anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 13. Dezember 2016
Bewerbergespräch
Heute morgen, 5:37h, Weckergetröte, ich registriere mit einem Auge die Uhrzeit, mit dem anderen, dass K. seinen Wecker wieder ausstellt,
Es ist noch so früh, dass ich mich beruhigt umdrehe und wieder einschlafe.

8:35h, ich wache etwas zermatscht nach einer viel zu kurzen Tiefschlafphase wieder auf und stelle fest, dass K. etwas hektisch durchs Schlafzimmer hüpft und fast fertig angezogen ist. Der Kaffee, den er mir ans Bett gebracht hat, ist leider schon wieder kalt.

8:37h, nach gründlicher Überprüfung alle wichtigen Körperfunktionen stelle ich fest, dass ich keine Ausrede für Krankheit finde und wahrscheinlich so gesund bin, dass ich aufstehen und ins Büro fahren sollte.

8:40h, immer noch nicht krank, noch nicht mal Kopfweh

8:45h, da ich sowieso schon so extrem spät dran bin heute, kommt es auf noch etwas später jetzt auch nicht mehr an

8:50h, der Kaffee ist immer noch kalt

8:55h, ich muss Pipi

8:56h, nu is auch egal, dann kann ich jetzt auch aufstehen

Aus Tagen, die mit Aufstehen anfangen, kann nichts Gescheites werden, entsprechend entwickelte sich auch der Rest des Tages.

Ein hartnäckige Bewerberin hat sich so lange durchtelefoniert, bis sie bei mir gelandet ist, um sich über die ausgeschriebene Stelle zu informieren.

Frau: Hier ist Frau (nuschelt einen mindestens achtsilbigen Doppelnamen). Ich wollte mich über die ausgeschriebene Stelle informieren.

AnJe: Tun Sie das.

Frau: Ja, äh, ich, ja, wie viel muss man denn bei Ihnen so arbeiten?

AnJe: Tja, so viel, bis die Arbeit getan ist.

Frau: ich dachte da so an 30 Stunden die Woche

AnJe: Nun, wir dachten eher an 39 Stunden die Woche.

Frau: Sie schreiben, es gibt flexible Arbeitszeiten, was heißt das denn?

AnJe: Das heißt, das es eine Kernarbeitszeit gibt, und dazu flexible Gleitarbeitszeiten. Wobei es sich in diesem Fall um die Position der Sekretärin für den Chef handelt, die sollte sich da schon etwas nach den Zeiten des Chefs richten.

Frau: Ich müsste jeden Tag um 16h mein Kind aus der Betreuung abholen. d.h. ich kann eigentlich nur bis 15h arbeiten. Kann ich dann eher anfangen?

AnJe: Nun, wenn Sie den Chef überzeugen könnten, dass er dann auch eher aufhört zu arbeiten, fänden das die Kollegen sicherlich toll.

Frau: Wie meinen Sie das?

AnJe: Na, so wie ich es gesagt habe. Bisher arbeitet der Chef länger als bis 15h und wenn dann zwar noch jede Mengen Kollegen da sind, aber keine Sekretärin mehr, raten Sie mal, wie das ausgeht?

Frau: Das verstehe ich nicht.

AnJe: Okay, lassen Sie es mich so ausdrücken: Sie sollten sich bei Ihren eingeschränkten Arbeitszeiten lieber auf eine Sachbearbeiterstelle bewerben, da fällt es nicht so auf, wenn Sie früher gehen.

Frau, erleichtert: Ja, das ist eine gute Idee, das mache ich. Ich schicke Ihnen dann meine Bewerbungsunterlagen.

AnJe: Wir haben aber keine Sachbearbeiterstelle ausgeschrieben.

Frau: Aber Sie haben doch grade gesagt...

AnJe: Ja, habe ich. Das Problem ist nur, dass Sie sich dann nicht bei uns bewerben können.
Bei uns können Sie sich im Moment nur als Chefsekretärin bewerben - und ehrlich gesagt sehe ich Ihre Chancen da eher gering, da sich schon sehr viele und auch sehr qualifizierte Kräfte beworben haben, die eine ganze Stelle suchen bzw. zeitlich nicht eingeschränkt sind.

Frau: Okay, gut. Na, dann kann ich Ihnen trotzdem ja mal meine Bewerbungsunterlagen schicken, geht ja auch per E-Mail, oder?

AnJe: Ja machen Sie das, ist bestimmt eine gute Idee.

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Dieses Wochenende schreiben wir noch zwei Immobilienfachleute aus, wenn man einmal dabei ist, sich mit den diversesten Charakteren zu beschäftigen, ist es wahrscheinlich klug, das auf einen Schlag zu machen, dann ist es auch schnell wieder vorbei
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