anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 20. Juli 2019
Hautpsächlich nix gemacht
Erster Ferientag - und er ist ziemlich perfekt verlaufen, ich habe nämlich hauptsächlich geschlafen.

Am Vormittag meldete sich K und meinte, das Wetter
würde immer schlechter, er sähe zu, dass er sich zügig auf den Weg macht, weil es jetzt grade eben noch einigermaßen passabel aussähe, es wurde dann aber doch 12h bis er loskam, bis dahin habe ich aber im Wesentlichen auch nur rumgedröselt und es genossen, nichts tun zu müssen, zumindest nichts Dringendes.

Immerhin habe ich es geschafft, zu duschen und mir die Haare zu waschen, sowas muss ich immer erwähnen, weil ich Haare waschen so anstrengend finde.

Überhaupt finde ich ja den gesamten Körperpflegestylingkram tendenziell eher anstrengend, weil ich es albern finde, so viel Wert auf Äußerlichkeiten zu legen. Wer sich über seine Optik definiert, hat garantiert andere Schwerpunkte für sein Leben gesetzt als ich. Ich finde es ganz nett, hübsch auszusehen, aber der Aufwand dafür sollte sich im Rahmen halten. In einem sehr kleinen Rahmen, wenn es nach mir geht.
Ich habe das dieses Jahr mal wieder bemerkt, als ich aus purer Eitelkeit fast ein halbes Jahr lang meine Fingernägel in einem Dauerlackierzustand gehalten habe, weil ich den geklemmten Nagel so hässlich fand.
Es ist halt ein Abwägen und einen einzelnen schwarzen Nagel fand ich dann noch schlimmer als die Mühe, alle Nägel schwarz oder farbig zu lackieren. Aber knapp war der Nagel rausgewachsen, schlief auch meine Lackierlust schlagartig ein.
Dasselbe gilt fürs Schminken, was ich auch grundsätzlich anlassbezogen (üblicherweise davon abhängig, welche Termine anstehen) erledige. Aber schon Wimperntusche finde ich anstrengend, von so Aktionen wie Make Up (keine Ahnung, wie das heutzutage heißt, ich meine diese braune Creme, die man sich als Frau ins Gesicht schmiert, damit die Haut gleichmäßiger aussieht) oder gar Lidschatten brauchen wir gar nicht erst zu reden, das gibt es nur für ganz wichtige Termine.
Ich benutze idR einen Kajalstift, einen Augenbrauenstift, Rouge und Lippenstift, dauert in der Standardausführung ca. 1 Minute und wird auch abends nicht abgeschminkt, weil, wofür?
Komplett ungeschminkt gefällt mir auch nicht, sieht mir zu sehr nach Gemeindepfarramt aus, ich habe da gepflegte und vor allem gefestigte Vorurteile.

Also, ich habe mir heute morgen die Haare gewaschen, dann aber einfach trocknen lassen und bin dann um kurz nach zwölf losgefahren, um K abzuholen, vorher noch beim Bäcker vorbei, um die von K so besonders geschätzten Feierabendbrötchen zu kaufen (gibt es frühestens ab 11h und K meint, die schmecken x-mal besser als die normalen Brötchen, ich habe da keine spezielle Meinung, ich finde die von Lidl ja auch völlig okay, aber aus Liebe fahre ich für K natürlich auch gerne extra zum Bäcker.)
Dann auch noch bei Lidl vorbei, Ks Lieblingsbrot war gestern ausverkauft (dieses Brot scheint das Lieblingsbrot von ganz vielen Menschen zu sein, denn es ist immer als erstes ausverkauft), um kurz nach 12h konnte ich eines aus der grade frisch gebackenen Serie ergattern. Außerdem noch 2-3 Dinge, die ich gestern vergessen hatte, dann ab zum Flughafen, wo ich grade pünktlich kam, um K landen zu sehen.

Er war der zweite Flieger am Platz, das Wetter war wohl wirklich nicht sehr einladend.

Da wir nicht mehr einkaufen mussten, fuhren wir direkt nach Hause und K fand eine Flasche Sekt im Kühlschrank und meinte, wir sollten unbedingt auf den Urlaub anstoßen.
Kam gut, denn natürlich hatte ich noch nichts gegessen, ein Glas Sekt um halb 2 mittags auf nüchternen Magen - ich war sofort angenehm knülle.
Ich habe es grade noch geschafft, meinen Teil der Feierabendbrötchen zu essen, bevor ich betrunken ins Bett fiel und erst mal meinen Rausch ausschlief.

