anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 25. Juli 2019
Hier heute kein Kabel-Internet
Seit heute Vormittag ist das Kabel-Internet von Vodafone ein Totalausfall auf der Insel, mobiles Internet läuft noch, das finde ich tendenziell aber immer anstrengend, weil es am PC nur über Bande läuft (ich könnte mit dem Handy einen WLAN Hotspot erzeugen und den Rechner darüber anschließen), aber hey, ich habe Urlaub und kein Internet ist ja auch mal nett.
Perfekte Ausrede für alles, weshalb ich erst mal ausgiebig im Bett blieb, es war im übrigen eh zu warm für wilde Aktivitäten. Mir war‘s auch für Strand zu warm, ich lag im Bett und las internetfreies Papierbuch, das ausgiebig zu tun hatte ich ausdrücklich auf die to-do-Liste geschrieben, genau genommen war ich also ausgesprochen produktiv aktiv tätig.

Dann kam endlich Ks Rezept, sein Briefkastendeckelklappertanz hatte ihm erfolgreich Post beschert, wir fuhren mit den Rädern ins Dorf und tauschten Rezept gegen Pillen.
Ist alles nicht das Wahre, das mit dem Älterwerden, die immer weiter zunehmenden körperlichen Gebrechen können einem schnell die Laune verderben.
Jetzt hat mein Westfalenmann zwar glücklich seine Pillen wieder, dafür ist er aber gestern Abend am Strand in ein gebuddeltes Loch getreten und seitdem schmerzt sein Knöchel. Erst nur der rechte, weil er auch nur mit dem rechten Fuß ins Loch getreten ist, aber Inzwischen auch der linke, seine Füße scheinen einen hohen gegenseitigen Solidaritätsfaktor zu haben.
Auf alle Fälle ist er heute den ganzen Tag humpelnd unterwegs gewesen und hat übers Alter geklagt.
Ich finde zwar, dass es keine Frage des Alters ist, wenn man auf einem stockdunklen Strand in gebuddelte Löcher tritt, das wollte er aber nicht diskutieren, er hatte heute schlechten Sinn und fühlte sich alt.
Nun, schauen wir mal, wie es morgen so wird.

Ach, fast vergessen, aber es gab dann doch noch eine sehr positive Nachricht: J. hat alle Klausuren in diesem Semester bestanden und kommt jetzt nach Borkum. Grundsätzlich hatte er sich schon auf Nachschreiben und Sitzenbleiben eingerichtet (die Ausbildung von Pharmaziestudenten scheint sehr schulähnlich organisiert zu sein), weil er keine Lust hatte, für die Klausuren zu lernen, das hat dann aber doch noch irgendwie auch ohne lernen geklappt. Jetzt hat er also frei und kommt nach Hause. Aktuell diskutiert er mit K die Logistik.

