anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 10. Juni 2018
Eisgekühlte Einkaufsläden
Heute habe ich immerhin ein bisschen am PC gesessen, zwar nicht für die Dinge, die ich langsam dringlicher werdend tun müsste, aber immerhin habe ich ein paar andere Sachen erledigt, die auch Zeit fressen und jetzt eben schon mal gemacht sind.
Ansonsten haben wir heute bis fast ein Uhr im Bett gelegen, Internet gelesen und uns unterhalten.
Ich habe ausführlich von meinem Einkaufstrip gestern erzählt und davon, dass die Ems-Galerie in Rheine ein wirklich wundervolles Parkhaus hat, groß, geräumig und gut zu befahren. Es gibt ja Parkhäuser, da muss man für jede Kurve dreimal rangieren und außerdem hat man permanent Sorge, dass man irgendwo andengelt, ganz abgesehen davon, dass man auch nur schwer ein- oder aussteigen kann, weil die einzelnen Parktaschen nur 20cm breiter sind als das eigene Auto. Aber das Parkhaus in Rheine ist toll, fahre ich jederzeit wieder hin. Und als ich zum Schluss noch zu dem DM-Markt gefahren bin, habe ich mich vom Navi lotsen lassen, das mich bis maximal dicht dran brachte, denn der DM-Markt in Rheine liegt in der Fußgängerzone. Wegen der Naviführung habe ich aber durch Zufall einen wunderbaren Parkplatz ganz in der Nähe entdeckt - wenn ich demnächst irgendwann mal in Rheine in der Fußgängerzone shoppen möchte, weiß ich jetzt immerhin schon, wo ich toll parken kann.
In dem Zusammenhang fiel mir dann aber sehr schnell auf, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich wirklich in der (oder irgendeiner) Fußgängerzone shoppen gehen will, echt klein ist, denn diese Art des Shoppings ist einfach zu jeder Jahreszeit unbequem und zwar wegen des grundsätzlich hohen Temperaturgefälles zwischen Laden und Straße. Im Winter sind die Läden geheizt, die Straße nicht, also zieht man sich für das Laufen auf der Straße dick an, um in jedem Laden, den man betritt, sofort wie blöd zu schwitzen. Im Sommer ist es umgekehrt, da sind die Läden klimatisiert und wenn man in seinem dünnsten Sommerfähnchen so einen heruntergekühlten Laden betritt, friert man sofort.
Absolut perfekt und einfach nur ideal ist eine große Mall mit Parkhaus, da herrschen überall die gleichen Temperaturen und man spart sich sowohl das Schwitzen als auch das Frieren. Warum die Menschen meinen, dass zu einer gemütlichen Innenstadt auch Läden gehören, werde ich deshalb nie verstehen. Ich fände es ausreichend, wenn es dort Cafes und Kneipen gäbe und von mir aus einen Tante Emma Laden oder ein Büdchen, wenn man doch mal schnell was braucht, aber Anziehsachen, Haushaltskram, Dekoschnickschnack, Elektronikgeräte, Schmuck und Brillen finde ich in einer Mall wesentlich praktischer untergebracht - denn wenn ich in solchen Läden einkaufe, dann wirklich wesentlich lieber, wenn sie ein angeschlossenes Parkhaus haben und sich vorzugsweise viele Läden unter einem Dach befinden. Das ist auch für Nichtautofahrer praktisch, denn die Logistikprobleme lassen sich mit einem einheitlichen Anreisepunkt für alle wesentlich besser organisieren, als wenn immer noch Busse durch ewig langgestreckte Fußgängerzonen fahren müssen. Ich würde in einer Mall übrigens auch immer eine "Locker-Etage" einrichten, in der all die Nichtautofahrer ihre Draußenklamotten einschließen können, denn wenn so viele Läden unter einem Dach sind, dann lohnt es sich ja viel eher, dass man seine Jacke einfach komplett auszieht und solange weghängt, wie man damit beschäftigt ist, in dieser Mall umherzushoppen
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Je länger ich darüber nachdenke, umso sinnvoller finde ich das. Die Politiker schreien dann: "Die Innenstädte verwaisen." - und ich frage dagegen: "Ja und? Wer hat denn was davon, wenn die Leute alle über die Straße rennen, um von einem Laden zum nächsten zu kommen, statt alle Läden konzentriert in einer Mall ansteuern zu können? Die Gemeinschaft wäre einfach nur verlagert und wofür braucht man denn unbedingt Innenstädte? Um abends draußen zu sitzen? Das kann man ja immer noch machen, die Kneipen, in die die Leute abends gehen, werden weiter existieren, denn die haben auch vorher nicht davon gelebt, dass sie neben einem Einkaufsladen liegen, wenn die Gäste vor allem dann kommen, wenn der Laden zu hat.
Die Immobilienbesitzer in den Innenstädten befürchten gewaltige Wertverluste - ja sorry, aber die Immobilien in den Innenstädten sind ja auch komplett überteuert, da sähe ich eine Wertanpassung nach unten eher als gesunde Regulierung.

Was machen Menschen denn so den ganzen Tag? Die meisten arbeiten und profitieren nur in ihrer Freizeit von einer "aktiven Gemeinschaft" - aber was braucht man in seiner Freizeit denn für eine Gemeinschaft, damit man sich wohlfühlt? Unmengen an unbekannter Laufkundschaft, also Menschen, die man weder kennt noch je kennenlernen wird oder eher Freunde, Bekannte und im weitesten Sinne ein Umfeld von Menschen mit gleichgerichteten Interessen?
Warum kann sich so etwas nicht dort entwickeln, wo Menschen wohnen? Warum braucht es dafür Einkaufsläden drumherum? Werde ich alles nicht verstehen.

Durch diese Überlegungen ist mir aber klargeworden, weshalb ich so ungerne in Läden einkaufen gehe und weshalb ich Flohmarkt soviel schöner finde: Auf dem Flohmarkt gibt es keine Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen - und genau das ist es, was ich bei Läden einfach nur ganz entsetzlich finde.

Nach fast einem dreiviertel Jahr Umbauphase hat bei uns der Aldi wieder geöffnet. Wir haben jetzt einen supermodernen, topaktuellen, funkelnagelneuen Superduperaldi - in dem die Klimaanlage auf 20° eingestellt ist (geschätzt) - auf alle Fälle hat man das Gefühl, einen Kühlschrank zu betreten, wenn man bei einer Außentemperatur von über 30° den Laden betritt, friert dann permanent während des Einkaufs (weshalb ich sehr schnell wurde beim Durchdiegängerennen) und wenn man dann wieder rauskommt, trifft einen die Hitze wie ein Saunakessel.
Wenn das das neue Aldikonzept ist, dann muss ich demnächst eine Jacke mitnehmen zum Einkaufen - oder ich fahre einfach zu Lidl, da ist die Ladentemperatur viel dichter an der Außentemperatur, was ich eindeutig wesentlich kundefreundlicher finde
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