anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 18. Juli 2019
Endspurt
Noch ein Tag bis Urlaub.

Morgen beginnt der Tag für meine Verhältnisse recht früh, denn der erste Termin, eine Immobilienbesichtigung, beginnt schon um 9h, ich muss deshalb um 8.30h im Büro sein, weil wir von dort aus dann gemeinsam weiterfahren.

Aber die sinnvolle Weiterverwendung dieser Immobilie interessiert mich schon sehr.
Die Technik möchte die Immobilie am liebsten verkaufen, das Mutterhaus hat erklärt, dass es kein Interesse mehr daran hat, dann kann es doch weg, macht sonst nur Arbeit, findet die Technik.
Da bin ich strikt gegen, weil ich denke, wir können eine Menge Geld damit verdienen, wenn wir die Immobilie nur endlich mal richtig nutzen.
Und weil es einen Interessenten gibt, der die gesamte Immobilie mieten würde, wenn man sie passend für ihn umbaut, schauen wir uns das morgen doch mal alle gemeinsam an. Eigentlich ein Fall, den die Technik auch alleine lösen könnte, aber da die Technik sich große Mühe geben würden, den Sachverhalt so zu drehen, dass es nachher sozusagen unmöglich sein wird, das mit dem Umbau, muss ich mit und aufpassen. Ich bin extrem gut in Blondinenfragen à la "Verstehe ich nicht, wieso geht das nicht?", die Technik hasst mich dafür.

Am späten Vormittag dann noch ein Notartermin, danach nach Hause, Auto befüllen und ab Richtung Eemshaven.
Ich freue mich schon ganz ungemein, vier Wochen Freiheit, das wird toll.

Heute war es im Büro aber auch schon ziemlich ruhig, 60% der Mannschaft ist bereits urlaubsabsent, das macht den Alltag deutlich langsamer.
Die dringlich to-do-Liste ist, soweit ich das überblicken kann, auf Null, kann sein, dass ich jede Menge Dinge vergessen habe auf die Liste zu setzen, aber das ist dann Kismet.
Ich glaube, ich habe im Wesentlichen alles gut vorbereitet, jede Menge Arbeiten delegiert und mich großzügig bereit erklärt, zur Not per Mail auszuhelfen, wir werden sehen, wie oft das in Anspruch genommen wird.

K war am Abend noch beruflich unterwegs, also habe ich mit N zusammen das Abendessen für drei einfach mal zu zweit verdrückt., war auch okay. Es gab einen Salat aus Nordseekrabben, dünn gehobelten Radieschen, Frühlingszwiebeln und Avocado mit Himbeervinaigrette, sehr, sehr lecker, da passen auch problemlos anderthalb Portionen rein, fällt gar nicht auf, wenn ein Esser fehlt. Dazu noch knusprig panierte Hähnchenschnitzel, die N sehr gelobt hat, weil er selten so zarte Schweineschnitzel gegessen hat, sagte er, ich habe das Lob dann einfach mal so stehen gelassen. Und auch hier waren anderthalb Schnitzel für jeden kein Problem.

Hier in Greven sind die Kühlschränke gut leergegessen, im Büro die Inbox fast auf Zero, ich finde, ich habe das diesen Sommer bisher alles sehr gut hinbekommen
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Mittwoch, 17. Juli 2019
Bürokram und Firmengründung
Noch zwei Tage bis Urlaub.

Der Tag begann heute mit einer sehr interessanten Besprechung im Büro, da bahnt sich unter Umständen eine sehr positive Geschäftsbeziehung an, wenn man so etwas unterstützen und nach vorne bringen kann, dann macht der Beruf sofort wieder Spaß.

Den Nachmittag habe ich dann mit der Durchsicht diverser Notar- und Gesellschaftsverträge verbracht. Ich bin regelmäßig erschüttert, wie unsauber einige Anwaltsbüros arbeiten.

