anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 21. Juni 2018
Komplexe Logistik erfolgreich gelöst
Die Aufgaben für heute:
Büro bis mindestens 15.30h
Abholen der fertigen Brillen in der Innenstadt von Münster
Friseur um 17h in Greven
C. vom Bahnhof abholen, 17:45h
Restliche Sachen packen, Auto beladen
Fahrt nach Aurich (200km)
Einchecken im Hotel
J. einsammeln
Ankunft im Restaurant in Aurich um 22h (Tischreservierung)

Ergebnisse:
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Cool, oder?
Auf der Fahrt nach Aurich wurden wir von einem Regenbogen verfolgt, der sich irgendwann sogar in die Heckwolke heftete



K. sagte, nach dem durchgezogenen Unwetter, beeindruckt das Rückseitenwetter in der Regel mit tollen Wolken.
Er hatte recht
i

Morgen dann Abiturentlassveranstaltung, wird bestimmt lustig
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Mittwoch, 20. Juni 2018
Das wird hart
So sorry, aber keine Zeit.
Ich muss packen.
Ja, richtig gelesen, ich muss tatsächlich packen, und weil ich das bekanntlich ganz, ganz gräßlich finde, habe ich entsprechend gute Laune, aber hilft ja nix.
Morgen fahren wir direkt nach dem Büro nach Esens, um Freitag früh und ausgeschlafen den ganzen Tag J.s Abi-Übergabe mit Ball zu feiern.
Und deshalb muss ich jetzt entscheiden, was ich anziehen will. Mindestens zwei Outfits brauche ich bestimmt, im Zweifel drei (Kirche und Zeugnisübergabe, Wartezeit während des Tages, Ball am Abend) und zu meinem großen Verdruss kann ich die nicht einfach aus meinem normalen Alltagskleiderschrank sammeln, sondern muss natürlich irgendetwas Anlasspassendes finden, wobei ich das dumpfe Gefühl habe, dass die Betonung hier auf "passen" liegt. Ich halte nun schon recht gleichmäßig seit zwei Monaten dieses Teilzeitfasten durch, nach glänzenden Anfangserfolgen hat sich der Stoffwechsel hierzu mittlerweile aber wohl auf "Dauerzustand" eingestellt und per Saldo sind nach zwei Monaten erst zwei Kilo weg, was ich jetzt noch nicht so richtig beeindruckend finde. Ja ich weiß, langsam abnehmen ist sinnvoller und nachhaltiger und gesünder, man bleibt aber eben auch länger fett, grummel.

So, und deshalb muss ich jetzt den "Spezial-Kleiderschrank" durchprobieren, denn natürlich habe ich reichlich anlasspassende Klamotten, ich weiß halt nur nicht, ob sie mir noch passen
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Dienstag, 19. Juni 2018
Ganztagsjob
J. hat neulich ein 14tägiges Praktikum in einer Apotheke gemacht, weil er sich erhofft hat, in der Zeit rauszukriegen, was ein Apotheker eigentlich so den ganzen Tag macht.
Das Ergebnis war relativ ernüchternd, denn er hat festgestellt, dass Apotheker tatsächlich nichts besonders Spannendes machen, eigentlich machen sie genau das gleiche wie die Angestellten PTAs: Medikamente verkaufen, sich immer wieder die gleichen Geschichten von alten Omas anhören, Regale einräumen, Bestände kontrollieren, Bestellungen aufgeben und außerdem unendlich viel Buchführung und Abrechnungen.
Weshalb man dafür zwölf Semester studieren muss, erschließt sich einem wirklich nicht, aber mit einem Pharmaziestudium muss man ja nicht zwingend Apotheker werden, in der Pharmaindustrie gibt es garantiert auch einige spannendere Jobs.
Ich habe leider nicht nur überhaupt keine Ahnung von Naturwissenschaften, ich habe dummerweise noch weniger Ahnung, welche Jobs es in diesen Fächern überhaupt gibt und wodurch sich der Job eines Chemikers von dem eines Biochemikers, von dem eines Pharmazeuten letztlich unterscheidet, wenn nachher alle drei in der Forschung arbeiten. Aber vielleicht sind die Unterschiede auch gar nicht von so großer Bedeutung, ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, dass sich die tatsächliche Spezialisierung erst im Job ergibt und nicht schon durch das Studium.
