anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 11. Juli 2019
Nur Durcheinander - und Müll
Mischmasch, nur noch Durcheinander, wirres Zeug und alberne Gedankenfetzen - so ungefähr sieht es bei mir im Kopf aus, wenn ich mich abends hinsetze, um hier etwas hinzuschreiben.
Den gesamten Tag über erlebe ich Dinge, wo ich selbst an ganz langweiligen Tagen mindestens fünfmal denke "oh wie interessant, welch spannender Gedanke, muss ich dringend was zu bloggen" - und wenn ich mich dann abends hinsetze, um nun schön hintereinander und in Ruhe all diese interessanten Gedanken des Tages zur Tastatur zu bringen, dann ist da nur noch Mischmasch und dadaistische Satzfragmente.
In letzter Zeit ist das gefühlt besonders schlimm, oder es regt mich besonders auf, das weiß ich nicht, aber es führt dazu, dass ich mich im Moment hier wirklich etwas quäle.
Vielleicht aber auch nur, weil ich zu viel andere Blogs lese, wo die Leute mit scheinbar federleichter Fluffigkeit die tollsten Texte schreiben. Texte, bei denen ich weiß, dass ich für einen vergleichbaren Text mindestens 5-6 Stunden bräuchte, bis ich so etwas fertig hätte, und so viel Zeit ist in meinem Alltag einfach nicht übrig fürs bloggen. Und dann nervt es mich wieder besonders, dass ich in neun von zehn Fällen schon daran scheitere, dass ich abends komplett vergessen habe, was ich tagsüber für blogbare Erlebnisse hatte und dass ich auch keine Methode finde, diese Erlebnisse kurzfristig zu konservieren. Notizen machen geht nicht, weil mir natürlich nur dann Dinge ein- oder auffallen, wenn ich ganz bestimmt in dem Moment grade keine Notizen machen kann (oft beim Autofahren oder im Gespräch mit anderen Menschen). Und wenn ich mir Notizen machen könnte, dann fehlt es mir noch an einem einzigen, durchgängig einheitlichen System, wo ich diese Notizen sammele. Ich habe mal welche in der Notizen-App auf dem Telefon, dann in OneNote, dann als Word-Dokumente, dann in Dropbox oder irgendeiner anderen der siebenundfünzig weiteren Notizen-Apps, die ich alle auf dem Telefon habe, weil ich mich ja nicht mit mir selber darauf einigen kann, welche die beste ist. Da schwankt mein Geschmack täglich und im Zweifel kann ich das sowieso noch nicht vernünftig entscheiden, weil ich die sonstigen Funktionen und Möglichkeiten all dieser siebenundfünzig Notizen-Apps noch gar nicht kenne oder noch nicht begriffen habe.
Ich sag es ja, es ist kompliziert.

Heute hatte ich einige spannende Gedankengänge, aber keinen habe ich mir gemerkt, also alles wie immer.

Die Logitech-Geräte haben mittelgroße Sicherheitslücken, wenn sie über diesen Unifyer arbeiten - ich hatte heute mittelgroße Panikattacken, weil ich nur mit genau diesen problematischen Logitechgeräten arbeite.
Die Tastatur habe ich deshalb gegen eine Kabeltastatur getauscht und eine neue Maus bestellt, bis dahin stümper ich nun mit dieser Linkshändermaus rum, die seit meinem letzten Armbruch auf meinem Schreibtisch rumliegt, aber natürlich nie von mir bennutzt wird, weil zu unpraktisch. Was tut man nicht alles, wenn man plötzlich einen Schreck bekommt.

