anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 24. November 2020
Behördenirrsinn
Durch die zunehmende Verseuchung der Republik kenne ich auch zunehmend Leute, die entweder selber verseucht oder nur quarantiert wurden, aber auf alle Fälle irgendwie direkt betroffen sind.
Spoiler vorab: Ich kenne niemanden, der von der Seuche dahingerafft wurde, wenn man mal den 88jährigen Stiefvater eines Arbeitskollegen und die 102jährige Mutter eines entfernten Bekannten nicht als Menschen bezeichnet, die ich kenne.
Ich kenne ein paar Menschen, die selber infiziert waren, manche hatten kaum Symptome, andere sagten, es wäre schon arg übel gewesen, aber keiner von denen leidet an nachlaufenden Spätfolgen, wenn ich also die Menschen in meinem analogen Umfeld als Referenz nehme, dann ist es bisher noch immer gut gegangen.
Ich bin jetzt weit davon entfernt, auch nur im Geringsten die Dramatik dieser Infektion herunterspielen zu wollen oder gar quergedacht zu verleugnen, echt nicht. Ich bin ziemlich sicher, dass das alles gar nicht lustig ist, wenn man Pech hat und eben zu den Unglücksraben zählt, die sich nicht nur infizieren, sondern eben auch einen schweren Verlauf bekommen. Da ich mit meiner COPD auch ganz ausdrücklich keinen Bedarf an einer weiteren Lungenerkrankung habe, versuche ich mich so weit es geht von allen theoretisch denkbaren Infektionsquellen fernzuhalten, wobei ich es ja schon ein paarmal hier erwähnt habe, dass es mir sehr recht ist, wenn ich mit dieser Ausrede als Aushängeschild jetzt wirklich allen Menschen aus dem Weg gehen kann.

Ganz persönlich profitiere ich also von der Pandemie bisher, weil die generellen Einschränkungen meinen Neigungen entgegenkommen und ich an keiner Stelle extra Erschwernisse ertragen muss.
Mein Job ist sicher, ich wohne in großzügigen, räumlichen Verhältnissen mit Garten und mit einem separaten Arbeitszimmer mit allem, was ein gutes Arbeitszimmer an Komfort bieten sollte, ich habe keinerlei finanzielle Probleme, ich habe keine schulpflichtigen Kinder und kein Hobby, was mir jetzt grade verboten wird.
Mir geht es also rundum gut, aber vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich so entspannt, aber gleichzeitig auch fasziniert auf das Geschehen um mich herum blicke und mich frage, warum da nicht schon längst viel mehr eskaliert ist als nur die paar wildgewordenen Querdenker mit anthroposophisch oder esotherischem Nazivolk vermischt, die zwar viel Gebrüll veranstalten, aber unterm Strich ja nun auch nicht wirklich ernstgenommen werden müssen, dazu sind es absolut schlicht zu wenige.

Nein, ich frage mich, warum sich nicht viel mehr ganz normale Leute gegen die unbestritten wirklich komplett schwachsinnigen, unlogischen, überhaupt nicht verständlichen und offensichtlich völlig erratischen und nicht kontrollierbaren Vorschriften und Anweisungen der mittlerweile überwiegend heillos überforderten Gesundheitsämter wehren.

Von dem was ich mitbekommen habe - und meine Informationen beziehe ich aus Erzählungen von Betroffenen, die ich persönlich kenne und aus Berichten von Betroffenen aus dem Netz, die - natürlich - aus meiner Filterblase stammen, die sich aber analog und virtuell berichtet erstaunlich gleichen, von dem also, was ich mitbekomme, wie sich das Gesundheitsamt verhält, wenn man ihm in die Fänge gerät, ist nichts dabei, was ich auch nur ansatzweise positiv finde.

