anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 21. November 2019
Fußballstadion
Am Morgen war ich für zwei Stunden im Büro, um dann nach Dortmund zu fahren, weil dort im örtlichen Fußballstadion eine Bankveranstaltung stattfand, die einige ganz interessante Vorträge versprach, weshalb ich beschloss, gemeinsam mit einem Kollegen daran teilzunehmen.
Die Veranstaltung war natürlich nicht "im Stadion" im Sinne von "auf dem Rasen", sondern im VIP-Bereich des Stadions, den man als Externer mieten kann, wenn grade kein Spiel stattfindet, was die Bank getan hatte.

Um als Besucher dort hin zu gelangen, muss man aber quer durch das (leere) Stadion laufen, so dass ich unterwegs einen guten Blick auf den Rasen hatte, der grade intensiv beleuchtet wurde.



Im Winter scheint die Sonne nicht ausreichend zu scheinen, weshalb zwecks angemessenem Graswuchs mit künstlichem Sonnenlicht nachgeholfen wird.
Als ich bei Beginn der Veranstaltung diese Rasenbeleuchtung sah, habe ich zwar ein wenig gegrinst, dachte mir aber dann, die läuft nur tagsüber zur Unterstützung des zu schwachen, originalen Sonnenlichts.

Aber Pustekuchen, als ich abends ging, war die originale Sonne längst untergegangen, die künstlichen Sonnen bestrahlten den Rasen aber weiterhin eifrig, inzwischen fand ich das dann irgendwie skurril



Dabei habe ich mir aber überlegt, wie skurril ich insgesamt diesen Sport und seine Anhänger finde und habe den Gedanken als Skurrilität wieder fallen gelassen, viel wahrscheinlicher bin ich selber skurril, dass ich das nicht einfach nur völlig normal finde.
82.000 (zweiundachtzigtausend) Besucher gehen in dieses Stadion, eine Karte im VIP-Bereich kostet 500€ und außer einem Fußballspiel bekommt man Currywurst, Erbsensuppe mit Würstchen und/oder vegane Wraps (sagenhaft, wie modern die mittlerweile in diesem Catering sind, wahrscheinlich haben aber nur einige dieser Fußballs-Vips veganlebende Models als Begleitung dabei und der Caterer musste sich darauf einstellen). Bei 1:82.000 stehen die Chancen schlecht, dass ausgerechnet die 1 die normale Ansicht hat.

Aber ich kann über diesen Sport nachdenken aus welcher Richtung auch immer ich es versuche, im Ergebnis bleibt mir grundsätzlich nur ein komplett verständnisloses Kopfschütteln mit der Dauerfeststellung, dass ich die Anhänger dieses Sports wohl nie verstehen werde, es ist und bleibt mir einfach viel zu fremd.

Wie auch immer, heute habe ich gelernt, dass die Fußballstadien dauerbeleuchtet werden, weil der Rasen sonst nicht schön ist - ob das mit den Klimazielen vereinbar ist, scheint hier niemand zu hinterfragen
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Mittwoch, 20. November 2019
Besuch beim Vater
Nach viereinhalb Wochen Pause habe ich heute also endlich den Vater wieder besucht, diesmal ganz alleine und mit "extra nur dafür nach Leer gefahren", weshalb der Besuch auch deutlich länger dauerte als sonst, es musste sich ja lohnen.
Der Vater hatte auch viel Rede- und Erzählbedürfnis, wobei ich für all seinen Informationsbedarf im Grunde (schon immer) der falsche Ansprechpartner bin - ich weiß die meisten Sachen einfach gar nicht, weil ich selber niemanden danach frage.
Er interessiert sich natürlich vorrangig für seine Verwandtschaft und das heißt, er möchte wissen, wie es seinen Enkeln geht, was die so machen usw. - und ich kann eigentlich immer nur berichten: "Ich gehe davon aus, es geht ihnen gut, sonst hätte ich bestimmt was gehört."
Bei diesen Gesprächen bekomme ich immer ein latent schlechtes Gewissen, weil mir dabei natürlich auffällt, wie wenig ich mich um meine Kinder kümmere.

Okay, ich kümmere mich tatsächlich um keinen einzigen Menschen auf der Welt aktiv von mir aus, weil ich im Grunde genug damit zu tun habe, mich um all die Dinge zu kümmern, die andere Menschen von sich aus an mich herantragen und so halte ich es halt auch mit den Kindern. Wenn sie mich brauchen, egal wofür, werden sie sich schon melden, wenn sie sich nicht melden, brauchen sie mich nicht und dann werde ich ihnen ganz bestimmt nicht stalkermäßig auf die Nerven gehen.
Ich finde nichts schrecklicher als Eltern, die extrem übergriffig alles aus dem Leben ihrer Kinder* wissen wollen (und dann zu allem natürlich auch eine Meinung haben), weil sie sich damit ja nur selber ins Abseits schießen, denn natürlich fühlen sich die Kinder irgendwann bedrängt, weichen den Eltern aus und erzählen gar nichts mehr.
*Ich meine hier natürlich große Kinder, bei den Vierjährigen habe ich auch noch ab und zu gefragt: "Na, wie war's im Kindergarten." - Habe aber damals schon gelernt, dass ich im Zweifel ein "Gut" als abschließende Antwort akzeptieren muss, denn auch vierjährige haben schon ein Recht auf Privatsphäre.

