anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 22. April 2016
Nur unterwegs
Schon wieder den ganzen Tag nur unterwegs, aber heute mit spannenden Erlebnissen und Eindrücken.
Die erste Sitzung heute fand im Heinz Nixdorf Museumsforum statt.
Ziemlich überflüssige Sitzung mit sehr seltsamen Menschen, zwischendurch habe ich mehrfach geprüft, ob irgendwo Leute mit einer versteckten Kamera zu sehen waren, weil ich nicht mehr glauben wollte, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ohne Schauspiel-Auftrag so viel Unsinn erzählen, aber es gibt wohl mehr Irre auf der Welt als man sich gemeinhin so vorstellen kann.
Aber das Museum ist toll. Absolut spannend und ich habe mir fest vorgenommen, dort demnächst mal für einen ganzen Tag hinzufahren.
Und lustig fand ich, dass sie dort die Ausstattung meines ersten Büros komplett ausgestellt hatten.



Man fühlt sich ja immer wie ein Dinosaurier, wenn man erklärt, dass man noch mit Lochstreifenmaschinen gearbeitet hat, dabei waren die damals eine ganz fortschrittliche Sache....
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... ¿hierzu was sagen?

 
So ein graues Wählscheibentelefon hatten meine Eltern noch bis Mitte der 90er in Betrieb. Und wer weiß, ohne den Brand in der Küche, der weite Teile der Wohnungseinrichtung unbrauchbar machte, hätte der Apparat sicher noch ein paar Jahre länger Dienst getan.

Mit Lochstreifen habe ich nicht gearbeitet, aber ein paar meiner ersten Artikel habe ich auf einer Speicherschreibmaschine getippt, die ansatzweise schon so etwas hatte wie ein Textverarbeitungsprogramm.

... ¿noch mehr sagen?  

 
Die Variante mit dem Telefon ist ja erst nach der Lochstreifen-Telebanda gekommen. Die Lochstreifenrollen wurden noch per Post an die Datev nach Nürnberg geschickt.
Einen Schritt weiter gab es dann Erfassungsmaschinen, die die Daten auf Cassetten aufzeichneten (wurden bei uns im Büro bis weit in die 90er noch benutzt und ich habe mir dort immer Cassetten gemopst, um sie anschließend mit richtiger Musik zu überspielen. Wenn die Cassette aber nicht ganz voll war oder man ein Loch beim Aufnehmen gelassen hatte, dann hörte man einen schrillen Pfeifton; so hörten sich die Buchhaltungsdaten an, wenn man sie im Cassettenrecorder abspielte. )

Das Besondere an dem grauen Wählscheiben-Telefon auf dem Bild ist der Knopf rechts unten, denn den musste man drücken, um das Modem per Telefon mit der Datev zu verbinden und dann wiederum die Daten auf der Cassettenaufnahme übertragen zu können.

War alles etwas umständlich, aber es funktionierte und war soooo viel schneller, als Daten per Post zu verschicken.

 
Eine sogenannte Erdtaste hatten m.W. so ziemlich die meisten Apparate, die Teil einer Anlage oder Mehrapparateschaltung waren. Vorzimmer-Apparate hatten darüber hinaus unten links ein Schauzeichen, das anzeigte, ob der andere Apparat grade frei oder besetzt ist.

Ich hatte früher mal eine kleine Sammlung alter Telefone und war auch in der Lage, Apparate zu reparieren und Einzelanschlüsse zu Mehrapparateschaltungen umzukonfigurieren, aber je digitalisierter die ganze Fernmeldetechnik wurde, desto weniger konnte ich als Laie damit Schritt halten. Mit ISDN-Anschlüssen war ich schon ziemlich überfordert, da blieb mir meistens auch nichts anderes mehr übrig als die Telekomiker zu rufen.

Aber ich hatte Spaß damit, solange ich selber was machen konnte.