Die Quarantäneverurteilungen sind oft unvollständig, von seltsamen Meldeadressen abhängig, an denen wiederum selbst definierte Haushalte leben können oder eben auch nicht, was nachher alles nichts mehr mit realer Ansteckungsmöglichkeit zu tun hat und sie treffen auch Leute, die schon selber infiziert waren und damit nur mit einer verschwindend geringen Möglichkeit erneut selber zur Virenschleuder werden können.
Grade die letzte Gruppe wird ja nun mit steigender Durchseuchung auch immer größer - und da bin ich sehr gespannt, wann die "Geheilten", die jetzt trotzdem immer noch wieder erneut in Quarantäne geschickt werden, wann die aufbegehren und sich weigern.

Es bleibt spannend
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Montag, 23. November 2020
Seuche im Süden
Wenn man sich die deutschlandweite Coronadurchseuchungskarte ansieht, dann bemerkt man ein sehr deutliches Nord-Süd-Gefälle, wobei die Verseuchung in den letzten Wochen auch immer weiter hoch in Richtung Norden wanderte.
Während der Pandemie habe ich mich wenn überhaupt, dann fast ausschließlich zwischen Westfalen und Niedersachsen bewegt und habe keine spür- oder sichtbaren Unterschiede bemerkt zwischen den Hygienekonzepten der Einkaufsläden und auch keine Unterschiede im Verhalten der Menschen allgemein.
Die meisten Menschen hielten Abstand, in den Läden waren überall große Mengen an Abstandsmarkierungen auf den Böden verklebt, jeder hielt sich an die Vorschriften (z.B. Betreten eines Laden nur mit Einkaufswagen und Maske) und eigentlich trug auch jeder überall Maske, in den letzten 2-3 Wochen auch schon auf dem Parkplatz.
Und obwohl die Vorschriften in NRW sicherlich anders waren als in Niedersachsen, ist mir das nicht aufgefallen, auf mich wirkte alles sehr ähnlich. Ich gebe aber zu, dass ich mich auch nicht ausführlich mit den Detail-Vorschriften beschäftigt habe, da ich keinen Bedarf an sonstigen sozialen Kontakten habe und mich im Wesentlichen nur zum Einkaufen außerhalb des Hauses aufgehalten habe.

Wir hatten heute einen Termin in Moers und sind deshalb nicht nur 150km Richtung Süden gefahren, sondern haben dabei auch den Aldiäquator überquert und das (interne) Bundesland gewechselt, d.h. wir haben Westfalen und Aldi-Nord verlassen und sind ins Rheinland zu Aldi-Süd gefahren.
Spannendes Erlebnis.
Natürlich mussten wir bei Aldi-Süd einkaufen gehen, bis vor 12,5 Jahren war das mein Leib und Magen Einkaufsladen und ich habe es sehr vermisst als ich in Norden ging. Inzwischen habe ich mich eingewöhnt und habe, was den Hausdealer angeht, Aldi-Süd gegen Lidl getauscht. Aldi-Nord war kein adäquater Ersatz.
Aber wenn ich denn mal auf Besuch im Süden bin, dann ist ein Abstecher zu Aldi-Süd ein fester Programmpunkt.
Deshalb waren wir dort heute Einkaufen - und huiiii, was für ein Unterschied.
Dabei meine ich gar nicht mehr das Sortiment, das ist mir inzwischen so fremd wie es früher das Sortiment von Lidl war, aber die Unterschiede im gelebten und umgesetzten Hygienekonzept, die waren schon spannend.
Sozusagen keine aufgeklebten Abstandsbalken (2-3 vor den Kassen, mehr nicht), die Hälfte der Kunden ohne Einkaufswagen (wir hatten zwei, weil wir so intensiv auf das Konzept pro Kunde ein Wagen konditioniert sind) und Abstand war auch nichts, wo drauf irgendjemand besonderen Wert legte. Die Leute trugen zwar Masken, aber auch das teilweise nur sehr nachlässig. So echte Nasenpimmel habe ich hier im Norden in den letzten Wochen gar nicht mehr gesehen, hier geht alles sorgfältig und ordentlich zu.
Hier ist halt Norden und Westfalen.

