anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 20. Juni 2026
Ruhe im Handy und Ordnung im Garten
Heute habe ich allen Handy-Warnungen die Stimmbänder durchgeschnitten. Will sagen, ich habe allen Warn-Apps verboten, Töne zu produzieren, weil ich diese mittlerweile inflationär auftretenden Warnungen vor großer Hitze nicht mehr ertragen kann.

Grundsätzlich finde ich die Idee gut, dass man über Warnmeldungen auf dem Handy vor Gefahren gewarnt wird und deshalb hatte ich Nina und Warnwetter erlaubt, Mitteilungen mit Tönen zu schicken.

Es gibt nur sehr wenige Apps, denen ich gestatte, mir Mitteilungen mit Tönen zu schicken, weil ich natürlich reflexartig auf mein Handy schaue, wenn es dingelt und selbstverständlich will ich nicht jedesmal aufgescheucht werden, wenn komplett unwichtige Dinge passieren, deshalb dingelt mein Handy nur bei wirklich wichtigen Dingen.

Alle Banking-Apps dürfen Töne senden, denn wenn mir eine Bank etwas mit Push-Nachricht mitteilen möchte, nehme ich das ernst. Auf Banken, die mir per Push-Nachrichten (mit Gedingel) Werbung schickten, reagierte ich mit einer ausführlichen Beschwerdemail, als es danach noch mal vorkam (bisher nur einmal), wurde das Konto gekündigt.

Messengerdienste dürfen auch Töne senden, außer Whatsapp, das ist rigoros stumm geschaltet.

Ich habe viele verschiedene Messengerdienste als App auf meinem Handy, damit mich jeder auf dem Kanal seiner Wahl erreichen kann, diejenigen, die mich regelmäßig erreichen wollen, wissen aber, dass es besser ist, nicht Whatsapp zu verwenden, weil ich diese Nachrichten nur wahrnehme, wenn ich aktiv nachschaue, ob dort jemand etwas geschrieben hat.

Weshalb Whatsapp immer noch der beliebteste Messengerdienst ist, habe ich bis heute nicht verstanden, aber wahrscheinlich liegt es daran, dass eben fast jeder Whatsapp installiert hat und man über diesen Kanal auch Menschen erreichen kann, mit denen man bisher noch nicht geschrieben hat.

Für meine Kommunikation mit Handwerkern und Architekten finde ich es interessanterweise sogar ganz praktisch, denn hier verspüre ich keine Notwendigkeit, die auf einen "privaten" Dienst umzustellen.

Allen anderen Apps, die mir Push-Nachrichten schicken dürfen, habe ich das Töne machen ausdrücklich verboten, ab sofort also auch den WarnApps, weil ich wirklich ganz von alleine weiß, dass es heiß ist, dafür brauche ich keine extra Warnung von Nina.

Ich kann ja noch verstehen, dass vor Unwetter gewarnt wird, das kann einen plötzlich treffen bzw. es kann an verschiedenen, dicht nebeneinander liegenden Orten unterschiedlich intensiv ausfallen.

Vor der eigenen Haustür meint man noch, dass es nicht so schlimm ist und wenn man dann drei Kilometer weit gefahren ist, wird man von plötzlich umfallenden Bäumen erschlagen, von einer Windhose aufgesogen und hochgewirbelt oder von einer Orkanböe von der Straße geweht. Von Glatteis kann man auch überrascht werden, in all diesen Fällen halte ich Warnungen für sinnvoll.

Aber wie bitteschön soll man von Hitze überrascht werden? Hitze ist überall, wenn es vor der eigenen Haustür nicht warm ist, ist es drei Kilometer weiter auch nicht warm, es gibt keine lokal begrenzte, plötzlich über einen hereinbrechende Hitze. Außer in der Sauna.

Eine Warnung vor großer Hitze hat also ungefähr die gleiche Wichtigkeit wie die mütterliche Ermahnung, dass man unbedingt vorsichtig fahren solle auf dem Heimweg.
Und wenn sich die WarnApps benehmen wie mütterliche Ermahnungsgeneratoren, nun, dann behandele ich sie eben auch genauso und lasse sie ungehört verhallen.

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Sonst ist hier aber auch nicht viel passiert, hier passiert ja selten viel, weil ich das Leben am schönsten finde, wenn nichts passiert, weshalb ich ungern vorsätzlich Aktivitäten produziere.

Allerdings hat K Aktivitäten entwickelt, nämlich das Grünzeug in dem Teil des Gartens gemäht, wo noch Grünzeug wächst und wo grade keine Baustelle ist.
Jetzt kann man die Tretminen, die der Hund hinterlässt, wieder besser finden, ohne reintreten zu müssen.

Außerdem hat er den Baustellenbereich, der sich wie Unkraut ausgebreitet hatte, eingehegt und die überall rumliegenden alten Pflastersteine eingesammelt und an einer Stelle ordentlich zusammengestapelt.

Als die Galabauer die erste Fuhre Steine verpflastert hatten, sind sie ohne irgendetwas aufzuräumen zu einer anderen Baustelle weitergezogen und haben hier einfach alles stehen und liegengelassen.
Hier tauchen sie erst wieder auf (hoffentlich), wenn die zweite Lieferung Steine angekommen ist, mit der sie dann alles fertigstellen können und ich gehe davon aus, dass sie dann auch aufräumen würden, aber solange wollte K nicht warten.

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Bei den Krautreportern habe ich eine Geschichte gefunden, die mir gut gefiel, weil sie so gut geschrieben ist. Ich finde es immer erwähnenswert, wenn ich Texte von Journalisten finde, bei denen das Lesen nur wegen des Schreibstils und der Sprache schon Spaß macht.

Ich sehe ein, dass Journalisten Journalisten sind und keine Schriftsteller, dass sie also einen Schwerpunkt auf den Inhalt legen und nicht auf die Sprache, trotzdem wundert es mich immer, warum jemand unbedingt Journalist werden wollte, wenn er doch ganz offensichtlich keine besondere Schreibbegabung hat. Da das allerdings auf sehr viele Journalisten zutrifft, also das Fehlen einer erkennbaren Schreibbegabung, scheint es für Journalisten selber wohl kein Problem zu sein.

Wie auch immer, ich freue mich immer sehr, wenn ich von Journalisten geschriebene Texte lese, die mir einfach nur Spaß machen zu lesen und den Inhalt fast zur Nebensache machen, weil das genau die Texte sind, die ich am liebsten lese.

Für den bei den Krautreportern erschienen Beitrag von Marcus Ertle mit der schönen Überschrift "Erst entdeckte ich eine fremde Kartoffel in meinem Beet, dann den Spießer in mir" habe ich einen Freigabelink erstellt, so dass er damit für jeden frei lesbar ist
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