anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 16. Juni 2018
Ohne geregelten Arbeitsalltag ist das Leben kompliziert
Wenn ich jetzt hinschreiben würde: „Mein Tag bestand nur aus Schlafen.“ wäre das vielleicht einen Tick übertrieben, aber im Wesentlichen würde es tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Zwischen Aufstehen und „nur mal kurz hinlegen“ (das dazu führte, dass ich zwar eben aufgewacht bin, jetzt aber immer noch im Bett liege, weil es sich nun auch nicht mehr lohnt, den Tag noch zu rocken), also in der Zeit dazwischen war ich auch wach und unterwegs, aber für eine wirklich berichtenswerte Action hat es nicht gereicht.
Wir sind mit dem Auto losgefahren, weil wir Blockhäuser besichtigen wollten, die Blockhausausstellung in Münster hat aber Samstags geschlossen. Scheint eine reine Rentnertruppe als Zielgruppe zu sein, die Blockhäuser kaufen.
Menschen, die während der Woche noch arbeiten müssen, bestellen im Internet oder kaufen keine Blockhäuser.
Ist mir bei vielen Dingen schon aufgefallen, dass ich mich über Öffnungszeiten einer Verkaufsausstellung gewundert habe (Küchen, Autos, Fahrräder, Möbel), Menschen mit klassischen Arbeitszeiten können hier nur einkaufen, wenn sie dafür Urlaub nehmen.
Egal, Blockhäuser kann man also samstags auch nicht kaufen, nun standen wir aber wach und einkaufswillig in Münster und überlegten, was denn tun stattdessen. Ich Habe mich dann von K. beim Flohmarkt absetzen lassen und K. hat in der Zeit das Auto durch die Waschstraße gefahren, die Autos bei Mercedes beguckt und sich anschließend im Fahrradladen umgeschaut. Halt all die Dinge erledigt, die Mann nur am Samstagvormittag erledigen kann.
Gegen 13h hat er mich am Flohmarkt wieder eingesammelt. Ich hatte einen Hocker mit Plüschfell und diverse Bücher erworben und saß deswegen gemütlich am Rand des Parkplatzes und habe gelesen, während ich darauf wartete, abgeholt zu werden. Ich glaube, ich sollte auf dem Samstags Flohmarkt (der oft die Besonderheit hat, dass K. in der Zwischenzeit Dinge erledigt und mich anschließend wieder abholt) immer einen Hocker und ein Buch kaufen, das ist enorm entspannend für die Logistik.
Dann sind wir zu Lidl einkaufen gefahren, was leider nur sehr holperig funktionierte, denn im ersten Lidl, in dem wir waren, gab es das Brot nicht, das wir wollten, dafür sehr schöne, sehr günstige Avocados und überhaupt eine gute Obst und Gemüseauswahl, die aber K. dann dort nicht kaufen wollte, weil er dort gar nichts mehr kaufen wollte, damit man sich nicht an der Kasse anstellen muss, wenn wir sowieso noch in einen anderen Lidl Laden fahren müssen. Im Lidl in Greven gab es dann unser Brot, dafür war das Gemüse aber im Wesentlichen geplündert und es war rappelvoll. Das führte dann dazu, dass ich dort außer Brot nichts mehr einkaufen wollte, weil ich jetzt beleidigt und genervt war, das Leben ist kompliziert.
Wir sind schließlich zu Netto und zu Aldi gefahren, weil K. für einen Einkauf im Edeka Markt nicht rechtzeitig genug rechts abgebogen ist, weshalb ich dann aber nicht mehr wollte, dass er wendet, ich sagte es ja, das Leben ist kompliziert.
Nach all diesen komplexen Irrungen, Wirrungen und Wendungen unseres Samstagsplans war ich nach Rückkehr zu Hause dann so erschöpft, dass ich Mich dringend kurz ausruhen musste.
Ich habe es zwar vorher noch geschafft, das Lammfleisch für den eigentlich geplanten Grillabend in Marinade einzulegen, den Grillabend selber müssen wir aber verschieben, weil es inzwischen eindeutig zu spät ist und ich auch keine Lust mehr habe, nochmal aufzustehen.
Dabei fällt mir gerade auf, dass das ganz blöd ist, denn morgen ist Fußball und damit unsere Chance, in Restaurants Essen zu gehen, die normalerweise komplett überfüllt sind, morgen MUSS man eigentlich rausgehen, um die Ruhe zu genießen. Aber was wird dann aus dem Lamm?
Das Leben ist kompliziert
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