Morgen ist Sperrmüll und gestern stellten die Nachbarn schon eine größere Menge kaputte Möbel an die Straße, das war für mich das Signal, auch unseren Kram schon mal rauszustellen, bloß nicht vergessen, dann liegt es hier ja noch länger rum.
Heute morgen war alles weg. Weg im Sinne von wirklich weg, so weg, wie es nur nach der offiziellen Sperrmüllabholung weg ist, denn auch der gesamte Müll war verschwunden und den nehmen die schon seit Tagen regelmäßig hier herumfahrenden Ostblockautos üblicherweise nicht mit.
Ich fand das völlig schräg, aber ganz eindeutig muss heute morgen hier ein Müllauto rumgefahren sein, was wirklich alles mitgenommen hat, obwohl der offizielle Termin erst morgen ist, ich habe extra noch mal im online verfügbaren Mülllkalender der Stadt nachgeschaut. Mir war es egal, denn mein Müll war ja mit weg, aber heute haben dann ganz viele andere Nachbarn noch viel mehr Sperrmüll an die Straße gestellt und jetzt bin ich mal gespannt, ob morgen noch ein Müllauto kommt.
Das sind so die Dinge, über die man sich hier auf dem Land den Kopf zerbricht
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Mittwoch, 10. Juli 2019
Erlkönig und Lotusgrill
So ein als Erlkönig getarnter Prototyp ist immer spannend zu sehen, dass es aber sogar LKW-Erlkönige gibt, das war mir neu.
Aber was sollte das denn hier sonst sein


Weitere Highlights des Tages: Ich habe für 133,9 getankt, es sieht so aus als ob die Spritpreise wieder fallen.

Außerdem habe ich den Lotusgrill wieder verkauft, ohne Verlust, was ich besonders erfreulich fand.
Ich habe mir letztes Jahr eingebildet, dass ich ganz unbedingt einen Lotus Grill haben muss. Seitdem ich mir hartnäckig einrede, dass ich reich bin, leiste ich mir schon mal spontan Einzelkäufe, zu denen ich via Idiotenwerbung inspiriert werde. So war das auch mit dem Lotusgrill, zu dem ich mich nur durch Werbung hatte hinreißen lassen.
Und wenn schon, denn schon, so musste ich natürlich einen mit allem Zubehör kaufen, aber genauso natürlich kaufe ich nur Second Hand, mein Anschaffungspreis war also halber Neupreis.
Nach einem einmaligen Test waren K und ich uns einig, dass wir keinen Lotusgrill brauchen, das war letztes Jahr.
Seitdem steht das Teil mit allem Zubehör hier rum und nervt mich, denn es ist nicht gerade klein und zierlich.
Vor drei Wochen (und damit nach ungefähr einem Jahr) hatte ich dann endlich einen Aktivitätsschub, habe Grill und Zubehör fotografiert und bei eBay Kleinanzeigen reingestellt. Für den halben Neupreis.
Drei Wochen lang habe ich Angebote im Stil von: „Isch zahle 10€ für alles, Du schicken?“ hartnäckig ignoriert, vorgestern meldete sich dann eine Frau, die als einzigen Rabatt den von mir geforderten Betrag inklusive Versandkosten verlangte, dem ich zustimmte und jetzt ist hier wieder Platz und ich kann das Blödsinnskapitel Lotusgrill verlustfrei abhaken. Das hat mich sehr gefreut
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Dienstag, 9. Juli 2019
Irgendwas ist immer
Die Vorsätze sind gut und vielfältig, ich habe so viele Dinge, über die ich was schreiben möchte, nur die Umsetzung klemmt ständig, ich habe aber enorm viele Ausreden.

Gestern musste ich ganz überraschend mit N ein sehr langes und ernstes Mutter-Sohn Gespräch führen.

Er wollte wissen, wie das funktioniert, die Sache mit dem reich werden durch Sparen, wie legt man am besten Geld an, was machen Banken eigentlich für Geschäfte, wodurch unterscheiden sich Zentral- von Investmentbanken, wie funktioniert die Geldpolitik, wo kommt das ganze Geld überhaupt her und was sind Aktien?

Ich amüsiere mich ja regelmäßig über diese Internetseiten, die einem "Finanzwirtschaft einfach erklärt" verkaufen wollen, denn entweder wird Finanzwirtschaft dann wirklich soo einfach erklärt, dass man alternativ auch Bienchen und Blümchen hätte bemühen können - oder die Erklärungen sind zwar formal korrekt, erläutern aber an keiner Stelle, was die Besonderheiten der aktuellen Geld- und Finanzmarktsituation sind und sind damit de facto komplett nutzlos, eben weil man sie im Moment überhaupt nicht praktisch umsetzen kann.

