein, dass es da demnächst ein gewaltiges Ungleichgewicht geben wird, das klappt also sicher nicht. Es werden immer mehr Rentner und immer weniger Leute, die arbeiten,
Also kann eigentlich jeder nur das als Rente ausgezahlt bekommen, was er selber mal eingezahlt hat. Und wenn man das mal ausrechnet, wie viel ein Arbeitnehmer in 40 Jahren Berufsleben eingezahlt hat, dann bekommt man schnell eine Ahnung, dass das nicht reichen kann für eine Rente ab 63 und dann noch 18 Jahre durchschnittliche weitere Lebensdauer. Selbst wenn jeder nur noch 15 Jahre Rente bezieht und erst mit 65 anfängt, wird es eng, wenn er nicht mindestens 45 Jahre eingezahlt hat und auch nur 60% seines letzten Bruttogehaltes raushaben will.
Das ist eine ganz einfache Rechnung:
Wenn man sagt, dass der Rentenbeitrag 20% des Arbeitslohnes ist (ist er nicht, er ist viel niedriger, aber wir wollen ja glatte Zahlen nehmen, das rechnet sich leichter), dann zahlt ein Arbeitnehmer in 45 Arbeitsjahren genau 900% seines Arbeitslohnes ein. (20%x45). Wenn diese 900% dann auf 15 Jahre verteilt wieder als Rente ausgezahlt werden, dann bekommt er jedes Jahr genau 60% seines bisherigen Arbeitslohns als Rente. (900% : 15).
Für jedes Jahr, was einer dann länger lebt als 80, muss ein anderer eher sterben. Und wehe, das Durchschnittsalter steigt insgesamt - bloß nicht dran denken.

Klar gibt es so was Zinsen und Zinseszinseffekte. Aber erstens haben die Leute früher auch weniger verdient, so dass sie dementsprechend ihre "20%" auch von einem niedrigeren Gehalt bezahlt haben, aber natürlich nachher die Rente gerne auf dem Einkommensniveau von heute beziehen möchten.
Und zweitens nähern sich die Zinsen schon seit Jahren immer mehr der Nulllinie.

Und ja, natürlich kann ich auch die korrekte Rentenformel rechnen, das ist Teil meines Berufes. Aber warum soll man so komplizierte Zahlenberge bewegen, wenn man anhand einer ganz einfachen Überschlagsrechnung schon erkennen kann, dass hier was ganz gewaltig daneben geht? Ist übrigens nicht neu, das konnte man schon vor 30 Jahren so ausrechnen, mich fasziniert nur immer wieder, wie viele Leute noch immer blauäugig ohne weitere, eigene Altersvorsorge durch ihr Leben traben und sich dann wundern, dass sie im Alter nicht von ihrer Rente leben können.
Oder nur so wenig Rente bekommen, dass sie als Rentner noch einen Zweit- oder Drittjob annehmen müssen, nur um sich mal ein ganz kleines bisschen was leisten zu können, denn von 980 Euro Rente kann man ja nicht leben und nicht sterben. Heißt es in den Berichten der Journalisten. Und ich mache mir dann immer sofort Sorgen um meine völlig minderbemittelten Studentenkinder. Der BaFöG-Höchstsatz ist nur 649 Euro und liegt damit deutlich unter der Durchschnittsrente, selbst die Durchschnittsrente für Frauen ist noch deutlich höher, und da frage ich mich, weshalb alte Leute so viel mehr Geld brauchen als junge? Und wieso sollte jemand "der 40 Jahre hart gearbeitet hat" (O-Ton Journalistendeutsch) mehr Recht auf ein Leben "in Würde" haben als jemand, der noch nie gearbeitet hat, weil er immer noch in der Ausbildung steckt?
Und warum sollte jemand, der 40 Jahre gearbeitet hat und nie Geld für Extras hatte, plötzlich in der Rente Geld für Extras haben? Warum sollte er also in der Rente mehr Geld haben als vorher? Und wenn er vorher Geld für Extras hatte, warum hat er es dann komplett für Extras verplempert und nicht mal ein klein wenig davon in seine private Altersvorsorge?
Weil ihm das keiner gesagt hat? Ach geh mir weg, das predigt der Staat doch schon seit 30 Jahren, dass man sich auch zusätzlich privat kümmern soll. Und außerdem werden wenigstens die Grundrechenarten doch schon in der Grundschule gelehrt, d.h. dass man einfach seinen eigenen Rentenbeitrag mit den Jahren, die man arbeitet, multipliziert, um das Ergebnis durch die Jahre, die man Rente bekommen will, wieder zu dividieren - ist das so kompliziert, dass man es von einem einfachen Arbeiter nicht erwarten kann?
Tja nu, dann weiß ich auch nicht, aber ich schätze, dann muss man die Leute einfach weiter jammern lassen
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Mittwoch, 11. Oktober 2017
Ankunft der Einkäufe
Heute trudelten die Ergebnisse meiner Kaufrausch – Bestellaktion vom Wochenende ein.
Der neue Thermomix unterscheidet sich vom alten Thermomix vor allem dadurch, dass er deutlich viel sauberer ist. Ich glaube, da habe ich echt einen glücklichen Schnapper gemacht, nicht nur weil das Gerät für seine Jugend sehr günstig war, sondern auch die Verkäuferin scheint eine von der besonders sorgfältigen, peniblen und bemühten Sorte zu sein. Sie hatte das Gerät tatsächlich so sauber geputzt, dass es aussah wie frisch aus dem Laden, machte sich aber Gedanken, weil der Spatel, der zu dem Gerät gehört, schon einige Kratzer hatte und war jetzt in Sorge, ob ich mich darüber beschweren würde. Leute gibt‘s....
Ich werde im Rahmen eines Ringtausches jetzt den Thermomix, den ich bisher hier in Greven stehen hatte, mit nach Borkum nehmen, um dann schließlich das bisherige Borkumgerät zu verkaufen. Am besten gefällt mir, dass ich jetzt ja sogar einen Versandkarton dafür habe, denn selbstverständlich kam der Mixer, den ich gekauft habe, in der Originalverpackung.