Am Abend hatte ich dann mit K gemeinsam einen Notartermin - wenn wir CWs Hinterlassenschaften jetzt so nach und nach abgearbeitet haben, dann wird es ja Zeit für neue Herausforderungen. Wir haben deshalb heute mal eine neue Gesellschaft gegründet, einfach nur so, weil wir es können.
Manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich noch ganz bei Trost bin, ich müsste doch wirklich wissen, wie kompliziert und umständlich das wird, wenn man sich so ein Firmengeflecht ans Bein bindet, aber dann ist es auch wieder sehr verlockend, weil man mit so einem Firmensystem natürlich doch schon so 2-3 Euro Steuern sparen kann. Und wenn ich es nun einmal kann, wäre es doch schon arg schade, dieses Wissen nicht auch mal für den eigenen Vorteil einzusetzen.
Wir fangen also wieder von vorne an
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Dienstag, 16. Juli 2019
Politik
Normalerweise habe ich keine politische Meinung.
Ich gehe zwar brav wählen, wenn es was zu wählen gibt, aber ich gehöre eindeutig zur Klasse der Wechselwähler und entscheide mich meistens spontan nach dem Gefühl der geringsten Abneigung.
Dass ich die meisten Politiker nicht schätze, liegt im System der Sache begründet.
Ich habe eine hoch akute Abneigung gegen Netzwerken und Seilschaften - Menschen, die nach vorne geschoben werden, nur weil man sich kennt und weil man in derselben Partei ist oder weil es gilt, irgendeinen seltsamen, selbstausgedachten Proporz zu wahren oder weil zufällig jemand grade zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
So könnte man die Planstellen aus dem gehobenen Beamtendienst besetzen, aber Politiker, die wirklich die Führung für unsere Gesellschaft übernehmen sollen, da erwarte ich einfach mehr. Mehr Intelligenz, mehr Persönlichkeit, mehr Fachwissen und vor allem mehr Engagement für die Sache und weniger für seine eigene Karriere.
Wird aber nur sehr selten geliefert.

Politiker sind darauf angewiesen, gemocht zu werden, Mehrheiten und damit die Masse zu begeistern und zeigen deshalb selten eine wahrhaftige, kantige Persönlichkeit, sondern üblicherweise eine ausweichende, mit Beliebigkeitsfloskeln um sich werfende Öffentlichkeitsmaske, die mich in der Regel schon wegen ihrer vorsichtig taktierenden Phrasendrescherei nur mit Verachtung erfüllt.
Ab und zu rutscht einem Politiker aber mal was durch -und man erhascht einen Blick auf die Persönlichkeit, die wirklich dahinter stehen könnte - in aller Regel gruselt es mich dann allerdings erst recht, denn in den allermeisten Fällen erblickt man eine sehr oberflächliche Persönlichkeit, die alles tut, um nach oben zu kommen, durch ihre bisherigen Erfolge zudem längst gelernt hat, dass sie im Zweifel ein echt toller Typ sein muss, sonst wäre sie ja nicht so weit gekommen.

Frau AKK gehört in diese Kategorie, nach meßbaren IQ-Kriterien zwar nicht sehr helle, aber dafür randvoll mit Ehrgeiz und dem absoluten Willen, Dinge zu gestalten, in dem sie dafür sorgt, dass ohne sie nichts geht.

Sie ist damit sogar relativ erfolgreich, allerdings wird eine Partei, die solche Menschen an die Spitze stellt, für mich komplett uninteressant. Und wenn das stimmt, was die Medien da grade verkünden, dass sie jetzt Nachfolgerin von UvdL werden soll, in dem sie künftig die Kriegs Verteidigungsministerin mimt, nun, dann ist das ja wohl mehr als deutlich, dass man diese Partei wirklich nicht mehr ernst nehmen sollte.