Und wenn ich bei meinen eigenen Kindern schon nicht weiß, was es konkret Neues gibt aus ihrem Leben, weiß ich das natürlich erst recht nicht aus dem Leben der restlichen Verwandtschaft.
Ich weiß eigentlich noch nicht mal was aus dem Leben meiner Schwester - und zu der habe ich tatsächlich sogar einen sehr guten Kontakt.
Denn ich wüsste jetzt gar nicht, was man jemand anderem darüber erzählt? "Sie lebt noch." - ich finde immer, das reicht als Info.
Was sonst sollte ich ihm berichten? Dass sie sich letzte Woche die Handcreme bei Aldi gekauft hat, die aber nicht so gut findet wie die von Lidl - oder was?
Das sind nämlich die Themen, über die wir uns unterhalten und ich persönlich finde Infos über Handcremes samt persönlicher Testbewertung durchaus interessant, kann mir aber vorstellen, dass das den Vater wiederum nicht interessiert. Schwierige Situation.

Von den Kindern der Schwester weiß ich dann tatsächlich so gut wie gar nichts, wir (die Schwester und ich) klammern das Thema in unseren Gesprächen meist aus, weil wir als Mütter so grundverschieden sind wie es nur geht - und bevor man sich gegenseitig ein schlechtes Gefühl vermittelt, weil man nicht versteht, wie der jeweils andere so einen Umgang mit seinen Kindern akzeptieren kann, reden wir eben nicht drüber - und erhalten die Stimmung.
Führt aber dazu, dass ich von ihren Kindern tatsächlich so gut wie nix weiß.
Ihre Kinder sind alle Sportfreaks - und ich finde Sport eine unendlich langweilige Beschäftigung. Selbst wenn sie mir erzählt, wann welches Kind in welcher Sportart wo welche Meisterschaft gewonnen hat, habe ich es im selben Moment schon wieder vergessen, weil ich mir ja noch nicht mal merken kann, ob der Kleine nun Fußball und der Mittlere Basketball spielt oder umgekehrt. Die machen halt irgendwas mit Ball, kann auch Tennis sein.

Dass alle Kinder in der Schule gute Noten schreiben, ist eine derart langweilige Selbstverständlichkeit, dass ich es wirklich nicht erwähnenswert finde, ich glaube, in unserer gesamten Familie hat noch nie jemand keine guten Noten geschrieben (außer J mal eine Zeitlang, weil er schlicht gar nichts schrieb, und wenn ein Kind leere Zettel abgibt, macht er zwar wenig Fehler, kann aber trotzdem keine gute Note erwarten.)
Ein Kind, was im Schnitt nur zwischen 2 bis 3 steht, wäre eine Sensation, möchte man aber auch nicht drüber reden, weil es halt eine peinliche Sensation wäre - und deshalb kommt das gesamte Thema Kinder in der Regel zwischen meiner Schwester und mir nicht vor.
Und was gibt es sonst schon zu erzählen über die Kinder? Ich weiß halt nix.

Die Kinder meines Bruders kenne ich sogar gar nicht, weil ich zu meinem Bruder seit über elf Jahren keinen Kontakt mehr habe und er erst danach begonnen hat, Kinder herzustellen. Er hat sich für eine Art Leben entschieden, das so gründlich anders ist als meines, dass ich das respektiere und ihm deshalb höflich aus dem Weg gehe. Wenn die grundlegenden, ethischen Werte nicht vereinbar sind, dann ist ein Umgang schwierig, aber zum Glück gibt es ja auch keinen Grund sich zu mögen, nur weil man zufällig verwandt ist.
Das heißt aber natürlich auch, dass im Zweifel mein Vater mehr weiß über diesen Teil der Familie als ich, immerhin hat mein Bruder seine Ehefrau genötigt, ihrem Schwiegervater zum Geburtstag einen Brief zu schreiben, den er dann selber auch unterschrieb (da wird noch das klassische Familienbild gelebt, für solchen Kram ist die Frau zuständig, der Mann macht dafür die großen, wichtigen Dinge des Lebens, ich glaube, damit habe ich auch ausreichend erklärt, weshalb unsere ethischen Grundsätzen komplett konträr sind.).

Aber irgendwie gelang es uns dann doch drei Stunden mit Unterhaltung zu füllen, ich bin jetzt sehr zufrieden, dass ich hier meine gefühlte Zuständigkeit für die nächste Zeit auch erst mal wieder als erledigt betrachten kann.

Die Autofahrt war eine sehr nebelige Veranstaltung - auf der Hinfahrt konnte ich streckenweise keine 10m weit sehen und fand mich todesmutig, dass ich trotz dieser miserablen Sicht noch mit 80km/h über die Autobahn gebrettert bin. Wenn ich dann allerdings auf der linken Spur von Autos** überholt werde, die nur so vorbeiwuschen, (also definitiv mehr als doppelt so schnell sind wie ich), dann wünsche ich mir ja schon sehr so eine Zauberpistole, die den rasenden Idioten das Auto einfach ausschaltet, weil ich es komplett verantwortungslos finde, solche Menschen weiter Auto fahren zu lassen.
**Das sind übrigens ganz oft Sprinter, die mit einer Höllengeschwindigkeit überholen. Wenn ich König von Deutschland wär, würde ich alle Sprinter bei 80km/h drosseln.

Wirklich gestört hart es mich aber nicht, dass ich so lange unterwegs war, ich habe ganz viele Podcasts gehört, einige mit bemerkenswerten Denkanstößen, da komme ich sicher noch mal drauf zurück
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Dienstag, 19. November 2019
Immer noch Tiefgaragendrama
Die Pumpen im Keller sind immer noch kaputt, mittlerweile ist auch der Strom ausgefallen oder abgeschaltet, was weiß ich, auf alle Fälle hat die aktuelle Regenlage Potenzial für ein mittelgroßes Drama, wenn der Floddernachbar sich nicht tatkräftig eingesetzt hätte.
Das Gute bei so Flodderfamilien ist, dass die immer jemanden kennen. Für alles. Und dass die eben auch jedes Problem lösen. Egal wie, nur das Ergebnis zählt.

