anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 29. Mai 2016
Redezeit
Heute war der Tag der langen Gespräche.
Mein Vater hatte zum Mittagessen eingeladen und nutzte die Gelegenheit, mir intensiv nahezulegen, doch bitte meinen in Ansätzen überlegten und deshalb angedeuteten, geplanten töchterlichen Ungehorsam nicht umzusetzen und bitte, bitte nur brav das zu tun, was von mir erwartet wird.
Begründung: deine Eltern haben immer nur das Beste für dich gewollt und wenn das bei dir nicht ankam, dann war das niemals böse gemeint.
Es folgten noch größere Mengen weitere abenteuerliche Platitüden und der mehrfach wiederholte Hinweis,wie schön es doch wäre, wenn ich nicht streiten würde.
Es half nichts, ihm klarmachen zu wollen, dass ich schon deshalb gar nicht streite, weil ich doch gar nichts sage. Dass ich längst gelernt habe, einfach nur die Klappe zu halten und schweigend abzuwarten, dass die Zeit vergeht. Irgendwann ist auch die erbärmlichste Veranstaltung zu Ende und ich bin wieder frei.
Frei, nicht nur zu denken was ich will, sondern es auch sagen zu dürfen.
Zum Streiten gehören zwei und ich bin nicht dabei, ich sag einfach gar nichts, dann kann ich auch nichts Falsches sagen. Und weil ich doch sowieso nichts sage, finde ich meine Anwesenheit auch überflüssig, aber das wird wohl offiziell anders gesehen. Typische Lehrersicht: die rein körperliche Anwesenheit ist entscheidend.
Aber besser ist, ich sag nix dazu.....
Am Abend dann lange mit der Schwester telefoniert und gemeinsam festgestellt, dass wir ganz unabhängig voneinander eine sehr identische gemeinsame Meinung dazu haben, aber auch gemeinsam, also jeder für sich, beschlossen haben, einfach nur schweigend, jedoch körperlich anwesend zu sein, dann kann sich keiner beschweren
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