anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 14. November 2020
Emsa-Werksverkauf, Holstenkasten und Saugroboter
Ein sehr lustiger Tag war das heute, bis mittags hatte ich glänzende Laune, dann kam ein kurzer Durchhänger, aber dann wurde es wieder sehr schön und der Abschluss am Abend war auch noch mal niedlich.

Aber der Reihe nach:
Heute war wieder Sonderverkauf bei Emsa.
Vor genau fünf Jahren war ich das erste Mal dabei, damals mit meiner Schwester und wir hatten viel Spaß.
Seit damals weiß ich, dass diese Sonderverkaufstermine sehr beliebt sind und dass mit langen Schlangen bzw. Wartezeiten vor dem Einlass zu rechnen ist, weil die auch zu früheren Zeiten, also auch ohne Corona, nur eine bestimmte Anzahl von Menschen in die Sonderverkaufshalle gelassen haben. Solche Mengenbeschränkungsvorgaben wegen Brandschutz o.ä. gab es ja schon immer.
Es war deshalb davon auszugehen, dass das mit Corona noch um ein Vielfaches schlimmer sein wird, denn garantiert dürfen jetzt noch mal deutlich weniger Leute gleichzeitig dort einkaufen, der Plan war deshalb, schon ca. 20 Minuten vor Beginn des Sonderverkaufs dort zu sein, damit man gleich mit dem ersten Schwung Leute, die eingelassen werden, reinkommt.
Der Plan war auch, dass meine Schwester wieder mitkommt, sie hätte halt noch mal deutlich früher aufstehen müssen, weil sie ja aus Bielefeld anreist, dann hätten wir noch fix einen Kaffee hier bei uns getrunken, hätten K zum Hundesitter erklärt und wären zu Emsa gefahren.
Dieser Plan wurde schon vorgestern abgesagt, weil meine Schwester erfahren hatte, dass sie mal wieder einen Coronamenschen getroffen hat, sie hat sich deshalb in freiwillige Selbstquarantäne begeben und ich wäre auch nicht scharf darauf gewesen, mit ihr unterwegs zu sein.
Was diese Coronainfektionen angeht, da hat sie echt Pech. Eigentlich trifft sie so gut wie gar keine Menschen und ist die allermeiste Zeit des Tages alleine, aber wenn sie mal Menschen trifft, dann sind diese fünf Tage später positiv getestet und sie geht so lange nicht mehr über Los vor die Tür, bis sie selber ein negatives Testergebnis hat. Dass einen das irgendwann nervt, kann ich sehr gut verstehen, aber hilft nix, aktuell wartet sie mal wieder auf ihr Ergebnis und wir haben den gemeinsamen Einkaufsausflug für heute abgesagt, zumindest das gemeinsame an dem Ausflug.
Ich wollte aber trotzdem gerne zu Emsa und weil K jetzt nicht mehr Hundesitter sein musste, fand ich es eine gute Idee, wenn er stattdessen mitkommt, solche Shoppingtouren machen zu zweit einfach mehr Spaß.

Die sonstigen Rahmenbedingungen des Ausflugs waren unverändert, ich wollte gerne 20 Minuten vor Öffnung schon da sein, also Abfahrt hier um 8.30h, bis Emsdetten brauche ich ca. 10 Minuten mit dem Auto.
So habe ich das K mitgeteilt, so hat er auch seinen Wecker gestellt, der pünktlich um 7h lospiepte.
und K stand auch auf und kochte Kaffee.
Wir brauchen ja morgens alle beide unsere Anlaufzeit, tranken also unseren Kaffee, lasen ein wenig Internet, aber als es dann plötzlich schon 8.10h war, bin ich energisch aus dem Bett gesprungen und forderte K auf, sich ebenfalls fertig zu machen. Wir hatten uns ja schließlich was vorgenommen.
Um 8.35h stand ich fertig gestiefelt und gespornt vor der Ausgangstür, von K hörte ich dafür nur gurgelnde Badezimmergeräusche von oben.
Es dauerte noch 20 Minuten, bis er endlich auch abfahrbereit war und ich war schon ziemlich sauer.
Normalerweise lasse ich K Auto fahren, wenn wir gemeinsam unterwegs sind, aber heute hatte ich es wirklich eilig und wenn ich das Gefühl habe, es ist wirklich wichtig, dass jetzt nichts mehr schief geht, dann mache ich immer lieber alles selber.
Um 8.55h fuhren wir also in meinem Golf aus der Tiefgarage, und wurden auf der B 481 Richtung Emsdetten von einem ein älterem Toyota mit Warendorfer Kennzeichen ausgebremst, der nur mit knapp über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit über die Landstraße schlich. Bei der ersten schlechten Gelegenheit habe ich den Toyota mit Kickdown überholt, in solchen Situationen bin ich immer sehr froh, dass ich einen GTI habe, da passiert tatsächlich was, wenn man einfach nur mal Vollgas gibt und kommentierte den Überholvorgang damit, dass das wichtig sei, denn in dem Toyota saßen zwei Frauen Typ Tupperparty, die wollen garantiert auch zu Emsa, da MUSS ich vorher überholen.
Sie wollten übrigens wirklich zu Emsa, kamen dann aber natürlich erst nach uns an. Chacka.