Im Moment, oder besser so seit ca. fünf Jahren, haben wir eine ganz besondere Kapitalmarktsituation, denn seit 2014 ist der Einlagezins der Europäischen Zentralbank negativ, was es in der Form vorher noch nie gegeben hat.
Es gibt natürlich Gründe, warum die EZB den Zins ins Negative hat laufen lassen (aktuell sind wir bei -0,4 % und es wird diskutiert, dass es auf -0,5% gesenkt werden könnte), es gibt aber vor allem auch Folgen dieser sogenannten "lockeren Geldmarktpolitik" und wenn man sich mit der Frage beschäftigt, wie werde ich möglichst schnell so reich, dass ich nicht mehr arbeiten muss und lasse dann mein Geld für mich arbeiten, sollte man sich sowohl mit den Gründen als auch mit den Folgen der Geldmarktpolitik wenigstens ansatzweise auskennen.

Wenn die Ausgangsfrage für den Start in dieses Wissensuniversum lautet: "Was genau macht eigentlich eine Bank?", dann wird das eine lange Nacht.

So eine Nacht war das gestern.

Für mich ist das Ganze deshalb interessant, weil ich gar kein Gefühl dafür habe, was man alles nicht wissen kann. Ich lebe in dieser Finanzwelt, für mich ist sie logisch und verständlich und vor allem kommt sie doch überall vor.
Keine Nachrichtensendung, in der nicht über die diversen Börsen der Welt berichtet wird, keine seriöse Zeitung, die nicht regelmäßig etwas zu den Finanzmärkten schreibt und Schlagzeilen aus der Finanzwelt gibt es sowieso ja ständig.
Die Deutsche Bank entlässt 16.000 Mitarbeiter und ihr Börsenkurs gibt um 7% nach,
BASF gibt eine Gewinnwarnung raus und reißt den gesamten DAX mit in die Tiefe
Das waren nur zwei Meldungen von gestern und heute, die für mich gefühlt überall aufploppten und wenn solche Dinge doch wirklich ständig und überall in den Meldungen vorkommen - wie kann man dann nicht wissen, was sie bedeuten?
Es sieht aber so aus, dass wahrscheinlich der größte Teil der Bevölkerung tatsächlich keine Ahnung hat, was das konkret bedeutet, die Menschen nehmen solche Meldungen hin wie den Wetterbericht, der von inversen Konklusionslagen berichtet, muss man aber auch nicht verstehen, nur wissen, ob es regnen wird oder nicht und ob man eine Jacke braucht.

N erzählte mir dann, welche Tipps er schon von anderen "erfahrenen Geldanlegern" erhalten hat und das war der Teil, wo meine mütterlichen Tigerinstinkte erwachten. Bevor irgend so ein dahergelaufener selbsternannter Möchtegern-Hobbyfinanzexperte meinem Sohn Blödsinn einredet, da mache ich das lieber selber und dann eben auch gleich gründlich und nachhaltig.
Deshalb wurde es ein langes Gespräch und wir arbeiten noch weiter an dem Thema.

Daneben gab es noch mindestens vier andere Dinge, zu denen ich etwas schreiben wollte, die habe ich jetzt aber alle vergessen, dann eben ein ander Mal
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Montag, 8. Juli 2019
Platzhalter
Bin noch im Gespräch
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Sonntag, 7. Juli 2019
Minimalismus ist nur was für ungechillte Menschen
Gestern auf der Bloggerlesung hat Herr Buddenbohm eine Geschichte über die sich im Laufe der Zeit geänderten Persönlichkeitsansprüche der Menschen vorgelesen und wie so typisch für Herrn Buddenbohm, hat er in seiner Geschichte sehr genau die Besonderheiten der Menschen erkannt und wunderbar beschrieben.
Zusammengefasst hat er gesagt, dass "Coolness" früher das größte Ideal der Jugendlichen war. Jeder wollte cool sein und hat sich sehr viel Mühe gegeben, maximal cool rüber zu kommen.
Das interessiert heute keinen mehr. Heute ist es dafür wichtig, dass man gechillt bleibt. Kein cooles Styling mehr, sondern "chill mal, Alta".