Noch viel unmöglicher finde ich allerdings die andere, ehemalige Volkspartei. Was die SPD sich da jetzt bei der Wahl der EU-Kommissionspräsidentin geleistet hat, das geht so sehr gar nicht, dass mir komplett die Worte dafür fehlen. Ich kann verstehen, dass man empört darüber ist, dass Herr Macron und ein paar andere, ungeliebte Staatsfürsten die demokratische Macht des EU-Parlamentes dadurch ad absurdum führen, dass sie dem Parlament jetzt einfach mal eine selbsternannte Kandidatin vor die Nase setzen - aber wenn diese Kandidatin nun tatsächlich so viel besser ist als die drei Kandidaten, die das Parlament sich vorher selber ausgesucht hatte, ja Mensch, Leute, dann muss man auch zugeben können, wenn dem verhassten Gegner mal etwas besser gelingt.
Denn sorry, aber dieser Herr Weber, der da vorher im Spiel war, das ist ja wohl kein Match gegen UvdL.
Wahre Größe zeigt sich, wenn man erkennt, dass man verloren hat, weil der andere besser ist. Wenn man statt das anzuerkennen aber trotzig rumbockt und Zettel verteilt, auf denen steht, warum die neue Kandidatin auch nicht gut passt, nämlich weil sie das mit der Gorch Fuck verbockt hat, und weil sie nur eine Medizinerpromotion hat, die sowieso nichts gilt und weil es viel zu viele Berateraufträge bei der Bundeswehr gab, sorry, aber wer solche Schreiben verteilt, der gehört einfach rechtswirksam und für immer ignoriert.
Da hat nicht einfach nur jemand eine andere Meinung, da ist jemand komplett angepisst und beißt wütend wild um sich. Kann man machen - sollte man dann aber nicht mehr wählen.

Die Grünen verstricken sich mal wieder in ideologische Grabenkämpfen und die Liberalen überlegen, wie sie am meisten von der Gesamtsituation profitieren können.

So hat denn jeder seine Rolle im aktuellen politischen Sommertheater, ich bin schon sehr froh, dass ich neulich Herrn Sonneborn gewählt habe, der erscheint mir von allen noch mit am seriösesten, bei diesem Riesenspektakel
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Montag, 15. Juli 2019
Montage, Amokopfer und Käfer
Haben Sie schon mal versucht, ganz intensiv an nichts zu denken? Je intensiver man es versucht, um so dringlicher denkt man vor allem daran, dass man ja unbedingt an nichts denken will.
Es ist also gar nicht so einfach, Dinge zu vermeiden, in dem man nicht dran denkt.

Mir geht das so mit Montagen.
Ich finde es so unglaublich lächerlich, all diese Montagsjammerposts, die einem eben grade an Montagen regelmäßig und schwer geballt entgegenblubbern, so viel Social Media Kanäle kann ich gar nicht abschalten, wie die Leute Montags über Montage jammern.

Deshalb will ich ganz unbedingt nicht auch noch über Montage jammern - es ist aber jeden Montag aufs neue ein Kampf, eben weil mir Montags kaum etwas anderes einfällt, als das Montagselend zu beklagen und seitdem ich es vorsätzlich nicht mehr tun will, ist es besonders schlimm.

Heute versuche ich es deshalb mit Augen zu und durch: Ja, heute war Montag, and I don't like Mondays, ich habe aber keinen erschossen. Das ist doch schon mal positiv.

