anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 17. Dezember 2018
Einschreiben und Weihnachtspost
Es gibt Dinge, die überfordern mich, eines davon sind persönliche Besuche bei der Post.
Die einzige Postfiliale, für die ich keine Weltreise unternehmen muss UND die einen Parkplatz direkt vor der Tür hat, hat Öffnungszeiten, die liegen exakt in meinen Bürozeiten. Andere Postfilialen scheiden wegen Weltreise oder mangelnder Erreichbarkeit schon vor Prüfung der Öffnungszeiten aus, ich gehe allerdings davon aus, dass die wenigstens Postfilialen Öffnungszeiten außerhalb der normalen "Kernarbeitszeit" anbieten und frage mich deshalb regelmäßig, ob sich die Kunden, die ganz normale Arbeitszeiten haben, immer extra Urlaub nehmen, wenn sie Dinge mit der Post zu erledigen haben - oder was es sonst für Alternativen gibt. Okay, man könnte das auch am Samstag erledigen, aber meine Samstage sind regelmäßig so voll mit Dingen, die ich alle immer nur am Samstag erledigen kann, dass ein Besuch in der Postfiliale tatsächlich nur untere Priorität hat.

Ich rege mich also regelmäßig auf, wenn ich durch Umstände gezwungen bin, doch in eine Postfiliale gehen zu müssen und gebe mir viel Mühe, alle Postsendungen, die ich erhalte oder versende so zu organisieren, dass ich das über eine automatische Poststation mit 24h Zugangsmöglichkeit erledigen kann. Grundsätzlich klappt das auch sehr gut, nur ab und zu geht es halt daneben und heute hatte ich mal wieder einen Aufreger.

Ich soll nämlich einen Brief per Einschreiben verschicken, weil der Empfänger das so möchte.
Ich persönlich finde Einschreiben ganz entsetzlich überflüssig, weil sie nur zusätzlichen Umstand generieren, den ich in aller Regel für völlig nutzlos erachte.
Erhalten habe ich den Inhalt der Sendung (zwei leere USB Sticks), die ich nun mit Daten gefüllt wieder zurückschicke, schon im Sommer und schon damals habe ich mich ganz ungemein über den überflüssigen Einschreibenversand aufgeregt, denn nur um diese blöden USB-Sticks rechtzeitig von der Post abzuholen, sind wir extra nach Greven geflogen. Hätte ich im Sommer gewusst, was sich hinter der Benachrichtigung "Einschreiben" verbirgt, ich hätte den Brief mit Wonne zurückgehen lassen, soll er mir die Dinger doch einfach mit normaler Post schicken, dann kommt es auch an.
Aber so ein Einschreiben hätte ja auch etwas wichtiges sein können, Behördenpost zB, da habe ich schon seltsame Dinge erlebt und Behörden umzuerziehen habe ich aufgegeben, weshalb mich die Neugier gepaart mit einem latent schlechten
Gewissen (ich rechne ständig mit böser Behördenpost) dazu trieb, extra deswegen nach Greven zu fliegen.

Mittlerweile habe ich also Unmengen an Daten auf diese USB Sticks rüberkopiert und war bereit, sie zurückzuschicken - und der Empfänger möchte es ganz unbedingt wieder als Einschreiben versandt haben. (Und nein, die Daten wollte ich nicht per E-Mail versenden, weil zu groß und zu viele und über eine Cloudlösung war mir zu ungeheuer, dafür sind die Daten zu heikel.)
Eigentlich könnte mir ein Versand als Einschreiben in diese Richtung ja vollkommen egal sein, ich muss es ja nicht mehr abholen, wenn ich jetzt nicht das Problem hätte, dass ich nicht wüsste, wie man eine Sendung per Einschreiben verschickt und die grundlegende Frage auch online nicht klären konnte: nämlich wie oder wo die Sendung registriert wird. Ich habe ja kurz überlegt, ob ich diese zwei USB-Sticks jetzt nicht einfach als Paket verschicke, da weiß ich, wie das funktioniert, da kann ich die Paketmarke online ausdrucken, bin sofort für die Sendungsverfolgung registriert und fahre einfach bei der Packstation vorbei und lege das Riesenpaket da ein. Aber dann habe ich mich wieder geärgert, weil ich mich über den Versand dieser USB-Sticks ja eh schon geärgert hatte und dann hatte ich keine Lust, eine einfach Lösung zu wählen und beschloss, dass die Dinger jetzt wenigstens formal als Einschreiben versandt werden, ob sie schließlich auch so befördert werden oder ob sie überhaupt angekommen, ist mir dann piepsegal. Ich habe online eine Versandmarke für Einschreiben erworben, ausgedruckt, auf den Brief geklebt und den Brief in einen Briefkasten eingeworfen, weil, sonst würde das ganze online-Dingens ja keinen Sinn machen. Wenn ich den Brief persönlich zu einer Post bringen muss, damit er dort von Hand gescannt wird - dann haben wir den Zustand erreicht, wo ich in starre Verweigerung verfalle. Vorsichtshalber habe ich den über die online-Frankierung gut sichtbar als "Einschreiben" gekennzeichneten Brief vor dem Einwerfen noch mal fotografiert und dem Empfänger das Foto per E-Mail geschickt, mit der Mitteilung, dass der Transport des Briefes jetzt nicht mehr von mir beeinflusst werden kann, dass ich aber mein Möglichstes getan hätte, den Brief nun auf den Weg zu bringen.

Wir werden sehen, wie es ausgeht.

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Letztes Jahr dachte ich ja, das wird weniger mit den Weihnachtskarten, aber dieses Jahr wird alles wieder nachgeholt. Es ist unglaublich, welche Mengen an Karten hier im Büro eingehen, teilweise vier oder mehr von einer Firma, viermal die gleiche dann natürlich, alle innen mit gedrucktem Text ergänzt um eine unleserliche Unterschrift - und ich frage mich mal wieder, was das soll.

Besonders schräg finde ich Karten, wo der Absender nicht irgendwo auf der Karte eingedruckt ist und man deshalb keine Ahnung hat, wer einem da eine Weihnachtskarte schickt, weil die Handschrift so unleserlich ist, dass man auch mit Raten nicht weiterkommt.

Dann gibt es noch die, wo die Firma zwar erkennbar ist, aber man die Unterschrift niemandem zuordnen kann, den man in dieser Firma kennt. Von einer Bank habe ich drei Karten erhalten, jeweils wahrscheinlich von verschiedenen Betreuungsteams - dumm nur, dass ich niemanden davon kenne, nur der Fredel, der jetzt offiziell als mein Betreuer eingeteilt ist, der ist der einzige, der mir keine Karte geschickt hat. Versteh einer die Kundenpflege der Banken.

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Im Vaterhaus ist die Heizung kaputt. Wir haben am Samstag gleich einen Monteur angerufen, der feststellte, dass die Pumpe nicht mehr funktioniert und den wir deshalb mit dem Einbau einer neuen Pumpe beauftragt haben. Heute meldet er sich und gibt bekannt, dass es mit der Pumpe nicht getan ist, die Heizung ist sozusagen grundsätzlich kaputt.
Das ist jetzt ein akuter Zielkonflikt, weil ich finde, es lohnt sich nicht mehr, in dieses Haus zu investieren. Wäre es meines, würde ich es nur abreißen, alles andere ist aus meiner Sicht rausgeschmissenes Geld.
Es ist aber nicht meins und jetzt weiß ich auch nicht. Ich glaube, erstmal stellen wir Elektroöfchen auf, damit es nicht komplett einfriert
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