anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 3. Mai 2016
Kopf abhacken oder skalpieren?
Das Thema Eier führt bei uns immer wieder zu ausführlich ausgetragenen Disputen. So haben wir nicht nur darüber, wie weich oder wie hart das perfekte Ei sein soll, eine divergierende Meinung, sondern auch bei der Frage, wie das perfekte Ei dann auch perfekt zu öffnen ist, herrscht große Uneinigkeit.
K. zeigt in Punkto Eiköpfen ein typisch martialisch männliches Draufgängertum: Messer durch und Zack - Rübe ab. Kollateralschäden, zB Eierschalenstückchen, die wie eine Splitterbombe nicht nur überall auf dem Teller, sondern oft auch unkontrolliert im Eigelb selber landen, stören ihn dabei überhaupt nicht.
K. liebt Eier und kocht deshalb auch immer gleich ganz viele, auf einem Ei kann man als echter Westfale nicht stehen. Um die Gesamtzeit der Mahlzeit, also die Gesamtmahlzeitzeit nicht unnötig in die Länge zu ziehen (sprich also, beim Essen zu trödeln), muss das schnell gehen, mit dem Eier köpfen, da bleibt keine Zeit für Fisematenten. Ich habe neulich erst gelernt, wo das Wort herkommt, nämlich aus der Zeit der Fraternisierungsversuche mit den französischen Besatzern. Mit "visitez ma tente" haben die schnieken Franzosen versucht, die einheimischen Mädchen zu ungehörigem Verhalten zu animieren.
So ein Westfale aber, zumal ein männlicher, macht keine Zeltbesuche, schon gar nicht bei Eiern, der macht einfach nur kurzen Prozeß und erledigt.

Ich dagegen habe vor vielen Jahren mal einen Eierschalensollbruchstellenverursacher geschenkt bekommen - und seitdem skalpiere ich meine Eier stilvoll und ordentlich damit.

Optisch stellen sich die Unterschiede dann so dar:


Übrigens: Der Härte- oder Weichheitsgrad dieses Eis war tatsächlich für uns beide perfekt
.

681 x anjeklickt (6 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?