Ich bin deshalb durchaus gespannt, für welches Studium sich J. letztlich entscheidet, ich persönlich fände ja Pharmazie attraktiv, dann hätte ich einen Mediziner Sohn und einen Apotheker Sohn, und müsste mir um meine medizinische Versorgung im Alter keine Gedanken mehr machen.

Eine ernüchternde Zusatzerkenntnis, die J. aus seinem Praktikum gewonnen hat, ist die Feststellung, dass von einem Tag nur sehr wenig übrig bleibt, wenn man tatsächlich acht Stunden arbeitet. Das habe ich dann nur mit „Ach was“ kommentiert
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Montag, 18. Juni 2018
Unreisig
Ich verreise nicht gerne.
Ich finde Reisen in den meisten Fällen eher unbequem, anstrengend und meist sehr lästig.
Das gilt nicht nur für Dienstreisen, vor denen ich mich so oft wie möglich versuche zu drücken, das gilt auch für Urlaub machen.
Soweit es das Reisen im allgemeinen betrifft, mache ich keine großen Unterschiede, auch private Urlaubsreisen stehen bei mir nicht sehr weit oben auf der Liste der Dinge, die ich unbedingt tun möchte.
Was Urlaubsreisen angeht, liegt das vor allem daran, dass ich ausgesprochen gerne zu Hause bin.
Und weil ich gleich zwei Zuhauses habe, zwischen denen ich ständig hin und her pendele, habe ich sowieso schon das Gefühl, unentwegt auf Achse zu sein.
Außerdem liegt eines dieser beiden Zuhauses auch noch an einem Ort, wo andere Leute extra zum Urlaub machen hinfahren und ich deshalb sehr wenig Sinn darin sehe, selber an einen anderen Ort zu fahren, um endlich mal Urlaub am Meer zu machen.
K. hielt mir neulich wunderschöne Bilder von einem todschicken Strandhotel irgendwo auf einer griechischen oder kroatischen Insel vor die Nase und fragte mich, wie ich das finde. Ich sah viel blaues Meer, sehr blau, beeindruckend photoshopblau, dazu ein Hotel mit einem tollen Pool, flirrend weiße Mauern und eine Felsenküste - und sagte spontan: "Langweilig." Wenn K. mir solche Fotos vor die Nase hält, habe ich nämlich sofort die Sorge, er versucht mich zu einem Urlaub irgendwo außerhalb meiner Zuhauses zu überreden und bei der Vorstellung, ich sitze dann nachher 14 Tage als Massentourist in so einem Hotel auf einer Insel und muss die Zeit totschlagen, bis ich endlich wieder nach Hause darf, bei dieser Vorstellung zucke ich spontan zusammen, weil ich konstant das Gefühl habe, ich habe eh schon zu wenig Zeit, um einfach nur zu Hause zu sein und die wenige freie Zeit, die ich habe, soll ich dann noch in so einem langweiligen Hotel verplempern.
Nein danke. Kein Bedarf.
Für Urlaub in Bergen bin ich allerdings auch nicht geeignet, da meine Abneigung gegen Berge mit wachsendem Alter doppelt proportional schlimmer wird. CW hatte ja diese Wohnung in den Hautes-Alpes , und natürlich sind wir mindestens einmal im Jahr dorthin gefahren, so dass ich denke, ich war in meinem Leben ausreichend oft in den Bergen, um das für den Rest meines Lebens nicht mehr zu müssen. Berge und ich - das wird keine Freundschaft mehr.
Wenn man sich sonst überwiegend am Meer aufhält, ist man daran gewöhnt, dass man den Blick zur Entspannung einfach so ziellos grade in die Ferne richtet, dabei die Seele baumeln lässt und sich über die Unendlichkeit freut.
In den Bergen geht das nicht. Wenn ich dort meinen Blick einfach so, ziellos gradeaus in die Ferne richte, knallt er Zack! sofort gegen den nächsten Berg und ich schrecke beklommen zusammen. Nach einer Woche Aufenthalt in den Bergen habe ich nicht nur immer stärker werdende klaustrophobische Schübe, sondern auch jede Menge blaue Flecken an den Augen, von all den Blicken, die ich unaufmerksam gegen Bergwände geschleudert habe.
Jetzt gibt es sicher noch mehr Urlaubsalternativen als nur Meer und Berge und ja, ich lasse da auch durchaus mit mir reden, aber es wird wohl nie so sein, dass es mir fehlt, wenn ich mal nicht in Urlaub fahre.
