anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 2. Juni 2026
Dicke Luft
Heute gab es mehrere Termine auf der Baustelle und anschließend besprachen wir beim Architekten noch die Verschiebungen im Terminplan. Es dauert immer noch ein halbes Jahr, bis wir einziehen können.

Angenehm waren die Termine mit Putzer und Maler.
Der Maler fängt morgen an und streicht erst mal im Keller den Hausanschlussraum, damit anschließend Elektriker und Installateur auf den sauberen Wänden ihren Kram montieren können. Und der Putzer kommt ebenfalls ab morgen wieder und erledigt die restlichen Vorarbeiten, so dass er dann nur noch den Feinputz aufbringen muss, das wird aber erst sehr zum Schluss passieren.

Entgegen der Zusagen hatten in den letzten Tagen weder der Dachdecker noch der Fensterbauer noch der Kaminbauer irgendwelche Arbeiten fortgeführt, das Gerüst steht immer noch vor der Südfassade, die Kosten für die Standzeit werde ich dem Dachdecker an der Rechnung kürzen.
Dafür hatte es wieder gründlich geregnet und natürlich sind die Entwässerungsrohre vom Dach immer noch nicht richtig angeschlossen, es ist alles sehr ärgerlich.

Weil der Fensterbauer immer noch keine Griffe an die Fenster gebaut hat, kann auch niemand die Fenster öffnen, was aber zwingend notwendig wäre, um das Gebäude von innen zu trocknen. Man nennt das Lüften und aus rein physikalischen Gründen wäre es super, wenn das gemacht würde.
Alle sagen, eigentlich hätten sie irgendwo so ein Werkzeug, mit dem man die Fenster auch ohne Griff öffnen kann, nur leider ist genau dieses Werkzeug grade bei jedem komplett unauffindbar.
Im Ergebnis läuft jetzt seit 14 Tagen im Haus die Fußbodenheizung auf Hochtouren, um den Estrich zu trocknen, nur leider bleibt die feuchte, heiße Luft dann im Haus gefangen, eben weil ja niemand die Fenster öffnen kann.
Es ist so irre, dass man es eigentlich gar nicht glauben kann.

Ich merke, wie ich nach und nach den Spaß an dem Haus verliere.

Bei K sorgt die Baustelle zunehmend für schlechte Laune, weil er sich darüber ärgert, dass er sich um alles kümmern muss und der Architekt seiner Meinung nach gar nichts macht. Ich denke mir, es gibt noch viel, viiieeeel schlimmere Architekten und bin froh, dass er sich wenigstens überhaupt irgendwie kümmert, aber K regt sich jeden Tag mehr auf und darüber ärgere ich mich dann zunehmend und möchte am liebsten mit all dem nichts mehr zu tun haben.

Zwischendurch stellt K dann längst entschiedene Gestaltungsvarianten wieder in Frage und überlegt, ob es nicht anders viel schneller und praktischer wäre und ich sitze mit offenem Mund davor und habe das Gefühl, ich bin im falschen Film.

Wir haben weit über zwei Jahre Verspätung, aber jetzt, auf den allerletzten Metern, da wird plötzlich ein Druck und eine Hetze gemacht, die in meinen Augen völlig bescheuert sind, weil es nun doch wirklich wurscht ist, ob das Haus im September oder im Oktober fertig wird. Aber um der Beschleunigung willen dann auch noch die Ausführungsdetails zu ändern, weil es anders vermeintlich schneller und doch sowieso bestimmt praktischer ist, das bewegt sich außerhalb meines Verständnishorizonts und ich verliere schlagartig die Lust, mich auch nur in Ansätzen weiter mit diesem Thema zu beschäftigen.

Insgesamt also viel schlechte Stimmung, die sich auch nicht abschütteln lässt, weil dieses Thema nunmal 24/7 präsent ist und ich weiß grad auch nicht so genau, wie das alles weitergeht
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