anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 1. November 2017
Ariel 3in1 Test
In der Post war eine Probetüte mit einem Ariel 3in1 Pod.


Das der Probetüte beigefügte Anschreiben war mit "Liebe(r) Haushaltsführende(r)!" überschrieben und reizte mit dieser Adressierung natürlich spontan mein ohnehin sehr leicht reizbares Genderhysteriegegacker-Gen.
Früher hätte man ja einfach "Liebe Hausfrau" geschrieben und hätte doch durch Zufall mal ein Mann den Haushalt erledigt, dann hätte er sich auf Augenhöhe angesprochen gefühlt, denn genauso wie die männliche Form der Politesse (Politesserich?) schon in sich eine Degradierung der (männlichen) Person beinhaltet, haftet dem Begriff "Hausmann" auch deutlich weniger Wertschätzung an als dem Wort "Hausfrau" und so war jeder Hausmann froh, wenn er einfach wie eine gleichwertige Hausfrau behandelt wurde und wäre im Leben nicht auf den Gedanken gekommen, hier nachbessern zu müssen.
Diese Zeiten sind aber nun eindeutig vorbei, heute sind Hausfrauen genau wie alle anderen Bürger unserer Republik dreierlei Geschlechts (weiblich/männlich/sagichnicht) und dementsprechend geschlechtsneutral muss die Anrede formuliert sein.

Liebe(r) Haushaltsführende(r) - herzlichen Glückwunsch, Ihr habt damit der regenbogenfarbigen Gleichberechtigung ganz sicher einen großen (Bären)dienst erwiesen. So wird man ernstgenommen.

Nach dem ich mich ob der skurrilen Anrede wieder einigermaßen beruhigt hatte, habe ich den Rest des Anschreibens gelesen und vernommen, dass Ariel diese Pods vor allem deshalb entwickelt hat, um mir die Pflege meiner Kleidung mit ausgezeichneter Waschleistung bei einfachster Handhabung zu ermöglichen.
Na, das hört sich doch toll an, da habe ich schon lange drauf gewartet.

Was man beim Wäschewaschen aus meiner Sicht dringend verbessern könnte, ist die Sortierung der Wäsche in unterschiedliche Waschmaschinenladungen. Ich sortiere eigentlich immer nach vier verschiedenen Gesichtspunkten: Hell und dunkel und heiß und kalt.
Ich habe also fast immer eine helle heiße, eine helle kalte, eine dunkle heiße und eine dunkle kalte Maschine Wäsche. Solange ich für einen fünf oder mehr Personen Haushalt gewaschen habe, war das auch nie ein Problem, da gab es immer genug Wäsche, um völlig locker für jede dieser Kombinationen eine volle Maschine Wäsche zusammenzubekommen. Seitdem die Kinder aber nicht mehr da sind und ich deshalb überwiegend nur noch für zwei Personen wasche, wird das schon schwieriger, so dass ich in letzter Zeit tatsächlich ab und zu schon mal Unterhosen mit 40°C gewaschen habe, weil es sich nicht lohnte, für 20 Unterhosen eine ganze Maschine Kochwäsche laufen zu lassen, die Unterhosen aber gewaschen werden mussten, weil der verbliebene Bestand im Schrank nicht mehr für lange gereicht hätte. (und keiner die Wendemethode anwenden wollte.)

Wenn man beim Wäschewaschen also etwas Vereinfachen will, so hätte ich gerne ein Waschpulver, was mir auch bei 40°C Waschtemperatur die Hygiene von Kochwäsche verspricht. Btw: Meine Kochwäsche wasche ich auch nur noch mit 60°C, aber 60°C tötet eben doch ein paar mehr Keime als nur 40°C. Und Bremsspuren gehen bei 60°C auch besser raus als nur bei 40°C.
Wenn es aber ein Waschmittel gäbe, was beruhigend zuversichtlich versichert, dass heißer als 40°C nicht mehr gewaschen werden muss, dann bräuchte ich immer nur noch zwei Maschinen zu sortieren und wenn dann noch jemand ein Waschpulver erfindet, das jegliches Abfärben ganz absolut sicher ausschließt - dann wäre es perfekt. Alle Wäsche unsortiert ab in eine Maschine, einfacher geht es ja wohl nicht, oder?

Ich dachte also, genau hier hätte Ariel die Vereinfachung eingebaut.
Aber alles Käse, ich habe das mal gegoogelt.
Das 3 in1 steht für "Tiefensauber, flecklösend und strahlend rein"
Ja sacht mal, Ihr Ariel Heinis, habt Ihr se noch alle?

Tiefensauber, flecklösend und strahlend rein ist für mich genau dreimal das gleiche. Oder zumindest ist das nur ein Aspekt, den ich beim Wäsche waschen wichtig finde, nämlich dass der Kram sauber wird. Und sauber ist für mich ein digitaler Begriff. Alles, was nicht zu 100% sauber ist, ist eben nicht sauber. Dass die Flecken weg sind, ist ja wohl logisch, wenn etwas sauber sein soll und ob man das Ergebnis dann tiefensauber oder strahlend rein nennt, das war mir schon bei Clementine egal.

