anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 24. Juli 2017
Abendspaziergang am Strand
Mein liebste Strandzeit ist abends.
Ich mag das Licht, wenn es noch hell, aber nicht mehr sonnig ist, die Konturen werden schärfer, gleichzeitig werden die Farben weicher.
Die bunten Strandzelte heben sich klar gegen den Himmel ab, der zwar noch blau, aber eben nicht mehr sonnenscheinblau ist.
Alles ist friedlich, weil die meisten Urlauber schon gegangen sind, die paar, die noch in ihren Zelten sitzen, genießen genau wie ich die Ruhe.
Eine einzelne Möwe wandert von Strandzelt und inspiziert den Innenraum nach vergessenen Keksen oder anderen Leckereien, genau beobachtet von ihrem Kumpel auf dem Fahnenmast, der sofort dazukäme, fände sie etwas vielversprechendes.
Wachposten

Gleich an der Promenade hat sich ein Großgrundbesitzer ein Zelt gemietet und sein Terrain markiert.
Großgrundbesitzer
Sandburgen werden heutzutage nur noch wenige geschaufelt, diese ist ein auffälliges Großexemplar.
In meiner Jugend war eine Sandburg um das Zelt herum ein Muss, es ging gar nicht ohne. Wer keine Burg hatte, hatte das Recht an seinem Zelt sowieso verwirkt.

Früher hießen die Touristen aber auch noch Badegäste und blieben im Sommer genau drei Wochen. Nach der Hälfte der großen Ferien war Gästewechsel, kürzere Aufenthalten wurden auch von den Vermietern nicht gerne gesehen, da kriegte man ja kaum jemand anderen für so ungrade Zeitfenster. Und für drei Wochen lohnte natürlich das Burgenbauen, da hatte man ja noch was von seiner Burg.
Und weil jeder eine Burg hatte, konnte man auch sein Strandzelt nicht einfach verschieben und woanders hin stellen, was wäre dann aus der Burg geworden?
Ehe für alle gab es ja auch noch nicht, nicht so wie heute, wo sogar Kalli und Poppinga Seite an Seite auf Tuchfühlung nebeneinander kuscheln.

Ne ne, das wär früher nicht möglich gewesen, da wären die Strandzeltvermieter sofort eingeschritten.

Früher gab es auch keine Strandkörbe, früher gab es nur Strandzelte. Aber so ein Strandzelt kann natürlich gegen das Syltflair, was so einen Korb umweht, nicht anstinken, auch nicht mit dem Mief der vergangenen Piefigkeit. Heute sind Borkumurlauber hip und auf dem Anspruch der Zeit, also gibt es immer mehr Strandkörbe, die lassen sich auch so schön verrammeln, wenn man abends nach Hause geht.
Strandkorb wie in Sylt, phhfff

Natürlich war früher nicht alles besser, aber so ein Abendspaziergang am Strand macht schon ein bisschen wehmütig, weil in meiner Erinnerung die Insel vor vierzig Jahren einfach ruhiger war, nicht so hektisch und betriebsam - und nicht so voll
.

696 x anjeklickt (4 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?