anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 27. Oktober 2020
Sushi-Salat-Sandwich und Jura-Drosten
Da der Tag heute schon früh mit einer TelKo losging und sich weitere Telefon- und Videokonferenzen anschlosssen, bin ich zu Hause geblieben, denn wenn ich eh überwiegend telefoniere oder in Video-Besprechungen eingebunden bin, ist ja egal, wo ich mich dabei körperlich aufhalte.
Als ich gegen Mittag Hunger bekam und den Kühlschrank auf Möglichkeiten überprüfte, fiel mir eine große Schüssel fertiger Sushi-Reis in die Finger, den ich am Wochenende gekochte hatte, weil wir ja frischen Thunfisch im Großmarkt gekauft hatten, der aber natürlich durch das bisschen Thunfisch noch lange nicht aufgebraucht war.
Außerdem sah ich zwei Döschen mit Fertigsalaten, die ich aus Neugier zum Ausprobieren gekauft hatte, einmal Chicken Teriyaki Style Salat und einmal Pulled Pork Salat und eine große Dose Cole Slaw war auch noch da und ich dachte mir, das ist eine wunderbare Gelegenheit für Crossover Experimente, mach ich doch mal Sushi-Sandwich Onigirazu mit Salaten als Belag.
Der Reis reichte genau für fünf Sandwich-Pakete, die ich allerdings erst noch mal in Folie wickelte und in den Kühschrank legte, weil ich außerdem auch noch fertigen Krabbensalat entdeckte, den ich spontan auf warmes Toastbrot packte und so lange probierte, bis alles alle war, also mussten die Onigirazu bis zum Abend warten.
Ergebnis: Köstlich! Das mache ich jetzt häufiger. Grade der Cole Slaw mit dem würzigen Teriyaki Salat passte ganz prima zu Sushi-Reis und Noriblättern, wenn man den Reis fertig vorbereitet im Kühlschrank hat, ist das blitzschnell gemacht und auch ein wunderbares Büro-Mitnehmessen.
Diese Rezeptvariationsentdeckung machte mich sehr froh.

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In einer längeren TelKo hatten der Chef erster Ordnung und ich ein Gespräch mit einem Anwalt, der für uns den recht komplexen Vertrag für das kurz vorm Abschluss stehende große Projekt durchchecken sollte und ich habe seit vielen Jahren nicht mehr so viel Sympathie für einen Juristen empfunden.
Dieser Anwalt ist einfach prima. Es gelingt ihm, hochkomplexe juristische Zusammenhänge so einfach und klar zu erläutern, dass man sie nicht nur gut versteht, sondern sich auch gar nicht darüber ärgert, dass es so komplex ist, eben weil er es mit so einfachen Worten auseinandernimmt und die Strukturen dahinter sorgfältig analysiert und erläutert.
Er erinnerte mich in vielen Punkten an Christian Drosten, den ich für seine Sprache und seine Erklärmodelle ja ebenfalls tief bewundere. Hier gab es das ganze jetzt mal mit juristischem Hintergrund und weil ich mit dem Fachgebiet ja Zeit meines Lebens schon immer zu tun hatte und mich darin selber nicht nur deutlich besser auskenne als in Virologie, sondern auch mit viel mehr Experten aus diesem Gebiet zu tun habe, kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass ich jemandem, der derart komplexe juristische Strukturen so perfekt auseinanderbaut und für Nichtjuristen dann so wunderbar nachvollziehbar wieder zusammensetzt, dass ich so einem klar und strukturiert denkenden Juristen in meinem Leben bisher nur einmal begegnet bin - und ich habe wirklich viel mit Juristen zu tun.
Ich bin auf alle Fälle fast ein wenig verliebt, schade, dass der gute Mann schon über 70 ist (er ist zumindest als Notar aus Altersgründen ausgeschieden, und da liegt die Altersgrenze bei 70, er muss also älter sein), aber es ist hier wie so oft im Leben: die wirklich Guten trifft man meist zu spät.

Nun ja, wir werden ihn jetzt auf alle Fälle auf den Anwalt der anderen Vertragspartei loslassen, den ich intern schon seit längerem nur noch den Rottweiler nenne, weil dieser Typ wirklich alle Unsympathien des gesamten Berufsstandes auf das perfekteste verkörpert und ich freue mich jetzt schon, den Rottweiler von der trockenen Überlegenheit unseres Jura-Drosten vorführen zu lassen
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