Als wir bei Emsa auf den Parkplatz fuhren, war es 9.05h und vor dem Eingang standen Leute Schlange.
Die nächsten fünf Minuten habe ich dann damit verbracht, meinen Westfalenmann zu beschimpfen, denn nur weil er so lange getrödelt hatte, waren wir so spät unterwegs und jetzt ist der erste Schwung an Kunden schon drin und wir kommen erst rein, wenn die ersten fertig sind mit Einkaufen. Genau das wollte ich ja vermeiden. Boah wie ärgerlich, und alles nur, weil er im Bad nicht fertig wurde. Echt, jetzt mal.

Immerhin waren nur sechs Leute vor uns, aber trotzdem. Dafür wurde die Schlange hinter uns immer länger. Gegen 9.15h ging das große Tor auf und es tauchten Security-Mitarbeiter auf, die eine ganze Wagenladung an Einkaufswägen in die Parkbox schoben und bei mir tauchten die ersten Fragezeichen auf. Dann erschien ein Mitarbeiter von Emsa, ging die inzwischen schon seeehr lange Schlange ab und erklärte allen Leuten, dass sie auch beim Warten Maske tragen müssten, weil sie auf einem Parkplatz für mehr als 10 Pkw ständen, und da wäre das Pflicht.
Und dann kam ich auf die Idee, die Öffnungszeiten von diesem Werksverkauf mal im Internet zu überprüfen - und was soll ich sagen: Es ging erst um 10h los und wir waren nicht fünf Minuten zu spät, sondern 55 Minuten zu früh. Upsi.
Aber was für ein Glück. Denn wenn wir, so wie ursprünglich geplant, erst 20 Minuten vor Öffnung da gewesen wären, dann wären wir ganz sicher nicht mit dem ersten Schwung an Kunden reingekommen, denn um 9.40h warteten schon ca. 300 Kunden in der Schlange.
Und außerdem bekamen wir quasi gleich als erstes frisch desinfizierte Einkaufswagen, sehr praktisch, denn ich nahm mir sofort einen von den großen, mit "Ladefläche", da passt erstens mehr drauf und zweitens hatte ich so für die restliche Wartezeit einen prima Sitzfläche.



Die gesamte Schlange hinter uns konnte ich nicht fotografieren, dafür war sie zu lang, weil natürlich auch alle Leute brav mit Abstand warteten.
Als es um 10h wirklich losging, waren wir also unter den ersten 10 Kunden, die die heiligen Hallen betraten, das ist schon ein cooles Gefühl, vor allem, weil wir natürlich komplett aus dem Vollen schöpfen konnten, was das Angebot anging, es war ja noch nichts ausverkauft.
Und dementsprechend viel zufälligen Kram haben wir dann auch erworben. Außer dem (geplanten) größeren Schwung an Clipperdosen (kann man nie genug von haben und ich brauchte wirklich noch welche, habe ich festgestellt) besitzen wir jetzt einen Saugroboter, ein Indoorgewächshaus und eine neue Kaffeemaschine. Naja, und noch so dies und das, aber es war halt alles grade so unglaublich günstig und noch mal 10% Extrarabatt gab es auch, weil ich mich mit meiner Spam-E-Mail-Adresse für den Newsletter angemeldet hatte, das kann man nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Nach einer Stunde waren wir schon wieder draußen, mittlerweile hatte sich die Schlange draußen dreimal um das gesamte Gebäude gewickelt, wir waren echt froh, dass ich die Zeit verwechselt hatte.

