anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 17. Oktober 2020
Geschenke und Punk
Eigentlich hätte ich heute endlich mal wieder einen längeren, ordentlich Beitrag hier abliefern wollen.
Aber eben nur eigentlich, uneigentlich ist mir dann doch wieder viel zu viel dazwischen gekommen, so dass ich erst jetzt, kurz vor Deep Noon beginne, einen Text zu schreiben und so bleibt erstens gar nicht genug Zeit, als dass es ein längerer Text werden könnte und zweitens brauche ich für "ordentliche" Beiträge sowieso immer länger.
Also wieder nur mal eben so larifari durchmogeln mit dem Bericht des Tages:

Am Vormittag fuhren wir nach Münster, K setzte mich am Flohmarkt ab und fuhr dann weiter zu Mr. Wash, wo er meinen Golf einmal gründlich von innen und außen reinigen ließ, der Wagen war ja über drei Monate auf der Insel, da fühlt es sich sinnvoll an, die salzige Meerluft rundum abzuspülen.

Der Flohmarkt war sehr fein, ich habe ein ganz tolles Geschenk für meine Schwester gefunden und eines für J, dabei fiel mir auf, dass das größte Problem all der ausgefallenen Flohmarktbesuche vor allem die fehlende Geschenkeinkaufsmöglichkeit ist, denn die schönsten Geschenke, die ich in den letzten Jahren so gefunden bzw. verschenkt habe, stammten alle vom Flohmarkt, weil ich dort natürlich nicht nur durch Zufall Dinge entdecke, die anderen gefallen könnten, sondern dort auch in aller Regel keine finanziellen Schranken beachten muss.

Das ist nämlich so ein Ding mit den Geschenken und dem Geld. Einfach in einen Laden gehen und Dinge kaufen ist nicht nur entsetzlich öde, sondern auch entsetzlich einfach und vor allem könnte das im Zweifel jeder, der Beschenkte genauso wie ich, außer es herrscht ein großes Einkommensgefälle, in so einem Fall haben Geschenke aber eh eine andere Bedeutung.
Die Kinder bekommen natürlich zum Geburtstag/zu Weihnachten Dinge geschenkt, die sie sich alleine nicht kaufen können, weil sie noch kein Geld verdienen, die haben deshalb aber auch noch Wünsche, die genau aus diesem Umstand resultieren. Das ist tendenziell einfach und ist schnell erledigt. Aber trotzdem finde ich es schön, wenn ich zusätzlich noch Geschenke finde, die ich nicht nur deswegen verschenke, weil ich das Geld habe und die Kinder noch nicht, sondern eben weil ich sie für die Kinder gefunden habe. Und mir fällt das am leichtesten, wenn ich regelmäßig über Flohmärkte ziehe und schaue, was es dort für Schätze gibt, die eben nicht nur für mich, sondern vielleicht auch für andere Menschen in meiner Umgebung schön sein könnten.

Für andere Leute finde ich das noch komplizierter mit dem Geld, denn natürlich ist es ungehörig, wenn ich hingehe und einfach so jemanden ein funkelnagelneues iPhone kaufe, nur weil mir nichts Besseres eingefallen ist und für mich Geld keine Rolle spielt.
Wenn man anderen Leuten als den eigenen Kindern etwas schenken will, muss man also sehr genau auf den finanziellen Rahmen achten, vor allem natürlich auch deshalb, weil sich sonst der andere unangenehm verpflichtet fühlt und meint, ebenfalls etwas gleichwertig Teueres kaufen zu müssen, so kann aus einem gut gemeinten Geschenk schnell eine üble Belastung werden, ich finde, Geschenke in Läden zu kaufen deshalb grundsätzlich ungemein problematisch und verweigere das in aller Regel schon seit vielen, vielen Jahren.

Und deshalb fand ich es sehr traurig, dass dieses Jahr so lange Flohmarktpause war, ich habe tatsächlich ein großes Loch in meiner Geschenkekiste und heute konnte ich es sehr zufrieden mit zwei sehr schönen Geschenken wieder etwas füllen.

Gegen Mittag waren wir wieder zu Hause und setzten uns beide an den PC. Ich recherchierte nach Smart Home Licht- bzw. Leuchtenoptionen, weil ich das bisher genutzte System (Infrarot-Steckdosen) abschaffen bzw. und umorganisieren will und K sortierte virtuelle und analoge Buchhaltungsunterlagen.

Als Ergebnis meiner Recherche habe ich jetzt beschlossen, dass ich auf die Black Friday-Angebote warten werde, denn ich glaube, grade Smart Home Leuchten sind prädestiniert für diesen Special Sale, aber immerhin weiß ich jetzt genau, was ich will.

Und dann fiel mir noch eine wirklich bemerkenswerte Kleinigkeit auf: Mein Westfalenmann mutiert zum Punk, ich meine, guck mal hier, solche Socken hat er sich gekauft



Wenn das für einen Westfalen nicht haarscharf an der Grenze zum kaum noch zu kontrollierenden Extremismus ist.
Ich werde beobachten, wie sich das entwickelt
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