Innerlich feiere ich mich ja immer noch ein wenig, dass ich von Anfang an dafür gesorgt habe, dass die anrollende Flutwelle als erstes bei den Floddernachbarn einschlug, deshalb wurden die ja auch gestern schon ziemlich schnell emsig.
Und zum Probleme lösen taugen die wirklich. zumindest, wenn sie ein Problem als Problem akzeptiert haben. Sonst eher nicht, weil sie sonstige Probleme ja einfach durch Ignorieren lösen, genau deshalb nennen wir sie ja die Floddernachbarn. (Naja, und weil es bei denen ähnlich flodderig aussieht wie bei den Flodders aus der gleichnamigen Serie.)

Im Moment laufen also selbst organisierte Tauchpumpen, die das Wasser über eine geschickte Schlauchverlängerung in den Garten der übernächsten Nachbarn pumpen, also die Nachbarn, die nicht mehr an unserer Tiefgarage angeschlossen sind, sondern eine eigene Tiefgarage haben, bei der man nur hoffen kann, dass die nicht über Lichtschachte aus dem Garten belüftet wird...., obwohl, selbst wenn, dann müssten die halt ihr Problem lösen. Das System nennt sich wahrscheinlich "volllaufender Tiefgaragen-Darwinismus".

Jetzt, wo ich weiß, dass sich der Floddernachbar kümmert, nehme ich das gesamte Tiefgaragen-Regen-Problem wieder deutlich gelassener und mache mir auch keine Sorgen mehr, dass doch noch der gesamte Keller absäuft. (Hatten wir vor sechs Jahren mal, muss ich nicht noch mal erleben.)

In Münster läuft grade eine Turner-Ausstellung im MuKuKu (Museum für Kunst und Kultur) und es wird ein Höllenwirbel darum gemacht. K hatte heute eine Einladung zu einer Veranstaltung dort, ich war froh, dass ich nicht mit musste, ich finde Turner ja eher abturnend und K kam auch eher genervt als begeistert nach Hause, vor allem aber hungrig. Vor lauter Turner gab es nichts zu essen, so ganz konnte ich meine Schadenfreude nicht unterdrücken, ich finde, es geschieht ihm ganz recht, was geht er auch auf so seltsame Veranstaltungen.

Morgen beginnt der Tag recht früh, um 7.30h kommt der Schornsteinfeger, was aber auch ganz praktisch ist, so habe ich einen externen Grund aufzustehen und komme früh los für meine Reise nach Leer. Je früher los, desto eher zurück
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Dienstag, 19. November 2019
Flut, Schrauben und Führerschein
Hier regnet's.
Das ist jetzt nichts schrecklich Besonderes, im Moment regnet es wahrscheinlich in fast allen Gegenden von Deutschland und in Venedig regnet es wahrscheinlich noch viel mehr, aber heute morgen hatte ich echt Sorge, dass das mit dem Regen hier bei uns genausowenig gut ausgeht wie in Venedig. Wir haben hier zwar keine Kanäle, die überlaufen können, aber eine Tiefgarage.
Und die begann heute morgen vollzulaufen, weil die Pumpen ausgefallen waren.
Als ich ins Büro fahren wollte, stand das Wasser über dem Abfluss schon ca. 10cm hoch und nix floss ab, eben weil Pumpe kaputt.
Zum Glück ist der Abfluss direkt vor dem Tiefgaragenplatz der Floddernachbarn, d.h. deren Stellplatz läuft als erstes voll, aber es begann sich auch schon bedrohlich in unsere Richtung auszudehnen, so dass ich erst mal fünf Minuten Wasserschippen Richtung Nachbarseite betrieb, in der Hoffnung, dass ich damit die Fließrichtung ein wenig umlenken konnte und dass die Nachbarn schneller bemerken, dass es ernst wird und einen Handwerker anrufen. Dort ist nämlich tagsüber immer jemand zuhause, weil die Frau als Tagesmutter arbeitet. Erstens kann sie also einen Handwerker vor Ort betreuen und zweitens hat sie genug Kinder im Haus, die alle ganz wunderbar Wasserschippen helfen können, für Kinder ist das doch bestimmt ein Abenteuer, ich fand also, die Nachbarseite bietet sich gradezu an, die größte Wassermenge aufzunehmen.

Mein Plan ging exakt auf, als K nach Hause kam, werkelten Handwerker an den Pumpen und die Nachbarn schippten mit vielen Kindern Wasser, bei uns war es grade ganz knapp trocken geblieben.

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Zu dem Regal gibt es ein Update:



Hat K heute besorgt. Im Baumarkt.
Mag sein, dass er nicht wollte, dass ich mir fremde, gutaussehende Männerhilfe hole.....