Wenn ich jetzt grade so darüber nachdenke, habe ich mich schon seit sehr vielen Jahren ziemlich erfolgreich vor diesem lästigen "in den Urlaub fahren" gedrückt, mein armer Westfalenmann ist deshalb schon ganz deprimiert, denn in seinem Weltbild fährt eine ordentliche Familie eben mindestens einmal im Jahr auch ordnungsgemäß in Urlaub.
Ich frage mich dagegen immer öfter, was die Leute wirklich umtreibt, weshalb so viele Leute ständig meinen, sie müssten "mal raus". Finden die ihr eigenes Zuhause so gräßlich, dass sie sich regelmäßig davon erholen müssen? Und dafür dann auch noch ein horrendes Geld ausgeben und neben einer unstreitig meist sehr umständlichen, unbequemen und nervigen An- und Abreise auch gleichzeitig noch jede Menge Komfortverzicht in Kauf nehmen? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Unterkunft in einem dieser Massenhotels komfortabler ist als das eigene Bett in der eigenen Wohnung mit den eigenen Sachen.
Ich kann mir genaugenommen halt gar nicht vorstellen, was an einem Urlaub mit Verreisen so toll sein soll.
Und wenn ich mir dann noch ansehe, was solche Urlaube kosten, dann verstehe ich es endgültig nicht mehr. Für die Kohle, die manche Leute einfach nur für Urlaub verballern, könnten die sich auch jedes Jahr zweimal neu einrichten - und irgendwann muss es dann doch zuhause so gemütlich sein, dass man das auch mal in Ruhe genießen will.
Aber nein, der gemeine Deutsche ist reisewütig.
Wenn es dann wenigstens darum ginge, andere Länder und andere Kulturen zu entdecken, dann könnte ich das ja noch mit Neugier und Abenteuerlust erklären, aber Palma de Mallorca ist deutscher als Wanne-Eickel und Abenteuerlust würde ich auch anders definieren.

Nun, egal, soll der Rest der Welt ständig verreisen, ist mir im Grunde ziemlich egal, solange ich in Ruhe zu Hause bleiben darf und keine Koffer packen muss. Kofferpacken ist nämlich meine Hassbeschäftigung Nummer 1 bis 17, lieber bügele ich 153 Hemden und putze alle Fenster, solange ich bloß keine Koffer packen muss. In meiner Kofferpackabneigung habe ich es schon mehrfach fertiggebracht, dass ich einfach ohne gefahren bin und mir dann vor Ort alles gekauft habe, was man eben so braucht, wenn man keinen Kofferinhalt dabei hat. Habe ich als perfekte Alternative entdeckt, nachdem mir auf einem Flug mal ein Koffer weggekommen ist und ich dann schauen musste, wie ich klarkomme. Geht erstaunlich einfach, wenn man die allerallernotwendigsten Basics in der Handtasche hat, was ich sowieso immer habe, denn auch Handtaschenpacken ist ätzend, also schleppe ich stets eine riesengroße Handtasche mit mir rum, in der immer alles drin ist, was man für ein 10tägiges Survivalcamp braucht. K. sagt, meine Handtaschen sind unterkellert, ich will das nicht bestreiten.
Aber auch wenn ich das verhasste Kofferpacken durch Verweigern von mir schieben könnte - einen echten Grund, weshalb ich überhaupt in Urlaub fahren sollte, habe ich dann immer noch nicht gefunden
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Sonntag, 17. Juni 2018
Entspannter Sonntag
Hier war nicht viel los heute.
Ich habe gelernt, dass ich einfach aufhören sollte, mir auch nur irgendwie geartete Büroarbeit für das Wochenende vorzunehmen. Das klappt sowieso überhaupt gar nie und macht nur schlechte Laune, weil ein Versagen sicher vorprogrammiert ist und bis ich mir eingestehe, dass ich mal wieder versagen werde, bin ich die gesamte Zeit mit schlechtem Gewissen und diesem ekligen Dauerdruck "du solltest dich doch eigentlich an den Schreibtisch setzen" durch das Wochenende geschlichen und hatte überhaupt gar keine freie Kapazität, die freie Zeit einfach nur zu genießen. Das ist doppelt dämlich, doppelt unproduktiv und überhaupt einfach nur sehr, sehr überflüssig, weshalb ich beschlossen habe, mich jetzt als allererstes einmal intensiv mit einer Umplannung meines Planungsverhaltens zu beschäftigen.