Und weil der Tag noch so jung war und wir grade so viel Schwung hatten, sind wir nach Hause gefahren, haben dort die Einkäufe einfach nur ausgeladen, ohne sie weiter zu bewundern und haben dafür den Wagen wieder vollgeladen mit Elektroschrott und all dem Gelumpe, was K vor zwei Wochen, als er den Keller aufgeräumt hat, als Müll identifiziert hatte. Das war eine ganze Menge und stand seitdem immerzu im Weg rum, ich fand es eine geniale Idee, dass wir das Zeug jetzt auch endlich mal loswerden. Der örtliche Werkstoffhof hat Samstags nur Vormittags geöffnet, es war also eine gewisse Eile geboten, aber auch eine perfekte Gelegenheit.
Es passte grade so alles in Auto und ich stellte wieder mal fest, wie gut es sich anfühlt, sich von Dingen endgültig zu befreien.

Anschließend sind wir wieder nach Hause gefahren, K hat den Staubsaugerroboter ausgepackt und erst mal an die Ladestation gehangen, dann haben wir beide Pause gemacht, was bedeutete, dass ich ungemein müde wurde und mir überlegte, ob ich nicht einfach wieder ins Bett gehe.
Aber irgendwie wäre dann der Tag ja nicht so schön gewesen, ich war so stolz auf die geballte Energie, die wir da gleich früh am Samstagmorgen rausgeballert hatten, da muss man dran bleiben und weiter ballern.

Wir beschlossen also, noch mal auf Tour zu gehen, die Wochenendeinkäufe mussten noch erledigt werden und vielleicht gelingt es uns ja, die Kiste Holsten Bier loszuwerden, die N aus Hamburg mitgebracht hatte und die nun seit Monaten leergetrunken in unserem Keller im Weg rumsteht. Vielleicht finden wir ja einen Getränkemarkt, wo wir die leeren Flaschen wieder loswerden, beflügelt von den Erfolgen des Tages nahmen wir uns Großes vor. Wir hatten es nämlich schon in Greven an verschiedenen Stellen probiert, aber noch nicht mal der "Bierzwerg", ein echtes Bierfachgeschäft, nimmt leere Holstenbierflaschen. Sehr ärgerlich, die leere Bierkiste regt mich zunehmend auf.

Google sagte, Edeka hat Holsten im Sortiment, wir fuhren deshalb mal in den Nachbarort, denn das örtliche Edeka hatten wir schon ausprobiert, die wollten den Kasten nicht.
Leider nahm auch das Edeka im Nachbarort keinen Holstenkasten. Ich hätte den Kasten ja einfach in dem Kabuff mit dem Pfandautomat stehengelassen, aber K meinte, da gäbe es eine Kamera, wir sollten den Kasten doch besser wieder mitnehmen.

Jetzt steht er bei K im Kofferraum, ich habe ihm die Aufgabe übertragen, diesen Bierkasten irgendwie loszuwerden, ich will ihn nicht mehr im Haus haben, im Keller ist jetzt grade alles so wunderbar frei und aufgeräumt, da stört ein leerer Bierkasten einfach.
Dann haben wir noch die notwendigen Wochenendeinkäufe erledigt und dann war Abend.

Zuhause war der Saugroboter fertig geladen und K hat ihn mal probehalber saugfahren lassen. Das war sehr lustig, weil K sich dabei benahm wie ein besorgter Vater, der sein Kleinkind bei den ersten Krabbelversuchen beobachtet und ständig aufpasst, dass es sich bloß nicht wehtut. Immer wenn der arme Robbi irgendwo gegendengelte, zuckte K leicht zusammen und versuchte, ihm den Weg zu ebnen.
Als er unter den Esstisch fuhr und sich zwischen den Stuhlbeinen verirrte, hat K ihm die Stühle weggeräumt, damit der kleine Kerl aus diesem Labyrinth wieder rausfand, als er sich der Treppe zum Keller näherte, hat K schützend aufgepasst, dass er nicht abstürzte und als er sich schließlich bis in die Diele vorgearbeitet hatte, hat K mich gerufen, damit ich mit ihm gemeinsam unserem neuen Baby beim Krabbeln Saugen zusehe.
Ich stelle fest, dass ich deutlich weniger zärtliche Gefühle für das neue Familienmitglied entwickele als mein Westfalenmann, aber ich war ja schon vor 30 29 Jahren eine bekennende Rabenmutter. Und überhaupt, mag ja sein, dass diese Geräte über eine künstliche Intelligenz verfügen, aber hochbegabt geht sicherlich noch mal anders. Die Intelligenz dieses Saugroboters würde ich eher so im Bereich von Knäckebrot einstufen, so trottelig wie der sich heute angestellt hat.
Aber es war lustig
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