+++++
Die Führerscheine werden ja demnächst ungültig.
Als ich diese Meldung das erste Mal las, dachte ich, das hätte sich der Postillon ausgedacht, stellte dann aber fest, es scheint tatsächlich zu stimmen.
Mit ein wenig Gegoogle fand ich raus, dass Menschen meines Geburtsjahrgangs ihren Führerschein bis zum Jahr 2023 in den neuen EU-Führerschein umgetauscht haben müssen.
Weil ich doch jetzt am Mittwoch Urlaub habe und nach Leer fahre, den Vater zu besuchen, dachte ich, da könnte ich doch schon mal rechtzeitig und schnell dran sein und bei der Gelegenheit gleich mal den neuen Führerschein beantragen. Ein biometrisches Passbild habe ich auch noch (nur acht Jahre alt), besser ich beantrage den neuen Führerschein jetzt schon , bevor mir endgültig keiner mehr glaubt, dass das Passbild von mir ist.
Aber klug wie ich bin habe ich vorsichtshalber dann doch noch mal in Leer bei der Führerscheinstelle angerufen und gefragt, was ich denn da wohl sonst noch mitbringen müsse außer einem Bio-Passbild.
Und in dem Gespräch mit der sehr netten Dame (starker Niederrheinakzent, was mich ja grundsätzlich provoziert, den auch rauszukramen, aber mit starker Selbstbeherrschung schaltete ich nur auf einen harten Norddeutschslang um, als Antipode sozusagen), aber wie auch immer, die Dame war sehr nett, auch wenn sie so lustig redete und ich fand durch das Gespräch raus, dass mein Führerschein tatsächlich sogar noch bis 2027 gültig bleibt, weil mir mein original grauer Lappen im Jahr 2002 mal gestohlen worden war, weshalb ich seitdem eh schon so einen Führerschein im Scheckkartenformat habe, der hat halt nur kein Ablaufdatum. Und genau das macht den Unterschied zu den neuen Führerscheinen, die irgendwann jeder braucht: Die sind immer nur noch 15 Jahre gültig.
Was danach ist, ob ich dann einen neuen Führerschein beantragen muss, ob es eine neue Tauglichkeitsprüfung gibt oder wie das danach funktioniert, habe ich nicht weiter erfragt, für mich war nur wichtig, dass meine Frist nicht bis 2023, sondern vier Jahre länger läuft, dass es also wirklich noch lange nicht soweit ist und dass es außerdem ziemlich dumm wäre, jetzt schon umzusteigen, weil der neue Lappen dann halt nur noch 15 Jahre gilt.
Besser also, ich warte die nächsten sieben Jahre noch ab bis zum formlosen Umtausch, dann habe ich ab jetzt noch 22 Jahre Zeit, mich wieder mit dem Thema zu beschäftigen, bis dahin wird sich geklärt haben, ob man dann überhaupt noch Auto fährt und Führerscheine braucht
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Sonntag, 17. November 2019
Nicht geflogen, dafür erfolgreiche Schreibtischarbeit
Jetzt bin ich schon seit sechs Wochen nicht mehr auf Borkum gewesen und der letzte Besuch beim Vater ist auch schon über einen Monat her, irgendwie war die letzten Wochenenden immer irgendetwas anderes zu tun, ein Termin, eine Verabredung, akute Erschöpfung - auf alle Fälle keine Gelegenheit, nach Borkum zu fahren. Die Zeit verfliegt und so langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Der Onkel hat eine lange Liste mit Dingen, die er geklärt haben möchte, der Vater wartet auch regelmäßig, deshalb hatten wir uns vorgenommen, dieses Wochenende endlich mal rüberzufahren.
Wobei, am Freitag scheiterte die fährenkonforme Abfahrt an langen Bürotermine und gestern haben wir glatt verschlafen. Die Morgenfähre ist eh außerhalb einer angemessenen Erreichbarkeit (8h Abfahrt Emden, da lohnt es sich ja kaum vorher ins Bett zu gehen), aber wir hatten fest geplant, die Mittagsfähre zu nehmen, 12h, das ist machbar - wenn man um 9h losfährt dürfte es stressfrei klappen.
Um aber um 9h losfahren zu können, sollte man spätestens um 8h aufstehen - und tja, wenn man erst um 9.30h wach wird, dann klappt das mit der Mittagsfähre auch dann nicht mehr, wenn man sich richtig beeilt.

Fliegen war keine Alternative, die Wolken hingen deutlich zu tief.
Heute schien das Wetter aber zu passen, also war der neue Plan, dass wir heute fliegen, erst nach Borkum, dort Post holen, beim Onkel nach dem rechten sehen, klären, was geklärt werden muss, Rückflug mit Zwischenstopp in Leer, Vater besuchen und dann wieder nach Münster.
Gestern sah es aus als ob wir schon früh starten könnten.
Als K heute morgen um 7h das Wetter checkte, war klar, dass es vor 12h nichts wird.
Gegen 11.30h waren wir am Platz und stellten fest, dass die gebuchte Maschine als hinterste tief verschachtelt im proppevoll gequetschten Hangar steht. Außer uns fand sonst wohl niemand das Wetter fliegbar, nur das Rausholen der Maschine hätte schon locker eine halbe Stunde gebraucht, weil wirklich noch alles verriegelt und verrammelt war. Dann wieder alle Maschinen reinräumen, die eigene Maschine startklar machen - vor 12.30h wären wir nicht weg gewesen, um 16.30h ist aber schon wieder Sunset, da reicht die Zeit sowieso nicht für alles, was wir geplant hatten.
Wir überlegten kurz, ob wir umbuchen und eine Maschine nehmen, die gleich vorne als erstes steht - die kostet aber gut 70€ die Stunde mehr - und irgendwie lohnt sich das nicht, wenn man keinen Spaß-, sondern mehr einen Zweckausflug plant und das Wetter auch nicht so dolle ist.
Wir haben uns dann beide tief in die Augen gesehen und beschlossen, wir mögen uns, wir verkacken das jetzt gemeinsam, wir drehen einfach wieder um und leben mit dem Versagen, dass wir auch dieses Wochenende wieder zwei alte Männer enttäuschen müssen.
So geschah es, ich habe dann mit dem Vater telefoniert und ihm gesagt, dass ich Mittwoch Urlaub nehme, dann fahre ich am Mittwoch einfach so während des Tages mal nach Leer und besuche ihn, nur der Onkel muss noch etwas länger warten.

