anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 15. Juli 2019
Montage, Amokopfer und Käfer
Haben Sie schon mal versucht, ganz intensiv an nichts zu denken? Je intensiver man es versucht, um so dringlicher denkt man vor allem daran, dass man ja unbedingt an nichts denken will.
Es ist also gar nicht so einfach, Dinge zu vermeiden, in dem man nicht dran denkt.

Mir geht das so mit Montagen.
Ich finde es so unglaublich lächerlich, all diese Montagsjammerposts, die einem eben grade an Montagen regelmäßig und schwer geballt entgegenblubbern, so viel Social Media Kanäle kann ich gar nicht abschalten, wie die Leute Montags über Montage jammern.

Deshalb will ich ganz unbedingt nicht auch noch über Montage jammern - es ist aber jeden Montag aufs neue ein Kampf, eben weil mir Montags kaum etwas anderes einfällt, als das Montagselend zu beklagen und seitdem ich es vorsätzlich nicht mehr tun will, ist es besonders schlimm.

Heute versuche ich es deshalb mit Augen zu und durch: Ja, heute war Montag, and I don't like Mondays, ich habe aber keinen erschossen. Das ist doch schon mal positiv.

Dabei habe ich tatsächlich leichte Amokschützenmordgelüste verspürt - und zwar gegen die unverschämten Badegäste auf Borkum, die einfach auf jedes Grundstück latschen und dort ungeniert durch die Fenster ins Haus starren. Wenn man sie anspricht, antworten sie, dass sie davon ausgehen, dass man sich hier doch bestimmt einmieten kann und sie würden halt gerne mal schauen.
Dass es auch ganz normale Privathäuser gibt, die man nicht nächteweise buchen kann und in denen Menschen wohnen, die es auch nicht witzig finden, wenn man ihnen derart auf die Pelle rückt, scheint in ihren Köpfen nicht vorzukommen, so wie eine grundsätzliche Zurückhaltung im Benehmen überhaupt bei vielen Touristen wohl mit dem Bezahlen der Kurtaxe automatisch abgeschaltet wird.
Ich habe dafür bezahlt, mir gehört das jetzt alles. - Da kann ich sehr gut mit umgehen, nicht.
Und ich wundere mich immer, dass ich bislang wirklich noch niemanden erschlagen habe.
Der Typ hier zB, den finde ich einfach nur unverschämt dreist

Weil ich überall Kameras am Haus habe, bekomme ich so etwas natürlich auch jedes Mal mit.

*wutschnaubend ab

Sie müssen sich hier jetzt eine Unterbrechung vorstellen, weil ich mich erst wieder abregen muss, bevor ich weiterschreiben kann. Bei solchen Typen wie dem da oben überlege ich ganz ernsthaft, was es für argumentierbar legale Alternativen zu einer Selbstschussanlage gibt.


Nun zu etwas niedlichem, nämlich das hier:

Ich habe keine Ahnung, was das für ein Käfer war, denn für einen Marienkäfer ist er eindeutig falsch gepunktet, aber er gefiel mir auch gut.
Ich habe ihn am Samstag im Parkautomaten fotografiert.
Ja, richtig gelesen, IM Parkautomaten, auch wenn man das schlecht erkennen kann auf den Bildern, aber er krabbelte unter dem Glas rum.
Wie er dahin gekommen ist, ist mir genausowenig klar, wie die Frage, wie er da wieder rauskommt - im Zweifel möchte ich da aber auch nicht weiter drüber nachdenken, sonst ist das positive Gefühl, was ich verzweifelt versucht habe zu erzeugen, schon wieder weg und mir fällt der dreiste Trottel von dem oberen Bild wieder ein und dann werde ich traurig, weil es immer die falschen trifft. Den aufdringlichen Trotteltyp, den könnte ich mir ganz entspannt hinter Panzerglas weggesperrt vorstellen, keine Mitleidsfaser würde sich bei mir rühren, im Gegenteil, angenehme Genugtuung machte sich breit, aber der arme Käfer, der hat es doch wirklich nicht verdient, oder?
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