anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 12. März 2020
Panik und Katastrophe
uihuihuih, das war ja ein Tag.
Der Kurssturz an den Börsen hat fast alle bisherigen Rekorde eingestellt, es hagelte nur noch Panikverkäufe und die Kurse rauschten minütlich weiter nach unten.
Gleichzeitig überholten sich die Coronakatastrophenmeldungen im selben Tempo in die andere Richtung, meint, es wurde minütlich mehr.
Noch mehr Infizierte, noch mehr Tote, noch mehr Sperrungen, noch mehr Verbote.
Das war also mal richtig viel Action.

Ich habe mich den Tag über mit Rettungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt.
Am Morgen stellte ich fest, welche Vorlagen mit welchem Inhalt schon für die Aufsichtsratssitzung nächste Woche hochgeladen worden waren und habe dann notfalltechnisch eingegriffen: Sofortiges Löschen von zwei Vorlagen. Ich schreibe sie selber und persönlich und neu, aber die alten erst mal raus.
Telefonat mit dem Leiter Beteiligungen aus dem Mutterhaus, der strikt dagegen ist, dass Vorlagen, die schon einmal hochgeladen wurden, wieder geändert werden, ich teilte ihm mit, dass ich seine Bedenken verstehen kann, aber dass ich im vorliegenden Fall keine Rücksicht darauf nehmen werde, ich werde also die hochgeladenen Vorlagen ändern, da die bisherigen Vorlagen einfach zu viel Blödsinn enthalten, den ich nicht gewillt bin zu dulden.
Der Leiter Beteiligungen protestierte förmlich, ich teilte ihm mit, ich hätte seinen Protest zur Kenntnis genommen, würde aber trotzdem das tun, was ich ihm grade gesagt hätte (also ändern), es war eine absolute Monty Python Situation und machte schon deshalb wieder Spaß.

Ansonsten überschlugen sich heute die Ereignisse in einem derartigen Tempo, dass ich nicht mehr hinterherkam und es deshalb irgendwann auch aufgab.
Keine Ahnung, wo der Dax jetzt steht, keine Ahnung, wie es dem DowJones geht und noch weniger Ahnung, ob es klug ist, die Bestandspositionen über Futures abzusichern. Ich finde, das Beste ist, das aktuelle Gewitter einfach durchzustehen, danach kann man sich dann in Ruhe orientieren.

Privat habe ich noch einmal einen größeren Schwung an Positionen gekauft, mein Bauchgefühl sagt mir, so billig kommen wir zwei nie wieder zusammen, mag sein, dass ich mich täusche, aber dann ist auch egal.
Ich habe jetzt nur noch dividendenstarke Titel gekauft, die maximal abgestürzt sind. Royal Dutch gehört zB dazu. Wenn die ihre bisherige Dividende weiterzahlen, dann habe ich in 10 Jahren meinen Atienkaufkurs nur in Dividenden zurückerhalten.
Wenn ich alternativ fürs selbe Geld Bundesanleihen kaufe, bekomme ich in 10 Jahren noch genau 90% meines heutigen Kaufkurses wieder (nennt sich negative Zinsen, für 10jährige Bundesanleihen standen die heute bei -0,9%) und anschließend habe ich ein neues Anlageproblem.
Die Aktien von Royal Dutch haben mir in derselben Zeit den Gegenwert des Kaufes an Dividenden gezahlt - und ich bin anschließend immer noch zum selben Prozentsatz an dem Unternehmen beteiligt, kann also gut sein, dass das mit der Dividendenausschüttung so weiter geht.
Kann mir jemand erklären, warum ich deshalb lieber Staatsanleihen kaufen sollte?
Ich verstehe es nicht und ich verstehe die Panikverkäufe nicht, ich kaufe zur Zeit systematisch Aktien zu.
Ich sagte es bereits: So preiswert finden wir nie mehr zusammen
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