Den Nachmittag haben wir immerhin produktiv am PC verbracht - K hat sein E-Mail-Postfach abgearbeitet und ich habe für zwei Gesellschaften alle Jahresarbeiten erledigt: Buchführung, Bilanz, Steuererklärung, E-Bilanz und Veröffentlichung im Bundesanzeiger.
Jetzt habe ich nur noch drei Gesellschaften offen, wobei ich auch hier schon die wesentlichen Vorarbeiten fertig habe, es sieht in Summe so aus, als ob ich dieses Jahr mit nix in Verzug geraten werden. Am stolzesten bin ich natürlich auf die Übermittlung der E-Bilanzen. Ich habe das Programm komplett selbstständig ans Laufen bekommen und auf die neueste Version mit aktuellster Taxonomie upgedatet, war in der Lage, die Zahlen aus dem Vorjahr zu übernehmen, konnte ohne Hilfe die Fehlerliste abarbeiten - und schließlich zwei Bilanzen problemlos auf die virtuelle Reise schicken. Im nächsten Leben werde ich Nerd
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Freitag, 15. November 2019
Freitag mit Rückblick
Schon Freitag, da guck.
Rückwirkend geht so eine Woche ja immer erstaunlich schnell vorbei und obwohl diese Woche im Vergleich zur letzten deutlich weniger vollgepackt war, bin ich doch rechtschaffen freitags-k.o.
Und wenn ich k.o. bin, neige ich zum Jammern.

Ich meine, ich jammere sowieso gerne, weil ich mir beim Jammern ja sehr schnell selber sehr albern vorkomme, denn während ich nach außen jammere, läuft vor meinem inneren Auge ein Film ab mit einer AnJe in schwarz-weiß, die mit mir spricht und mich fragt, ob ich eigentlich noch alle Tassen sortiert hätte? Weil, wenn jemand mal entsetzlich wenig Grund zum Jammern hat, dann ich. Mir geht es ja wohl gold, ich solle da mal an die armen Negerkinder denken und überhaupt, so weit muss ich gar nicht denken, selbst hier in Deutschland, direkt um mich herum, gibt es viele, viele Leute, denen es deutlich schlechter geht als mir. - Funktioniert absolut zuverlässig und auf Knopfdruck steuerbar, diese schwarz-weiße AnJe aus dem Off, so wie früher das schlechte Gewissen aus der Lenorwerbung.
Jetzt, wo ich die Werbung grade noch mal gegoogelt habe, stelle ich fest, dass das schlechte Gewissen in der Werbung gar nicht schwarz-weiß war, in meiner Werbe-Erinnerung allerdings schon, was aber wohl an dem schwarz-weiß Fernseher lag, den meine Eltern früher hatten. Naja.

Während ich also gleichzeitig leise vor mich hin mimimie und mich dafür selber auslache, überlege ich, was mich diese Woche eigentlich besonders interessiert hat, was mir Spaß gemacht hat, was mich beeindruckt hat, was mich gefreut hat und worüber ich mich geärgert habe.

Als erstes fällt mir natürlich immer irgendwas ein, über das ich mich geärgert habe, ich scheine wirklich ein ausgesprochen negativer Mensch zu sein und sollte dringlichst an meiner Grundhaltung arbeiten. Ist aber grade kein guter Zeitpunkt, denn sonst würde ich mich ja noch mehr ärgern, dann auch noch über mich. Versuche ich das mit dem Ärgern also einfach zu ignorieren.

Gefreut habe ich mich heute über die Post.
Schon seit längerem gab es keine unerfreuliche Post mehr, im Gegenteil, auch wenn ich aktiv versuche mich an fiese Briefe zu erinnern (und s.o., eigentlich kann ich das ja gut), fällt mir hier grade nichts ein. Das lässt mich ja hoffen.
Nach CWs Tod, als der gesamte Rest der Welt meinte, dass dann ja wohl ich für das von CW so ruckartig hinterlassene Durcheinander verantwortlich sei und mich deshalb mit grässlicher Post gradezu flutete, entwickelte ich eine große Furcht vor dem Briefkasten. Die Monster, die in meiner Kindheit unter meinem Bett wohnten, waren in den Briefkasten umgezogen und es gab Tage, da bin ich nur hintenrum ins Haus gegangen und habe den vorderen Teil mitsamt Briefkasten aktiv ignoriert.
Und nun fällt mir auf, dass an der Briefkastenfront seit längerem schon Ruhe herrscht, im Gegenteil, ich bin wieder gespannt, was da für Post angekommen ist, wenn der Briefträger mal wieder einen Schwall* abgeliefert hat.

*Ich habe den Eindruck, dass der Briefträger hier nicht mehr täglich rumfährt, sondern nur noch alle paar Tage, weil ich schon seit längerem nur noch schwallartig Post bekomme. Entweder ein paar Tage gar nichts, oder gleich einen ganzen Haufen.

Heute war ganz viel Erfreuliches in der Post.
Das Landesamt schickt den Bescheid über den Grad der Behinderung für den Vater und sie haben dabei meinem Antrag vollumfänglich entsprochen. Auch wenn ich weiß, dass er recht sicher einen Anspruch auf diese 100% hat, die sie ihm jetzt bescheinigt haben, so ist es doch trotzdem schön, wenn man den Bescheid bekommt, ohne sich weiter darum streiten zu müssen. Und erfreulicherweise sogar rückwirkend ab 2018 (hatte ich auch beantragt und sie haben auch daran mitgedacht.) Jetzt kann ich dem Finanzamt schreiben, dass er nicht nur wie bisher 50% hat, sondern ab 2018 sogar 100%, gibt sofort Geld zurück. Das ist doch fein.

Außerdem hat das BaFöG-Amt die Verlängerung des Studienzeitraums von N genehmigt, auch hier berechtigterweise, aber wenn man so viel mit Behörden zu tun hat wie ich, dann freut man sich über jeden positiven Bescheid, den man nicht separat erkämpfen muss, doppelt.

Ein langerwartetes Notarschreiben war auch in der Post, wieder eine Angelegenheit, die nun abschließend geklärt ist. Es geht voran.