Keimfrei fände ich aber auch noch wichtig, denn natürlich kann strahlend rein und tiefensauber trotzdem komplett verkeimt sein. Und "farbfixierend" wäre dann meine dritte Anforderung an ein "3in1 Waschmittel".
Euers macht jetzt einfach nur sauber, sauber und sauber - vielleicht bin ich ja zu blöd, aber was genau ist daran neu? Das haben Waschmittel doch schon vor 30 Jahren versprochen, dass sie genau das täten.

Dafür sind die herkömmlichen Waschmittel mit deutlich weniger Warnhinweisen, Totenköpfen und technischen Herausforderungen gespickt als Eure lächerlichen 3in1 Pods. Mein normales Waschmittel kann ich nämlich einfach aufmachen, dann offen stehen lassen und benutzen wann und wie ich will.
Bei der Probetüte dieser 3in1 Dinger bin ich im ersten Schritt schon daran gescheitert, dass ich die Tüte nicht aufreißen konnte. Reißen ging einfach nicht, no way. Da ich neben der Waschmaschine aber keine Schere aufbewahre (weil ich halt üblicherweise keine Schere zum Waschen benötige), musste ich erst umständlich mit der Probetüte durchs Haus wandern und eine Schere suchen.
Nach dem Öffnen der Packung muss der Pod aber SOFORT verwendet werden. Steht ja extra in groß und fett und mit Totenkopf auf der Tüte.
Also habe ich die Probetüte in der Küche mit der Schere geöffnet, um dann in gestrecktem Galopp in den Waschkeller zu jagen und die sofortige Verwendung sicherzustellen. Nachher wäre mir das Ding noch in den Händen explodiert, so dramatisch klangen die Warnhinweise. Weiß man's?

Ich habe es also letztlich geschafft, diesen Pod zu verwaschen, ohne dass dabei weitere Katastrophen passiert sind - im Ergebnis hatte ich nachher aber einfach nur gewaschene Wäsche, was das Ding sonst noch kann, habe ich leider nicht entdecken können
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... ¿hierzu was sagen?

 
Keimfrei war gestern...
Heute weiß man doch, dass ein gewisser Anteil an Keimen schadlos und vielleicht sogar gesund ist. Wenn man die Wäsche keimfrei macht, hält das nur kurz. Dann kommen Keime zurück. An die guten sind wir angepasst, doch falls die miesen Keime zuerst kommen, ist das blöd. Das ist wie im Garten. Alles tot spritzen, auch die Nützlinge, und danach muss man warten, bis wieder genügend Schädlinge da sind, um Nützlinge zu locken, die mit ihnen aufräumen könnten.
Fürs Waschen ist meine Familie bestes Paradevorführobjekt: Wir waschen seit 15 Jahren mit Regenwasser (??.. sieht zwar klar aus, aber igitt, wer weiß was da alles drin ist. Keime?? bestimmt..) und Bio-Flüssigwaschmittel. Mehr als 40° nehme ich auch nicht in meiner guten alten Miele. Ergebnis: Fast nie krank (außer Rücken), schon gar nicht auf der Haut. Und ein super gutes Gewissen wegen der Umwelt.
Es wird auch alles sauber, denn richtige Flecken bekommen vorher einen Spritzer Gallseife.
Und der beste Effekt: Alles riecht irgendwie angenehm neutral, nicht so eklig parfümiert wie bei manchen Waschpulvern.
Dies war eine Ermutigung für die zwei-Maschinen-Waschmethode....aber komplett optional. :-))

... ¿noch mehr sagen?  

 
Nun, da ich leider eine sehr lästige Neigung zu Pilzerkrankungen habe, die letztlich nur mit entsprechender konsequenter Hygiene vertrieben werden können, weil man sich sonst immer wieder bei sich selber ansteckt, wasche ich Unterwäsche, Socken und Handtücher eben schon aus mehrfach gemachter schlechter Erfahrung lieber mit 60°C, hilft sonst nicht.
Und geruchstechnisch bin ich sowieso super empfindlich und finde jedes Waschmittel unangenehm parfümiert, weshalb ich schon seit über 20 Jahren immer dasselbe Zitronen-„Waschparfum“ mit 3-4 Spritzern im Weichspülerfach verwende und so einen absolut immer gleichmäßigen Wäschegeruch sicherstelle. Früher gab es das Zeug im Spinnrad zu kaufen, zum Glück wurde das Rezept nach der Pleite von Spinnrad von einem anderen Hersteller aufgegriffen und weiter produziert, so dass unser familiärer Wäschegeruch gerettet ist.

Der Nachteil dieses Zitronendufts ist, dass man jede mit einem parfümierten Waschmittel gewaschene Wäsche einfach schrecklich findet. Und mit Bio-Waschmittel gewaschene Wäsche riecht für mich so, als müsste sie langsam mal gewaschen werden...