anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 11. Oktober 2020
Abschied vom Golf
So, das Auto ist endgültig übergeben und verkauft, eine Baustelle weniger.
Weil der Zahnriemen des Autos dringend getauscht werden sollte, traute sich der Käufer nicht, die 100km von Greven bis Essen selber mit dem Auto zu fahren , weil ein unterwegs gerissener Zahnriemen einen Motorschaden und damit einen Totalschaden für das Auto bedeutet hätte.
Da die Käufer aber ansonsten sehr an dem Wagen interessiert waren und auch bereit waren, trotz der anstehenden Reparatur einen angemessenen Preis zu bezahlen, weil sie (in Essen) einen Autoschrauber an der Hand hatten, der den Zahnriemen für günstig wechseln würde, haben wir halt das Risiko des unterwegs Verreckens übernommen und den Wagen heute selber nach Essen gefahren. Es lief aber alles ganz wunderbar, das Auto fährt immer noch völlig problemlos. Ich denke, wenn es jetzt einen frischen Zahnriemen bekommt und einmal alles inspiziert wird, dann haben die Käufer ein sehr gutes Fahrzeug erworben, an dem sie noch lange Freude haben können.

Wenn wir denn schon einmal in Essen sind, dann ist ein Besuch im Sushiladen gradezu gesetzt.
Früher waren wir immer in einem Restaurant auf der Rüttenscheider Straße, neulich haben wir einen neuen Laden entdeckt, der auf der Bredeneyer Straße neu eröffnet hatte, Binh Sushi, und den kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sehr, sehr leckere Sushi, vor allem die Rainbow Rolls sind Spitze, die Preise sind auch sehr erfreulich niedrig (für Sushiläden), also fünf von fünf Sternen.
Da wir am Nachmittag die einzigen Gäste waren, haben wir uns trotz deraktuellensituation in ein Restaurant innen* getraut und uns mal wieder überfressen und auch noch eine große Portion einpacken lassen, weil wir natürlich mal wieder viel zu viel bestellt hatten. Als Gesamtpaket betrachtet war das ein sehr schöner Ausflug.

*hihi, wenn ich bei diesem Wort das Sternchen nicht hinten an das "innen", sondern vorne hin gesetzt hätte, wäre das genderkonform für jede Art von Restaurant und man könnte es wunderbar mit dem Stimmritzenverschlusslaut aussprechen, was man schon deshalb tun sollte, weil man das Wort und die Technik des Stimmritzenverschlusslautes gar nicht oft genug erwähnen kann. Restaurants gibt es selbstverständlich auch in verschiedenen Ausführungen, nämlich die mit drinnen, die mit draußen und die mit beidem, man sollte den Genderfans mal vorschlagen, dass auch bei Restaurants dringend gegendert werden sollten, das geht doch nicht, dass man die alle so über einen Kamm ein Wort schert.

Da wir um 15h in Essen erwartet wurden, mussten wir um 13.30h hier losfahren, zum Glück rief meine Schwester um kurz nach 13h an, so dass wir erschreckt bemerkten, dass es wohl langsam Zeit wird, aufzustehen. Wir lagen um 13h nämlich immer noch im Bett und spielten beide parallel seit 9h Four Plus, ein Spiel was für mich definitiv Suchtpotential hat, weil es so komplett stressfrei gespielt werden kann und die einzige Challenge ist, immer weiter zu spielen. Ich bin ja ansonsten überhaupt kein Spielefan, analog mag ich Spiele durchaus, aber auf dem Handy oder am PC langweilt mich fast alles, nur dieses eine Spiel finde ich tatsächlich richtig prima. Leider vergeht die Zeit beim Spielen enorm schnell. Aber wir standen nach dem Anruf beide blitzartig auf und waren auf die Sekunde pünktlich um 15h bei der Werkstattadresse in Essen.

Ich fahre ja sonst meist abends durch Essen und dann in der Regel auch nur, weil wir dort einen Sushiladen ansteuern, ich kenne die Stadt also im Grunde gar nicht. Heute war ich aber am helllichten Tag dort und wahrscheinlich auch noch in einer Gegend, durch die man sonst eher nicht durchfährt und es war schon, nun hmmm, sagen wir mal speziell.
Die Gegend, durch die wir fuhren, zeichnete sich vor allem aus durch ziemlich runtergerockte, richtig alte, große Mehrfamilienhäusern, nix 60/70er Jahre Bau, viel älter, alles wirkte ganz enorm schäbig und zusammengeflickt, dabei Unmengen an kleinen, engen Straßen, zugeparkt mit kleinen, alten Autos und über allem schwebte eine Aura der Trostlosigkeit, die mich schaudern ließ. Ich fühlte mich wie in der DDR der 80er Jahre, ich war damals häufiger dort zu Besuch und fühlte mich dort ähnlich unwohl. Mein eigenes, gutsituiertes und abgesichertes Leben in Wohlstand und Luxus erscheint mir im Vergleich dieser Umgebung wie ein Leben auf einem anderen Stern. Es war schon sehr skurril.

Wir stellten den Golf auf dem Platz des befreundeten Autoschraubers ab und machten ein Abschiedsfoto



selbst der 17 Jahre alte Golf sah zwischen den dort abgestellten Autos noch aus wie eine Luxuskarosse
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