Dabei habe ich tatsächlich leichte Amokschützenmordgelüste verspürt - und zwar gegen die unverschämten Badegäste auf Borkum, die einfach auf jedes Grundstück latschen und dort ungeniert durch die Fenster ins Haus starren. Wenn man sie anspricht, antworten sie, dass sie davon ausgehen, dass man sich hier doch bestimmt einmieten kann und sie würden halt gerne mal schauen.
Dass es auch ganz normale Privathäuser gibt, die man nicht nächteweise buchen kann und in denen Menschen wohnen, die es auch nicht witzig finden, wenn man ihnen derart auf die Pelle rückt, scheint in ihren Köpfen nicht vorzukommen, so wie eine grundsätzliche Zurückhaltung im Benehmen überhaupt bei vielen Touristen wohl mit dem Bezahlen der Kurtaxe automatisch abgeschaltet wird.
Ich habe dafür bezahlt, mir gehört das jetzt alles. - Da kann ich sehr gut mit umgehen, nicht.
Und ich wundere mich immer, dass ich bislang wirklich noch niemanden erschlagen habe.
Der Typ hier zB, den finde ich einfach nur unverschämt dreist

Weil ich überall Kameras am Haus habe, bekomme ich so etwas natürlich auch jedes Mal mit.

*wutschnaubend ab

Sie müssen sich hier jetzt eine Unterbrechung vorstellen, weil ich mich erst wieder abregen muss, bevor ich weiterschreiben kann. Bei solchen Typen wie dem da oben überlege ich ganz ernsthaft, was es für argumentierbar legale Alternativen zu einer Selbstschussanlage gibt.


Nun zu etwas niedlichem, nämlich das hier:

Ich habe keine Ahnung, was das für ein Käfer war, denn für einen Marienkäfer ist er eindeutig falsch gepunktet, aber er gefiel mir auch gut.
Ich habe ihn am Samstag im Parkautomaten fotografiert.
Ja, richtig gelesen, IM Parkautomaten, auch wenn man das schlecht erkennen kann auf den Bildern, aber er krabbelte unter dem Glas rum.
Wie er dahin gekommen ist, ist mir genausowenig klar, wie die Frage, wie er da wieder rauskommt - im Zweifel möchte ich da aber auch nicht weiter drüber nachdenken, sonst ist das positive Gefühl, was ich verzweifelt versucht habe zu erzeugen, schon wieder weg und mir fällt der dreiste Trottel von dem oberen Bild wieder ein und dann werde ich traurig, weil es immer die falschen trifft. Den aufdringlichen Trotteltyp, den könnte ich mir ganz entspannt hinter Panzerglas weggesperrt vorstellen, keine Mitleidsfaser würde sich bei mir rühren, im Gegenteil, angenehme Genugtuung machte sich breit, aber der arme Käfer, der hat es doch wirklich nicht verdient, oder?
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Sonntag, 14. Juli 2019
Drinnentag
Nach einem sehr aktiven Samstag folgte heute ein entsprechend ruhiger Sonntag als Ausgleich.
Eigentlich wollte ich noch auf den Flohmarkt zum Uhrmacher fahren, weil ich hier eine Uhr liegen habe, die ich alleine nicht mehr reparieren kann, aber selbst dazu reichte der Schwung nicht.
Bis 15h habe ich einfach nur im Bett gelesen, dann war ich so erschöpft, dass ich ein Nickerchen machen musste, erst danach konnte ich mich aufraffen zu duschen.
Anschließend habe ich dann noch mal all meine Einkäufe von gestern bewundert und anprobiert, was aber so anstrengend war, dass ich danach auch wieder ins Bett gegangen bin.
Am frühen Abend war ich dann fit genug, mich an den PC zu setzen und einen Stapel privaten Verwaltungskram abzuarbeiten, die elenden Versicherungsabrechungen für meinen Vater sind eine wahre Plage. Ich bin sehr froh, dass ich gesetzlich versichert bin, es ist definitiv die deutlich komfortablere Versicherungsvariante.
Außerdem habe ich über N jetzt so viele Gruselstories über die Behandlung von Privatpatienten im Krankenhaus gehört, da bin ich gleich doppelt froh, dass ich damit nichts zu tun habe.

K hat eine Liste erstellt, was wir noch alles verkaufen wollen und hat den Kram anschließend auch fotografiert, jetzt müssen wir nur noch eine Artikelbeschreibung entwerfen und alles bei ebay hochladen. Ich tippe, irgendwann nächstes Jahr wird das auch geschafft sein.

