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Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 1. März 2021
Verrückte Welt
Mein Home-Office-Tag dauerte bis grade eben, weil ich heute tagsüber zwischen 12.30 und 16h noch so viele andere Dinge zu tun hatte, dass ich keine Zeit zum Arbeiten hatte, da aber die Dinge, die für die offizielle Büroarbeit getan werden mussten, eben auch wirklich getan werden mussten, kann es passieren, dass so ein Tag schon mal lang wird.

Ich habe bis eben Excel-Tabellen grade gebogen und abgestimmt und vor allem habe ich mich geärgert. Die meiste Energie meines Arbeitstages habe ich damit verbracht, mich darüber zu ärgern, dass ich das überhaupt machen muss, denn es ist genau das noch mal passiert, was vor vier Wochen auch schon mal passiert ist: Ein Kollege hat eigenmächtig in den Tabellen rumgefuhrwerkt und dabei Formeln geändert und Bezüge verschoben und ich hasse ihn dafür sehr.
Grundsätzlich habe ich nämlich überhaupt keine Lust, mich um diese Tabellen zu kümmern, ich will eigentlich nur, dass das alles völlig geräusch- und problemlos läuft und dass die Kollegen, die dafür zuständig sind, ihre Arbeit machen und fertig. Wenn die nämlich alle ihre Arbeit vernünftig machen, habe ich am Ende nichts mehr zu tun und das ist für mich der anstrebenswerte Idealzustand.
Was ich überhaupt nicht will, ist, dass die Kollegen, die mit diesem System arbeiten, ständig Fehler in ihre Arbeiten einbauen, die ich dann finden und korrigieren muss, weil das Gesamtsystem sehr schnell zum Stillstand kommt, wenn Fehler gemacht und nicht sofort korrigiert werden.
Dass dieses System so hypersensibel auf Fehler reagiert, liegt daran, dass ich das so programmiert habe. Ich ging davon aus, dass es sinnvoll ist, dass jeder sofort sieht, wenn er beim Bearbeiten der Daten etwas falsch gemacht hat, denn dann kann man ja auch sofort reagieren und sofort seinen eigenen Fehler suchen.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Leute solche Fehleranzeigen einfach ignorieren und stumpf weitermachen.
Die Öllampe blinkt und tutet und signalisiert: Sofort anhalten und Öl nachfüllen - und der Mensch, der am Lenkrad sitzt, dreht das Radio lauter und fährt einfach weiter. Damit ruiniert er natürlich den Motor, das ist ihm aber schnurzegal. Dass er den Motor nicht selber reparieren, ist nicht sein Problem, denn für Motor reparieren ist er nicht zuständig. Im Gegenteil, er hat jetzt eine Woche frei, weil sein Fahrzeug ja nicht einsatzbereit ist.
Ich repariere also den Motor und hasse währenddessen den Kollegen, irgendwas muss ich da noch an diesem System ändern.

Ansonsten habe ich K heute zur Fähre gebracht, der ist jetzt wieder auf dem Festland und arbeitet seine Termine ab. Fliegen war komplett unmöglich, also reiste er mit der Kombination Fähre, Fußmarsch, Bahn, Taxi und bezahlte für jeden Reiseabschnitt das gleiche, bis auf den Fußmarsch, der war nicht nur kostenlos, sondern ersparte ihm auch das Taxi zwischen Fähre und Bahn. Zwischen Ankunft Fähre am Hafen in Emden und Abfahrt Bahn am Bahnhof in Emden liegen genau 50 Minuten und 3,5km. Man kann sich also entscheiden, ob man mit dem Taxi zum Bahnhof fährt, um dort dann den Rest der Zeit blöde rumzuwarten bis der Zug abfährt, oder ob man die Strecke einfach zu Fuß geht, das dauert nämlich ziemlich genau 45 Minuten und erspart einem nicht nur die kosten fürs Taxi, sondern auch viel langweilige Wartezeit.
Die Fähre Borkum-Emden kostet 22 Euro, der Zug Emden-Greven kostet 23 Euro und das Taxi Greven Bahnhof bis Greven Flughafen kostet wieder 22 Euro, insgesamt also 67 Euro. Mit dem Flugzeug ist man 45 Minuten unterwegs, dabei verbraucht der Flieger ca. 40l Benzin, ein Liter kostet ca. 1,40 Euro, insgesamt also 56 Euro, wir stellen fest: Fliegen ist preiswerter, zumindest wenn man als Kosten nur den Sprit rechnet.
Verrückte Welt
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