Außerdem habe ich gelernt, dass mein Schlafbedürfnis nicht weniger wird, im Gegenteil, wenn ich es einfach nur ignoriere, weil, sonst kommt man ja zu nix, komme ich unterm Strich auch nicht zu mehr, weil ich kurzerhand zwischendurch umkippe. Ich habe gestern von 16h-21h geschlafen, dann war ich drei Stunden wach und habe Internet gelesen, noch vor Mitternacht bin ich wieder eingeschlafen und erst heute morgen um 9h mit dem Gefühl, jetzt erst einigermaßen ausgeschlafen zu sein, wieder aufgewacht. Tatsächlich aufgestanden bin ich aber erst um 13h, vorher war ich dazu zu unmotioviert (ich hätte mich ja an den Schreibtisch setzen sollen), den Nachmittag habe ich dann entspannt mit allerleirau Rumgepröddel vertrödelt, gegen 17h haben wir uns dann gemeinsam überlegt, dass wir trotz Fußball und leerer Restaurantverlockung zu bequem sind, um essen zu gehen und statt dessen lieber selber grillen, schließlcih habe ich neulich einen neuen, kleinen Tischgrill gekauft (weil, ich brauche alle guten Haushaltsdinge doppelt, da mir sonst genau dieses eine Teil in dem zweiten Haushalt grundsätzlich bitterlich fehlt) und dieser neue Tischgrill ist jetzt mit elektrischer Belüftung und überhaupt so ein Edelschickimickifabrikat, und genau diesen Tischgrill wollten wir endlich ausprobieren und einweihen.
Das Lamm musste auch weg, wir hatten das Grillen ja schon für gestern geplant.
Also habe ich mich mit Grillvorbereitungen beschäftigt. die obligatorischen Gemüsespieße zusammengespießt, Kräuterbutter und Aioli hergstellt und mich über das "Thaipesto" mokiert, was ich neulich in so einem Goodiebag auf der Sommerparty einer großen Anwaltskanzlei bekommen habe. Die hatten Björn Freitag zum Grillen eingeladen und alle Gäste bekamen dann zusätzlich so ein Tütchen mit Leckerli und Björn Freitag Rezepten und einer Grillzange usw. zum Mitnehmen, u.a. war da halt dieses Gläschen "Thaipesto" bei. Die Zutatenliste auf dem Gläschen ist lang und liest sich kompliziert, ausgefallen und elitär, laute gute Sachen sollen drin sein, ich war sehr gespannt, wie es schmeckt, denn nur nach der Beschreibung zu schließen muss es zu einem wahren Geschmacksorgasmus kommen, wenn man nur dran leckt.
Es schmeckte ------ nach nichts. So sehr nach nichts, dass es schon wieder faszinierend war. Ich bin sicher, ich hätte auch normales, einfaches Öl nehmen können und kleingehäckselten Rasen- und Heckenschnitt einrühren können, der Unterschied wäre nicht aufgefallen. Obwohl, es schmeckte ja noch nicht mal nach Rasen oder Hecke, es schmeckte wirklich einfach nur nach nichts. Sehr, sehr faszinierend. Muss man auch können, etwas mit so vielen würzigen Zutaten derart geschmacklos werden zu lassen. Und es dann auch noch "Thai" zu nennen, ich meine, da erwartet man doch extra viel Geschmack, oder nicht? Nun ja, es war zum Glück nur ein kleines Gläschen und K. hat sich einen großen Klecks auf den Teller getan, weil er meinte, es müsste schließlich auch weg und besser schnell als das man sich noch länger damit quält.
Das Gläschen ist allerdings sehr hübsch, das wird grade von der Spülmaschine gespült, das kann ich sicherlich weiterverwerten.

Der neue Grill ----------- grillt, wenn man ihn lange genug heiß werden lässt. In der Bedienungsanleitung steht, er ist nach 4 Minuten einsatzbereit, das stimmt allerdings nur, wenn man ihn nur zum Warmhalten von Handtüchern verwenden möchte. Um Grillgut einigermaßen sinnvoll darauf zu grillen, braucht er durchaus seine 45 Minuten Vorlauf, wie jeder andere Grill auch. Wir probieren es also demnächst noch mal und passen dann nur das Timing für die side dishes (wie heißt das auf deutsch? komm grad nicht drauf) etwas besser an. So waren wir schon satt mit Brot und Kartoffeln, bevor das Lamm überhaupt auf dem Grill lag.

