anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 18. April 2021
Serie geguckt
Obwohl ich neulich ja beschlossen habe, dass ich jetzt verstärkt letzte Male sammeln werde, gab es heute doch noch mal ein erstes Mal und trotz bisheriger großer Ablehnung gegen so eine Beschäftigung, war ich letztlich sehr zufrieden mit dem Tag und mit dem Erlebnis.

Ich habe nämlich das erste Mal in meinem Leben eine Serie geguckt, oder, um es präziser auszudrücken, sofort gebingt, so nennt man das doch, wenn man gleich alle verfügbaren Folgen auf einen Schlag wegguckt, oder?

Ich habe ja nun definitiv überhaupt keine Ahnung von Serien, weil ich so entsetzlich wenig Interesse an Filme gucken habe. Film und Kino ist einfach nicht meins, ich langweile mich dabei meist so, dass ich es üblicherweise gleich bleiben lassen.
Wenn ich dringend meine Zeit mit dem Konsum bewegter Bilder totschlagen möchte, reicht es mir in 99% aller Fälle, wenn ich einfach den Fernseher anmache. Dort gibt es immer irgendeine alte Wiederholung irgendeiner alten Serie, die aber alle einzelne, in sich abgeschlossene Einzelfilme sind, das finde ich völlig okay, da steht die Serie nur für den Stil des Films und ich weiß, welche ich albern finde und welche ich laufen lassen kann, ohne mich aufzuregen.

In ganz, ganz seltenen Fällen nehmen wir uns gemeinsam vor, mal einen Abend lang irgendeinen schönen Film zu gucken (passiert vielleicht so ca. 1x im Jahr), wenn dann grade nichts passendes im Fernsehen läuft, schmeißen wir eine DVD an, davon habe ich noch so viele, ungeguckte auf Vorrat hier rum liegen (Flohmarkt, was sonst), dass ich hier auf Jahre keinen Alternativbedarf sehe.
Aus diesem Grund haben wir auch kein Netflix-Abo oder überhaupt irgendein bezahltes Filmeguck-Abo, ich habe ja auch keine Jahreskarte für die Londoner U-Bahn, das wäre ähnlich nützlich.

Wenn man mit sowenig Interesse Filme guckt wie wir, bedeutet das aber auch, dass ich mich noch nie ernsthaft damit beschäftigt habe, wie das mit dem "Streamen" funktioniert.

Ich habe früher auch keinen Videorecorder benutzt. Besessen natürlich schon, weil ich ja immer allen Kram haben muss, aber ich habe ihn nicht benutzt und hätte deshalb auch schon früher nicht sagen können, wie das mit dem "zeitversetzten" Filme gucken funktioniert, ich gucke entweder analoges Live-Fernsehen oder gar nicht. Und "gar nichts zu gucken" fand ich immer eine akzeptable Alternative, wenn es live nichts gab, was mir gefiel.

Jetzt wurde aber in immer mehr Blogs von der norwegischen Serie Beforeigners erzählt, die in der ARD-Mediathek verfügbar ist, so dass ich neugierig wurde.
Zu meinem großen Erstaunen funktionierte das Filme gucken aus der Mediathek unendlich unkompliziert: Ich habe mir in der App auf meinem Handy die Staffel rausgesucht, dann auf "Bildschirmsynchronisation" geklickt und schwupp lief die erste Folge auf dem Fernseher. Das war einfach.
Und weil uns die erste Folge dieser Serie gut gefiel und wir neugierig waren, wie es weitergeht, haben wir die zweite Folge direkt im Anschluss geguckt, dann die dritte, vierte, fünfte und sechste - und damit insgesamt viereinhalb Stunden lang nonstop Film geguckt, etwas, von dem ich bisher steif und fest behauptet hätte, dazu bin ich nicht in der Lage, weil ich dabei einschlafe.

Auch wenn ich die Handlung wirklich interessant fand und es Spaß machte, den Film zu gucken, wäre ich normalerweise ganz bestimmt eingeschlafen, denn viereinhalb Stunden Film gucken ist echt anstrengend, wir haben das aber heute morgen gleich nach dem Aufwachen gemacht, also von 9h-14h, da war ich grade fertig ausgeschlafen und habe deshalb tatsächlich die gesamte Zeit wach durchgehalten.
Danach musste ich aber dann natürlich dringend Mittagsschlaf machen.

Zusammenfassung: Mir hat die Idee zu der Serie sehr gut gefallen, ich fand es auch ansprechend umgesetzt, und vor allem kein Psychokrimskrams, alle benahmen sich rollengerecht normal. So Psychoschnickschnack in Filmen finde ich gräßlich, ich habe keinerlei Bedarf auf irgendwelche abgedrehten Metaebenen, wenn ich mich unterhalten lassen möchte. Menschen, die sich seltsam benehmen, habe ich im echten Leben in ausreichender Menge um mich herum, die hole ich mir ganz sicher nicht noch zusätzlich freiwillig per Film ins Haus. Übrigens der Hauptgrund, warum ich keine Tatorts mehr gucke.

Und als Zusatznutzen habe ich tatsächlich mal wieder etwas zum ersten Mal in meinem Leben getan, das geht also auch noch
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