Ich habe zusätzlich einen Stapel recht hochwertiger Markenklamotten aussortiert, die ich nicht einfach in den Altkleidercontainer stecken will, weil ich weiß, dass diese Marken auch gebraucht noch relativ hoch gehandelt werden.
Meine Schwester war wohl sehr erfolgreich mit Kleiderkreisel, deshalb habe ich mir die App jetzt auch mal runtergeladen, finde aber irgendwie keinen Einstieg in diese Community. Da ich dort nur etwas verkaufen will, kann es mir im Grunde völlig egal sein, wie das Kaufen funktioniert, ich finde aber die Such-, Sortier- und Filterfunktionen der App so unpraktisch, dass ich die Anwendung als Käufer sofort wieder löschen würde. Es scheint aber wohl trotzdem ausreichend Käufer zu geben, die außerdem auch noch bereit sind, recht gesalzene Preise zu bezahlen, für Verkäufer wird es damit die ideale Plattform sein. Wir werden sehen.
Aktuell bin ich von der App erst mal nur genervt, weil sie mir ständig Mitteilungen schickt und mich zu irgendwelchen Aktionen auffordert, deshalb habe ich sie heute zunächst mal auf stumm geschaltet, was aber keine Lösung ist, wenn ich wirklich Verkaufsangebote dort einstelle.
Weil ich einmal dabei war, die Einstellungen von Apps auf dem Handy zu ändern, habe ich auch gleich ein paar besonders nervige komplett gelöscht. Unter anderem ist diese Blinkist-App im virtuellen Nirvana verschwunden, diesen Unsinn brauche ich ganz sicher nicht, hier habe ich mich vor allem über mich selber geärgert, dass ich mir den Müll von der penetranten Werbung habe aufschwatzen lassen.

All diese Dinge brauchten Zeit, gegessen haben wir deshalb erst sehr spät, danach habe ich zwei Stunden mit vollgefressenem Bauch auf dem Sofa gesessen und Filme im Fernsehen geguckt, die ich nicht verstanden habe, jetzt wird es Zeit endlich wieder ins Bett zu gehen
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Samstag, 13. Juli 2019
Wenn man einen BH kauft
Ich habe heute Unterwäsche eingekauft.

Ich habe mir letztes Jahr schon mal einen BH gekauft, damals habe ich das hier nur kurz erwähnt, weil es eigentlich eine längere Geschichte dazu zu erzählen gibt, die ich mal in Ruhe aufschreiben wollte, aber bisher bin ich nicht dazu gekommen, man kommt ja zu nix, wie Herr Buddenbohm regelmäßig so treffend feststellt. So ein Tagebuchblog hat den praktischen Zusatznutzen, dass man solche Aktionen genau nachschlagen kann, den letzten BH habe ich mir also am 6. September 2018 gekauft, als wir anlässlich unserer Probefahrt mit einem Elektroauto eine Zwangspause zum Nachladen einlegen mussten und zufällig ein Lingerieladen in der Nachbarschaft der Ladesäule war.

Die meisten Frauen, insbesondere Frauen in meinem Alter, werden den Kauf eines BHs nicht für wirklich bemerkenswert halten, weil es für die meisten Frauen ein Standardkleidungsstück ist, das sie tragen, seitdem sie 14 sind.
Vielleicht wäre es für mich auch einfacher gewesen, wenn ich in dem Alter meine Auseinandersetzung mit BHs und der Art* des BH-Tragens begonnen hätte, aber da ich bis vor wenigen Jahren maximal Körbchengröße A-minus hatte, fand ich es stets etwas albern, dafür einen BH zu tragen.
*schade, das Wortspiel sieht man nicht, aber BHs richtig zu tragen ist eigentlich eine Kunst, weshalb "the art of bra wearing" die englische Variante des obigen Satzes wäre.
Seitdem mein Körper aber beschlossen hat, keine Kinder mehr bekommen zu wollen, wurde er alternativ weiblich. Und zwar so richtig rubensweiblich.
Wenn man sein Leben lang wegen Untergewicht gehänselt wurde, ist es etwas merkwürdig, wenn man plötzlich, ohne seine Essensgewohnheiten geändert zu haben, dick wird, aber mein Stoffwechsel ist wohl einfach vorzeitig in Rente gegangen und seit der Zeit wachsen meine Rundungen und ich schaue leicht entsetzt zu.

Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, ich brauche einen BH, weil mein Busen absolut gesehen zwar noch sehr jung ist, aber die Jugendzeit gleich beim Wachsen übersprungen hat und deshalb sehr schnell sehr unangenehm auf dem Oberbauch auflag und das ist schwitzig und fies und ich sehnte mich freiwillig nach einem Kleidungsstück, was man zwischen Busen und Oberbauch trägt, um den direkten Haut auf Haut Kontakt der zwei Körperteile zu vermeiden.

Ich kaufe 99% meiner Kleidung auf dem Flohmarkt, selbstverständlich kaufte ich also auch BHs auf dem Flohmarkt. Blöd war nur, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, welche Größe ich brauche, aber auf dem Flohmarkt kosten die Dinger 1-2 Euro, da ist ein try and error kaufen nicht ganz so dramatisch.
Tatsächlich kaufte ich aber deutlich mehr errors als brauchbare trys, irgendwie saßen die alle nicht so perfekt, wie ich mir das vorstellte.

Dann sah ich irgendwann im Fernsehen einen Bericht über die Kunst des BH kaufens und dass man nur in einem Fachgeschäft die richtige Beratung bekommt und dass die BHs aus dem Fachgeschäft sich um Welten von den Billig-BHs unterscheiden und dass über 80% der Frauen eine falsche BH-Größe tragen, weil sie nie richtig beraten wurden.
Seit der Zeit träumte ich von einer richtig guten BH-Beratung und als ich letztes Jahr beim Zwangswarten dieses BH-Geschäft entdeckte, sah ich meine Chance gekommen.

Ich habe der Fachberaterin gleich als erstes gesagt, dass ich keinerlei Ahnung von BHs habe und dass sie mir jetzt bitte den perfekten BH verkaufen möge, ich würde ihr vollkommen vertrauen.
Die Dame sah mich etwas seltsam an, weil für eine BH-Jungfrau sah ich eindeutig zu alt und vor allem obenrum eindeutig zu gut bestückt aus, sie blieb aber höflich, sagte nichts, sondern holte ihr Maßband raus und nahm Maß. Sie meinte, ich hätte BH-Größe 85C, was ich ihr glaubte, weil, woher soll ich was anderes wissen?
Sie schleppte dann einen Stapel ihrer Meinung nach passende BHs an, die mir aber alle mindestens zwei Nummern zu klein waren. Fand ich. Fand sie aber nicht. Sie fand, die säßen ausgezeichnet.
Ich weigerte mich, so etwas zu tragen, weil es mir schier die Luft abdrückte, wenn sie hinten den BH-Verschluss schloss. Die Zeiten, wo einem beim Schnüren des Korsetts jemand das Knie in Rücken drückte, um noch enger schnüren zu können, sind ja wohl vorbei. Fand ich. Sie fand, ein BH muss eng sitzen, sonst sitzt er nicht richtig. Ich bestand auf mindestens zwei Nummern größer, es war ein sehr anstrengendes Beratungsgespräch (ich glaube, für uns beide, weil ich so entsetzlich uneinsichtig war), letztlich kaufte ich einen BH eine Nummer größer zu einem Preis eines handbestickten Brautkleides, es war aber noch ein günstiges Modell und sogar runtergesetzt.

