anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 14. Januar 2017
Freundlich bis zur Kündigung
Es gibt eine Eigenschaft, die geht mir vollständig ab: Freundlich zu sein zu Menschen, die Unsinn reden.
Ich gebe mir meistens zwar sehr große Mühe, wenigstens höflich zu sein, es gibt aber Leute, die behaupten, selbst das gelingt mir nicht immer.
Das ist meist dann der Fall, wenn selbst eine euphemistische Zusammenfassung der Realität schon als unhöflich interpretiert wird.
Meine Notrettung ist dann gerne der Satz: "Ich glaube, ich möchte dazu jetzt nichts sagen." wenn ich direkt angesprochen werde, ansonsten versuche ich so eisern wie möglich zu schweigen.
Gestern hatten wir im Büro einen Termin, wo sich zwei neue Geschäftspartner vorgestellt haben. Zugegeben, die Art und Organisation unserer Firma ist ungewöhnlich, was aber keine Entschuldigung dafür ist, dass jemand ohne Not aber mit viel Eifer müllige Stammtischparolen vorträgt, die seine geballte Inkompetenz im hellsten Licht erstrahlen lassen.
Ich habe mir viel Mühe gegeben, dazu ausdrücklich zu schweigen - und mal wieder resigniert beobachtet, dass diejenigen, die etwas dazu gesagt haben, die wohlfeilsten Nettigkeiten als Kommentar parat hatten, so dass der arme Kerl bestimmt mit der Überzeugung aus dem Termin gegangen ist, es sei alles gut gelaufen.
Dass wir im Hintergrund aber nun intensiv daran arbeiten, seine Firma komplett abzuservieren, wird ihm wahrscheinlich im Traum nicht einfallen, ich finde es deshalb äußerst unfair, ihm nach seinem missglückten Auftritt (und es war nicht der erste, er hatte zwei Chancen vorher auch schon versiebt) nicht ganz klar und deutlich mitzuteilen, wie negativ sein Auftritt angekommen ist.
Aber das ist wohl kein gutes Benehmen, ehrlich miteinander umzugehen. Lieber belügt man sich, dass sich die Balken biegen, Hauptsache man ist immer freundlich.
Ja, ist klar
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