anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 29. März 2019
Gute Laune
Das war ein schöner Tag heute, dabei ist gar nichts Besonderes passiert, aber ich hatte fast durchgehend gute Laune.

Der Tag begann um 5:25h, als Ks unsäglicher Schlafzykluswecker seine sanfte Weckmelodie runterdudelte, ich tatsächlich davon wach wurde, realisierte, dass es erst 5:25h war und höchst entspannt und schadenfroh sofort wieder einschlief, weil ICH heute ganz bestimmt keine frühen Termine hatte.
K musste aber zu irgendeiner Sitzung pünktlich und früh erscheinen, deshalb hatte er den Wecker gestellt, wobei ich mich regelmäßig frage, wozu er sich diesen total beknackten Schlafzykluswecker stellt, den er üblicherweise sowieso nicht wahrnimmt, aber K ist Westfale und Westfalen machen Dinge gerne so, wie sie sie schon immer gemacht haben.
K hat sich schon immer* vom Handy wecken lassen, früher halt das klassische Nokiahandy mit normaler Weckfunktion, aber dann bekam er irgendwann ein iPhone und auf diesem Handy war eine seine ersten Apps diese Schlafzyklus-App mitsamt dem Wecker und seit derzeit lässt er seinen Schlaf von dieser App überwachen und sein Aufwachen eben auch. Diese App misst ständig, wie tief man schläft (sie orientiert sich dabei wohl daran, wie viel man sich im Bett bewegt) und wenn man zB um 6h geweckt werden möchte, aber um 5:25h grade die Leichtschlafphase ausklingt, dann weckt diese App einen eben schon um 5:25h, weil es besser ist, in der Leichtschlafphase geweckt zu werden als in der Tiefschlafphase, in der man steckte, wenn um 6h stumpf nach Uhrzeit gesteuert der Wecker klingelte.
Leichtschlafphasen erkennt die App daran, dass man sich mehr bewegt im Bett. Da wir ein Wasserbett mit ungeteilter Matratze haben, bin ich mir nie ganz sicher, ob mein Gezappel im Bett die App nicht auch irgendwie beeinflusst und dann weiß man nicht, wessen Leichtschlafphase sie da grade diagnostiziert und mit einem vorgezogenen Weckerklingelgerausche beantwortet. Da aber K sowieso so gut wie nie von diesem milden und sanften Weckerklingelgerausche wach wird, ist es für ihn ja auch egal. Er hat das beruhigende Gefühl, einen Wecker gestellt zu haben, mehr braucht es für ihn gar nicht, wann er tatsächlich wach wird, ist nur marginal von Bedeutung.
*keine Ahnung, wie er das gemacht hat, bevor es Handys gab, das war vor dem aktuell gültigen seit-immer-Zyklus

Ich werde gelegentlich von diesem seltsamen Wecker wach, aber in aller Regel nur, um sofort wieder einzuschlafen, allerdings nicht ohne mich vorher zu freuen, dass das gar nicht mein Wecker war.

Als ich dann gegen 7h erneut wach wurde, hatte ich immer noch gute Laune, weil ich K dabei beobachten konnte, wie er leicht hektisch versuchte, rechtzeitig fertig zu werden, um pünktlich zu seiner Sitzung zu kommen - ich selber hatte alle Zeit der Welt, schönes Gefühl.

Ich war dann gegen Viertel nach neun im Büro und habe mir schon bei Ankunft im Büro überlegt, dass ich heute sehr früh wieder gehen werde, weil ich erstens keine Lust auf Büro hatte und zweitens war schönes Wetter und drittens stand ja heute Nachmittag diese Hausbesichtigung auf dem Plan, da möchte ich rechtzeitig genug vorher zu Hause sein, um noch schnell die letzten Reste aufzuräumen, die wir gestern nicht mehr geschafft haben.

Und so kam es. Es war so tolles Wetter, dass ich das Verdeck aufmachen konnte, ich war rechtzeitig zu Hause, um wirklich auch die hinteren Ecken noch aufgeräumt zu haben, die Kaufinteressenten waren nette Leute, wenn die das Haus kaufen, werde ich mich mit ihnen arrangieren können, hoffe ich, es war also alles perfekt.

Beim Aufräumen fand ich ein Rezept für Tomatenrisotto mit Gambas und grünem Spargel, das hörte sich so lecker an, dass ich spontan einkaufen gefahren bin, um Gambas und grünen Spargel zu erwerben - und es war dann auch wirklich genau so lecker, wie es sich anhörte, Ks westfälisch großes Lob war "kannste öfter machen" und ich denke, das werde ich auch tun.

Im Einkaufsladen (ich war heute zur Abwechslung mal bei Aldi und nicht bei Lidl) gab es auf den Kramtischen mit den Sondersachen auch ein ziemlich großes, schweres Beil. K stand schon an der Kasse (er hat deutlich weniger Spaß an den Kramtischen als ich) als ich mit dem Beil in der Hand bei ihm ankam und quer durch den Laden krähte, dass ich sehr glücklich sei, so ein tolles Ding gefunden zu haben, das müsse ich jetzt ganz dringend erwerben, dann wäre es meines und ich hätte für den Rest meines Lebens immer recht. Die anderen Menschen in der Kassenschlange grinsten fröhlich und kondolierten K, aber wer wird schon so einem großen Beil widersprechen wollen.

K wollte das Beil nicht kaufen, ich setzte mich aber durch, ich hatte das Beil ja schließlich schon in der Hand.

Jetzt besitze ich also ein Beil.
Ich werde es mit nach Borkum nehmen, da gibt es immer Holz, dem man mit dem Beil seine Meinung aufzwingen kann, was praktisch ist, denn wenn man das Holz auf die Art und Weise so klein bekommt, dass es auch in den Ofen passt, ist das genau das, was ich mir als Zusatznutzen von dem Beil verspreche. (Neben seiner Funktion als Meinungsverstärker.)

Morgen fliegen wir nach Borkum, morgen ist das Wetter auf alle Fälle noch gut, ich fang schon mal an mit Daumen drücken, dass wir Sonntag auch wieder zurück kommen, aber nun ja, es kommt wie es kommt und bisher ist es ja noch immer gutgegangen
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Wobei
"Et kütt wie et kütt" und "Et hät noch immer jot jejange" auch zum kölschen Kredo gehört

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Es muss ja nicht alles verkehrt sein, nur weil es kölsch ist ;-)