Ansonsten: K. lernt hier nonstop für seine IFR-Theorie Prüfung. Insgesamt sind es sieben Fächer, von denen er fünf vor ca. drei Wochen schon offiziell beim LBA (Luftfahrtbundesamt) erfolgreich absolviert hat, es fehlen aber noch die beiden umfangreichsten Fächer, von denen er aber wiederum eines jetzt soweit durchgelernt hat, dass er die Zulassungsprüfung heute abend online angehen will. (Bevor ihn die Flugschule beim LBA zur Prüfung anmeldet, muss er eine vergleichbare Prüfung bei der Flugschule mit 85% Trefferquote bestanden haben.) Dann fehlt nur noch Meteorologie, mit weit über 1000 Fragen zwar das umfangreichste Fach von allen, dafür aber nicht ganz so abstrus und/oder kompliziert wie Radionavigation und/oder Flugplanung.
Dadurch, dass ich ja die AZF Funklizenz mit ihm gemeinsam gemacht habe, habe ich wenigstens ein Grundverständnis, worum es da geht, denn beide Fächer sind ja auch Grundlagen für die Funkerei. Ich fand aber schon die Grundlagen in der Funkausbildung ziemlich ätzend und bewundere meinen Westfalenmann, mit welch stoischer Ruhe er sich mit diesem Kram beschäftigt, bei dem ich mir immer nur die Frage stelle, warum um alles in der Welt man so einen Quatsch auswendig lernen soll, denn mir fällt wirklich keine, nicht irgendeine einzige Situation ein, in der man als Pilot ein Problem hat, weil man nicht weiß, wie viele Meter so eine Radiowelle lang ist.
Egal, ich hoffe, er schafft das alles bis zu den Ferien, weil er natürlich für kaum etwas anderes einen Kopf hat, so lange er in dieser Prüfungsfragenlernerei festhängt, dann fehlt nur noch die Praxis, die macht aber bestimmt deutlich mehr Spaß, und dann hat er endlich die Instrumentenflugberechtigung und wir dürfen legal durch Wolken fliegen
:-)

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Samstag, 16. Juni 2018
Ohne geregelten Arbeitsalltag ist das Leben kompliziert
Wenn ich jetzt hinschreiben würde: „Mein Tag bestand nur aus Schlafen.“ wäre das vielleicht einen Tick übertrieben, aber im Wesentlichen würde es tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Zwischen Aufstehen und „nur mal kurz hinlegen“ (das dazu führte, dass ich zwar eben aufgewacht bin, jetzt aber immer noch im Bett liege, weil es sich nun auch nicht mehr lohnt, den Tag noch zu rocken), also in der Zeit dazwischen war ich auch wach und unterwegs, aber für eine wirklich berichtenswerte Action hat es nicht gereicht.
Wir sind mit dem Auto losgefahren, weil wir Blockhäuser besichtigen wollten, die Blockhausausstellung in Münster hat aber Samstags geschlossen. Scheint eine reine Rentnertruppe als Zielgruppe zu sein, die Blockhäuser kaufen.
Menschen, die während der Woche noch arbeiten müssen, bestellen im Internet oder kaufen keine Blockhäuser.
Ist mir bei vielen Dingen schon aufgefallen, dass ich mich über Öffnungszeiten einer Verkaufsausstellung gewundert habe (Küchen, Autos, Fahrräder, Möbel), Menschen mit klassischen Arbeitszeiten können hier nur einkaufen, wenn sie dafür Urlaub nehmen.
Egal, Blockhäuser kann man also samstags auch nicht kaufen, nun standen wir aber wach und einkaufswillig in Münster und überlegten, was denn tun stattdessen. Ich Habe mich dann von K. beim Flohmarkt absetzen lassen und K. hat in der Zeit das Auto durch die Waschstraße gefahren, die Autos bei Mercedes beguckt und sich anschließend im Fahrradladen umgeschaut. Halt all die Dinge erledigt, die Mann nur am Samstagvormittag erledigen kann.