Mir persönlich liegt das tatsächlich sehr viel näher als die Coolnessansprüche meiner eigenen Jugend. Vielleicht bin ich einfach nur 40 Jahre zu früh geboren, aber dieses gewaltige Gewese, nur um gegenüber anderen irgendwie passend (optisch oder mental gestyled) darzustehen, das war noch nie meins.
"Chill mal" finde ich eine sehr überzeugende Ansage, allerdings beinhaltet sie natürlich auch die Aussage, dass man durchaus bereit ist, die Verantwortung für das eigene Nichtbefolgen von vermeintlich gesellschaftlich wichtigen "dasgehörtsichso" Regeln zu tragen. Wenn die Gesellschaft noch nicht bereit dafür ist, dass alle chillen, muss man im Zweifel damit leben, dass man sich dann eben außerhalb der Gesellschaft selbst verwirklicht. Das ist für die jetzige Generation ein großer Vorteil, da ist man als notorischer Chiller längst nicht so einsam.

Und während ich heute noch so darüber nachdachte, dass ich Chillen als eine ausgesprochen sympathische Lebensform erachte, habe ich, (chillig bis 14h im Bett liegend und iPad lesend) das heutige Blink geöffnet.

Blinkist ist auch so eine neue Idiotenapp für den (hoffentlich bald überkommenen) Coolnessanspruch meiner Generation: anstatt mühevoll lange Bücher selber zu lesen, liest man nur eine Ultrakurzzusammenfassung in eben dieser Blinkist App und kann anschließend cool damit protzen, über was man alles Bescheid weiß.
Ich habe diese App vor ca. drei Wochen installiert, weil ich einfach neugierig war, was wirklich dahinter steckt, denn ich bin von der Werbung für diese blöde App bestimmt schon seit einem halben Jahr dauerhaft und gefühlt überall verfolgt worden.
Wenn man Geld dafür bezahlt, kann man von ca. 3000 Bücher die Kurzzusammenfassung lesen, wenn man die Umsonstversion nutzt (und natürlich reicht mir das, um meine Neugier zu befriedigen und mir eine Meinung zu bilden), kann man jeden Tag die Zusammenfassung eines Buchs als kostenloses Blink des Tages lesen.
Das habe ich jetzt von ca. 6 Büchern gemacht (natürlich immer nur am Wochenende, wenn ich Zeit hatte, ausgiebig auf dem iPad rumzulesen, denn wenn man an dem jeweiligen Tag sein Blink des Tages nicht liest, dann ist es am nächsten Tag nicht mehr verfügbar, zumindest nicht kostenlos.) und ich fand so ziemlich jedes Buch, das mir da vorgestellt wurde, reichlich überflüssig. Ich weiß natürlich nicht, ob das an Blink oder an dem jeweiligen Buch lag, aber wenn die Blinkleute nur so nichtssagende Blabla-Bücher aussuchen, für ihre Zusammenfassungen, dann ist die App genauso sinnlos, als wenn es an den Zusammenfassungen läge, die aus interessanten Büchern belangloses Zeug machen.

Das heutige Blink ging über Minimalismus und wie man es schafft, minimalistisch zu leben.
Schon während ich den Text las, hatte ich ständig das Gefühl zu sagen "Mensch, chill mal", denn außer dem als "richtig" unterstellten Wunsch des Menschen, er möchte mehr Ordnung in sein Leben bringen, gibt es keinen Grund für Minimalismus - und wieso ist Ordnung so richtig oder wichtig bzw. wieso muss ich erst alles wegwerfen, um Ordnung zu schaffen oder zu halten?
Das ist doch wirklich nur was für Leute, die nicht richtig gechillt sind.
Mich regte schon die Hetze und die als Selbstverständlichkeit unterstellte Schnelllebigkeit auf, die in diesem Buch die Basisprämisse bildete: Alles, was du ein Jahr lang nicht benutzt hast, brauchst du nicht. WTF??? Ein Jahr??? Wie kommen die denn auf dieses schmale Brett dieser lächerlichen Kurzfristigkeit? Und das in Zeiten der Nachhaltigkeit, das ist doch echt eine Frechheit.

