anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 19. Januar 2016
Showdown
Meine bevorzugte Fahrstrecke zwischen dem Grevenhaus und dem Büro in Münster führt einige Kilometer über Feldwege durch die Rieselfelder.
Die Straßen sind zwar asphaltiert, aber nicht sehr breit, zwei Autos passen nicht nebeneinander. (Ein Auto und ein Fahrrad ist schon heikel, allerdings mehr für den Fahrradfahrer....) Bei Gegenverkehr müssen also beide Autos in die Seitenböschung ausweichen.
Richtig spannend ist es immer, wenn einem ein Trecker entgegenkommt (und die fahren da in Mengen), die weichen nämlich ungern aus, weil sie erstens natürlich stärker sind und zweitens wahrscheinlich der Meinung sind, dass Autofahrer nichts auf ihren Feldwegen verloren haben - egal, ob es offiziell erlaubt ist, so ein westfälischer Bauer folgt seinen eigenen Gesetzen.
Ich mag diese Strecke nicht nur weil sie einfach die kürzeste ist und ich nur ungern durch die Stadt fahre, sondern auch, weil es so idyllisch ist und so gut riecht. (da ich ganz oft offen fahre, ist das ein wichtiger Aspekt.) Man bekommt jede Menge Tiere unterwegs zu gucken und ich habe schon oft spontan angehalten und ein wenig die Landschaft genossen.
Störche gibt es dort - und Kindergärten.
Zu den Kindergärten gehören die entsprechenden Muttis in ihren münstertypischen Tussenpanzern Frauengeländewagen. Und die sind der eigentliche Grund, warum ich so besonders gerne dort langfahre, denn die sind immer gut für eine Challenge: Wer weicht als erster aus und fährt am weitesten in den Straßengraben?

Seit einigen Monaten begegne ich morgens ganz regelmäßig einem schwarzen Touareg, der noch auf dem Hinweg zum Kindergarten ist. (Ich fahre ja von außen "rein", also quasi gegen den Kindergartenzubringerverkehr.)
Und jeden Morgen hält die Dame länger aus, bevor sie nachgibt und als erste in Graben fährt.
Da ich ein kleines Cabrio fahre, finde ich es ganz normal, dass ein Geländewagen auch eher ins Gelände fährt als ich, (unabhängig davon, dass ich ganz schlecht im Nachgeben bin und außerdem fuhr ich zuerst auf dieser Strecke und überhaupt mag ich keine Touareg-Tussen) - aber diese Dame entwickelt sich zu einem harten Gegnerbrocken.
Heute war es tatsächlich ganz knapp, erst in allerletzter Sekunde ist sie ausgewichen. Weil sie dann eine so heftige Lenkbewegung gemacht hat, ist sie natürlich auch gleich fast komplett im Graben gelandet, aber hey, wofür hat sie denn so ein Geländeauto?

Ich bin mal gespannt wie es weitergeht, ich rechne damit, dass es die Tage zu einem Showdown kommt, wir werden sehen, wer überlebt. Ich bin auf alle Fälle gewillt, nicht schrammenlos aufzugeben!
Never.
Lever dood as Slav
!
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