Dann habe ich darüber nachgedacht, was mich sehr interessiert oder beeindruckt hat - und da fiel mir als erstes, als zweites und auch als drittes immer wieder diese Podcastfolge von letzter Woche Donnerstag ein, wo Gabor Steingart mit Jakob Augstein spricht und ich so fasziniert war von diesem Gespräch, dass ich genau diese Folge jetzt schon dreimal gehört habe.
Das war wirklich ein toller Disput - ich glaube, hier ist dieses Wort mal angebracht. Zwei Männer, die klug argumentieren können, die beide gut mit Worten umgehen können und teilweise komplett gegensätzliche Meinungen haben, die sie ohne Verletzungen und Seitenhiebe unter die Gürtellinie offen nebeneinander gestellt haben. Grandios. Mich regt so etwas sehr zum Nachdenken an.

Und Spaß gemacht hat mir schließlich jeden Abend mein neuer Swopper. So ein lustiger Stuhl, ich sitze darauf, hüpfe wippend auf und ab - und freue mich wie ein Kind auf dem Spielplatz. Schade eigentlich, dass ich mit zwei Swoppern die Freude nicht einfach verdoppeln kann, sonst wüsste ich ja sofort, was ich als nächstes auf meiner Wunschliste hätte
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Mittwoch, 13. November 2019
Viel geschafft, ohne es als erledigt markieren zu können
Der Tag war in Summe erfolgreich, das heißt, es sind Dinge geglückt und Entscheidungen getroffen worden, die mir sehr gefallen und mich auch durchaus zufrieden machen, aber die positiven Dinge sind irgendwie alle komplett unerwartet passiert und das Einzige, was ich dafür geleistet habe, war, dass ich es nicht verhindert habe (was ja in manchen Situationen auch schon eine echte Leistung ist), was mich aber ärgert, ist die Tatsche, dass ich von den Dingen, die ich heute eigentlich schaffen wollte, nichts, und ich wiederhole: NICHTS geschafft habe.
Okay, ich habe mich zwischendurch auch regelmäßig selber unterbrochen, weil mir ständig Dinge einfielen, die ich dringlich und auch noch und manche schon seit längerem erledigt haben wollte, die habe ich dann mal fix dazwischen geschoben, so dass meine Abhakliste für heute ziemlich lang wäre, hätte ich die erledigten tasks vorher auch alle als tasks erfasst. Habe ich natürlich nicht, also ist meine Abhakliste sehr kurz, genau genommen eben bei Null, was mich frustriert, weil ich in echt ja schon eine Menge geschafft habe - nur halt nix von der Liste.

J geht mit seiner Abhakliste ja ganz anders um, der eröffnet hemmungslos tasks, wenn er sie längst erledigt hat, nur um sie dann sofort abhaken zu können. Irgendwie fühle ich mich aber zu alt, um mich so läppisch selber zu behumßen, ich habe den Ehrgeiz ERST eine Liste zu machen und sie dann abzuarbeiten und nicht umgekehrt. Das Problem ist dann halt, dass ich ständig daran denken muss, Dinge auf die Liste zu setzen, was ich insbesondere mit Dingen, die ich ja sowieso ständig vergesse, nur ganz schlecht hinbekomme. Verzwickt.

Nun, heute hatte ich also nix zum Abhaken, dafür waren die Tagesergebnisse aber durchaus produktiv, ist ja auch was
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Mittwoch, 13. November 2019
Noch mehr Quinoa und Respekt
Fangen wir heute mal von hinten an: es war noch reichlich Quinoa von gestern übrig, deshalb habe ich heute die Hälfte des Restes (was also heißt, auch für morgen ist noch was da, was daran liegt, dass ich das von vornherein wusste und in voller Absicht so viel Quinoa gekocht habe, eben weil ich es praktisch finde, dass das essen der Folgetage dann quasi auch schon geklärt ist) - also, wo war ich? ach ja, ich habe die Hälfte des restlichen Quinoas heute zusammen mit einer gleich großen Menge frischem Gemüse (Zwiebeln, Paprika, Pilze, Möhren, Lauch und Knoblauch) gebraten, Gesamtergebnis: Sehr lecker und sieht so aus:



Morgen brate ich dann noch ein paar Putenschnitzel dazu und noch mehr Gemüse, ich mag es, wenn das Essensthema schon belastbar für die nächsten Tage geklärt ist.

Zurück zum Anfang des Tages: Die Bürozeit habe ich fast ausschließlich in einer Besprechung verbracht (ja nur eine, die dauerte), und mir während der Besprechung überlegt, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe, andere Leute aus-, fort- oder weiterzubilden. Zumindest nicht, wenn die anderen Leute meinen, sie müssten mit mir auf "Augenhöhe" diskutieren.
Wir sind hier wieder bei dem Thema "Respekt" und nein, ich habe meine Gedankengänge dazu immer noch nicht so weit sortiert, dass ich den Beitrag dazu fertig habe bzw. veröffentlichen möchte, aber ich hatte heute noch mal live Gelegenheit darüber nachzudenken, wie weit ich bereit bin, mit anderen Leuten respektvoll umzugehen und mir ist dabei aufgefallen, dass es daran scheitert, dass ich finde, die anderen gehen ja auch nicht respektvoll mit mir um.

Ich meine, wenn ich von bestimmten Dingen einfach keine Ahnung habe, manche Dinge schlicht nicht beherrsche und auch zu wenig eigene Kapazität mitbringe, um in einem angemessenen Tempo in die Liga der anderen Mitspieler aufzuschließen - kann ich dann wirklich erwarten, dass mich die anderen auf Augenhöhe respektieren?

