anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 21. Oktober 2019
Schlechte Sicht und blöde Beamte
Ich entwickele mal wieder seltsame Krankheiten.
Heute morgen hatte ich eine skurrile Sehstörung, denn ich konnte nicht vernünftig scharfstellen, egal mit welcher Brille, so etwas macht mich dann sehr schnell sehr wuschig. Außerdem flimmerte irgendetwas rechts außen ständig, so wie bei einer Bildstörung früher im Fernsehen. Das Flimmern bekam ich auch mit, wenn ich gar nicht hinguckte. Bzw. ich konnte gar nicht hingucken, denn wenn ich nach rechts außen schaute, war das Flimmern automatisch noch weiter rechts außen, halt immer grade genau außerhalb des eigentlichen Blickfeldes, aber flimmerig genug, dass ich es trotzdem als sehr störend mitbekam. Das Ganze war so anstrengend und so lästig, dass ich natürlich Kopfschmerzen davon bekam, die mich erst recht nicht fröhlicher machten.

Im Büro bestand der Tag überwiegend aus Seufzern über die Dummheit anderer. Für einen geplanten Neubau von Mietwohnungen haben wir Fördermittel bei der Gemeinde beantragt, dazu muss man zwei Zentner Formulare ausfüllen und einreichen.
Ich vertrete schon seit längerem die Ansicht, dass sich die Fördermittel gar nicht mehr lohnen, weil mich ein zinsgünstiges Darlehen bei den aktuellen Niedrigzinsen nicht wirklich locken kann, unsere Hausbank bietet billigere Darlehenszinsen als die Förderbank.
Bisher haben wir die Förderdarlehen aber trotzdem beantragt, weil es auch Tilgungsnachlässe gibt, das funktioniert dann so, dass wir ein Darlehen beantragen und knapp ist es bewilligt, zahlen wir es sofort wieder abzüglich Tilgungsnachlass zurück, weil es halt auch bei einem Förderzins von 0% immer noch zusätzlich 0,5% Verwaltungsgebühren kostet - und das ist mehr als die Bank an Zinsen verlangt.
Aktuell ist es jetzt so, dass bei einer Firma, für die so ein Förderdarlehen beantragt wurde, ein neuer, zweiter Geschäftsführer bestellt wurde. Der erste Geschäftsführer ist seit Jahren derselbe und unverändert auch so geblieben. Dieser Geschäftsführer unterschreibt auch grundsätzlich die Förderanträge.
Ein Handelsregisterauszug wird chronologisch ausgedruckt, das heißt, der Eintrag des neuen, zweiten Geschäftsführers steht ganz unten. Das bedeutet aber nicht, dass der neue, zweite Geschäftsführer nun der einzige Geschäftsführer ist, er ist einfach nur dazu gekommen und jetzt auch Geschäftsführer.

Wenn nun die Bewilligungsbehörde, die über das Förderdarlehen entscheiden muss, rügt, dass der Förderantrag nicht von dem neuen Geschäftsführer unterschrieben wurde und den Antrag deshalb als unzulässig verwirft, dann bin ich in meinem Kopf gut eine halbe Stunde damit beschäftigt, mir zu überlegen, auf welche Weise ich diesem inkompetenten Bewilligungstyp nun klarmache, dass er schlicht keine Ahnung hat. Am Ende kommt dann natürlich irgendetwas Höfliches, formal und politisch Korrektes als Antwortschreiben heraus, ich habe mich aber ausführlich geärgert, weil mir der Fritze mit seiner Inkompetenz einfach nur Zeit stiehlt. Und jedesmal überlege ich mir, warum alle Welt es so wichtig findet, dass man höflich bleibt. Ich finde, Menschen, die offensichtlich inkompetent sind, die aber mit ihrer aufgeblasenen Wichtigkeit anderen Menschen so viel zusätzliche, komplett überflüssige Arbeit machen, ich finde, zu solchen Menschen muss man nicht mehr rücksichtsvoll höflich sein, solchen Menschen kann man auch mal sagen, dass die Reihenfolge erst denken, dann schreiben, grundsätzlich zu empfehlen ist.

So ein blöder Heini, dieser Bewilligungsfritze, echt mal, soll er sich sein blödes Darlehen doch sonst wohin schieben, morgen werde ich erst mal ganz genau rechnen, ob es nicht überhaupt günstiger ist, auf den Tilgungsnachlass auch noch zu verzichten - dafür kann man dann mehr Miete verlangen und im Zweifel ist das deutlich lohnender.
Ich seh ja ein, dass sozialer Wohnungsbau sinnvoll und wichtig ist - aber wenn an den Bewilligungsschreibtischen überwiegend solche Zwergponys Bürohengste wie dieser Fredel sitzen, muss sich letztlich keiner wundern, dass zu wenig Wohnungen für den sozialen Wohnungsbau gebaut werden. Es hat einfach keiner Lust, mit solchen Menschen zu arbeiten.

Weil mich das heute alles mehr als nur ein wenig angenervt hat, bin ich um 16h nach Hause gefahren, man muss eine neue Woche ja nicht gleich mit überzogenem Eifer verderben
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