anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 7. März 2020
Einkaufen, Umräumen, Styling und Konzert
Alles in allem war das ein angenehmer Tag heute, obwohl ich ihn die allermeiste Zeit weit außerhalb meiner gewohnten Komfortzone verbracht habe und der allererste Morgenstart auch nur so semi war.

Es fing damit an, dass ich in einem Hotel übernachtet habe und ich grundsätzlich ja wirklich kein Hotelfan bin. K wollte aber nicht in die Jugendherberge und so gab es halt nur Hotel als Alternative, weil J's Wohnung definitiv keinen Übernachtungsplatz für zwei bzw. drei Leute bietet.
Also Hotel, nun ja, hilft ja nix.
Das Bett war, wie kaum anders zu erwarten, unbequem. Ich schlafe seit fast 30 Jahren in einem Wasserbett, damit versaut man sich die Bequemlichkeit von Hotelbetten enorm.
Dieses hat zudem noch eine breite Besucherritze, an so etwas bin ich ja nun überhaupt nicht gewöhnt. Keine Ahnung, wie man zu zweit zusammen in einem Bett schläft, was eigentlich aus zwei Betten besteht, kuschelig auf alle Fälle nicht. (Oder sehr, sehr kuschelig, aber dann wird mir schnell wieder zu warm, ich bin sehr nöckerig, was die perfekte Schlafumgebung angeht.)
Also, die Nacht war eher nicht so toll, dafür war ich relativ früh wach (kein Wunder.)
Wir waren heute Abend eingeladen in die Berliner Philharmonie, ich hatte also ein gewisses Mindeststyling geplant, unter anderem stand Haarewaschen auf dem Programm und anschließend Lockendrehen.
Früh aufgewacht war praktisch, weil ich dann auch früh Haare waschen konnte. Wenn ich solche Dinge eher im Halbschlaf erledige, finde ich sie nicht ganz so grässlich wie wenn ich alles genau mitbekomme Und Früh aufgewacht heißt ja nicht wirklich wach, normalerweise folgt auf ein "früh aufgewacht" ein "und sofort wieder eingeschlafen". Heute habe ich aber vorher Haare gewaschen. Das war gut und als ich feststellte, dass ich keinen Conditioner eingepackt hatte, war ich noch viel zu müde, um mich deshalb wirklich aufzuregen.

Nach Haarewaschen wieder ins Bett, ein bisschen Internet lesen und langsam wach werden.
Dann aufstehen, anziehen, Haare grob fönen und zusammenbinden (Locken waren erst für den Abend geplant) und Aufbruch zum Einkaufszentrum "Bikini".

Als ich letztes Jahr in Frankfurt auf der Bankenmesse war, habe ich eine Frau getroffen, die eine wunderschöne Handtasche hatte. Mir gefiel diese Handtasche so sehr, dass ich erst eine halbe Stunde hinter der Frau hergeschlichen bin und immerzu die Handtasche bewundert habe, bis ich genug Mut gesammelt hatte, sie anzusprechen und zu fragen, wo sie diese Handtasche gekauft hatte. Nun, Antwort war: In Berlin, im Einkaufszentrum Bikini.
Das habe ich mir gemerkt und seit einem Jahr möchte ich also dringend in dieses Einkaufszentrum gehen und schauen, ob ich dort auch so eine Handtasche finde.

Heute war es soweit, wir fuhren als erstes in das Einkaufszentrum Bikini.
Das ist ein ganz hübsches Einkaufszentrum, es gab auch diesen Handtaschenshop und ich habe auch eine Handtasche dort gekauft, aber leider nicht die, die ich letztes Jahr bei der Frau gesehen hatte, die gab es nicht mehr, aber die, die ich mir jetzt ausgesucht habe, ist auch ganz hübsche - und Wintersale war auch noch, das machte es etwas leichter für mich, Dinge einfach in einem Laden zu kaufen.