Gekocht habe ich nicht, wir haben noch reichlich Reste, dafür zwei Baguette gebacken, die gar nicht mal so schlecht gelungen sind
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Mittwoch, 24. Juli 2019
Kulante Schuhfirma und halbierte Kontaktlinse
Der Tag legte gleich zu Beginn einen Produktivsprint hin.
K hatte für 9.30h einen Termin beim Friseur vereinbart, deshalb waren wir nicht nur früh wach, sondern auch früh auf.
Ich brachte dem Onkel einen Vertrag, den ich für ihn ausgedruckt hatte und traf mich dann mit K vor der Apotheke, an die sein Hausarzt eigentlich ein Rezept hätte faxen sollen, was er aber wohl doch nicht gefaxt hat, so dass K heute seine Pillen nicht bekam und dafür seit heute MIttag schon fünfmal in unseren Briefkasten geguckt hat, weil der Arzt das Rezept (hoffentlich wenigtens) per Post geschickt hat. Gemeinerweise kommt Post nicht schneller an, egal wie oft man mit dem Briefkastendeckel klappert, aber einen Versuch war es sicher wert.
Ich hatte aber die Abholkarte für meinen Ausweis dabei, der auch ansagegemäß tatsächlich schon fertig war und ich hatte die Giessweinschuhe dabei, die ich vor einem Monat hier auf der Insel gekauft hatte, weil ich in dem Verkaufsladen wenigstens mal fragen wollte, was man da tun kann. Ich hatte nämlich ein Loch reingeschnitten, fand das Lochreinschneiden aber in gewisser Weise alternativlos, obwohl es natürlich nur dazu geführt hat, dass die Schuhe jetzt ein Loch haben und im Grunde auch nicht mehr nutzbar sind, aber ich wollte halt wenigstens mal fragen.
Das ist nämlich so: Diese Giessweinschuhe, die ich mir gekauft habe, sind im Grunde die tollsten Schuhe, die ich seit langem getragen habe, weil sie federleicht sind, superbequem und tatsächlich komplett atmungsaktiv, da sie aus Merinowolle gefertigt sind und das ist echt ein perfektes, temperaturausgleichendes Material. Hübsch finde ich sie übrigens auch, aber das ist fast nebensächlich, weil sie echt den tollsten Tragekomfort bieten, den ich bei Schuhen je erlebt habe.
Soweit so gut, ich bin jetzt einen Monat in diesen Schuhen rumgelaufen und habe mich jedesmal gefreut wie Bolle, dass ich sie gekauft habe, eben weil sie so bequem sind.
Jetzt macht die Firma Giesswein damit Reklame, dass man sie auch perfekt im Sommer barfuß tragen kann, weil halt das Material nicht nur bei Kälte warm hält, sondern auch bei Hitze kühl und deshalb hatte ich sie am Montag den ganzen Tag barfuß an und ja es stimmt, man kann sie tatsächlich bei Hitze sehr gut barfuß tragen, sie sind wirklich komplett atmungsaktiv - wenn da nicht dieses elende Schild oben in der Lasche wäre.
Die Schuhe sind ja so eine Art Sneaker, d.h. es sind Schnürschuhe und es gibt eine Zunge, über der man den Schuh zusammenschnürt - und innen auf dieser Zunge ist das Größen- und Typenschild aufgeklebt und wenn man die Schuhe barfuß trägt, dann liegt dieses Schild genau auf dem nackichten Fuß, klebt an, wird schwitzig und stört.
Ich habe keine Ahnung aus welchem Material dieses Schild ist, aber es ist ganz sicher nicht atmungsaktiv und ich merkte am Montagnachmittag schon, dass sich da was wund rubbelt, weil der Fuß genau an dieser Stelle passend zur Hitze schwitzte wie blöd.
Als wir in Leer waren, habe ich deshalb schon versucht, dieses Schild irgendwie zu entfernen, aber komplett aussichtslos, es klebte so fest, da war nix mit Entfernen.
Abends zuhause habe ich dann versucht, das Schild mit einem Skalpell rauszuoperieren. Da es nicht genäht, sondern geklebt ist, war mein Versuch, das Schild wie so eine Art Haut von der Wolloberfläche der Zunge mit einem sehr scharfen Messer runterzuschneiden.

Klappte leider nicht, im Ergebnis hatte ich nachher ein Loch. Wahrscheinlich immer noch besser als dieses Schild, denn barfuß sind die Schuhe mit Schild für mich eindeutig nicht tragbar, aber ärgerlich fand ich es schon. Vor allem weil das Schild so überflüssig ist.



Ich mag sowieso keine Schilder in Kleidung, ich trenne immer alle Schilder raus, weil sie mich stören und habe mich schon oft genug darüber geärgert, dass ich mir dadurch Löcher einhandele, die ich dann mühevoll wieder zunähen muss, aber in diesem Fall ist durch die Schildentfernung ein echtes Loch entstanden, nicht nur eine offene Naht, das lässt sich also gar nicht mehr flicken. Erst dachte ich ja noch, ich kriege es hin, weil ich mir auch gar nicht vorstellen konnte, dass man ein Plastikschild auf Wolle so fest klebt, dass man es nicht wieder abziehen kann, aber als es halb ab, riss das Schild und damit auch die Wolle darunter, es war alles in allem rundum ärgerlich.