Wir reden hier nicht von allgemeinen, zwischenmenschlichen Befindlichkeiten, wir reden hier einfach nur von knallharten Jobfacts, die sind definierbar, erkennbar und sehr genau zu belegen. Und sorry, aber ein Großteil der Fähigkeiten in diesen Jobs besteht schlicht daraus, dass man Dinge einfach weiß.
Dass man sie weiß, weil man sich mit dem Thema beschäftigt hat, weil man sich vor allem in der Form mit dem Thema beschäftigt hat, dass man maximal viel an "alten Unterlagen/Schriftsätzen" gelesen hat, und weil man sich gleichzeitig auch darum kümmert, dass man Neuerungen mitbekommt, in dem man Fachzeitschriften liest und nachhaltig bemüht ist, wissenstechnisch à jour zu bleiben.

Und nein, ich finde nicht, dass eine Besprechung zu einer internen Fortbildungsveranstaltung ausarten sollte (weil, sonst hätte man sie gleich als Fortbildungsveranstaltung kennzeichnen können, dann wären aber auch die Rollen anders verteilt.) und ich finde noch weniger, dass man denjenigen, die so offenkundige Wissens- und Kapazitätslücken haben, dann immer noch höflichen Respekt entgegenbringen sollte, ich finde viel mehr, dass man denjenigen, die auf dem Niveau einer Fachbesprechung nicht mithalten können, das auch signalisieren sollte. Damit sie nicht lästkigerweise konstant der irrigen Annahme verfallen, dass es doch eine positive Besprechung gewesen sei, weil sie schließlich sehr viel gelernt hätten.

Ich finde nämlich, dass diese Leute absolut nicht respektvoll mit mir, meiner Zeit und meinen Möglichkeiten umgehen.
Ich finde, ich bin keine Kindergartentante, die für die allgemeine Ausbildung inkompetenter Kollegen zuständig ist, dafür bin ich schlicht überbezahlt.

Wenn jemand Dinge nicht weiß und eine Fortbildung braucht, ist das völlig legitim - aber mich dafür zwangszuverpflichten, in dem solche Menschen mit ihrer offensichtlichen Inkompetenz eine ganze Besprechungsrunde aufhalten, und ich mich deshalb bemüßigt finde, die Grundlagen des kleinen Scheins im öffentlichen Recht noch mal für alle zu wiederholen, das macht mich böse.
Und es macht mich noch mehr böse, wenn die Auslöser dieser überflüssigen Fortbildungsveranstaltung irgendwelche Führungspersönlichkeiten sind, die aufgrund seltsamer Auswahlkriterien (oder einer allgemein schwachen Bewerbungslage) zu einem Job gekommen sind, von dem sie offensichtlich überfordert sind.
Und nein, ich habe einfach keine Lust, mit diesen Leuten respektvoll umzugehen, eben weil sie es umgekehrt ja auch nicht tun.
Jemand, der einen Job macht, den er nicht beherrscht, hat meiner Meinung nach kein Recht, formalen Respekt wegen seiner Position zu erwarten. Wenn jemand Dinge nicht weiß, weiß er sie nicht. Ein Chef unterscheidet sich von einem Fließbandarbeiter aber dadurch, dass er das fehlende Wissen deutlich schneller nachholt. Ein offensichtlich auffallend begriffsstutziger Chef mag vielleicht formal ein Chef bleiben - aber den Anspruch auf Respekt hat er ganz sicher verspielt.

Mir ist also aufgefallen, dass es für mich einen großen Unterschied macht, welche Position jemand innehat und wie er sich auf dieser Position verhält.
Einem Hausmeister erkläre ich mit sehr viel Geduld, sehr viel Engagement und eben auch sehr viel menschlichem Respekt irgendwelche Zusammenhänge, die für ihn bisher neu waren und er sich erst langsam in diese neue Wissenswelt einfinden muss.
Denselben Sachverhalt mit denselben Zusammenhängen erkläre ich jemandem, der eine gehobene Führungsposition hat, deutlich knapper und mit viel weniger Engagement. Dass er es bisher vielleicht noch nicht wusste, finde ich nicht schlimm, ich erwarte aber, dass er das fehlende Wissen in kürzester Zeit nachholt.
Tut er das dann nicht, weil er per Saldo auch nicht mehr geistige Kapazität hat als der Hausmeister, verliere ich bei einem Menschen in einer gehobenen Position wesentlich schneller den Respekt als bei jedem Aushilfshandwerker.

Ich bleibe dann noch formal höflich - aber wenn der Respekt erst mal weg ist, ist auch gleichzeitig jede Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit verschwunden, und ich glaube, das ist ein sehr weit verbreitetes Problem in deutschen Büroetagen
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Montag, 11. November 2019
Bielefeld und seltsame Preisbegründung
Am frühen Morgen fuhren wir nach Bielefeld, es hatte über Nacht ganz leicht gefroren und taute grade weg, so dass ein sanfter Nebel in der Luft hing, der das ansonsten sehr helle Sonnenlicht etwas dämpfte.
Mich fasziniert das Licht des Herbstes immer wieder, heute hatten es mir die Bäume auf der B54 angetan.



In Bielefeld verbrachte ich einen schönen halben Tag mit der Schwester, bis sie zu einem anderen Termin fuhr, anschließend unterhielt ich mich ein wenig mit der Mutter, bis K erschien, um mich abzuholen und wir wieder nach Hause fuhren.
In der letzten Woche bin ich/sind wir enorm viel in der Gegend rumgefahren, ich brauche jetzt erst mal ein wenig Rumreiseerholung.

J wünscht sich ja eine auffällige oder hässliche Picknickdecke und ich habe heute mal gegoogelt, was der Markt so an hässlichen Picknickdecken zu bieten hat.
Ist gar nicht so einfach, danach zu googeln, denn wenn ich eingab "hässliche Picknickdecke", wurde entweder mehrfach so eine seltsame Teppichdecke von Fatboy für 280 € angezeigt* - oder Bilder von hässlichen Picknickdecken, die ich alle völlig okay fand.

