anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 25. September 2021
Flohmarktschätze
Bevor ich gleich wieder wegen allgemeiner Schwäche ausfalle und kurzfristig ins Bett verschwinden muss, schreibe ich lieber jetzt mal fix was, denn das war bisher ein sehr schöner und sehr erfolgreicher Tag und es wäre schade, wenn ich den unbeschrieben vergehen ließe.

Der Tag lockte mal wieder mit wunderbarem Wetter, was die unerledigten Schreibtischprobleme noch unangenehmer macht.
Ich bin ja großer Fan der letzten Minute, gäbe es die nicht, würde ich lästige Dinge wahrscheinlich niemals erledigen, aber so bleibe ich verbissen positiv gestimmt, ich krieg das sicherlich noch alles irgendwie hin. In der letzten Minute, vielleicht brauche ich davon dann einfach ein paar mehr. Minuten, meine ich.
Egal, heute war schönes Wetter und Samstag und Flohmarkt, Yolo!, wir fuhren also nach Münster.

Was für eine gute Idee das war, kann man ja immer erst im Nachhinein beurteilen, wenn man zu Hause seine Ausbeute noch mal sorgfältig ausbreitet und seine Schätze bewundert.

Das Tollste, was ich heute gekauft habe, ist das hier:

Ein alter Hackklotz original aus einer Metzgerei. Ich war spontan schockverliebt.

K., der das gute Stück abtransportieren musste, denn es ist ziemlich schwer, da wäre ich alleine dran gescheitert, ekelte sich ein wenig, denn es war halt wirklich original aus einer Metzgerei und nur so grade eben oberflächlich saubergemacht.

Blood, sweat and tears - alles noch dran, aber es gibt doch Hochdruckreiniger und ich war da sehr zuversichtlich, dass ich die gruseligsten Vergangenheitsspuren problemlos wegkärchern kann.
Zuhause angekommen stellte K mir das Teil auch sofort in den Garten, ein wunderbarer Vorwand, um noch mehr Bogen um den Schreibtisch zu machen.

Aber auch an einem anderen Stand habe ich schöne Dinge gekauft, da war nämlich eine Frau, die hatte eine Riesenmenge an ungetragenen, noch mit Preisschild versehenen, Großraumpullovern im Angebot. Alle aus feinster Merinowolle und ganz exakt so, wie ich Pullover liebe. Ich habe insgesamt fünf gekauft, drei blaue (Blau ist schließlich nicht gleich Blau, von Blau kann man gar nicht genug Schattierungen haben), einen schwarzen und einen in Herbstorange.

Sind inzwischen schon alle gewaschen und trocknen nun langsam an der frischen Luft vor sich hin, denn sie rochen allesamt leicht muffig. Das passiert, wenn Wolle sehr lange liegt, ich kenne das von der Wolle der Onkelfrau, die müffelt auch.
Überhaupt erinnerte mich an diesem Stand viel an die Onkelfrau, denn die Preisschilder der Pullover trugen alle noch DM-Preise und als ich die Verkäuferin fragte, wo sie die Sachen her hätte, sagte sie, es wäre ein Nachlass, die hätte sie dort so vorgefunden. Es gibt also noch mehr Menschen, die Dinge einfach in Riesenmengen in Läden kaufen, nur um sie zuhause dann unbenutzt in den Schrank zu legen und zu horten.
Ich war in diesem Fall sehr zufrieden mit der Marotte der Nachlassgeberin, es sind wirklich ganz ungemein schöne Pullover.

Außerdem habe ich heute Nachmittag ja gekärchert, das machte auch viel Spaß. Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß das macht, denn K hat den Hochdruckreiniger, den ich heute das erste Mal benutzte, erst vor kurzem gekauft, ich besaß die letzten 13 Jahre also keinen, habe ich heute bemerkt.

Aber jetzt, jetzt habe ich wieder einen und ich habe ihn ausgiebig benutzt. Allerdings nicht so ausgiebig, wie ich gerne gewollt hätte, denn es ist ein akkubetriebenes Gerät und wir haben leider nur einen Akku. Nach einer Stunde war der Spaß schon wieder zu Ende, da war ich zwar erwartungsgemäß selber gründlich nass und wunderbar verdreckt, aber natürlich noch lange nicht mit allem, was man kärchern könnte, fertig. Die Terrasse sieht jetzt erst recht seltsam aus.
Auf meiner Einkaufsliste steht der dringliche Erwerb eines zweiten Akkus für das Gerät.