Und bevor ich jetzt Giesswein böse Briefe schreibe und mich mühevoll mit denen rumstreite, bin ich mitsamt Schuhen erst mal in den Verkaufsladen gegangen.
Die guckten die Schuhe an und meinten, das hätte ich ja wohl selber verbockt, ich wäre mal besser vor dem Versuch mit dem Skalpell in den Laden gekommen, aber das ging ja nicht, weil der Laden abends um 21h nicht mehr aufhat, ich aber abends um 21h das dringende Bedürfnis hatte, dieses Schild, das mich den ganzen Tag gepiesackt hatte, zu entfernen.
Naja, auf alle Fälle rief die Ladenbesitzerin dann bei Giesswein an, schilderte den Fall mit dem Loch im Schuh wegen Schild - und Giesswein sagte, sie würden das Geld erstatten. Das Problem mit dem Schild sei bekannt, in den Schuhen, die künftig produziert werden, ist kein Schild mehr, oder zumindest nicht mehr unentfernbar, aber für das aktuelle Modell könnten sie sich nur entschuldigen und den Kaufpreis erstatten.

Ist das kulant oder ist das kulant?
Die Ladenbesitzerin konnte es selbst kaum fassen, aber Giesswein hat sich an dieser Stelle wirklich extrem kundenfreundlich gezeigt - und wenn es die Schuhe demnächst ohne Schild gibt, dann werde ich die erste sein, die sich genau diese Schuhe kauft, weil sie ansonsten wirklich einfach perfekt sind.

Tja, und das waren dann die Taten des Tages.

Danach wurde es warm, wir fuhren nach Hause, ich fand es so warm, dass ich auch nicht an Strand gehen wollte, weil zu warm, ich bin stattdessen ins Bett gegangen, schlafen geht immer. Als ich gegen 15.30h aufwachte, ging es etwas besser, so dass wir gegen 16h am Strand waren und schwimmen gingen.
Ich hatte vorher Streit mit einer Kontaktlinse, denn eigentlich habe ich mir die Kontaktlinsen ja extra für Strand und Schwimmen gekauft, aber irgendwas klappte heute nicht, im rechten Auge drückte es und fühlte sich komisch an, also habe ich sie wieder raus genommen - und dann war da nur noch eine halbe Kontaktlinse. Wodurch die kaputtgegangen ist und wo die zweite Hälfte ist, weiß ich beides nicht, finde ich sehr mysteriös und habe mir natürlich spontan hysterisch eingebildet, die zweite Hälfte ist noch irgendwo in meinem Auge, weil das brannte und weh tat. Aber natürlich war da nichts mehr drin, das brannte nur, weil ich so dran rum gerubbelt hatte. Bis ich allerdings bereit war, diese Erklärung zu akzeptieren, brauchte ich noch vier Stunden, davon dreieinhalb mit einem brennenden rechten Auge und viel Hysterie im Kopf.
Jetzt brennt nix mehr, ich habe aber auch keine Kontaktlinse mehr für rechts, die Packungen mit den Nachschublinsen liegen in Greven.

Eigentlich wollte K heute Abend nochmal an Strand, weil es jetzt wirklich angenehme Temperaturen hat, ich war aber nicht gut drauf, wegen Auge und weil ich auch mal wieder keine Lust auf Laufen hatte, aber vielleicht gehen wir ja jetzt noch, könnte gut sein, dass heute Meeresleuchten ist.
Wenigstens nachschauen sollten wir und müde bin ich ja nicht wegen ausgedehntem Mittagsschlaf.
Also los
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Dienstag, 23. Juli 2019
Brief eingeworfen
Grundsätzlich habe ich mir für diesen Sommer einen Aktivurlaub vorgenommen, weil ich es satt habe, dass ich immer nur schlapp in der Gegend rumhänge und nix geregelt kriege.
Für diesen Urlaub habe ich mir vorgenommen, ganz viele Dinge zu erledigen, die ich alle schon lange auf meiner to-do-Liste vor mir her schiebe, außerdem Dinge zu tun, die man einfach mal so macht als Tagesaktivität, von denen man anschließend berichten kann, an die man sicher erinnern kann und die dann nicht lauten "im Bett gelegen und das Internet leergelesen".

Deshalb führe ich jetzt Buch. Hier.
Taten des heutigen Tages: Ich habe den Brief mit der Vollmacht für das Sozialministerium in einen Briefumschlag gesteckt, eine Briefmarke draufgeklebt und in den Briefkasten geworfen.
Und, tja hmm, im Wesentlichen war's das dann aber auch, was mir an erwähnenswerten Taten einfällt.
Außer:
Ich habe den lokalen Bauunternehmer angerufen, um endlich mal nachzufragen, wann er sich mal mit meinem Auftrag, den wir vor einem Jahr besprochen haben, beschäftigen wird. Grundsätzlich eine erwähnenswerte Tat, weil ich meine akute Telefonphobie überwunden und wirklich dort angerufen habe. Nur leider erfolglos, es lief nur ein Band, dass die Firma derzeit geschlossen ist und man sich nächste Woche wieder melden solle. Pech.

