anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 15. Oktober 2017
Strandtag
Heute war das Wetter auch auf Borkum wunderbar. Warm und wenig Wind, da kamen richtig sommerliche Gefühle auf.
Wir haben die Gelegenheit genutzt und eine ausgiebige Radtour bis in den Osten der Insel gemacht.

Am Hauptstrand waren die Milchbuden noch ziemlich gut besetzt, gebadet hat aber niemand mehr und je weiter wir raus fuhren, um so leerer wurde der Strand. Am FKK Strand waren wir dann tatsächlich ganz unter uns, da lohnte das Ausziehen damit allerdings aber auch nicht mehr....


Zurück sind wir durch die Dünen gefahren und meinen Lieblingsweg durch die Greune Stee.


Weil wir so lange mit dem Rad unterwegs waren, waren wir erst so spät zu Hause und sind deshalb auch erst spät zum Flugplatz gekommen. Inzwischen ist schon um 18:30 Uhr Sunset, so dass der von K. geplante Rundtörn über Helgoland und St. Peter Ording (da tankt es sich so preiswert) nicht mehr ins Zeitbudget passte und wir nur einfach ohne Firlefanz nach Münster flogen. Die Sichten waren gut, aber die Luft war diesig, was beim Sonnenuntergang auf der östlichen Seite immer zu besonders hübschen Effekten führt (oben der Himmel im Osten mit dem „Doppelstreifen“, unten der Dortmund-Ems-Kanal mit dem „Westhimmel“)

.
(Abgelegt in anjemacht und bisher 567 x anjeklickt)

... ¿hierzu was sagen?

 
Milchbuden?
Was hat es denn damit auf sich? Ich kenne ja nur die Strandpavillons von Holland, dort habe ich keine Milch auf der Angebotstafel gesehen.

(Ach ja, schöne Bilder wieder!)

... ¿noch mehr sagen?  

 
Von Mai bis Oktober sind an den Stränden auf Borkum Holzpavillons (mit Veranda) aufgebaut, wo man einfaches Essen und Getränke bekommen kann. Diese „Büdchen“ heißen traditionell „Milchbuden“, weil es dort früher (also schon seit 188x) grundsätzlich Dickmilch als Standardangebot gab.
Dickmilch eignet sich perfekt als „Strandspeise“, denn es handelt sich einfach um stehengelassene Milch, die, wenn sie bei der richtigen Temperatur und ohne Geruckel nur lange genug rumsteht, von ganz alleine andickt (natürlich darf man sie nach dem Melken nicht pasteurisieren). Das Zeug (ich finde es eklig, denn es schmeckt meiner Meinung nach einfach nur wie schlecht gewordene Milch) wird meist mit Zucker und Zimt oder mit süßem Kompott serviert.
Heutzutage bieten die Milchbuden aber auch jede Menge andere Speisen an, allerdings nur Sachen, die maximal „erwärmt“ werden, meines Wissens nach, sind Friteusen dort nicht erlaubt.

 
Und wieder was gelernt!

Für mich wär das ja nichts mit der Dickmilch.
Ich fand es als Kind auch widerwärtig, auf dem Bauernhof dazu genötigt zu werden, Milch kuhwarm zu trinken.

 
Wenn es das ist, das ich denke, dass es ist, habe ich das als Kind ab und zu bei der Oma zum Kosten bekommen und es schmeckte mir mit jedem Probieren besser. Der bröcklige Anteil hat was von ganz jungem Quark aber viel weicher, noch weicher als Pudding, und der flüssige Anteil ist Molke, Milchwasser, und ein winziges, winziges bisschen sauer. Ich mochte es. Wenn es das ist, das ich denke, dass es ist.

 
Ich denke schon, dass es das ist, was Sie denken, dass es ist. Eben stehengelassene Milch, die "klumpig" wird. Sie schmeckt anders als Milch, die einfach nur "normal" sauer geworden ist, da sie ja erstens nach dem Melken nicht erhitzt wurde und zweitens auch immer fein gleichmäßig bei Zimmertemperatur zum "dick werden" rumstand, aber sie hat genau diese Bestandteile, etwas weiches glipschiges und etwas sehr flüssiges, was weniger sauer schmeckt als Buttermilch, aber eben auch nicht so frisch, wie frische Milch. Zimmerwarm ist sie natürlich auch.
Ich vergaß noch zu erwähnen, dass diese Spezialität im Original mit Schwarzbrot zum Stippen serviert wird.

Meine Kindheitserinnerungen an Essen sind leider alle nicht sehr erfreulich. Ich glaube, ich war der mäkeligste Esser unter der Sonne und dementsprechend dünn und klapperig, was damit alle Erwachsenen immerzu dazu veranlasste, mich ständig zum Essen zu nötigen. Zu den offiziellen Mahlzeiten wurden auch teilweise Zwangsmethoden angewandt, um das Essen irgendwie "reinzuwürgen". Man kann sich vorstellen, dass nach solchen Erlebnissen nur sehr wenig Essen aus meiner Kindheit in meiner Erinnerung noch mit "das hat immer sehr lecker geschmeckt" verankert ist.
Und insbesondere nichts Süßes, davor habe ich mich ganz besonders geekelt.
Erwachsene der Kriegsgeneration, die Kinder mästen wollen, greifen aber automatisch zu süßen Sachen, was in meinem Fall leider extra kontraproduktiv war und mir viel Ärger mit meiner Oma eingehandelt hat, die es persönlich nahm, dass ich mich weigerte, all diese besonders leckeren Sachen zu würdigen. Dickmilch mit Zimt und Zucker gehört dabei ganz eindeutig zu den gruseligen Erinnerungen.

 
Ich glaube, ich war der mäkeligste Esser unter der Sonne und dementsprechend dünn und klapperig, was damit alle Erwachsenen immerzu dazu veranlasste, mich ständig zum Essen zu nötigen. Zu den offiziellen Mahlzeiten wurden auch teilweise Zwangsmethoden angewandt, um das Essen irgendwie "reinzuwürgen".

Das war bei mir, bzw. meinen Eltern ganz genauso. Nur mit dem Unterschied, dass ich gegen die meisten Süßspeisen wenig einzuwenden hatte, für mich waren andere Dinge der Horror.