anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 3. Juli 2019
Mal schauen
Ich habe heute nicht viel zu sagen.
Ich bin genervt und vor allem fühle ich mich im Moment unsicher, was ich grundsätzlich möchte und wie lange ich noch bereit bin, darauf zu warten.
Ich habe mir sehr bewusst einen Job gesucht, der vor allem gut bezahlt ist, Spaß an der Arbeit war nie die erste Priorität. Den größten Spaß an meiner Arbeit hatte ich dadurch, dass ich merkte, dass ich wirklich gut bin und dass mir dadurch Freiheiten rausnehmen kann, die eine maximale Selbstbestimmung ermöglichen.
Das ist so weit auch alles ganz nett und ich bin grundsätzlich auch sehr zufrieden mit meinem Job, ich würde nichts anderes wollen, außer vielleicht eben gar keinen Job mehr.
Denn die Grundlage hat sich nicht geändert: ich arbeite nicht zur Selbstverwirklichung, nicht um der Sache selber willen und auch nicht für Macht und Anerkennung, ich arbeite, weil ich damit Geld verdiene.
Und das ist das Problem, denn ich brauche das Geld nicht mehr.
Klar, fällt in die Kategorie „nice to have“, vor allem ist entgangenes Einkommen rechnerisch das gleiche wie Ausgaben und da ich wirklich gut bezahlt werde, ist das eine ganze Menge Geld, die ich dadurch verschleudern würde, wenn ich einfach nicht mehr arbeite. Aber ich kann es mir eben wirklich leisten, auch auf ein sehr hohes Einkommen einfach zu verzichten - und aus genau dem Grund habe ich an meine Arbeit heute deutlich höhere Erwartungen, als einfach nur ein hohes Einkommen - und damit sind wir wieder bei Satz zwei s.o.: ich weiß nicht so genau, was ich wirklich möchte, aber das reine Geldverdienen ist immer unwichtiger geworden und deshalb bin ich seit einiger Zeit sehr unzufrieden
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(Abgelegt in anjemerkt und bisher 90 x anjeklickt)

... ¿hierzu was sagen?

 
Zeit, über eine Vorruhestandsregelung nachzudenken?

Kenne eine Menge Leute, die gerade am Rumrechnen sind, wieviel Einbuße an Realeinkommen ihnen der Freizeitzugewinn wert ist.

... ¿noch mehr sagen?  

 
Na klar habe ich das schon ausgerechnet, genau deshalb weiß ich ja, dass ich es mir leisten kann. Als Folge von nicht mehr arbeiten, müsste ich mir dann ja auch eine Beschäftigung für die viele neue Zeit suchen - und das ist das Problem, denn ich würde dann ja am liebsten die meiste Zeit des Jahres auf Borkum sein wollen, was aber mit einer Zweierbeziehung, in der einer immer noch weiter arbeitet, weil er da eine andere Einstellung hat als ich, schwierig, denn doppelte Haushaltsführung in einer Beziehung ist halt auch blöd. Genau deshalb bin ich ja so unzufrieden.

 
Da muss ich jetzt mal kommentieren...
also, ich kenne eine ganze Menge Leute, die jubeln würden, wenn sie Dein Problem hätten!

... ¿noch mehr sagen?  

 
Wieso?
Es gibt sicherlich deutlich viel schlimmere Probleme, das ist unbestritten und dass ich mich da mit einem Luxusproblem plage und auf hohem Niveau jammere - geschenkt, weiß ich selber.
Aber der einzige Grund, den ich mir vorstellen kann, dass jemand über so ein Problem jubelt, ist, wenn er dafür ein anderes los ist. Und ich habe leider keines, was ich dafür eintauschen könnte.