Anschließend fuhren wir zu J, da standen diverse Bohrlöcher auf dem Programm und Umräumen wollten wir auch - es war tatsächlich ein sehr erfolgreicher und produktiver Tagesabschnitt, denn K hat nicht nur die gewünschten Löcher gebohrt und Dinge angebracht, sondern wir haben auch gründlich umgeräumt und anschließend eine Einkaufsliste geschrieben, mit der J am Nachmittag zu Ikea gefahren ist - morgen werden wir dann die Abschlussarbeiten erledigen und dann ist Js Wohnung nicht mehr wiederzuerkennen.
Außerdem hat K die Fritzbox ans Laufen gebracht, so dass J jetzt ein hyperschnelles WLAN in seiner Wohnung hat und nicht mehr das hakelige Eduroam benutzen muss. Für solche technischen Sonderarbeiten ist J zu sehr digital native als dass er die Geduld hätte, sich mit komplexeren technischen Themen sorgfältig auseinanderzusetzen, was nicht sofort klappt ist kacke und wird nicht weiter bearbeitet. Deshalb lag die Fritzbox unangeschlossen in der Ecke und wartete darauf, dass K sich darum kümmerte. Ist jetzt also auch erledigt.

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann zurück ins Hotel, ich hatte ja noch umfangreiche Stylingarbeiten zu erledigen und um 16.30h war Vorglühen Treffen im Hotel des Einladenden. Mit zunehmendem Alter dauert es immer länger, bis ich mich optisch von einer einfachen alten Frau in eine aufgetrüschelte alte Frau verwandelt habe, vielleicht ist es aber auch nicht das Alter, sondern die immer mehr in Vergessenheit geratende Übung, weil ich da eigentlich überhaupt keine Lust mehr drauf habe.
Aber auch hier galt: Hilft ja nix, Philharmonie ist Philharmonie, und wenn man sich da einladen lässt, dann muss man sich auch auftrüscheln.

Ich war dann insgesamt deutlich schneller fertig als gedacht, so dass wir über eine halbe Stunde Extrazeit gewonnen hatten. Die haben wir genutzt, um auf dem Weg von unserem Hotel zu dem anderen Hotel unterwegs bei Starbucks einzukehren. Ich hatte einen bohrenden Kopfschmerz, weil die gewohnte Tasse Morgenkaffee ausgefallen war und Gegessen hatten wir alle beide auch noch gar nichts. Keine gute Grundlage für einen Champagnerempfang.

Nach einer großen Tasse Kaffee und einem sehr leckeren Sandwich waren wir gerüstet für den Rest des Abends.
Es gab sehr viel Champagner, ein recht nettes flying Buffet mit viel Fisch und außerdem Musik, die mal so überhaupt nicht meine war, aber Sir Simon Rattle macht wenigstens einfach zum Zugucken Spaß und die Musik ging auch vorbei. (U.a. war ein Stück von Beethoven dabei: Christus am Ölberge. - Eigentlich mag ich Beethoven sehr, aber dieses Stück hätte er sich verkneifen können. Und von Richard Strauss gab es ein Konzert in D-Dur für Oboe und kleines Orchester. Ich sag mal so: Auch Strauss wollte sich wohl selber beweisen, dass er nicht nur gefällige Musik komponieren kann.)
Anschließend noch ein wenig geselliges Zusammensein, bei dem ich ja regelmäßig feststelle, wie sehr ich Sozialleben verlernt habe, und zum Abschluss noch ein Spaziergang zurück in unser Hotel, bei dem ich freiwillig und lieber gelaufen bin, als mit einem der hier überall rumstehenden Roller zu fahren.
Ich habe mich natürlich bei diversen Apps/Anbietern registrieren lassen und in Münster habe ich so einen Roller auch schon mal ausprobiert - aber irgendwie macht das deutlich weniger Spaß als erwartet.
Ich bin ja nun bekennender Ungerngeher - aber solange die Entfernungen noch überschaubar sind (und ich nichts tragen muss), also so bis +/- 1,5 km gehe ich tatsächlich lieber zu Fuß als dass ich Lust hätte, mit so einem Roller zu fahren.
Interessanterweise ist mir übrigens den ganzen Tag über kein einziger Rollerfahrer hier in Berlin begegnet, nur die Roller selber, die stehen überall rum.
Seltsam
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