Mir fiel sofort dieser dänische Toaster ein. Ich habe jetzt seit elf Jahren keinen dänischen Toaster mehr benutzt und ich habe ihn auch nicht vermisst - aber ich freue mich einfach, jetzt wieder einen zu haben und ihn benutzen zu können, wenn mir danach ist. Wenn ich ihn jetzt die nächsten elf Jahre wieder nicht benutzen werde, dann schadet das doch nicht, denn im Unterschied zu den letzten elf Jahren ohne Toaster habe ich künftig immerhin zusätzlich die Option, ihn jederzeit benutzen zu können, wenn ich wollte und allein das freut mich. Alles, was es dafür braucht, ist genug Platz, um all den Krempel lagern zu können, den man ganz eventuell und vielleicht mal irgendwann benutzen möchte.
Wenn ich dieser seltsamen Minimalistentheorie folge, dann wird das Leben besser, wenn ich mich jeder Option beraube.
Die Auswahl zu haben, auch mal was anders zu machen als Standard, scheint Stress zu bedeuten.
Ich denke, wer richtig chillt, entscheidet selber, wovon er sich stressen lässt.
Und ein Jahr Nichtbenutzung ist ganz sicher kein ausreichender Zeitraum, um etwas grundsätzlich auszusortieren.
Dabei sortiere ich schrecklich gerne aus und schmeiße weg, aber in aller Regel mitten aus dem vollen Leben: Das habe ich jetzt lange genug benutzt, jetzt reicht es, jetzt kommt es weg. DAS ist eine Begründung, die kann ich sofort verstehen, aber nur, weil ich nicht dazu gekommen bin, Dinge zu benutzen, die mir ansonsten grundsätzlich gut gefallen, ne, wirklich, das finde ich einen völlig blödsinnigen Grund für eine Aussortieraktion
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Samstag, 6. Juli 2019
Schöner Samstag
Es ist ein wenig unscharf, weil es im Wagen schrecklich wackelig war und ich deshalb die Kamera das Telefon nicht vernünftig ruhig halten konnte, außerdem fuhr K grade mit reichlich km/h durch die Gegend, aber das Foto fängt die Stimmung trotzdem ganz gut ein, heute Abend auf der Rückfahrt aus Dortmund


Wir waren nämlich auf einer Bloggerlesung, veranstaltet vom Ladycircle Dortmund, gelesen haben Vanessa Giese und Herr Buddenbohm und anschließend gab es ein leckeres Grillbuffet mit selbstgemachten Salaten und Soßen.
Wir waren uns auf der Rückfahrt gemeinsam einig, dass es sich sehr gelohnt hat, dort hingefahren zu sein.

Auf dem Hinweg war es noch ziemlich warm und drückend gewesen, auf dem Rückweg regnete es bei Abfahrt in Dortmund und da der Regen aus Norden kam, war es auch in Münster noch recht nass mit dicken schwarzen Wolken, die aber grade aufbrachen - und genau in einem dieser Wolkenlöcher ging die Sonne glutrot unter und wir fuhren gradewegs darauf zu.


Am Vormittag war ich hier in Greven auf dem immer am ersten Samstag im Monat stattfindenden Stadtflohmarkt und habe wunderbaren Kram gekauft.
Ich traf an einem Stand auf eine Dame, die ganz tolle und sehr hochwertige Sachen verkaufte, wir kamen ins Gespräch, weil ich fast ihren halben Stand aufkaufte und sie erzählte mir, dass sie in Zukunft viel reisen möchte und dass sie grade in eine neue Wohnung gezogen ist, die nur noch halb so groß ist wie ihre bisherige und deshalb müsste sie leider all diese Dinge abgeben. Ich stellte fest, dass sich meine Ziele im Alter genau umgekehrt verhalten, ich habe immer weniger Lust zu reisen, dafür viel mehr Lust, mir einfach nur ein perfekt ausgestattetes und mit allem Komfort und allen Extras ausgestattetes Zuhause zu schaffen und bei dem Vorhaben bin ich gerne bereit ihre aussortierten Gegenstände bei mir aufzunehmen. Ich besitze jetzt also ein Paraffinbad und einen dänischen Toaster* und bin sehr zufrieden.