Ansonsten saß ich kurz am PC, ein bisschen Buchhaltung und Verwaltungskram für den Vater erledigt, ein paar Büromails gecheckt und wenn es kurz ging, auch beantwortet, davon zwei große E-Mails runtergeladen, die Anhänge lokal abgespeichert und nach oberflächlichem Studium beschlossen, dass ich doch keine Lust habe, mich heute damit zu befassen, die eigene Buchhaltung aktualisiert und außerdem noch dies und das und plötzlich war es nach 13h und ich bekam schlechte Laune, weil ich es blöde fand, dass ich am PC saß.
Deshalb runtergegangen, den Versorgungszustand geprüft und den Putenbraten, den ich gestern eingefroren habe, wieder aus dem Freezer geholt, damit er antaut. Wenn er nur noch halbgefroren ist, lässt er sich perfekt mit der Brotschneidemaschine in ganz dünne Scheiben schneiden, aus denen ich dann ganz dünne Puteninvoltini, gefüllt mit Pesto, Käse und Bacon, herstelle, die wiederum perfekt zum Kaltessen für ein Strand- oder Dünenpicknick geeignet sind.
Außerdem ein paar Dips aus Creme fraiche und Gewürzen zusammengerührt, damit die zum Abendessen gut durchgezogen sind.
Die Spülmaschine ausgeräumt, die Küche aufgeräumt und dann befunden, dass es Zeit für einen Badeausflug wird. Also zum Strand gedackelt, eine Runde geschwommen, anschließend noch lange am Strand rumgesessen und die Leute beguckt. Sehr spannend, was da so alles an Menschen rumläuft, kann ich mich stundenlang mit beschäftigen, Leute gucken.

Irgendwann bekam ich Hunger, also wieder nach Hause gegangen, Butterbrot gegessen und festgestellt, dass mir noch ein Paket Krabben fehlt, wenn ich nochmal diesen Nordseekrabben-Radieschen-Lauch-Salat machen will, den ich neulich so lecker fand.
Also einkaufen, anschließend aber direkt wieder nach Hause, denn plötzlich bin ich sehr hungrig und sehr müde, gut, dass ich auf dem Hinweg zum Einkaufsladen den Brief in den Kasten geworfen habe, sonst hätte ich gar nichts produktives zu berichten.

Lecker gegessen, jetzt Bett
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Montag, 22. Juli 2019
Alles mögliche erledigt
Taten des Tages heute:
Am Vormittag den Onkel besucht, ein paar Dinge geregelt, Post für den Vater mitgenommen, dann ins Dorf gefahren, Ausweis verlängern, Inselmagazine für den Monat Juli einsammeln, (Literatur für den Vater), Vollmacht zur Unterschrift vorbereitet, Mittagessen und dann nach Leer geflogen, Vater besucht, Vollmacht unterschreiben lassen (damit das Sozialministerium mit mir redet, wenn ich das mit dem Grad der Behinderung für den Vater beantrage) und wieder zurückgeflogen.

Insgesamt verbleibt ein angenehmes Gefühl, jetzt schon mal die wichtigsten Pflichttermine erledigt zu haben.
Fühlt sich so an, als könne es jetzt Urlaub werden.

Die Landung in Leer war sportlich, kurz vor dem Aufsetzpunkt gab es wilde Luftverwirbelungen und wir wurden mehr über die Landebahn geschleudert als dass es einer geordneten Übung glich, aber die Bahn ist ja lang genug, also alles kein Problem.
Auf dem Hinweg hingen die Wolken noch sehr tief und es war sehr dunstig, auf dem Rückweg waren die Sichten etwas besser, weshalb wir noch eine Extrarunde am Haus lang gedreht haben, ich habe "unseren" Strand geknipst (den sogenannten Südstrand, wo es zwar mittlerweile auch schon voll ist, verglichen mit dem Hauptstrand direkt am Dorf aber noch sehr überschaubar voll.) Ich habe also diesen Strand einmal von Ost nach West und dann von West nach Ost fotografiert und mich darüber gefreut, dass jedesmal unser Haus so gut zu erkennen ist, weil es so ein schönes rotes Dach hat.