Und irgendwie fühlte sich dieser Ausflug in den wilden Süden an wie eine Erklärung für die sichtbar unterschiedliche Seuchenausbreitung im Land.
Tja
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Sonntag, 22. November 2020
Wolkenperspektiven und unberührte Sanddünen
Wieder zurück auf dem Festland und zum Glück war das Wetter fliegbar.
Gestern wäre Fliegen völlig ausgeschlossen gewesen, so dass wir schon über eine deutlich unbequemere Rückreisevariante als Plan B nachdachten, denn morgen sind unaufschiebbare Termine und wir mussten deshalb unbedingt heute wieder zurück. Aber es hat dann doch alles problemlos geklappt, wir haben sogar einen neuen Geschwindigkeitsrekord von Haustür zu Haustür aufgestellt, 1:28h, so schnell waren wir noch nie.
Unterwegs bot das Wetter ein paar eigenwillige Wolkenformationen zum Bestaunen, aber wie häufig sind besonders beeindruckende Ansichten nur eine Frage der Perspektive.



Rechts ging die Sonne unter und lieferte ein spektakuläres Schauspiel, nach gradeaus sah die Wolkenwand dagegen nur finster und bedrohlich aus, aber das war alles kurz vor der Landung, so dass wir da nicht mehr durch mussten, sondern einfach nach unten zum Landen runtergingen.

Gegen Mittag bin ich noch mal kurz mit N zum Onkel gefahren, es gab ein paar Müllsäcke zu packen und zwei Stockwerke runterzuschleppen und Muttermale zu begucken. Ist schon praktisch so einen vielseitig verwendbaren Arzt im Haus zu haben, der nicht nur Müllsäcke tragen, sondern auch die Entfernung von Muttermalen organisieren kann.

Weil die Sonne schien und das Wetter verglichen mit gestern gut Laune machte, sind wir am Strand lang gefahren und während ich anhielt, um die langen, weiten und wie urtümlich wirkenden Sandflächen, die gestern von Sturm und Regen zusammengeweht und glattpoliert worden waren, zu fotografieren,


frönte N dem alten Traum aller Kinder: Als erster über unberührte Oberflächen laufen und alles mit den eigenen Spuren markieren.


Insgesamt war es ein wunderschönes Wochenende, jetzt bin ich allerdings so müde, dass ich plane, schon vor 20h im Bett zu liegen.

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Samstag, 21. November 2020
Aufräumsamstag
Kurzzusammenfassung des Tages: geputzt, aufgeräumt, aussortiert, gekocht, gegessen - müde.

Die Türen wurden heute noch luftdicht eingeschäumt, jetzt zieht es auch nicht mehr rechts und links durch die Ritzen, aber die vollständige Verkleidung für außen rum, die gibt es erst nächstes Jahr, wenn der Schreiner noch mal wiederkommt und dann auch die neuen Fenster einbaut.

In dem Zusammenhang (er kommt im Januar noch mal und baut neue Fenster ein) habe ich heute dann noch stand by entschieden, dass auch der Abstellraum ein richtiges Fenster bekommen soll. Bisher gibt es dort Glasbausteine, von denen ich einen schräg stellen kann zum Lüften, das fliegt jetzt alles raus und dafür wird ein richtiges Fenster eingebaut, der Schreiner meint, das sei eine gute Idee, denn damit verschwindet auch die Kältebrücke in dem Raum, die immer wieder für Schimmelprobleme gesorgt hat.

