anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 26. April 2021
Alter und Kompetenz
Im Fernsehen war ein Bericht über ein Impfzentrum in Norddeutschland und anmoderiert wurde das Interview mit der Leiterin des Impfzentrums mit folgendem Satz:
"Sie ist erst 24 und leitet ein ganzes Impfzentrum."
Ich fand den Satz erstaunlich, weil mir nicht bewusst war, dass es Menschen gibt, die 24jährige noch nicht für kompetente Erwachsene halten und wieso sollte man mit 24 nicht ein Impfzentrum leiten können? Ist doch im Ergebnis auch nichts anderes als die Organisation einer großen Messeveranstaltung.
Als ich mit K darüber sprach, meinte er aber, dass sei der typische Blick des Akademikers, der oft erst mit Mitte 30 überhaupt eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann und seine eigene Langsamkeit deshalb als normal empfindet, so dass 24jährige für ihn entweder noch Lichtjahre von einer abgeschlossenen Ausbildung entfernt sind - oder niedere Tätigkeiten verrichten, weil sie ja nicht studiert haben.
Und weil "Impfzentrum" in der aktuellen Situation den Ruch von Leben oder Tod hat, bilden sich Akademiker ein, dass man so eine verantwortungsvolle Aufgabe nur einem anderen Akademiker, der mindestens 20 Semester studiert hat, übertragen kann.
Wahrscheinlich hat er recht und ich habe nur mal wieder übersehen, dass sich die Bildungselite in Deutschland vor allem durch Abschlüsse und Zeugnisse vom gemeinen Nichtbildungsbürger unterscheidet und nicht durch Kompetenz und Denkvermögen.

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In eine ähnliche Schublade fällt auch die Beurteilung der frisch gekürten Kanzlerkandidatin der Grünen, Herr Merz z.B. ist ja der festen Überzeugung, dass Frau Baerbock für dieses Amt nicht nur viel zu jung, sondern auch viel zu unerfahren ist, schließlich hat sie noch keinerlei Regierungserfahrung vorzuweisen. Witzig finde ich, dass er selber auch keine hat, also Regierungserfahrung meine ich, ich kann mir aber überhaupt nicht vorstellen, dass er sich selber deshalb für gleichermaßen ungeeignet halten würde. Er macht das durch Alter wett? Manche Menschen haben wirklich eine seltsame Methode bei Selbst- und Fremdbeurteilung zu unterscheiden.

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Seitdem wir aufgrund von "schmecktnichtmehr" unseren Alkoholkonsum quasi auf Null gesenkt haben, habe ich Probleme, den Mindestumsatz, an dem bei meinem Discounter irgendwelche Gutscheine oder Rabatte hängen, zusammenzukaufen. Um eine große, stabile Einkaufstasche (die ich grundsätzlich natürlich überhaupt nicht brauche, aber darum geht es nicht bei Gutscheinen), um also solch eine Einkaufstasche gratis zu erhalten, muss man nicht nur den passenden Rabattcoupon aktiviert haben, sondern auch mindestens für 15 Euro einkaufen. Was, um alles in der Welt, soll ich für 15 Euro einkaufen, wenn ich eigentlich nur ein Brot brauche? In meiner Alkoholikerzeit war das einfach, da habe ich zur Auffüllung des Mindestumsatzes eben einfach Bier, Wein, Schnaps gekauft, egal was, wird immer getrunken und wird nicht schlecht. Und nu? Ich bin heute sehr lange sehr ratlos durch den Einkaufsmarkt gelaufen und habe nachher im großen Stil Putzmittel gekauft. Aber so recht weiß ich jetzt auch nicht, ob ein Leben mit großen Mengen von Putzmitteln einem Leben mit Alkohol vorzuziehen ist. Ich muss da dringend noch eine andere Ersatzdroge finden.
Interessant übrigens auch, wenn man das Warenangebot eines Discounters aus der Perspektive durchforstet, dass man zwar grundsätzlich eine hohe, absolute Kaufbereitschaft mitbringt, die aber an viele Ausschlusswaren gekoppelt ist.
Wenn man weder Alkohol noch Süßwaren oder Schleckerkram kaufen will und im Nonfood-Bereich grade nur Campingwaren und Umstandsmode angeboten werden, dann schrumpft das Gesamtangebot auf eine erstaunlich kleine Angebotsauswahl zusammen
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