Als ich am späten Nachmittag frühen Abend wieder aufwachte, ging draußen grade die Welt unter, es goss dermaßen dramatisch, dass sogar die Kamera auslöste und Bilder schickte

Ein wunderbarer Grund, um weiter im Bett zu bleiben.

Wir lasen Internet und ich amüsierte mich über mein Telefon, dass mir ja immer kluge Hinweise gibt, wo ich mein Auto geparkt habe, weil es wohl in ständiger Sorge lebt, ich finde es sonst nicht wieder. Ich habe diese Funktion noch nie bemühen müssen, um mein Auto wirklich zu finden, aber wenn Apple meint, es wäre von Vorteil, meinen Standort zu tracken, dann soll es eben so sein. Auf alle Fälle fand ich die aktuelle Meldung sehr witzig

Da findet man sein Auto bestimmt schnell wieder.

Den weiteren Teil des Abends haben wir einen völlig bescheuerten Film mit Christine Neubauer geguckt - Ein Sommer auf Sylt. Der Film war derart überfrachtet mit schwachsinnigen Klischees, die aber erkennbar alle auf die Welt des klischeehaften Bildzeitungslesers zugeschnitten waren, dass ich es schon wieder extrem witzig fand. Er, Unternehmensberater in Berlin, seit neun Jahren verheiratet mit ihr (Christine Neubauer), zwei Kinder, eines davon sichtlich älter als acht, aber egal, darum geht es auch nicht, zeigt nur, wie unsinnig und wenig detailkorrekt der Plot umgesetzt wurde, also er vögelt nebenher seine Assistentin, sie erfährt das am Tag der Abreise in den gemeinsamen Familienurlaub nach Sylt und macht erstmal Unordnung in der Familienvilla, die so aussieht, wie man sich eine Familienvilla eines Unternehmensberaters in Berlin eben vorstellt, alles sehr modern und sehr gestylt, bei den Immobilienpreisen in Berlin nicht unter 2,5 Mio zu haben, würde ich mal schätzen.
Er fährt ein 911er Cabrio (auch ca. 150 T€), sie einen weißen Mercedes Mini-SUV und weil sie sich an ihm rächen will, räumt sie das gemeinsame Konto leer und hebt das gesamte Guthaben ab, 20 T€. Das war die Stelle, wo ich dann ganz doll gelacht habe. 20 T€ dürften für einen Unternehmensberater dieses Klischees höchstens ein halbes Monatsgehalt sein.
Aber sie fährt dann auf alle Fälle mit den Kindern alleine nach Sylt, storniert die Buchung in dem Wellnesshotel und sucht sich etwas anderes. Klar, Hauptsaison, alles kein Problem, zumindest nur ein kleines, denn sie findet Oma Lina, die eine stillgelegte, riesengroße reetgedeckte Pension besitzt, aber noch alle Zimmer leer hat, weil ja heute keiner mehr in eine Pension will, sondern alle nur in Wellnesshotels. Ah ja. Auf Sylt. Logisch.
Oma Lina spricht astreines Hamburgisch, ist aber schon in dem Haus geboren worden. Wenn das Klischee meint, dass man auf Sylt Hamburgisch spricht, nun denn.
Auf dem Haus (Wert mindestens 5 Mio, wir sind schließlich auf Sylt und das Haus ist riesig), liegen aber Riesenkredite und es droht die Zwangsversteigerung. Weshalb auf dem Haus so hohe Kredite liegen, wird nicht erklärt, gekauft hat sie das Haus schließlich nicht, wenn sie da schon geboren wurde. Aber egal, es gibt Kredit und es droht Ungemach.
Aber dann kommt Christine Neubauer und rettet Oma Lina mit den 20 T€, die sie in bar dabei hat. Wenn das nicht mal realitätsnah direkt aus dem Leben eines Unternehmensberaters übertragen wurde.
Der Rest der Story ist klassisch und normal, Sohn von Oma Lina ist Fischer und Christine Neubauer (fast durchgehend als die klassische Berliner Unternehmergattin mit hohen Pumps und engem Rock, auch im Urlaub auf Sylt) beeindruckt ihn und er sie und es endet in gemeinsamer Vögelei, die aber natürlich nicht gezeigt wird, die kann man sich aber denken, wenn man eine so missratene Phantasie hat wie ich.

Ich fand den Film erst blöd und wollte spontan um- oder ausschalten, war dann aber zu faul dazu und habe es schließlich alles sehr genossen. Was für ein ungemein großaufgemachter Blödsinn.

Hier auf Borkum war heute Abend Strandfete, wir haben sie wegen Wetter und allgemeiner Faulheit für uns ausfallen lassen, war die richtige Entscheidung, sage ich nach dem Genuss dieses Films
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