anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 30. April 2017
Glück
Im Moment lese ich grade das Buch "Da geht noch was" von Christine Westermann. Da ich erst auf Seite 55 bin, kann ich noch nicht viel dazu sagen, außer, dass es mir bisher sehr gut gefällt. Es sind viele kleine einzelne Begebenheiten und Gedanken, die sich wie Blogeinträge lesen, in diesem Fall aber auf Papier, was für Fährfahrten ohne Internetverbindung einfach praktischer ist....

Aufgefallen ist mir eine erstaunliche Stilähnlichkeit in der Art zu schreiben zu Benjamin von Stuckrad-Barre, dessen Buch "Panikherz" ich grade mit großer Begeisterung als Hörbuch bei Spotify entdeckt habe und gestern während der Autofahrt bis zur Fähre hörte.

Da ich genau diesen Stil aber mag, gefallen mir natürlich auch beide Bücher.

Christine Westermann macht sich gleich zu Beginn ihres Buches Gedanken über den Begriff "Glück".
Sie versucht zu formulieren, was Glück ist und stellt fest, dass man dem Glück nicht nachstellen kann, schon gar nicht mit Worten, denn das mag es nicht.

Ein anderer Autor bietet ihr die Definition an: "Glück ist die Summe aller Augenblicke, die man im Leben genossen hat."
Und ergänzt, dass er auch für Liebe so eine Kurzdefinition hat. Für ihn ist Liebe die Summe aller Beteiligungen am Glück eines anderen.
Frau Westermann hadert mit diesen spröden Wortungetümen und versucht eine eigene Antwort zu finden, in dem sie die Frage andersherum stellt. "Was fehlt Ihnen noch zu Ihrem Glück?"
Sie meint, wenn es ihr gelingt, darauf nicht mit "Geld, Haus am Meer, Cabrio und Lottogewinn" zu antworten, könnte es vielleicht sein, dass sie die Sache mit dem Glück verstanden hat, schließt diese Überlegung aber auch mit einem Fragezeichen.

Ich habe auch noch keine abschließende, griffige Beschreibung für "Glück" gefunden, auf der materiellen Seite bin ich dafür aber schon ziemlich weit, denn "Geld, Haus am Meer und Cabrio" habe ich schon seit vielen Jahren und am Lottogewinn arbeite ich grade.
Ich kann allerdings glaubhaft versichern, dass die materiellen Dinge sicherlich sehr schön sind und auch nicht unglücklich machen - es muss aber noch mehr als alles geben.
Denn ich hatte auch Zeiten, wo ich trotz "Geld, Haus am Meer und Cabrio" überwiegend unglücklich war und erst als ich mich auf den Weg machte und bereit war, alle materiellen Werte einfach aufzugeben, oder zumindest das Risiko zu tragen, dass ich alles aufgeben müsste, ging es wieder aufwärts.

In dem Versuch, es ansatzweise zu beschreiben, würde ich heute sagen: "Glück ist, wenn alle zufrieden sind und keiner an mir zieht. Dann erst habe ich die Muße und die Möglichkeit, die materiellen Werte wie Geld, Haus am Meer und Cabrio aktiv zu genießen."
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