K hat ja extra eine gute neue Kamera erworben, damit ich schicke Hausbilder von oben machen kann, die hatten wir nur leider heute nicht dabei. Ich finde die Handyfotos aber auch ganz gut gelungen.

Wieder zu Hause sagte K, er hätte überhaupt keinen Hunger, für mich der Hinweis, dass es sich nicht lohnt, etwas zu essen herzustellen, ich hatte aber Hunger und habe eine Tüte Chips gegessen. Jetzt habe ich keinen Hunger mehr, jetzt ist mir schlecht.
Deshalb gehe ich jetzt ins Bett
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Sonntag, 21. Juli 2019
Aufgeräumt
Die Tat des Tages bestand heute darin, den Topfschrank aus- und nach gründlicher Reinigung und Sichtung aller Töpfe, wieder einzuräumen, wobei insgesamt vier Töpfe endgültig aussortiert wurden.
Mein Topfschrank ist kein richtiger Schrank, sondern eher ein Edelstahl-Regal, 1,20m breit, 60cm tief und 90cm hoch, die obere Platte ist meine Arbeitsplatte, dadrunter sind zwei Regalböden (nicht massiv, sondern mehr so Gitterroste), wo meine Töpfe und sonstige Kochuntensilien untergebracht sind.
Mir ist heute aufgefallen, dass ich diese Regalböden das erste Mal seit dem Einzug, damit also das erste Mal seit 13 Jahren, nicht nur ausgeräumt, sondern auch gründlich saubergemacht habe. Für 13 Jahre offene Küche waren sie erstaunlich wenig verdreckt.

Dadurch, dass ich vier Töpfe endgültig aussortiert habe, kann ich jeden Topf einzeln stellen und muss keine Töpfe mehr ineinanderstapeln, um alle unterzubekommen, das ist jetzt deutlich komfortabler und vor allem habe ich endlich mal wieder alle Töpfe so sortiert, dass die viel benutzten vorne stehen und die Riesen-Großfamilien-Töpfe hinten. Wenn ich die Riesentöpfe wirklich mal brauche, dann muss ich die vorderen halt erst wegräumen, um dran zu kommen, dann ist Kochen aber ja eh schon eine Großkampfaktion, da kommt es darauf dann auch nicht mehr an.

Insgesamt waren wir mehr als drei Stunden damit beschäftigt, es waren nicht nur viele Töpfe, sondern auch viel sauberzumachen, wozu man in seltsamen Verrenkungen schräg in das Regal reinklettern musste oder alternativ der Länge nach auf dem Boden lag, alles ziemlich anstrengend und kräfte- sowie nervenzehrend, jetzt ist aber alles wieder eingeräumt und ich bin sehr zufrieden.

Zum Abendessen gab es gebratenes Gemüse mit Huhn, beim Aufräumen hatte ich die große Wok-Pfanne wiedergefunden und sofort sinnstiftend eingesetzt. K war ganz entzückt, wie gut man in dieser Pfanne "schwonken" kann.

Außerdem kleine Radtour die Promenade lang, die Insel ist voll, voll, voll, ich glaube, in diese Gegend der Insel muss ich die nächsten Wochen nicht mehr fahren.
Eingekauft haben wir auch noch mal, einfach weil wir es können. Das gefällt mir hier so gut, dass es einerseits das pure Dorfleben ist, mit allem, was dazu gehört, jeder weiß alles von jedem, jeder kennt natürlich auch jeden und hat zu allem eine Meinung, andererseits gibt es hier aber noch freiere Ladenöffnungszeiten als in Berlin, denn selbstverständlich haben hier alle Läden auch Sonntags geöffnet.

Sehr viel mehr ist nicht passiert, K hat sich über das herrliche Rückseitenwetter gefreut, knallblauer Himmel mit dicken Schäfchenwolken, den Flug nach Leer, um den Vater zu besuchen, haben wir aber auf morgen verschoben, heute waren wir schicht zu faul. (und ich musste ja auch Töpfe räumen)
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Samstag, 20. Juli 2019
Hautpsächlich nix gemacht
Erster Ferientag - und er ist ziemlich perfekt verlaufen, ich habe nämlich hauptsächlich geschlafen.