Gegen 13h hat er mich am Flohmarkt wieder eingesammelt. Ich hatte einen Hocker mit Plüschfell und diverse Bücher erworben und saß deswegen gemütlich am Rand des Parkplatzes und habe gelesen, während ich darauf wartete, abgeholt zu werden. Ich glaube, ich sollte auf dem Samstags Flohmarkt (der oft die Besonderheit hat, dass K. in der Zwischenzeit Dinge erledigt und mich anschließend wieder abholt) immer einen Hocker und ein Buch kaufen, das ist enorm entspannend für die Logistik.
Dann sind wir zu Lidl einkaufen gefahren, was leider nur sehr holperig funktionierte, denn im ersten Lidl, in dem wir waren, gab es das Brot nicht, das wir wollten, dafür sehr schöne, sehr günstige Avocados und überhaupt eine gute Obst und Gemüseauswahl, die aber K. dann dort nicht kaufen wollte, weil er dort gar nichts mehr kaufen wollte, damit man sich nicht an der Kasse anstellen muss, wenn wir sowieso noch in einen anderen Lidl Laden fahren müssen. Im Lidl in Greven gab es dann unser Brot, dafür war das Gemüse aber im Wesentlichen geplündert und es war rappelvoll. Das führte dann dazu, dass ich dort außer Brot nichts mehr einkaufen wollte, weil ich jetzt beleidigt und genervt war, das Leben ist kompliziert.
Wir sind schließlich zu Netto und zu Aldi gefahren, weil K. für einen Einkauf im Edeka Markt nicht rechtzeitig genug rechts abgebogen ist, weshalb ich dann aber nicht mehr wollte, dass er wendet, ich sagte es ja, das Leben ist kompliziert.
Nach all diesen komplexen Irrungen, Wirrungen und Wendungen unseres Samstagsplans war ich nach Rückkehr zu Hause dann so erschöpft, dass ich Mich dringend kurz ausruhen musste.
Ich habe es zwar vorher noch geschafft, das Lammfleisch für den eigentlich geplanten Grillabend in Marinade einzulegen, den Grillabend selber müssen wir aber verschieben, weil es inzwischen eindeutig zu spät ist und ich auch keine Lust mehr habe, nochmal aufzustehen.
Dabei fällt mir gerade auf, dass das ganz blöd ist, denn morgen ist Fußball und damit unsere Chance, in Restaurants Essen zu gehen, die normalerweise komplett überfüllt sind, morgen MUSS man eigentlich rausgehen, um die Ruhe zu genießen. Aber was wird dann aus dem Lamm?
Das Leben ist kompliziert
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Freitag, 15. Juni 2018
Ich bin fast fertig
mit meiner eigenen Steuererklärung.
Mehr als 80% ist erledigt, der Rest ist jetzt wirklich nicht mehr so schlimm, das schaffe ich dieses Wochenende.
Das Gemeine ist ja, dass mir das Finanzamt keine Fristverlängerung gewährt, 0, nada, nix. Heute kam schon die Mahnung mit letzter Fristsetzung. Wenn ich bis zum 25.6. nicht abgegeben habe, greifen sie zu drastischeren Methoden und einen Verspätungszuschlag können sie mir jetzt auch schon aufbrummen, einfach so, weil sie es können.
Ich meine, dieses Amt, bei dem ich veranlagt werde, ist schon besonders auffällig unverschämt und gnadenlos im Umgang mit seinen Steuerpflichtigen, die Ämter, mit denen ich beruflich deutlich häufiger zu tun habe, sind zum Glück eindeutig freundlicher, verständnisvoller und unterstützender bei der täglichen Arbeit, deutlich mehr Partner als Gegner. Aber jedes Finanzamt ist anders, wobei allen gemein ist, dass sie meist klar erkennbar die der Gesinnung ihres Vorstehers ausleben. „Mein“ Finanzamtsvorsteher scheint so ein kleiner, verkappter Seehoferfan zu sein: „Ich bin der Bestimmer und dulde weder Schlampereien, noch Faulheit oder Regelverstöße. Wenn die Frist zur Abgabe der Steuererklärung der 31.05. ist, dann ist die Frist der 31.05., Ausreden werden nicht angehört. Abweichler erbarmungslos gejagt.

Ich habe mit so einer blödsinnigen Vorschriftshörigkeit ja ein grundsätzliches Problem und bin regelmäßig schwer versucht, mir daraus ein Späßchen zu machen, aber jetzt bin ich wirklich fast fertig, dann ist es bald für dieses Jahr auch wieder gegessen
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