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Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 23. September 2020
Podcast mit Juli Zeh
Heute war ein anstrengender Tag, ich bin zu viel rumgelaufen, habe zu viel telefoniert und war irgendwie mehrfach zum falschen Termin am falschen Ort. Nun ja, manche Tage fluppen nicht so gut wie andere Tage.
Dafür habe ich etwas mehr von dem unendlichen Zeit online Podcast "Alles gesagt" mit Juli Zeh gehört, das hat den Tag dann per Saldo doch wieder rausgehauen.
Neulich habe ich ja sso nach und nach die acht Stunden Folge mit Rezo gehört und fand es toll, das Gespräch mit Juli Zeh geht auch über acht Stunden, aktuell habe ich davon etwas mehr als drei Stunden gehört - und ich bin schwer verliebt in Juli Zeh.
Das hört sich jetzt nach einer banalen Floskel an, aber ich finde diese Frau tatsächlich derart unglaublich toll, dass ich ernsthaft finde, "Liebe" ist durchaus das passende Wort.
Aber vielleicht ist es auch nur grenzenlose Bewunderung gekoppelt an den wehmütigen Wunsch, dass ich diese tolle Frau wirklich sehr, sehr gerne persönlich kennen würde, weil ich wahrscheinlich intensiv davon träume, auch so zu sein wie sie und wenn ich sie persönlich kennen würde, dann könnte ich mir viel mehr und viel leichter Dinge abgucken.

Ist jetzt so meine Interpretation für das Gefühl, was sich in meinem Bauch breit macht, wenn ich diesem Podcast zuhöre und dabei ständig das Gefühl habe, dass sie nicht nur genau die Dinge sagt, meint und anmerkt, die ich grundsätzlich ganz genauso sehe, sondern dass ich auch unglaublich schwer davon fasziniert bin, mit welcher präzisen Gelassenheit sie ihre Meinung analysieren, begründen und zusammenfassen kann.

Ich glaube, wenn ich diese Art von Bewunderung für Menschen empfinde, dann müssen diese Menschen etwas können, was ich auch kann und mir dabei dann um Längen überlegen sein.

Einstein z.B. war sicherlich ein Genie, aber den kann ich schon deshalb nicht vernünftig bewundern, weil ich Physik in der achten Klasse abgewählt habe und deshalb sowieso Null Ahnung von dem habe, was Einstein da überhaupt so gemacht hat. Einstein kann ich deshalb maximal abstrakt bewundern.

Juli Zeh dagegen führt ein Leben, was ich mir ganz grundsätzlich auch für mich vorstellen könnte. Das, was sie macht (Schreiben und Juristerei), sind beides Dinge, von denen ich wenigstens so viel verstehe, dass ich gut von mittelmäßig und auch gut von exzellent unterscheiden kann. Sie macht beides exzellent und das auch noch mit einer solch lockeren Selbstverständlichkeit, dass ich schon für diese Bereiche aus dem Bewundern gar nicht rauskomme.
In dem Podcast ist sie aber einfach nur "privat", sie redet über sich und ihr Leben und ihre Meinungen auf eine derart lockere Art und Weise, dass ich vor dem Lautsprecher sitze und mir permanent wünsche, dass ich so jemandem auch so ungemein gerne in meinem Leben kennen würde, weil ich dann ständig mit diesem Menschen auch so schöne Gespräche führen könnte.
Hachz
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(Abgelegt in anjesagt und bisher 100 x anjeklickt)

... ¿hierzu was sagen?

 
Da werde ich auch mal reinhören (auch wenn ich es sonst nicht so mit Podcasts habe). Juli Zeh hat nicht nur ein paar sehr gute Bücher geschrieben, sie hat auch zu allerlei gesellschaftspolitischen Themen durchaus vernünftiges zu sagen.

... ¿noch mehr sagen?  

 
Ja, ich kann das wirklich nur empfehlen, weil ich finde, es macht einfach Spaß ihr zuzuhören.

Gestern habe ich in den vorherigen Podcast aus dieser Reihe reingehört, da war Mai Thi Nguyen-Kim zu Gast, auf deren YouTube Kanal ich mir schon mehrere Folgen angesehen habe und grundsätzlich sagen würde, ich finde die auch sehr gut, weil sie wichtige Themen gut verständlich, interessant und glaubwürdig aufbereitet und erklärt- aber in diesem Podcast, wo es ja mehr um die Person des Interviewten geht und nicht um die Inhalte, die dieser Mensch sonst professionell vorträgt, da fand ich sie eher durchschnittlich, um nicht zu sagen langweilig und habe wenig Neigung, diese Folge weiter- oder gar zu Ende zu hören.
Bei Juli Zeh dagegen könnte ich mir sogar vorstellen, die gesamten acht Stunden zweimal zu hören, weil man beim ersten Hören garantiert Dinge verpasst hat.