Zum Abendessen gab es Gambas al ajillo, gefüllte Blätterteighäppchen, Salat und Baguette, alles sehr lecker, jetzt hat K den Ofen angeworfen und wir werden ein bisschen chillen
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Freitag, 20. November 2020
Wolkenflug und neue Türen
Erfolgreicher Tag heute.
Vormittags Home-Office mit einer TelKo um 13.30h, von der keiner wusste, wie lange sie dauert und wenn es ganz blöd gelaufen wäre, dann hätte sich das alles sehr lange gezogen und dann wäre es zu spät geworden, um noch nach Borkum zu fliegen, denn Sunset war heute schon um 16.28h und bei 45 Minuten Flugzeit heißt das, dass man spätestens um 15h los muss, denn vor das Abfliegen hat der liebe Gott die allgegenwärtige Regulatorik noch die Fummelbude und allerlei Sicherheitsschnickschnack gesetzt, der Plan war also, die TelKo bestmöglich abzukürzen, ohne den Anschein mangelnden Engagements zu erwecken, weil, es geht immer noch um das große Projekt und das muss man natürlich ernst nehmen.
Um es kurz zu machen, es gelang, um 14.30h fuhren wir schon zum Flugplatz.

Das Wetter war prima, die Wolkenkonstellationen waren aufregend, aber nicht störend, der Flug hat viel Spaß gemacht und es gab ein paar schöne Motive unterwegs



Beim Anflug auf Borkum stand die Sonne schon recht tief, die Sichten waren aber prima, so dass es aus dem linken Fenster den Abendeindruck gab und aus dem rechten Fenster die Unendlichkeit




Auf der Insel wurden wir vom Onkel abgeholt, der am Vormittag schon auf der Baustelle mitgeholfen hatte, denn heute wurden die Türen eingebaut.
Als wir ankamen, hatte man schon auf helfende Hände gewartet, denn es braucht mehrere Leute, die schweren, neuen Haustüren zu tragen und beim Einhängen zu stützen.



Weil die Rahmen der alten Türen ja mit der Flex entfernt wurden und es dabei mehr als nur ein bisschen staubt, war der restliche Teil des Hauses sorgfältig mit Folien verklebt und abgeschirmt worden, das ganze wirkte ein bisschen wie ein riesiger OP-Tisch, auf dem der nicht operierte Teil des Körpers ja auch komplett abgedeckt wird.

Am Ende des Tages waren beide Türen drin



und ich habe mich den Rest des Tages darüber gefreut, wie gut mir das gefällt
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Donnerstag, 19. November 2020
Dies und das
Heute morgen habe ich Robbie samt seinem Ladekörbchen in die Diele umgezogen und nur die Tür zur Küche offengelassen, weil es eigentlich nur in der Diele und in der Küche regelmäßig Staubsaugbedarf gibt, im Wohnzimmer, wo er vorher ständig unterwegs war, ist es mittlerweile so sauber wie seit unserem Einzug nicht mehr, da ist jetzt erst mal genug gesaugt, es wird Zeit für neue Herausforderungen.
Als ich heute Abend nach Hause kam, schlief Robbi schon wieder brav in seinem Ladekörbchen, dafür war die Küche und die Diele 1a krümelfrei.
Geht doch.

Einer meiner Lieblingsblog ist ja Finanz-Szene.de, weil ich es liebe, in welch treffend schnoddriger Art sie dort über die Beweg-, Ab- und Hintergründe der Banken und der Menschen in diesen Banken berichten. Es gibt viel Insiderwissen, ich fühle mich topinformiert und gleichzeitig bestens unterhalten. Allererste Sahne.

Heute gab es dort eine Reportage über Filialbanken - und ich hatte das Gefühl, Herr Kirchner, der Autor dieses Textes, hat meine persönlichen Erlebnisse verarbeitet.
Zumindest die in den Filialbanken.

