anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 30. März 2021
Endlich wieder alleine
Die Schreiner sind abgefahren und wir haben saubergemacht. Alles haben wir noch nicht geschafft, aber schon eine ganze Menge, vor allem haben wir mehr als 10 Müllsäcke an die Straße gestellt, denn morgen ist vorgezogene Müllabfuhr. Eigentlich wird in unserer Straße immer Freitags der Müll eingesammelt, aber nächsten Freitag ist ja Feiertag, also wurde unser Termin auf Mittwoch vorgezogen. Und ich bin ein bisschen stolz auf mich, weil ich diesmal dran gedacht habe, das rechtzeitig genug im Internet nachzuschauen, in den Vorjahren fiel mir das immer erst ein, wenn ich verwundert dem Müllwagen am Mittwoch hinterhergeschaut habe.
Jetzt bin ich gespannt, ob die morgen wirklich alles mitnehmen, wenn nicht, habe ich morgen ein neues Thema zum Kümmern.

Laut Coronaregeln wäre ein Friseurbesuch heute möglich gewesen, als ich pünktlich um 10h zu meinem Termin am Salon war, fand ich dieses Schild im Schaufenster

Jetzt muss ich mir was anderes überlegen, weil ich auch überhaupt keine Ahnung habe, wie lange der Laden geschlossen bleibt.

Ich bin dann ein wenig durchs Dorf geschlendert und habe die Stille und Leere bestaunt. Die Insel existiert ja wirklich nur für die Touristen, wenn man aktuell durch die Fußgängerzone läuft, sieht das alles irgendwie gespenstisch aus.

Es war wunderschönes Wetter, fast schon Strandwetter, aber der Strand war natürlich auch noch vollkommen leer. Die Milchbudenbesitzer haben zwar schon alle ihre Buden aufgebaut bzw. sind intensiv mit dem Aufbau beschäftigt, die Strandzeltvermieter haben aber noch nicht auf Aktivität umgeschaltet, d.h. es stehen noch überhaupt keine Zelte oder Strandkörbe, sehr seltsame Kombination, Strand ohne Zelte und ohne Menschen, aber mit Milchbuden, habe ich so auch noch nie gesehen.


Ein einsames Trüppchen Rehapatienten turnte sich tapfer durch die tägliche Strandgymnastik, ansonsten saßen ein paar Rentner auf den Bänken an der Promenade, Eigentümer von Zweitwohnungen dürfen ja kommen und passend zur Vermögensverteilung in Deutschland gehören die meisten Zweitwohnungen halt Rentnern.

Gegen halb zwölf war ich wieder zu Hause und sehr gespannt, ob das Bett schon geliefert worden war, die Lieferung hatte Ikea ja extra per SMS angekündigt, zwischen 9h und 12h käme die Spedition. Dieser Termin funktionierte aber heute genauso wenig wie der Friseurtermin, nun, hoffentlich lässt sich wenigstens dieser Termin morgen nachholen.

Die Abfahrt der Schreiner verlief etwas hektisch, weil sie bis zum Schluss noch geschraubt, gesägt, gewerkelt haben, aber als sie dann weg waren, fühlte es sich für mich auch wie eine große Erleichterung an, endlich kann ich mich mit Aufräumen und Saubermachen beschäftigen und das Leben auf der Baustelle hat ein Ende.

Die Schreiner sind zwar grundsätzlich ganz nett, aber vier Tage sind halt schon sehr lang und ich bin nicht mehr daran gewöhnt, mit fremden Menschen zusammenzusein und so Abende ziehen sich dann wie Kaugummi.
Mir ist schon am zweiten Tag der Gesprächsstoff ausgegangen, K hält da deutlich länger durch als ich, aber auch er war eindeutig angestrengt.
Gestern bin ich direkt nach dem Essen aufgestanden, habe die Küche saubergemacht und bin ins Bett verschwunden. Der letzte Rest Geselligkeitsgen, das bei mir noch nie sehr stark ausgeprägt war, ist mir in den letzten Jahren komplett eingetrocknet, mir fehlt allerdings auch die rationale Begründung, weshalb ich es wiederbeleben sollte, mir geht es eindeutig besser mit ohne Geselligkeit.

Nun, das ist jetzt ja auch erst mal überstanden, die nächsten Tage können wir uns mental ausruhen und dafür körperlich auspowern, es gibt nämlich immer noch sehr viel zu tun, aber es wird.
Und es wird schön, das ist jetzt schon sehr gut zu erkennen
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