anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 6. Januar 2017
Solve
Meine Großtat für heute: Ich habe eine Logikaufgabe mit Excel gelöst (gesamter Zeitaufwand dafür ca. eine Stunde) und bin jetzt so unglaublich stolz auf mich, dass ich vor lauter geschwellter Brust kaum noch laufen kann und die restlichen Stunden des Arbeitstages in Bedeutungslosigkeit versinken.

In ausführlich: Es gibt eine Aktiengesellschaft, an der sind ca. 50 Aktionäre beteiligt, jeder mit ganz individuellen Aktienpaketen, von 17 bis 6.451 Stück Aktien ist alles dabei, bunt gemischt und eben krumme Stückzahlen.
Auf der letzten Hauptversammlung wurde jetzt über eine Satzungsänderung abgestimmt und das Protokoll sagt, dass der Antrag mit 27.318 von 100.000 Stimmen abgelehnt wurde. (Satzungsänderungen müssen mit mehr als 75% Mehrheit beschlossen werden.)
Für mich war jetzt wichtig zu wissen, welche Aktionäre den Antrag abgelehnt hatten und so habe ich zunächst einfach rumprobiert und versucht durch Addieren der verschiedensten Aktionärsmengen (jeder Aktionär konnte für sein gesamtes Paket nur einheitlich abstimmen) auf genau diese Zahl von 27.318 zu kommen.
Nach einer Viertelstunde habe ich aufgegeben, weil ich keine Lösung finden konnte. Egal, welche Aktionäre ich zusammenaddierte, es ging nie exakt mit 27.318 auf.
Also kam mir der Verdacht, dass es ein Fehler im Protokoll ist - aber wie beweise ich das? Sicher nicht dadurch, dass ich nach 15 Minuten Rumprobieren keine Lösung gefunden habe, welche Aktionäre zusammen genau diese 27.318 Stimmen ergeben.

Wenn ich das Problem aber in Excel darstelle - dann kann ich entweder die Lösung finden, oder beweisen, dass es keine Lösung gibt und wenn es keine gibt, dann ist es ein Protokollfehler - und einen Protokollfehler nachzuweisen, finde ich fast noch besser als rauszufinden, welche einzelnen Aktionäre gegen die Satzungsänderung gestimmt haben.

Da meine Excelfähigkeiten vor allem auf einem gekonnten Umgang mit Google basieren, hatte ich dann auch schnell die richtige Formel, das Problem war nur, dass die in meinem Excelprogramm nicht vorkam. Der Lösungsweg war für Excel 2007 beschrieben und ich habe leider Excel >heute< (keine Ahnung, welche Jahreszahl mein Excelprogramm hat, aber ganz bestimmt kein 2007 mehr.) Also musste ich im nächsten Schritt googeln, wie ich die gewünschte Formel (sie heißt übrigens "solve", was mich die ganze Zeit schwer amüsiert hat) in meinem modernen Excelprogramm finde.
Habe ich dann auch geschafft. Geht über ein Add-In, das man aktivieren muss, und dann war sie da - die Lösung meines Problems. Dachte ich. War aber nur fast richtig, denn jedes Mal wenn ich auf "Lösen" klickte (das ist der Startknopf für das Ingangsetzen der Solveformel, Excel kann richtig witzig sein) sagte mir mein Rechner "Error53, can't find the file solver32.dll"
Auch mehrmaliges Wiederholen desselben Vorgangs brachte kein anderes Ergebnis. (Das ist ja eine nicht erklärbare Erkenntnis, die ich tatsächlich durch Ausprobieren gewonnen habe: Wenn der Computer sagt, irgendwas geht nicht, muss man ihn das einfach nur hartnäckig und stumpf oft genug wiederholen lassen, irgendwann geht es dann doch. Niemand weiß warum, ist aber so.) - Aber diesmal klappte das Prinzip nicht, auch nach 20 Klicken auf die "Lösen-Taste" kam immer noch dieselbe Fehlermeldung und keine Lösung (zwischendurch hatte ich das Programm natürlich auf- und zugemacht, den Rechner hoch- und runtergefahren, was man halt sowieso so standardmäßig macht) .
Also musste ich jetzt auch dieses Problem googeln. Und auch hierfür fand sich eine Lösung. Zunächst mal fand ich vor allem viele Leute, die dasselbe Problem hatten, aber irgendwann entdeckte ich dann in einem Forumsthread tatsächlich eine Problemlösungs-Beschreibung, die nicht nur funktionierte, sondern die ich auch selber bedienen konnte. Meist steht dann in den Lösungen sowas wie: "da musst du den backdir Eintrag in der registry löschen oder die sign.pif auf dmw umleiten" oder ähnlich leicht verständliche IT-Kindersprache. Wenn das dann die einzigen Lösungsmöglichkeiten sind, bin ich an der Stelle dann immer raus. Ich nix Ahnung von Computerprogrammierung.

Aber in diesem Fach(!)forum war tatsächlich ein Mensch, der sich die Mühe gemacht hat, eine Anleitung so zu schreiben, dass ich sie verstand und umsetzen konnte. Das Problem liegt wohl daran, dass ich einen 64bit Rechner habe, aber die 32bit Version von Office. Und dass der Rechner die Lösung von "solve" in dem 64bit Ordner sucht, sie ihm aber nur im 32bit Ordner von Excel geliefert wird. Ganz konkret musste ich also bloß die Daten aus dem 32bit Ordner in den 64bit Ordner kopieren (und wie die aussehen und wie man die findet, hatte dieser nette Mensch gleich alles mit erklärt) - und dann - trara - rechnete meine Excel-Tabelle. Und sie rechnete mir aus, dass es tatsächlich keine Lösung gibt.

Ist das nicht alles einfach nur großartig
?

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