Dann berichtete er aber noch von 20 Minuten Kontoeröffnung in einer ganz neuen Digitalbank, das hat mich spontan fasziniert und natürlich habe ich gegoogelt, welche das ist und gehe davon aus, dass er Klarna meint.
Also habe ich dort heute auch ein Konto eröffnet, bei solchen Dingen bin ich sehr gerne auch sehr früh dabei.
D.h., ich weiß nicht so genau, was ich da heute beantragt habe, ich gehe nur davon aus, dass es sich bei dem, was ich da autorisierte, um ein Konto handelt, auf alle Fälle passte das mit den 20 Minuten inklusive online Identifikation und ich habe jetzt eine (virtuelle) Karte, die in meinem Apple Pay hinterlegt ist, mit der ich also einkaufen kann, wo auch immer man mit Apple Pay bezahlen kann, das einzige, was ich noch nicht kenne, ist meine Kontonummer, weshalb ich nicht weiß, wie ich da Geld auf das Konto draufkriege, aber ausgeben kann ich es ab sofort.
Ist ja auch mal nett, diese Variante, ich drücke Klarna aber besser mal die Daumen, dass das auf Dauer gut geht.
Ich gehe davon aus, dass ich demnächst dann doch noch echte Papierpost mit weiteren Unterlagen zu diesem Vorgang bekomme, wir werden sehen, ich finde es aber hochspannend, welche Alternativen zu unseren deutschen Sparkassen da so nach und nach aus den StartUp-Löchern purzeln.

Ansonsten ist die beste Neuigkeiten des Tages, dass der Schreiner mitsamt den neuen Türen auf Borkum angekommen ist und wir versuchen morgen dann auch rüberzufliegen. Heute war Sturmwarnung für Borkum, da fliegt es sich ja besonders schnell, besser aber, wir gucken morgen doch noch mal genau ins Wetter
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Mittwoch, 18. November 2020
Podcasts
Auf der Autofahrt ins und vom Büro und überhaupt auf allen Autofahrten, bei denen ich alleine In meinem Auto unterwegs bin, habe ich mich daran gewöhnt, Podcasts zu hören. Weil der wöchentliche DrostenPodcast nicht alle Autofahrzeiten abdeckt und ich inzwischen schon so viele Alles gesagt Podcasts gehört habe, dass ich mal Lust auf was anderes hatte, habe ich mich in den letzten Tagen/Wochen relativ willkürlich durch viele verschiedene Podcast durchgeklickt bzw. testgehört und fand es interessant, aus welchen Gründen ich einen Podcast mag und wann ich sehr schnell weiter bzw. rigoros für immer weggeklickt habe.
Das für mich mit großem Abstand entscheidendste Kriterium ist die Stimme der Sprecher. Es ist jetzt nicht superwichtig, dass sie eine tolle Stimme haben, das ist eher ein zusätzlicher Pluspunkt, der für die Unterscheidung zwischen "kann man hören" und "macht Spaß zu hören" von Bedeutung ist, aber eine schreckliche Stimme ist dagegen ein absolutes Knockout-Kriterium.
Welche Stimmen ich so gruselig finde, dass es mir ein Weiterzuhören unmöglich macht, ist natürlich mein ganz persönlicher, subjektiver Geschmack, aber jede Stimme, die so nasal klingt, als hätte der Sprecher einen Stockschnupfen, so eine Stimme ist mir so unangenehm wie anderen Leuten das Geräusch von Fingernagel Kratzen auf Schultafel. Ich erinnere mich, dass es in meiner Jugend eine Pastorin gab, die den alten, pensionierten Pfarrer ersetzen sollte und die hatte auch so eine Schnupfen-Näsel-Stimme. Wenn die predigte, war es mir körperlich unmöglich in der Kirche sitzen zu bleiben, weshalb ich das trotz der Androhung von körperlichen Auseinandersetzungen mit meinem Vater auf das entschiedenste verweigerte.

Und was ich als Podcast-Stimme überhaupt nicht leiden kann, sind diese Mädchen-Stimmen. Es gibt ja Frauen die klingen mit Mitte 40 noch wie Teenager, das finde ich ganz entsetzlich und auch wenn der Inhalt dessen, was sie sagen, vielleicht echt interessant ist, aber einer 15jährigen möchte ich nicht zuhören, auch nicht bei philosophischen Betrachtungen über das Leben. Egal wie alt die 15jährige ist, wenn sie klingt wie 15 ist das für mich erledigt.
Es gibt einen ziemlich bekannten Podcast "Hotel Matze" und die Ehefrau von Matze hat selber einen Podcast gestartet, der sich inhaltlich echt interessant liest. Leider ist Frau Matze stimmlich blutjung, was eben bedeutet, dass ich ihr leider nicht zuhören kann, auch wenn ich ihre aufgeschriebenen Gedanken ganz toll finde/fände.

