anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 13. April 2021
Ungewollt trocken
Was denn, heute ist wirklich erst Dienstag und ich war damit bisher auch erst nur zwei Tage nach dem Urlaub im Büro? Nicht zu fassen, fühlt sich an wie fast eine komplette Woche, und dabei sind es nur zwei jämmerliche einzelne Tage, ich vertrage echt gar nichts mehr.

Zu nichts vertragen passt auch meine höchst erstaunliche Alkoholunlust. Seit ungefähr zwei Monaten mag ich kein Bier mehr. Und mit nicht mögen, meine ich wirklich nicht mögen. Ich finde es schmeckt fies und in meinem Kopf ist jede Erinnerung gelöscht, wie es früher schmeckte. Wobei ich allerdings davon ausgehe, dass das Bier seinen Geschmack überhaupt nicht verändert hat, nur mein Kopf wertet den Geschmack anders aus, ich kann mich aber halt nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlte, als ich Bier noch mochte. Und ich mochte Bier wirklich gerne und habe viel Bier getrunken, das immerhin weiß ich noch.

Alles vorbei, ich finde Bier jetzt genauso bäh wie Hagebuttentee, wobei ich im Zweifel sogar eher Hagebuttentee trinken würde als Bier, wenn ich wählen müsste. Dafür mag ich seit exakt dem Beginn meiner Bierabneigung plötzlich alkoholfreies Bier. Zwar nur eine bestimmte Sorte, die finde ich aber durchaus lecker und trinke das Zeug jetzt regelmäßig mit Genuss. Alkoholfreies Bier fand ich bis vor ungefähr zwei Monaten so bäh wie ich seit zwei Monaten richtiges Bier finde, da muss sich irgendein Schalter in meinem Kopf umgelegt haben und ich beobachte meine Geschmacksveränderung mit großem Interesse, kann allerdings keinerlei konkreten Auslöser nennen, der diese Schalterveränderung hätte ausgelöst haben können.
Es kann aber auch sein, dass es irgendein Stoff bei uns im Haus ist, der das ausgelöst hat, denn es scheint ansteckend zu sein, K, der zunächst tapfer alleine weitergetrunken hat, trinkt seit ungefähr einem Monat deutlich weniger Bier und seit einer Woche gar keins mehr und hat auch keines mehr nachgekauft. Wir haben damit den völlig außergewöhnlichen Zustand erreicht, dass wir wirklich kein einziges Bier mehr im Haus haben, bis auf drei Sixpacks Alkoholfreies. Ich glaube das letzte Mal ist mir das während des Studiums passiert und das lag damals daran, dass ich schlicht pleite war.

Jetzt könnte man meinen, dass wir dann eben auf Wein oder Sekt umschwenken, aber auch daran liegt mir/uns im Moment nichts. Wir haben beide einfach keine Lust auf Alkohol, ist das nicht skurril?
Wobei ich Wein noch nicht so unlecker finde wie Bier. Wein schmeckt immer noch wie Wein, aber das war ja auch nie ein Durstlöscher, sondern immer eher ein Genussgetränk, und ich habe aktuell kein Verlangen danach, ganz simpel, aber eben auch sehr erstaunlich.

Aber zum Glück ist ein Leben ohne Alkohol ja kein Drama, keiner von uns leidet an unkontrollierbarem Zittern, wir trinken einfach was anderes und gut ist.

Mein aktuelles Lieblingsgetränk ist selbstgemachte Erdbeerlimonade. Erdbeeren gab es neulich extrem günstig, also habe ich welche gekauft, stellte dann fest, dass ich ja auch noch viele Zitronen habe, die auch mal verbraucht werden mussten, weil der geplante Einsatz im Longdrink halt aktuell auch nicht passiert. Also habe ich Erdbeeren mit Zitronensaft und Zuckersirup püriert, einmal durch ein Sieb gestrichen und hatte erstklassigen Erdbeerlimonadensirup, nur noch mit Sprudelwasser aufgießen und wir waren uns beide einig, dass wir dafür jedes anderes Mixgetränk stehen lassen würden
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