Das war wie gesagt vor knapp einem Jahr, inzwischen habe ich mein Trauma aus diesem Beratungsgespräch etwas überwunden, denn ich brauche eindeutig noch ein paar BHs, wenn man so ein Kleidungsstück jeden Tag trägt, dann ist es ganz praktisch, wenn man ein paar zum Wechseln hat.

Heute war ich also wieder in einem Lingerie-Fachgeschäft, zwar in einem anderen, die Art der Beratung war aber sehr ähnlich.
Diesmal erklärte ich, gewitzt vom letzten Mal, gleich zu Anfang, ich hätte Größe 95D und suchte einen hübschen BH.
Was mir die Fachverkäuferin daraufhin als Auswahl anbot, erinnerte mich an die Riesenpanzer meiner Oma, erstens war das meiste höschenrosa, weil "haut" wohl die beliebteste BH-Farbe ist und meine Oma trug auch nur Unterwäsche in dieser seltsamen Barbie-Schweinefarbe, ich habe da ein Trauma, für mich bitte nix in rosa und zweitens waren die Dinger riesengroß. Gigantischgroß. Ich meine die Körbchen für die Hupen, die waren einfach irre groß. Ich musste etwas schlucken.
Sie brachte mir dann ein paar weiße BHs aus Spitze, die sahen schon wegen der Spitze zierlicher aus, aber bei dem Gedanken, ich habe da hauteng so eine kratzige Spitze auf der Brust, fing ich schon vor dem Anprobieren an, mich zu jucken, Spitze geht für mich leider auch nicht.
Aber ich habe dann brav erstmal was anprobiert, die Fachberaterin wollte die Größe kontrollieren. Und stellte sofort fest, dass die Größe natürlich völlig verkehrt ist, ich habe nicht 95D, sondern 85C.
Ich will aber nicht 85C haben, darin kriege ich keine Luft.
Ich erklärte der Dame also, ich hätte meinen BH gerne zwei Nummern größer, daraufhin erklärte sie mir, dann würde sie mir nichts verkaufen. Rumms.

Kein guter Einstieg in ein vertrauensvolles Beratungsgespräch über intime Damenunterbekleidung.
Wir einigten uns auf 90D, sie gab zähneknirschend nach und brachte mir diverse Exemplare in rosa Spitze.
Ich sagte, ich möchte nichts in rosa, sie sagte, das seit "Haut" und die beliebteste BH-Farbe. Ich sagte, ich möchte keinen Allerwelts-BH, sie war beleidigt, schleppte aber immerhin die rosa Teile alle wieder weg und brachte mir schwarze. aus Spitze. Ich sagte, ich möchte keine Spitze, die juckt. Sie sagte, die wäre ganz weich, die juckt nicht. Ich sagte, die juckt im Kopf, sie sagte, ich solle es probieren, die Spitze ist ganz weich. Ich zog den schwarzen Spitzen-BH an und kam mir vor wie in dem Witz "Ist was mit Oma?". Außerdem warf er Falten.
Die Verkäuferin sagte, das wäre klar, der wäre ja auch zu groß.
Wir einigten uns auf Größe 90C, und auf BHs mit extra Polster vorne im Körbchen, die werfen keine Falten und sie sind nicht aus Spitze. Ich finde ja, sie machen den Oberbau noch größer, weil ja extra gepolstert, aber um die Spitze zu vermeiden, nehme ich auch extra Polster.

Schließlich hatten wir zwei BHs gefunden, mit denen ich mich anfreunden konnte, sie kosteten diesmal so viel wie die gesamte Hochzeitsfeier zu dem handbestickten Hochzeitskleid, was ich letztes Mal ja schon gekauft hatte, aber was soll's, immerhin habe ich 35 Jahre sehr viel Geld gespart durch den Nichtkauf von BHs, da darf es jetzt dann auch mal etwas mehr sein.