Was ich auch nicht ertragen kann, ist Akzent. Überhaupt keinen Akzent. Einfach gar keinen, auch keinen, den ich tendenziell mag, wie norddeutsch, ich ertrage Sprechstücke nur auf Hochdeutsch, alles andere ist mir nach fünf Minuten too much.
Was dagegen funktioniert ist ein Podcast auf plattdütsch, das ist ja kein Akzent, das ist eine andere Sprache, dann geht das.

Dann gibt es sehr viele privat produzierte Podcast, wo die Podcaster ursprünglich aus der Bloggerszene kommen und wirklich tolle und interessante Dinge schreiben oder geschrieben haben. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie angenehm frei sprechen können. Wenn man sich erst mal durch eine ganze Reihe verschiedener, privat produzierter Podcasts probegehört hat, stellt man schnell fest, wie viele Leute seltsame Sprachticks haben. Heutzutage sagt man nicht mehr "äh", heutzutage sagt man "genau", das aber mindestens so oft und unsinnig wie die typischen "ähs", finde ich sehr gruselig.
Sehr anstrengend finde ich auch diese holprigen Sprecher, denen beim Reden über A schon mittendrin B einfällt und die dann brückenlos mitten Satz neu ansetzen, was über B sagen, nur um vor Beendigung dieses Gedankens dann noch zu C zu wechseln. Usw.

Und ich finde es unangenehm, wenn Leute hässlich lachen. Es ist ganz erstaunlich, wie viele Leute hässlich lachen. Es mag ihr persönliches Schicksal sein, ich weiß nicht, wie weit man an seiner eigenen Lache etwas drehen kann, aber bei manchen Leuten habe ich wirklich das Gefühl, die hören sich ihren eigenen Podcast gar nicht an, sonst würden sie ihre schrille Lache doch ganz bestimmt rausschneiden - oder gibt es Leute, die so etwas mögen?

Erst wenn das Soundthema Stimme so gelöst ist, dass ich beim Zuhören nicht schon aus rein akustischen Gründen sofort wieder abschalten möchte, kann ich mich mit den inhaltlichen Aspekten eines Podcasts auseinandersetzen. Hier variieren meine Vorlieben dann, habe ich festgestellt, aber tendenziell mag ich Podcasts am liebsten, wo Personen miteinander sprechen und mir nicht einfach nur so etwas erzählen. Und ich habe aktuell keinen Bedarf an Aktualität.
Das Morningbriefing von Herr Steingart, den ich eine lange Zeit echt gut fand, habe ich deabonniert und gelöscht, irgendwann ging mir der gute Mann mit seinem Narzissmus dann doch zunehmend auf den Senkel, überhaupt habe ich ein grundsätzliches Problem mit Menschen, die sich selber so ungebremst großartig finden.

Mag ja sein, dass es aus reinen Achtsamkeits- und überhaut Erfolgskriteriumsgründen sehr schlau ist, sich selber toll zu finden, aber ich finde, das sollte man einfach eine Runde leiser tun, was für mich bedeutet, ich schalte solche Podcast gar nicht erst ein. Dann ist das maximal leise.

Und wenn ich nicht bald einen Podcast finde, den ich einschalten kann, wenn ich das wöchentliche DrostenUpdate durchgehört habe (hier finde ich Frau Cisek übrigens auch deutlich weniger angenehm zum Zuhören als Herrn Drosten), dann starte ich einfach die acht Stunden Alles gesagt mit Juli Zeh noch mal. Die finde ich so toll, die kann ich ohne Bedenken auch zwei- oder dreimal hören
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