Am Vormittag meldete sich K und meinte, das Wetter
würde immer schlechter, er sähe zu, dass er sich zügig auf den Weg macht, weil es jetzt grade eben noch einigermaßen passabel aussähe, es wurde dann aber doch 12h bis er loskam, bis dahin habe ich aber im Wesentlichen auch nur rumgedröselt und es genossen, nichts tun zu müssen, zumindest nichts Dringendes.

Immerhin habe ich es geschafft, zu duschen und mir die Haare zu waschen, sowas muss ich immer erwähnen, weil ich Haare waschen so anstrengend finde.

Überhaupt finde ich ja den gesamten Körperpflegestylingkram tendenziell eher anstrengend, weil ich es albern finde, so viel Wert auf Äußerlichkeiten zu legen. Wer sich über seine Optik definiert, hat garantiert andere Schwerpunkte für sein Leben gesetzt als ich. Ich finde es ganz nett, hübsch auszusehen, aber der Aufwand dafür sollte sich im Rahmen halten. In einem sehr kleinen Rahmen, wenn es nach mir geht.
Ich habe das dieses Jahr mal wieder bemerkt, als ich aus purer Eitelkeit fast ein halbes Jahr lang meine Fingernägel in einem Dauerlackierzustand gehalten habe, weil ich den geklemmten Nagel so hässlich fand.
Es ist halt ein Abwägen und einen einzelnen schwarzen Nagel fand ich dann noch schlimmer als die Mühe, alle Nägel schwarz oder farbig zu lackieren. Aber knapp war der Nagel rausgewachsen, schlief auch meine Lackierlust schlagartig ein.
Dasselbe gilt fürs Schminken, was ich auch grundsätzlich anlassbezogen (üblicherweise davon abhängig, welche Termine anstehen) erledige. Aber schon Wimperntusche finde ich anstrengend, von so Aktionen wie Make Up (keine Ahnung, wie das heutzutage heißt, ich meine diese braune Creme, die man sich als Frau ins Gesicht schmiert, damit die Haut gleichmäßiger aussieht) oder gar Lidschatten brauchen wir gar nicht erst zu reden, das gibt es nur für ganz wichtige Termine.
Ich benutze idR einen Kajalstift, einen Augenbrauenstift, Rouge und Lippenstift, dauert in der Standardausführung ca. 1 Minute und wird auch abends nicht abgeschminkt, weil, wofür?
Komplett ungeschminkt gefällt mir auch nicht, sieht mir zu sehr nach Gemeindepfarramt aus, ich habe da gepflegte und vor allem gefestigte Vorurteile.

Also, ich habe mir heute morgen die Haare gewaschen, dann aber einfach trocknen lassen und bin dann um kurz nach zwölf losgefahren, um K abzuholen, vorher noch beim Bäcker vorbei, um die von K so besonders geschätzten Feierabendbrötchen zu kaufen (gibt es frühestens ab 11h und K meint, die schmecken x-mal besser als die normalen Brötchen, ich habe da keine spezielle Meinung, ich finde die von Lidl ja auch völlig okay, aber aus Liebe fahre ich für K natürlich auch gerne extra zum Bäcker.)
Dann auch noch bei Lidl vorbei, Ks Lieblingsbrot war gestern ausverkauft (dieses Brot scheint das Lieblingsbrot von ganz vielen Menschen zu sein, denn es ist immer als erstes ausverkauft), um kurz nach 12h konnte ich eines aus der grade frisch gebackenen Serie ergattern. Außerdem noch 2-3 Dinge, die ich gestern vergessen hatte, dann ab zum Flughafen, wo ich grade pünktlich kam, um K landen zu sehen.

Er war der zweite Flieger am Platz, das Wetter war wohl wirklich nicht sehr einladend.

Da wir nicht mehr einkaufen mussten, fuhren wir direkt nach Hause und K fand eine Flasche Sekt im Kühlschrank und meinte, wir sollten unbedingt auf den Urlaub anstoßen.
Kam gut, denn natürlich hatte ich noch nichts gegessen, ein Glas Sekt um halb 2 mittags auf nüchternen Magen - ich war sofort angenehm knülle.
Ich habe es grade noch geschafft, meinen Teil der Feierabendbrötchen zu essen, bevor ich betrunken ins Bett fiel und erst mal meinen Rausch ausschlief.

