anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 2. März 2021
Ausschlafen
Heute konnte ich ausschlafen.

Einfach nur ausschlafen.

Liegen, und die Decke anschauen.

Nicht bewegen, nicht denken, nicht reden, nicht kümmern müssen.

Ausschlafen.

Und um 14 Uhr langsam erheben, überlegen ob man etwas tun möchte.

Und dann wieder hinlegen und weiterdösen.

Was ein wundervolles Gefühl, Glück und Wonne ohne Grenzen. Natürlich, klar, die Aufgaben häufen sich an und werden dringender und zahlreicher, das Studium hat nicht vergessen, dass ein Semester wert an Vorlesungen noch geschaut werden muss, die Wohnung wird dreckig, auch ganz ohne Benutzung und das Zeitmanagementsystem der Arbeit zieht unerbitterlich Stunden von meinem Konto ab.

Aber das ist egal. Heute darf ich ausschlafen.

Und noch viel besser ist: heute darf ich wieder einschlafen.

Einfach nur einschlafen.
(Abgelegt in anjeworben - Gastbeiträge mit Herz und bisher 666 x anjeklickt)

... ¿hierzu was sagen?

 
Muss
ich mir Sorgen machen???
Der Text könnte - wenn man das mit dem Studium streicht - von mir sein.
Aber ich bin 74!

... ¿noch mehr sagen?  

 
Ich habe mir das auch überlegt, also, ob ich mir Sorgen machen muss, weil die akuten Übermüdungserscheinungen nicht aus einem ausgeuferten Lernmarathon entstanden sind, sondern aus der Tatsache, dass er gearbeitet hat. Ganz normal profan gearbeitet, in einer Apotheke. Jeden Tag 9,5 Stunden und wenn man dazu noch zwei Stunden Arbeitsweg für Hin- und Rückfahrt rechnet (die Freuden der Großstadt, da dauern alle Wege etwas länger), dann ist der halbe Tag rum, ohne dass er Zeit zum Leben hatte, wie er mir das am Telefon sehr bildhaft beschrieb, weil er ja auch noch Zeit zum Schlafen, Essen, Waschen und sonstige, das Leben begleitende Handlungen braucht. Und in solchen Zeiten fällt exzessives in die Luft gucken und Nichtstun dann schnell mal hinten runter, für solche Gimmicks ist in einem normalen Arbeitsleben wenig Platz.

Als Mensch, der seit Jahrzehnten an solch ein normales Arbeitsleben gewöhnt ist, fällt einem ja gar nicht mehr auf, wie anstrengend man das finden kann.

Dass mit dem Sorgen machen ploppte bei mir dann gleich doppelt auf, weil mir seine Schwester ähnliche Gedanken recht kummervoll unterbreitete. Die schreibt grade ihre Masterarbeit und arbeitet "nebenher" mit einer halben Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Uni - und auch die klagte über die zeitfressende Lästigkeit von Arbeit und fand auch, dass 19 Stunden in der Woche schon ganz schön viel sind. "Da bleibt echt wenig freie Zeit." war ihre frustrierte Erkenntnis.

Was soll man als Mutter den Kindern in so einer Situation sagen? "Willkommen im Alltag von Erwachsenen?"

 
Es war eher der ausufernde Lernmarathon + Arbeiten + Ehrenamt + Leben.

Wäre ja alles nicht so schrecklich dramatisch, wenn denn das Endprodukt wenigstens akzeptabel wäre...


Fazit: ich darf jammern

 
Die Schwester
.... reiht sich hier auch ein.
Nicht J's, sondern A's.
Liegt das 'einfach an die Decke starren und nichts tun' jetzt einfach in der Familie? Dann .... wäre es nicht mehr so besorgniserregend.

 
hmmmm