Ich habe das jetzt schon von vielen Leuten gehört, dass sie ihre Wohnung drastisch verkleinern, wenn die Kinder aus dem Haus sind und beginnen zu reisen.
Ich finde das sehr unverständlich, weil ich als junger und jüngerer Mensch enorm viel gereist bin, da war ich aber auch noch neugierig auf die Welt, wollte alles sehen und alles entdecken und vor allem war ich mental und körperlich fit genug, auch mal mit Unbequemlichkeiten zurecht zu kommen.
Heute finde ich Reisen vor allem anstrengend, sehr viel Neues, das mich noch interessieren würde, gibt es gar nicht mehr zu entdecken und ich bin mental längst so abgenutzt, dass mir größere Unbequemlichkeiten auch sehr schnell größere schlechte Laune machen. Nein danke, ich verzichte heute sehr gerne auf Reisen.
Dafür finde ich es viel sinnvoller, alle Energie in ein schönes Zuhause zu stecken. Es sind keine Kinder mehr im Haus, die sofort alles kaputt oder dreckig machen, ich muss keine Rücksichten mehr auf einen komplexen Familienalltag mit den verschiedensten Ansprüchen der einzelnen Familienmitglieder nehmen, ich kann endlich genau die Dinge kaufen, die mir gefallen und die mir Spaß machen und vor allem, ich kann es mir leisten. Ich kann mir ein großes Haus leisten, weil ich ja kein Geld für Reisen ausgeben muss und wenn ich es rein betriebswirtschaftlich betrachte, ist diese Reihenfolge auch viel sinnvoller. Das Reisen als junger Mensch war deutlich preiswerter, weil meine Ansprüche ja deutlich geringer waren, ein großes Haus mit viel Inhalt hätte ich mir aber trotzdem nicht alternativ leisten können. Ich habe beim Reisen also Geld gespart und beim Haus auch, denn dadurch, dass ich mir erst jetzt im Alter genau das Haus kaufe bzw. bauen werde, was ich dann auf Dauer und bis zum Ende bewohnen will und werde, habe ich das Wohnen in der Mittelzeit - also während der Zeit mit Kindern, deutlich günstiger improvisiert und habe vor allem kein völlig falsch aufgeteiltes, weil auf andere Bedürfnisse zugeschnittenes Familienheim am Hals.

Natürlich macht das jeder so wie er meint, dass es grade für ihn richtig ist, ich stelle halt nur für mich fest, dass ich hier wohl mal wieder nicht der Mehrheitsmeinung folge. Was mich aber nun auch nicht wirklich erstaunt, manche Dinge ändern sich eben nicht.

*Zu dem dänischen Toaster gibt es noch eine Nebengeschichte, denn ich besaß schon mal einen, den ich aber damals (aus Platzgründen) nicht mitgenommen habe, als ich hier nach Greven zog. Und als CW starb habe ich einfach vergessen, ihn aus seinem Haushalt zu retten. Dabei sind wir nur, um so einen dänischen Toaster zu kaufen, vor etwas über 20 Jahren extra mal nach Dänemark gefahren. Damals konnte man die nämlich nicht einfach im Internet bestellen und in Deutschland konnte man sie nicht im Laden kaufen, weil sie damals noch keine deutsche Sicherheitszulassung hatten. Weil ich aber nun mal unbedingt so ein Teil haben wollte, blieb nichts anderes übrig, als ziemlich weit dafür zu fahren. Jetzt habe ich die letzten 11 Jahre keinen besessen und ich gebe zu, ich habe ihn auch nicht wirklich vermisst - aber ich freue mich trotzdem, endlich wieder einen zu haben.

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Freitag, 5. Juli 2019
Endlich das richtige Rezept für rotes Pesto
Ich bin ein großer Pestofan.
Zwar nicht unbedingt zu Nudeln, was daran liegt, dass ich Nudeln nicht sehr schätze, aber zur Not esse ich sogar Nudeln mit Pesto, weil das Pesto das Minus der Nudeln fast neutralisiert.