Als ich am späten Nachmittag frühen Abend wieder aufwachte, ging draußen grade die Welt unter, es goss dermaßen dramatisch, dass sogar die Kamera auslöste und Bilder schickte

Ein wunderbarer Grund, um weiter im Bett zu bleiben.

Wir lasen Internet und ich amüsierte mich über mein Telefon, dass mir ja immer kluge Hinweise gibt, wo ich mein Auto geparkt habe, weil es wohl in ständiger Sorge lebt, ich finde es sonst nicht wieder. Ich habe diese Funktion noch nie bemühen müssen, um mein Auto wirklich zu finden, aber wenn Apple meint, es wäre von Vorteil, meinen Standort zu tracken, dann soll es eben so sein. Auf alle Fälle fand ich die aktuelle Meldung sehr witzig

Da findet man sein Auto bestimmt schnell wieder.

Den weiteren Teil des Abends haben wir einen völlig bescheuerten Film mit Christine Neubauer geguckt - Ein Sommer auf Sylt. Der Film war derart überfrachtet mit schwachsinnigen Klischees, die aber erkennbar alle auf die Welt des klischeehaften Bildzeitungslesers zugeschnitten waren, dass ich es schon wieder extrem witzig fand. Er, Unternehmensberater in Berlin, seit neun Jahren verheiratet mit ihr (Christine Neubauer), zwei Kinder, eines davon sichtlich älter als acht, aber egal, darum geht es auch nicht, zeigt nur, wie unsinnig und wenig detailkorrekt der Plot umgesetzt wurde, also er vögelt nebenher seine Assistentin, sie erfährt das am Tag der Abreise in den gemeinsamen Familienurlaub nach Sylt und macht erstmal Unordnung in der Familienvilla, die so aussieht, wie man sich eine Familienvilla eines Unternehmensberaters in Berlin eben vorstellt, alles sehr modern und sehr gestylt, bei den Immobilienpreisen in Berlin nicht unter 2,5 Mio zu haben, würde ich mal schätzen.
Er fährt ein 911er Cabrio (auch ca. 150 T€), sie einen weißen Mercedes Mini-SUV und weil sie sich an ihm rächen will, räumt sie das gemeinsame Konto leer und hebt das gesamte Guthaben ab, 20 T€. Das war die Stelle, wo ich dann ganz doll gelacht habe. 20 T€ dürften für einen Unternehmensberater dieses Klischees höchstens ein halbes Monatsgehalt sein.
Aber sie fährt dann auf alle Fälle mit den Kindern alleine nach Sylt, storniert die Buchung in dem Wellnesshotel und sucht sich etwas anderes. Klar, Hauptsaison, alles kein Problem, zumindest nur ein kleines, denn sie findet Oma Lina, die eine stillgelegte, riesengroße reetgedeckte Pension besitzt, aber noch alle Zimmer leer hat, weil ja heute keiner mehr in eine Pension will, sondern alle nur in Wellnesshotels. Ah ja. Auf Sylt. Logisch.
Oma Lina spricht astreines Hamburgisch, ist aber schon in dem Haus geboren worden. Wenn das Klischee meint, dass man auf Sylt Hamburgisch spricht, nun denn.
Auf dem Haus (Wert mindestens 5 Mio, wir sind schließlich auf Sylt und das Haus ist riesig), liegen aber Riesenkredite und es droht die Zwangsversteigerung. Weshalb auf dem Haus so hohe Kredite liegen, wird nicht erklärt, gekauft hat sie das Haus schließlich nicht, wenn sie da schon geboren wurde. Aber egal, es gibt Kredit und es droht Ungemach.
Aber dann kommt Christine Neubauer und rettet Oma Lina mit den 20 T€, die sie in bar dabei hat. Wenn das nicht mal realitätsnah direkt aus dem Leben eines Unternehmensberaters übertragen wurde.
Der Rest der Story ist klassisch und normal, Sohn von Oma Lina ist Fischer und Christine Neubauer (fast durchgehend als die klassische Berliner Unternehmergattin mit hohen Pumps und engem Rock, auch im Urlaub auf Sylt) beeindruckt ihn und er sie und es endet in gemeinsamer Vögelei, die aber natürlich nicht gezeigt wird, die kann man sich aber denken, wenn man eine so missratene Phantasie hat wie ich.