Der Hackklotz ist auch gut sauber geworden, wenn er trocken ist, werde ich die Farbe an den Beinen abbeizen (soweit sie nicht schon weggekärchert wurde) und den oberen Klotz mit Schleifpapier bearbeiten, aber ich ahne schon, wie hübsch das Teil nachher als Blumenständer aussehen wird
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Freitag, 24. September 2021
Auszeit
Der Tag war ganz okay, aber am Abend habe ich Rotwein getrunken.
Das erste Glas schmeckte prima, das zweite auch - und jetzt muss ich ins Bett
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Donnerstag, 23. September 2021
Herbsthaiku


Die Seele, sagt man,
wiegt rund 21 Gramm.
Im Herbst weht sie weg

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Mittwoch, 22. September 2021
Immerhin ist der Herbst pünktlich
Heute um 21.21h ist Herbstanfang.
21.21h ist eine schöne Uhrzeit, aber passender wäre ja 22.22h, schließlich passte das deutlich besser zum Datum, aber dann stände ja die Sonne nicht genau quer zu Äquator. Um 22.22h hätte der Herbst 61 Minuten Verspätung, das geht natürlich nicht, deshalb also 21.21h.

Wir haben jetzt also schon Herbst, es ist nicht zu fassen.
Verspätung passte wirklich nicht zu der Geschwindigkeit, die das Jahr bisher vorgelegt hat, gefühlt kommt eher alles zu früh, aber wahrscheinlich geht einfach nur mein Gefühl nach, das wird es wohl sein.

Bei mir gehen zur Zeit sowieso einige Dinge nach. Mein Abendprogramm zB ist auch komplett aus dem Takt geraten. Erst komme ich regelmäßig viel zu spät nach Hause und dann stehe ich so lange unentschlossen in der Gegend rum, bis es für eigentlich jedes sinnvolle Abendprogramm zu spät ist. Kochen lohnt sich nicht mehr, weil es seltsam ist, abends um 21h Abendessen zu kochen, das wird dann ein Nachtmahl und für ein Nachtmahl habe ich keine Zeit, nachts muss ich schlafen, meine Dauermüdigkeit lässt grüßen.

Bloggen geht aber auch nicht, weil ich erst noch Hunger habe. Ich beginne also seltsame Snacks in mich reinzustopfen, schlechtes Essen macht schlechte Laune, wenn ich satt bin, bin ich gleichzeitig auch nörgelig, weil mir klar wird, wie sinnlos ich den Abend verdröselt habe und dass solche Tage doch einfach kein sinnvolles Leben sind.
Jetzt geht Bloggen nicht mehr, weil ich schlechte Laune habe.

Es ist alles ganz ungemein kompliziert
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Dienstag, 21. September 2021
Ohne
Das war ein sehr langer Tag und ich habe sehr wenig Lust, mich jetzt noch mit irgendwas zu beschäftigen.
Für heute werde ich einfach den Kopf abschalten und ohne Denken weiterexistieren
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Montag, 20. September 2021
Genervt
Bloggen fällt aus, weil ich genervt bin.
Reine Vorsichtsmaßnahme.
Bevor ich vor lauter Genervtheit eskaliere und dann Dinge schreibe, die ich besser nicht schreiben sollte.

Es wird Zeit, dass die Wahl vorbei ist und diese unsäglichen Politikertalkshows aufhören.
Echt jetzt mal
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Sonntag, 19. September 2021
Haferbrei
Es gibt Menschen, die haben einen verlässlich funktionierenden Durchschnittsgeschmack.

In dem Moment, wo diese Menschen eine bestimmte Stilrichtung auswählen und für sich als so wichtig identifizieren, dass sie z.B. ihr eigenes Heim in diesem Stil gestalten, in dem Moment sollte man die Finger von Dingen lassen, die diese Stilrichtung unterstreichen.

Damit meine ich natürlich mich, ICH sollte die Finger von solchen Dingen lassen, denn es wird mir in sehr kurzer Zeit sehr peinlich sein, mich diesem plattgetretenen Mainstream hingegeben zu haben, weil ich Menschen, die diesen Mainstreamstil pflegen, üblicherweise als ganz enorm langweilig empfinde und langweilige Menschen finde ich tatsächlich noch unangenehmer als Menschen, die sich bewusst entschieden haben, eine Arschlochmeinung/-haltung/-lebensstil zu verfolgen.