Aber Pesto veredelt einfach alles, ich mag es zu Ofenkartoffeln, zu Fleisch, zu Gemüse und einfach pur auf Baguette oder Finncrisp und natürlich als Zwischenlage auf einem Sandwich.
Ich kann mich dabei nicht entscheiden, ob ich lieber grünes oder lieber rotes Pesto mag.
Früher hätte ich automatisch immer grünes Pesto gesagt und damit natürlich das echte, aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Parmesan und Olivenöl gemeint. Und ganz früher™ haben wir das auch noch wirklich richtig traditionell mit dem Mörser von Hand kleingemörsert und nicht schnöde mit dem Pürierstab resp. dem Thermomix geschreddert, aber das war wirklich sehr viel früher, für diesen Enthusiasmus ist mir irgendwann der Einsatzwille abhanden gekommen, mittlerweile bin ich längst mit der geschnittenen Version aus der Küchenmaschine zufrieden. Natürlich kommen die Aromen besser zur Geltung, wenn sie langsam aus den Basilikumblättern herausgequetscht werden und nicht traurig aus den brutal zerhackten Blättern ausbluten müssen, jaha, ich war auch mal mit einem echtem Gourmetkoch zusammen, theoretisch weiß ich das alles, nur praktisch schlägt hier wieder meine erbarmungslos pragmatische Grenznutzenbeurteilung zu: Dieses bisschen Mehrgeschmack ist mir die ungleich viel mehr anfallende Arbeit des Mörserns statt des Schredderns einfach nicht wert.
In der Küchenmaschine lässt sich so ein Pesto wirklich ruckzuck herstellen, deshalb habe ich natürlich auch Rezeptvariationen ausprobiert und wurde nach und nach auch Fan von rotem Pesto.
Ich habe es meist klassisch gemacht: getrocknete Tomaten, Pinienkerne, ein wenig Basilikum, Knoblauch, Parmesan (den ich übrigens auch sehr gerne durch Pecorino ersetze) und Olivenöl. In Küchenmaschine pürieren, schmeckt gut.

Dann habe ich einmal auf irgendeiner Veranstaltung kleine Sandwichhäppchen mit Baguette, Hähnchenbrust und rotem Pesto gegessen und war schockverliebt.
Dieses rote Pesto war einfach so traumhaft lecker, dass ich mir viel Mühe gegeben habe, das Rezept dazu rauszubekommen, bin aber gescheitert.
Seitdem probiere ich an Rezepten für rotes Pesto rum und habe schon eine Menge gefunden, die ich alle nicht weiter empfehlen würde.
Aber heute habe ich eine Kombination entdeckt, die scheint dem Traumpesto aus meiner Erinnerung sehr nahe zu kommen. Ich habe es heute nämlich mal mit eingelegten Tomaten und gegrillter Paprika halb und halb versucht.
Die Zutaten sahen so aus:

Für ein Foto des fertigen Pestos war es nachher zu dunkel, aber erste Probelöffel schmeckten enorm vielversprechend, es steht jetzt im Kühlschrank und zieht durch.
Hier meine Mengenverhältnisse:
Paprika=Tomaten=Pinienkernen=Parmesan => alles gleich viel, ich habe 50g genommen, weil das genau eine Tüte Pinienkerne war und die Paprika auch so viel wog.
außerdem eine Schüssel voll Basilikumblätter (ich habe meinen Basilikumtopf zur Hälfte abgeschnitten), zwei Knoblauchzehen, etwas grobes Meersalz (ca. 1/2 TL) und eine Prise Chili.
Die Paprika waschen, vierteln und entkernen und dann für ca. 10 Minuten unter den Grill, bis die Haut schwarze Blasen wirft.
Dann kann man sie wunderbar häuten (die kluge Hausfrau lässt sie vorher etwas abkühlen, werde ich das nächste Mal auch machen)
Parmesan fein mahlen und zur Seite stellen.
Die Pinienkerne goldbraunrösten und abkühlen lassen.
Dann als erstes die Tomaten mit dem Knoblauch und dem Basilikum pürieren, erst danach die abgekühlten Pinienkerne, die Paprika und den Parmesan dazugeben, und so lange pürieren, bis einem die Konsistenz gefällt, (in meinem Thermomix braucht das keine 10 Sekunden) dabei nach und nach Olivenöl dazu geben, eben genau so lange, bis man meint, jetzt sieht es gut aus. Ich tippe, ich habe hier auch fast 50ml benutzt.

Die für mich neue Variante ist die gegrillte Paprika, wenn es morgen noch genausogut schmeckt wie heute der Testlöffel, gehe ich damit in Serie. Bin schon sehr gespannt
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