Anschließend gingen wir dann noch in ein Bekleidungskaufhaus, weil K eigentlich Jeans haben wollte, die wir dort nicht fanden, also keinen passenden heißt das, dafür hatten die eine ganze Etage mit "Lingerie" und da wollte ich dann natürlich auch mal schauen.
Um es kurz zu machen: Dort habe ich meine Traum-BHs entdeckt. Komplett beratungsfrei, durchaus bezahlbar und zu 100% auf mein Problem zugeschnitten, sie tragen sich nämlich genau so wie sie heißen: Zero feel. Die Werbung zieht natürlich alle Wortspielchen durch, von unfeelable feeling, über 100% gefühlsecht bis "so leicht beim Tragen, dass es schwer zu beschreiben ist", aber es stimmt auch tatsächlich, der erste BH, der nicht drückt.
Unglaublich, aber die Dinger sind so bequem, dass ich sie gar nicht mehr ausziehen wollte. Außerdem haben sie keine albernen BH-Größen, sondern klassisch S, M, L und XL und das finde ich viel einfacher, ich bin sehr! zufrieden.
Ich kaufte gleich vier Stück in L, eines in jeder Farbe und außerdem gab es dort Unterhemden mit eingebautem BH, ebenfalls sehr bequem, habe ich auch gekauft und weil ich grade im Kaufrausch war, habe ich auch noch Socken gekauft, das war alles ganz wunderbar.

Zum Abschluss des Tages haben wir uns mit C beim Japaner getroffen, es war damit ein rundum gelungener Tag und Unterwäsche besitze ich jetzt erst mal in ausreichender Menge
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Freitag, 12. Juli 2019
Check, check und check
So, den wichtigsten Termin vor den Ferien haben wir heute gut abgearbeitet, es war mal wieder Aufsichtsratssitzung, was ja immer eine gewisse Hektik in der Vorbereitungszeit bedeutet, aber jetzt ist alles erledigt und das ist schon mal ein sehr gutes Gefühl.

Auf dem Nachhauseweg habe ich dann noch zwei Besorgungen erledigt, die schon seit über drei Monaten auf meiner Einkaufsliste stehen, nämlich eine runde Wachstischdecke und eine große Husse für den neuen Terrassentisch auf Borkum.
Alles, was es nicht bei einem normalen Discounter gibt, fällt unter erschwerte Bedingungen beim Kaufen, weil ich dann erst mal das passende Geschäft dafür finden muss und in diesem Fall habe ich es tatsächlich in diversen Läden bisher erfolglos versucht, so dass ich jetzt sehr zufrieden bin, gleich beide Teile erfolgreich erworben zu haben.
Die runde Wachstischdecke ist für den Terrassentisch hier in Greven, weil der unter dem Balkon steht, von dem es beständig feucht herabtropft, so dass sich auf dem Tisch schon richtig dicke Stalagmiten* gebildet haben, die ich ätzend finde, weil ich sie ständig mühevoll abkratzen muss, damit der Tisch eine glatte Oberfläche hat und keine Kraterlandschaft. Ich stelle mir vor, dass es einfacher ist, den Tisch abzudecken, dann kann ich die Tropfsteingebilde einfach abschütteln, wenn ich die Decke abnehme. Zu meinem großen Erstaunen, war es gar nicht so einfach, einen Laden zu finden, der Wachstischdecken verkauft.
*Stalagtiten heißen die Dinger, wenn sie hängen, oder?

So eine große Husse hatte ich dagegen schon in anderen Läden gesehen, dort war sie mir aber regelmäßig zu teuer, heute habe ich eine gefunden, die grade aktuell im Sonderangebot mit 50% Rabatt verkauft wurde, da habe ich natürlich sofort zugeschlagen.

Insgesamt also ein rundum erfolgreicher Tag, Aufsichtsrat erledigt, Einkaufsliste abgearbeitet und nur noch eine Woche bis zum Urlaub
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