anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 1. September 2020
jetzt humpeln wir alle
Hier ist richtig Action*.
*schreibt man englische Wörter in deutschen Texten nun eigentlich klein oder groß? Ich finde, kleingeschrieben sieht es genauso falsch aus wie großgeschrieben, aber Äktschen ist ja nun auch nicht besser. Kompliziert.

N hatte heute seinen ersten Tag als Assistenzarzt in der Rehaklinik, alle haben sich sehr gefreut, dass er dort jetzt das Team verstärkt, es war wohl ein guter erster Tag.
Nach Dienstschluss fuhr er sofort zur Haltestelle, um eine Freundin abzuholen, die mit der letzten Fähre gekommen war, eben jene Freundin, die er mir gestern ja schon als ganz problemlos angekündigt hatte.
Da Cs Zimmer derzeit nicht belegt ist, wurde ihr dieses Zimmer angeboten. Dort standen allerdings noch zwei Wäscheständer, die ich heute zwar abgenommen, die Wäsche selber aber noch nicht weggeräumt hatte, das bat ich N eben zu erledigen, damit sein Besuch das Zimmer nutzen kann. Dabei lief er barfuß auf dem Teppich rum - und trat in eine Nadel, die dabei abbrach und das so unglücklich, dass der abgebrochene Teil sofort in seinem Fuß verschwand.
Konkret war also gar nichts zu sehen, zunächst wusste deshalb keiner, was genau passiert war. N fand zwar die abgebrochene Nadel, aber ob die nicht schon vorher abgebrochen war, ließ sich natürlich nicht erkennen.
N sagte aber, es täte dermaßen eklig doll weh und er könne den Fuß nicht mehr schmerzfrei bewegen, dass ihm das alles nicht ganz geheuer sei. Schließlich fuhr er ins MVZ, um den Fuß röntgen zu lassen, sicher ist sicher. Dort guckten die Ärzte etwas seltsam, weil sich keiner vorstellen konnte, dass in einem Fuß, dem man äußerlich überhaupt nichts ansieht, außer, dass er dreckig ist, eine abgebrochene Nadelspitze steckt, aber nun denn, wenn der Patient es ausdrücklich verlangt, dann röntgen wir eben.
N sagte, als sich dann auf dem Monitor das Röntgenbild so langsam von rechts nach links aufbaute und erst der heile Teil des Fußes zu sehen war und dann der "gepiercte", da war dann alles, was die behandelnde Ärztin sagte: "Krass."



Ergebnis: Er muss morgen früh mit dem Kat aufs Festland, dort wird die Nadelspitze in der Unfallchirurgie rausoperiert und wenn er Glück hat, bekommt er am Nachmittag noch die letzte Fähre zurück. Sonst hat er eine Nacht auf dem Festland gewonnen.
Was er zudem jetzt schon gewonnen hat, ist eine AU, denn mit so einem gespickten Fuß ist schlecht arbeiten. Damit liegt er jetzt ganz weit vorne auf der Liste der bestbezahltesten Privatunfälle. Er hat exakt seit einem Tag das erste Mal in seinem Leben einen echten, gutbezahlten Fulltimejob, und fällt am zweiten Tag schon mal gleich wieder wegen Unfall aus. Rein finanziell hätte das schlechter laufen können.....

Nachdem die Röntgendiagnose Eindeutiges ergeben hatte und er mit Schmerzmitteln und Antibiotika versorgt war, schwang er sich auf das Hasemobil und fuhr mit seiner Besuchsfreundin und einem Glas Aperol Spritz zum Strand, weil seine Freundin unbedingt ein Foto mit "Aperollator" machen wollte, die Kombi aus Schmerzmittel und Alkohol wirkt immer gut, wie die Fotos geworden sind, weiß ich nicht, es hörte sich aber nach einem lustigen Ausflug an.

Aktueller Fuß-Krankenstand hier im Haus: J war ja bereits am 25. Juli in Berlin eine Treppe runtergefallen und hatte sich dort einen Bänderriss eingehandelt, der ist bis heute noch nicht ausgeheilt und J humpelt also immer noch irgendwie mühsam und mit Schiene durch die Gegend.
Vier Tage später, also am 29.7. bin ich vom Spaten gefallen und habe mir nicht nur einen Bänderriss, sondern auch gleich einen Bruch im Mittelfuß eingehandelt, ich habe immer noch einen Gips und kann überhaupt nur mühsam mit Krücken humpeln.
N schließlich hat jetzt eine halbe Nadel im Fuß und soll damit auch nicht mehr rumlaufen, wenn die Schmerzmittel irgendwann nicht mehr wirken, hält er sich hoffentlich auch daran.
Wir werden sehen, was der morgige Tag bringt
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