anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 12. November 2018
SM Gemuckel
Diese Überschrift wollte ich schon lange benutzen, es hat aber bis jetzt gedauert, bis ich einen neuen Anlauf genommen habe, um nun tatsächlich ein wenig aufgeräumter mit meinen Socialmedia-Aktivitäten umzugehen als bisher.
Eine meiner Uraltklagen ist ja, dass ich die Sache mit Twitter irgendwie nie so richtig in Griff bekommen habe.
Zwar habe ich schon seit sehr vielen Jahren ein Konto, dass ich dann gemeinsam mit meinem ersten Blog irgendwann löschte, um anschließend alles wieder neu zu starten, dieses "Zwischenblog" kam aber genausowenig je ans Laufen wie mein zweiter Twitteraccount.
Aber jetzt - ich habe mir Großes vorgenommen - siehe unten.

Ich habe mich ja stets bei allen neuen Socialmedia-Kanälen, die im Laufe der Jahre so aufkamen, angemeldet, bisher war mein Anspruch, wenigstens zu begreifen, wie die Technik funktioniert und mir zumindest rudimentär einen eigenen Eindruck zu verschaffen.
Die erste SM-Plattform (neben den diversen Yahooforen, in denen ich mich ja schon ewig rumtrieb), die ich noch zu alten Blogzeiten sogar recht regelmäßig nutzte, war Xing, damals noch OpenBC. Mir erschien das einigermaßen seriös und ich dachte, es kann ja nicht schaden, wenn ich neben meinem sehr privaten Auftritt in den Yahoo-Foren und im Blog auch noch einen formalen, rein beruflich orientierten Internetauftritt habe und ich bildete mir damals tatsächlich ein, ich könne privat und beruflich im Internet trennen.
Nun, bekanntlich funktionierte das nicht, in der Folge löschte ich alle privaten Internetspuren (soweit ich sie löschen konnte) und zog mich privat fast vollkommen aus dem Internet zurück. Dafür war ich dann bei Xing relativ aktiv unterwegs. Ich war Mitglied in allen möglichen beruflichen Gruppen und lernte so eine Menge Kollegen kennen, die sich teilweise dann auch wieder zur beruflich initiierten, tatsächlich aber eher privat gelebten "Sondergruppen" zusammenschlossen, zu denen man nur auf persönliche Einladung und mit mindestens zwei Referenzen/Bürgen Zutritt hatte, die Situation der "versteckten" Gruppen bei Xing kam mir sehr gelegen, ich war ja sowieso grade nicht so heiß auf öffentliche Auftritte im Internet.

Privat war ich dann noch bei Plattformen wie Stayfriends, werkenntwen, und ach, bestimmt noch vielen anderen angemeldet, deren Namen ich inzwischen alle schon wieder vergessen habe, weil ich sie nach kurzem Ausprobieren nie benutzt habe. Mails bekomme ich von dort auch schon lange nicht mehr, weil ich längst sehr scharf eingestellte Spamfilterregeln habe, das meiste kommt gar nicht mehr bei mir an.

Bei Facebook habe ich mich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, erst sehr spät angemeldet, ich habe grade mal nachgeschaut - seit 2011 habe ich meinen "offiziellen" Facebookaccount. Ich hatte vorher einen "anonymen", das Hin- und Herschalten fand ich aber schnell zu lästig und habe den anonymen Zugang nach meiner offiziellen Anmeldung komplett deaktiviert. Google+ hatte ich natürlich auch, da war aber nie was los.
Die privateste der beruflichen Xing-Gruppen zog 2012 von Xing zu Facebook um, zu dem Zeitpunkt schliefen auch meine Xing-Aktivitäten fast komplett ein. Ich verlor auch das Interesse am Ausbau eines beruflichen Netzwerkes, ich hatte einen Job, den ich sowieso nicht mehr wechseln wollte und hatte über den Job Zugriff auf jede Menge jobinterne Netzwerke, Xing war einfach nicht mehr wichtig und tatsächlich fand ich Facebook ausreichend spannend.

Das ging natürlich auch nur eine gewisse Zeit gut, denn die Verknüpfung von privat und beruflich begann mich wieder zu stören, so dass ich bei Facebook schon seit längerem im Wesentlichen inaktiv bin. Ich nutze die Marketplace-Gruppe speziell um auf Borkum Dinge zu kaufen oder zu verkaufen und auch die anderen lokalen Gruppen bieten manchmal ganz interessante Informationen, aber als Blogersatz taugt Facebook für mich absolut nicht - viel zu viel Verbindung zwischen beruflich und privat und überhaupt bin ich nicht gut in dieser "Daueronlineverpflichtung", die Facebook quasi verlangt, weil man sonst das allermeiste nicht mitbekommt, was Menschen, für deren Tun und Lassen man sich durchaus interessiert, so posten.

Und ich glaube, damit habe ich genau das erwähnt, was mich bei den meisten SM-Kanälen so entsetzlich stört: Das Gefühl, nicht Herr der Entscheidung zu sein, was ich sehe und was nicht.