Ich fand den Film erst blöd und wollte spontan um- oder ausschalten, war dann aber zu faul dazu und habe es schließlich alles sehr genossen. Was für ein ungemein großaufgemachter Blödsinn.

Hier auf Borkum war heute Abend Strandfete, wir haben sie wegen Wetter und allgemeiner Faulheit für uns ausfallen lassen, war die richtige Entscheidung, sage ich nach dem Genuss dieses Films
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Freitag, 19. Juli 2019
Angekommen
Es war ein langer, langer Tag. Sehr früh aufgestanden, sehr viele Dinge erledigt, Immobilienbesichtigung, Notartermin, Update der Vermögensverwaltung, Mitarbeitergespräche und schließlich war das Büro urlaubsfein.
Circa 500 m hinterm Büro ist eine Tankstelle, die üblicherweise zu den günstigsten Tankstellen im Umkreis gehört. Als ich vormittags vom Notartermin zurück ins Büro kam, verlangte sie für Super E10 144,9.
Da ich das letzte Mal für 133,9 getankt hatte, fand ich das ziemlich teuer. Aber wenn diese Tankstelle schon so teuer ist, dann brauche ich bei den anderen gar nicht erst zu gucken, die haben Wochenende-Ferienstart-Preise.
Ich musste aber unbedingt noch tanken, billiger als in Holland und auf Borkum ist es hier allemal.
Gegen 13.30h machte ich im Büro Schluss und checkte nochmal die Spritpreise. Und Glück gehabt, die billig Tankstelle ist eben gerade auf 136,9 runtergegangen.
So macht der Start in den Urlaub extra viel Spaß.

Zu Hause packte ich dann alles zusammen, was ich die nächsten vier Wochen nicht entbehren möchte, hauptsächlich Bücher und ein Stapel T-Shirts. Obwohl ich ausreichend Bücher und T-Shirts ja auch auf Borkum habe, hat man ja so seine Lieblinge, und die schleppe ich dann eben mit.
Ich fuhr alleine mit dem Auto, K hat noch Termine und kommt morgen nach, er wird sowieso häufiger pendeln, er hat nicht so viel Urlaub wie ich.

Nach der Abfahrt startete ich das Navi, es kommt sofort eine große Stauwarnung für die A 31, über 1 Stunde Verzögerung, ich rege mich auf, aber hilft nix, da muss ich durch, zum Glück habe ich ausreichend Zeitpuffer.

Als ich schließlich auf der A 31 bin, ist da nichts. Weder Stau, noch überhaupt viele Autos. Ich konnte einfach die gesamte Strecke ohne irgendeine Verzögerung in einem Rutsch durchfahren, so blieb auch genug Zeit für einen Stop over bei McDov in Appingedam. Außer einem McKrokett habe ich diesmal noch einen Veggie Burger bestellt, werde ich aber nicht wiederholen.

Die Fähre war nur halb voll, die Fahrt ging mit der Tide angenehm schnell, es blieb so noch genug Zeit, nach Ankunft auf Borkum fix bei Lidl einzukaufen, um 20:59 Uhr stellte ich das Auto vor der Haustür ab, ab 21:00 Uhr ist auf der Insel allgemeines Fahrverbot.

Drinnen erwartete mich eine unangenehme Überraschung, ein Ameisenstaat hatte den Weg unter der Eingangstür durch gefunden, sich dahinter häuslich eingerichtet und war gerade dabei, mit tausenden von fliegenden Ameisen den Bau zu verlassen.
Auf so was stehe ich ja....

Zum Glück haben wir alle notwendigen Ameisenbekämpfungsmittel inklusive sofort wirkendem Spray im Haus, eine ziemlich eklige Sauerei bleibt es trotzdem.

Mittlerweile sind alle Sachen ausgepackt und alle Ameisen erfolgreich bekämpft und weggesaugt, eine letzte Kontrolle vor 5 Minuten ergab, da krabbelt nichts mehr. Uff.

Mein Bett werde ich heute sehr genießen
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