Arschlochmenschen haben üblicherweise wenigstens genug Persönlichkeit, um sich aktiv und bewusst für ihre Einstellung entschieden zu haben, von denen kann ich mich deshalb auch öffentlich und genauso aktiv und bewusst distanzieren. Arschlochmenschen kann ich mit gutem Gewissen und öffentlicher Akzeptanz scheiße finden.

Langweilige Menschen dagegen sind in aller Regel sehr freundlich und stets bemüht.
Langweilige Menschen darf man nicht angreifen, die darf man höchstens langweilig finden, aber auch das nur hinter vorgehaltener Hand, denn schließlich sind sie ja so freundlich und bemüht.
Und außerdem können sie nichts dafür.
Langweilige Menschen können nie irgendetwas irgendwofür, weil sie ja niemals aktiv und bewusst etwas falsch machen würden, auch dafür sind sie zu langweilig.

Ich sage ja gerne, dass ich wenig Bedarf auf ein ausgebreitetes Sozialleben habe und dass ich die gesellschaftlichen Einschränkungen der Coronapandemie als sehr beglückend empfunden habe. Das liegt insbesondere daran, dass ich dadurch eine perfekte Ausrede hatte, meine Zeit nicht mit langweiligen Menschen vertändeln zu müssen.
Mein Leben hat das ganz eindeutig verbessert.

Seitdem ich mich aus Gründen verstärkt mit der Innen- und Außengestaltung von Häusern beschäftige, nehme ich natürlich plötzlich auch Trends und Stilrichtungen bewusst wahr und inzwischen bin ich soweit, dass ich Menschen in Neubaugebieten nur nach der Art und Farbe der von ihnen gewählten Klinker ganz selbstverständlich in Kategorien einsortiere und in entsprechende Schubladen stecke.

In gewachsenen, alten Wohngebieten funktioniert das nicht, denn natürlich würde auch ich im Zweifel ein gebrauchtes Haus mit hässlichem Klinker kaufen, wenn es ansonsten in allen anderen Kriterien, die beim Kauf gebrauchter Häuser von Bedeutung sind, perfekt passt. Ich würde mir dann vornehmen, den Klinker irgendwann auszuwechseln, anzustreichen, mit Grünzeug beranken zu lassen oder anderweitig zu verkleiden, aber ich würde den Kauf sicherlich nicht daran scheitern lassen.

In Neubaugebieten haben die Leute den Klinker aber selber gewählt. Da hatten sie es zu einem ganz großen Teil selber in der Hand, wie ihr Haus von außen aussieht - und Menschen, die weißen, ribbeligen Klinker wählen, wählen wahrscheinlich auch sonst Dinge, denen ich lieber großräumig aus dem Weg gehe. Ich kann gar nicht beschreiben, wie gruselig ich diese Sorte Geschmack finde.
Das gleiche gilt für Leute, die schwarzen oder dunkelgrauen Klinker wählen - was sind das für Menschen, die ihr Zuhause als düsteres Loch definieren?
Ich bin sehr sicher, dass ich mich mit den Menschen in diesen Häusern sehr gut streiten könnte.

Und dann gibt es noch die Langeweiler.
Das sind Leute, die wollen es unbedingt richtig machen, die wollen nicht polarisieren und die schwimmen sehr gerne mit dem Strom.
Ich glaube, der aktuelle Strom heißt Landhausstil. Hyggelig soll es sein und natürlich achtsam und überhaupt es immer allen recht machend.
Aber wie langweilig ist so ein Leben, wenn man so angepasst durchs Leben flubbert? Wie bleibt bei so viel Achtsamkeit noch Raum für eine eigene Persönlichkeit?
Die neue Modefarbe ist hyggeliger Haferbrei - aber immerhin haben die Langeweiler einen ganz großen Vorteil: Sie sind üblicherweise die breite Mehrheit und das heißt, sie müssen sich keine Gedanken machen, wo sie ihre Einrichtung kaufen, die gibt es in jedem Laden in breiter Auswahl, sie müssen also noch nicht mal hier selber denken
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