anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 15. Januar 2019
Tja,
Im Moment bin ich wohl ein wenig aus dem Tritt, was meinen täglichen Rhythmus aus Arbeit, Freizeit, Verpflichtungen, Hobbys und was es sonst noch so an Alltagsdingen zu erledigen gibt, angeht.
Wenn ich abends zu Hause bin, habe ich schlicht keine Lust mehr, über Dinge nachzudenken, obwohl ich den gesamten Tag über schon ständig im Geiste an einem Blogbeitrag rumformuliert habe.
Mich aber tatsächlich abends hinzusetzen, um dann noch einmal systematisch all die Dinge zusammenzuschreiben, die mich tagsüber beschäftigt haben - dazu fehlt mir im Moment schlicht die Selbstdisziplin.
Ich merke, wie ich an ganz vielen Stellen immer wieder mit dieser "ach, ist mir doch egal" Haltung zu kämpfen habe, die derzeit auf fast alle Dinge, die auch nur einen Fitzel Unbequemlichkeit oder Mühe bedeuten, zu meiner Standardreaktion wird.

Ständig überprüfe ich meine Position und alle Umgebungsparameter, die ich mir mittlerweile im Leben erarbeitet habe und überlege, dass es doch eigentlich schon reicht. Dass es gar keinen Grund mehr gibt, sich noch weiter anzustrengen, dass man mit dem vorhandenen und in Vorräten gebunkerten Schwung doch bestimmt sehr komfortabel bis ans Lebensende auskommt, weshalb also noch Dinge tun, zu denen man keine Lust hat?
Manchmal kommt mir das Leben wie so ein Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel vor und ich habe schon drei Figuren im Häuschen, was soll denn jetzt noch groß passieren?

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Mit N habe ich darüber gechattet, ob es gut und bewundernswert ist, wenn man stets dafür sorgt, dass man zu seinem Recht kommt und dass man sich wehrt und Radau und Alarm schlägt, wenn jemand sich einfach Dinge nimmt, die ihm nicht zustehen.
So ganz abstrakt ist das gar nicht so kompliziert zu entscheiden, da würde man natürlich sagen, dass man sich wehren muss, aber wenn es um das konkrete Beispiel geht, merkt man, wie schnell die Meinungen auseinandergehen bei der Frage, wann es anfängt.
Wenn die Mitarbeiter in der Mensa so langsam und trödelig sind, dass man es in der Mittagspause nicht schafft, etwas zu essen, eben weil die so langsam sind - denen die Meinung sagen oder hungern?
Wenn sich Leute in der Schlange vordrängeln?
Meinung sagen oder selber länger Schlange stehen?

Es ist nicht so einfach, um nicht zu sagen, es ist kompliziert und ich glaube, ich verhalte mich situations- und stimmungsabhängig. Wenn ich gute Laune habe, mache ich lautstark Witze über den Typ, der sich in der Schlange vordrängelt, so laut, dass es alle hören und ihn anstarren. Meist wesentlich effektiver als ein mürrisches Angeraunze, wenn ich schlechte Laune habe und am allerwenigsten effektiv ist es, gar nichts zu sagen und sich dann den Rest des Tages nicht nur darüber ärgern, dass man so lange in der Schlange stand, sondern auch, dass man mal wieder zu feige war, sich zu wehren.

Ich muss da noch mal in Ruhe drüber nachdenken, ob ich Leute, die ständig überall für ihre (eigene) Gerechtigkeit eintreten, wirklich mag
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