anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 1. September 2021
Zeitflug und eine Therapeutin, die keine sein will
Und zack - September.
Noch vier Monate und wir haben 2022, das ist doch wahrlich unfassbar.

Ich weiß gar nicht, wann das Jahr den Turbo eingelegt hat, eben war doch noch Jahresanfang, alles ganz neu und frisch und nun ist das Jahr schon wieder fast vorbei.

Ich stehe verwundert und mit rotgeriebenen Augen vorm Kalender, schließlich habe ich mich immer noch nicht zuverlässig an die neue Schreibweise mit einer 1 hinten gewöhnt, da hat sich die 1 bald auch schon wieder überholt und ich bleibe staunend zurück und starre meine leeren Hände an. Wie kann das nur sein?

Frühling, Sommer, zwei schnelle Tage sind vorbeigehuscht, mehr ist auch nach langem Kramen in der Erinnerung davon nicht zu finden, und ich mache mir Sorgen.

Natürlich zähle ich die Tage bis Büroende, 1.117 sind es übrigens, Stand heute, und natürlich kann ich es kaum erwarten, bis es endlich soweit ist, aber doch nicht so, herrjehnochmal.

Heute Abend war ich bei der Massage. Seitdem ich den Beschluss verinnerlicht habe, dass ich reich bin, leiste ich mir solche Dinge auf selbstbezahltem Privatrezept. Genau genommen natürlich komplett ohne Rezept, aber da es sich um eine seriöse Physiotherapiepraxis handelt und nicht um eine schnöde Wellnessbude, behandeln die dort nur auf Rezept, und überhaupt haben sie ja auch Annahmestop für neue Patienten, ich habe also nicht nur sehr viel Glück, dass ich dort überhaupt angenommen wurde, sondern auch, dass sie mein Rezept akzeptieren. Das besteht pro Termin aus einem 20 Euro Schein und wird als Vorkasse immer gleich für 10 Termine auf einmal eingereicht, vereinfacht das Handling enorm.

Heute erklärte mir meine Physiotherapeutin, dass sie gar keine Physiotherapeutin sei, sondern darauf bestände, als Physiotherapeut bezeichnet zu werden, weil sie mindestens so gut sei wie ein Mann und dass sie deshalb nicht auf ein einzelnes Geschlecht reduziert werden wolle. So wie sie massiert, kann ich diese Selbsteinschätzung absolut bestätigen, musste aber gleichzeitig auch sehr grinsen, weil sie mit dieser Argumentation bei mir natürlich offene Türen einrennt.

Sie führte sehr nach- und eindrücklich aus, was sie von all diesem Genderkrimskrams hält, redete sich dabei immer mehr in Rage und arbeitete ihren Zorn sofort an meinem Rücken ab. Ich weiß nicht, ob man Verspannungen auf Vorrat wegmassieren kann, aber wenn, dann habe ich jetzt für die nächsten drei Wochen bestimmt nicht eine einzige mehr.

Auf der Fahrt nach Hause hörte ich im Radio einen sehr hübschen Satz: "Ich schaue jeden Morgen Frühstücksfernsehen, um mich jeden Morgen frisch mit allgemeinem Menschenhass aufzuladen. Danach starte ich dann gut gelaunt erbost in den Tag."
Ich glaube, es war Benjamin von Stuckrad-Barre, der diese gut formuliert Erkenntnis von sich gab, ich fand es auf alle Fälle witzig
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