Außerdem kamen heute auch die Ugg-Boots an, die ich auf Borkum lassen werde. In der Beschreibung bei eBay wurde ausdrücklich auf zwei Flecken hingewiesen, die sichtbar mitten auf den Schuhen prangten. Da ich sowieso der Meinung bin, dass es kaum etwas hässlicheres gibt als diese Schuhe und weil ich ausgerechnet dieses Paar auch noch nur für Borkum haben wollte (geflügelter Spruch in meiner Familie:“Für Borkum reicht das.“), haben mich die Flecken natürlich überhaupt nicht gestört, im Gegenteil, ich fand das eher positiv, denn dadurch konnte ich dieses Paar Schuhe extrem günstig ersteigerten. Laut Beschreibung sollten sie trotz der Flecken aber nur sehr wenig getragen worden sein, was ich bei gebrauchten Schuhen ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal finde.
Und so war’s dann auch, die Schuhe sind wirklich nur sehr wenig getragen worden. Diese Ugg-Boots haben eine Lammfell-Innensohle, die fast überhaupt nicht platt getreten ist, vom Tragegefühl her, fühlen sie sich an wie fast neu. - und die Flecken sind nach zweiminütiger Behandlung mit einem Wildleder-Radiergummi komplett wegradiert. Jetzt sehen die Schuhe auch von außen aus wie neu. Allerdings nur zu einem Fünftel des Preises von neuen Schuhen, das finde ich alles sehr erfreulich
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Dienstag, 10. Oktober 2017
Dies und das
Die Lampe in der Küche ist kaputt und J.hat sich in die Pfauenfeder meiner Tante verliebt.
Bei Lidl haben heute nur Männer eingekauft.

In allen Autos, die auf den Parkplatz fuhren, saßen Männer, teilweise zu dritt oder viert im Auto, um dann gemeinsam bei Lidl einzukaufen. Das war sehr seltsam.
Ich finde es auch immer seltsam, wenn mehrere Männer in einem Wagen sitzen. Ich frage mich dann, was machen die da, weshalb sind die als Männertruppe unterwegs? Wenn es erkennbar Handwerker sind oder Studenten, dann kann ich mir eine Erklärung vorstellen. Aber mittelalte Männer, zu viert? Im Auto?
Finde ich zumindest so bemerkenswert, dass es mir auffällt und ich darüber nachdenke.

Meine Tante mochte Pfauen und war wahrscheinlich nie als Gruppe unterwegs.
Ist jetzt aber egal, denn sie ist schon lange tot. Übrig blieb eine Pfauenfeder, die jetzt von J. bewundert wird. Pfauenfedern haben keine Farbe, sondern besonders geschliffene Kanten, so dass sich das Licht darin bricht und Farbe vorgaukelt. Sagt J. und streicht verliebt über die Feder.

Die Lampe in der Küche ist seit gestern kaputt, ich bin mal gespannt, wie lange wir brauchen, bis wir eine neue Lampe haben. Bis dahin bleibt die Küche kalt, weil dunkel
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