Eine gewisse Regelmäßigkeit braucht natürlich jeder SM-Kanal, sowohl von dem, der konsumiert als auch von dem, der produziert, aber grade Facebook ist mir eindeutig zu durcheinander geworden und ich finde es eben einfach blöd, wenn ich Informationen, die ich irgendwann mal gesehen habe oder Texte, die ich irgendwann man gelesen habe, nicht mehr wiederfinde, wenn ich sie suche und nach dem mir das bei Facebook mehrfach passiert ist, habe ich mich immer mehr darüber aufgeregt und beschlossen, das einfachste, um derartige Aufreger zu vermeiden, ist, dort einfach nicht mehr zu lesen.
Und so kam es, dass ich meine Facebook-App auf dem Handy gelöscht habe und auch niemals über den Browser gehe, weil ich keine Lust auf die Cookies habe, mit denen Facebook dann zwanghaft um sich wirft.

Neben Xing und Facebook gibt es natürlich noch reichlich andere SM-Plattformen, die mich aber überwiegend auch alle nicht dauerhaft interessieren. Mein Schwerpunkt ist eindeutig die Sprache. Bilder sind ganz nett, aber bitte als Ergänzung zur Sprache. Nur Bilder bzw. Bilder als Schwerpunkt, wie bei Instagram, sind mir ehrlich gesagt zu langweilig. Es gibt bei Instagram dann auch einige Leute, die schreiben irre viel Text zu ihren Bildern, aber auch wenn da welche bei sind, die ganz interessante Dinge schreiben - praktischer finde ich dann tatsächlich Blogs. Und da ich eh nicht genug Zeit habe, um überall mitzulesen, habe ich Instagram inzwischen auch eher zur Seite geschoben.
Zwischendurch hatte ich auch Snapchat installiert und war dort eine Zeitlang sehr von Juli von Heimatpott(ential) fasziniert. Die postete täglich irgendeine lange Folge von Snapchat-Videos, in denen sie hauptsächlich Dinge erzählte und eben so vor sich hin redete. Das war wie ein Podcast-Blog mit Film, das hat mir sehr gefallen, aber irgendwann war sie verschwunden, tauchte einige Monate später dann bei Instagram wieder auf und machte dort mit Instastories weiter, wo sie vorher bei Snapchat aufgehört hatte, aber dort ist sie jetzt auch schon seit längerem wieder abgetaucht und wo bzw. ob sie aktuell im Internet aktiv ist, weiß ich nicht. Sie hat 2016 gleich in zwei Kategorien beim Blogger des Jahres gewonnen, aber außer dieser Juli habe ich ansonsten nie jemand vergleichbar interessanten bei Snapchat oder Instagram entdeckt - und Snapchat deshalb irgendwann komplett gelöscht (die Albereien der Leute da sind vielleicht ganz witzig, aber wenn man drei-fünf davon gesehen hat, hat man eigentlich auch alle gesehen und Leuten, die einigermaßen stolperig irgendeinen Unsinn in ihre Selfiekamera quatschen, muss ich weiß Gott nun auch nicht regelmäßig zusehen.)

Um auf diesen Kanälen selber Content zu produzieren, fehlt mir ganz klar das Interesse und - soweit es Video-Podcasts angeht, auch die Begabung. Ich bewundere es sehr, wenn Leute stand by einfach so interessant und zuhörenswert losquatschen können, ich kann das nicht, ich muss jeden Satz erst dreimal umdrehen, bevor er brauchbar klingt und wenn ich dann dazu auch noch ein halbwegs anguckbares Gesicht machen soll, dann reduziert sich der Content, den ich produzieren könnte, auf ca. genau Null.

Dann gibt es natürlich noch so etwas wie Pinterest, da muss ich zugeben, habe ich bis heute das System nicht wirklich begriffen, aber auch hier geht es ja nur um Bilder - und schließlich gibt es YouTube, aber da sind wir bei dem, was ich grade über Snapchat sagte: Content liefern könnte ich selber exakt Null und Musikvideos finde ich extrem langweilig, Musik ist für mich zum Hören und nicht zum Gucken da, ich mag aber auch kein Multitasking. Und sonstige Filme treffen eben auch nicht mein Interesse. Überhaupt fand ich Filme ja schon seit jeher nur so mittel- bis kaum interessant.

Nach dem ich mal so einzeln und mit Abstand über die verschiedenen SM-Plattformen nachgedacht habe und was mich selber eigentlich wirklich interessiert und was nicht, kam ich genau zu dem oben genannten Schwerpunkt: Sprache ist mir deutlich wichtiger als Bilder, Buchstaben finde ich am einfachsten, aber Podcast mag ich auch, Filme haben schon wieder zu viele Bilder und Musik höre ich sowieso am allerliebsten alleine, das fällt als SM-Kanal für mich völlig raus.
Und ich möchte gerne selber bestimmen, was ich konsumiere und in welcher Reihenfolge.

Deshalb mag ich Blogs und mag Blogs und mag Blogs.

Wenn man einen Schritt mehr darüber nachdenkt, fällt allerdings auf, dass es ausgesprochen seltsam ist, dass ich mit Twitter bisher nicht klargekommen bin und genau deshalb habe ich beschlossen, Twitter eine neue, eine dritte Chance zu geben und es diesmal wirklich ernsthaft und nachhaltig auszuprobieren.
Das mit dem Blog klappt ja inzwischen auch seit über drei Jahren recht zuverlässig.

Zu dem Zweck habe ich mir ein neues Twitterhandle zugelegt, das heißt jetzt - Überraschung - @anjesagt und ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit diesem Account die Sache mit Twitter jetzt endlich mal in Griff bekomme.

Gestern habe ich schon mal rund 60 Followeranfragen verschickt, mit ein bisschen Glück erkennt mich ja der eine oder andere und folgt zurück.
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