*wer um alles in der Welt kauft so ein Ding für derart viel Geld???? Über Geschmack will ich gar nicht streiten - aber der Preis ist ja wohl nur abgedreht.

Aber dann habe ich doch eine Decke gefunden, die wunderbar zu Js Anforderungen passt: Ziemlich auffällig, kultig oder hässlich je nach Blickwinkel, auf alle Fälle genug Grund, ausführlich darüber zu reden.
Eine Prilblumendecke, gab es diesen Sommer umsonst von Henkel, wenn man genug Produkte kaufte und die Kassenbons hochlud.
Die Aktion ist zwar vorbei, es gibt aber genug Angebote auf ebay und ebay Kleinanzeigen.

Ein Angebot war aus Bielefeld, seit August online, so ganz viele Liebhaber scheint es wohl nicht für die Decke zu geben. Ich fand Bielefeld natürlich grade sehr praktisch als Artikelstandort, schrieb die Anbieterin an, die auch prompt antwortete, ja, Decke sei noch da und ja, ich könne sie auch am Nachmittag abholen. Ich sagte ihr, ich bräuchte die Decke nur als Witzgeschenk und ob sie auch mit fünf Euro weniger einverstanden sei als sie als Preis aufgerufen hatte. (Sie wollte 15 € haben, es gab aber auch andere Pril-Decken für 12 € Verhandlungsbasis und überhaupt kosten Picknickdecken bei ebay Kleinanzeigen meist einstellig. Wirklich günstig sind also 15€ für eine Werbegeschenkdecke nicht unbedingt. Und außerdem bietet sie die Decke seit drei Monaten erfolglos an.)
Ihre Antwort: 'Nein, sie müsse schon den vollen Preis haben, da sie dafür Kerzen für das Grab ihrer Tochter kauft.'
Über diese Antwort habe ich mich derart geärgert, dass ich spontan beschloss, bei dieser Dame ganz bestimmt überhaupt nichts zu kaufen. Lieber bezahle ich fünf Euro mehr bei jemand anderem als dieser Frau auch nur 10 cent zu geben. So eine blöde Pissflitsche. Das ist ja wohl die widerlichste Bettelmasche, die ich mir vorstellen kann. Kerzen für das Grab der Tochter - und die Kohle für diese Kerzen hat sie nur, wenn sie eine Decke verkauft, die sie im Sommer umsonst ergattert hat und seitdem verzweifelt versucht, gegen Kerzengeld zu tauschen? Ich will gar nicht wissen, woran die Tochter gestorben ist, aber bei solch einer Mutter habe ich sofort Bilder im Kopf.

Am Abend habe ich dann noch ein wenig Post erledigt, ein Schreiben ans Finanzamt fertig gemacht (und vorher die dafür nötigen Zahlen erfolgreich zusammengetragen, Fristablauf morgen, damit also perfekte Punktlandung), und schließlich noch für das im März verkaufte Grundstück in Mönchengladbach eine Übersicht über die bei mir angemahnten Grundstückskosten gefertigt, um einmal abzurechnen, wer diese Kosten überhaupt schuldet. Eine Arbeit, die seit August auf meiner to-do.Liste steht.
Blöderweise war der Eigentumsübergang nämlich am 25.3., die Grundbucheintagung aber erst irgendwann im Mai, so dass alle Kosten bis zur Grundbuchberichtigung zunächst bei mir angefordert werden und ich muss dann mit dem neuen Eigentümer wieder abrechnen. Ein ziemliches Durcheinander.
Aber ich glaube, jetzt blicke ich grade etwas durch.

Morgen beginnt wieder eine neue Woche, ich merke jetzt schon, wie meine Motivation Purzelbäume rückwärts schlägt, wenn ich jetzt künftig immer schon am Sonntag über den Montag jammere, ist das doch auch eine Abwechslung, oder?
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Samstag, 9. November 2019
Schon wieder unterwegs
Diese Woche ist die Woche der Veranstaltungen.

Es gibt manchmal Monate, da findet nichts statt. Keine Bankveranstaltung, keine Ausstellungseröffnung, keine Fortbildung, kein Kongress, kein Stammtisch, noch nicht mal einzelne Essenseinladungen. In manchen Monaten besteht die Arbeit einfach nur aus Arbeit.

Den November scheinen sich dagegen alle als "saure Gurkenzeit" rausgepickt zu haben, um endlich mal einen Veranstaltungstermin außerhalb der - ja von was eigentlich? zu legen.
Vielleicht außerhalb von Schulferien und außerhalb von christlichen Festen, denn tatsächlich sind das die einzigen Veranstaltungen, die im November nicht stattfinden.
Ansonsten aber so ziemlich alle, zu denen ich beruflich eingeladen werde.
Allein diese Woche hätte ich auf fünf Veranstaltungen gleichzeitig gehen können, so eine Terminhäufung habe ich das ganze Jahr nicht gehabt.
In Hamburg war Fintech-Woche, da war ich letztes Jahr und fand es sehr interessant.
In Frankfurt war eine große Kapitalmarktkonferenz, da war ich letztes Jahr auch, aber dieses Jahr passte es halt nicht.

Dafür war ich gestern auf der 100 Jahr Feier einer Wuppertaler Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und heute auf der 7jährigen* Jubiläumsfeier des "neuen" Caterers in der Speicherstadt, morgen werde ich gründlich ausschlafen, denn Sonntag bin ich auch schon wieder früh unterwegs, da habe ich mich für 9.30h in Bielefeld angesagt.
*Er feiert das 7jährige Überlebensjubiläum, weil er sagt, dass nach den sieben schwachen Jahren jetzt endlich die sieben guten Jahre kommen werde und das sei doch ein Grund zum Feiern.


Eigentlich wäre gestern auch noch Werksverkauf bei Annette Görtz gewesen, aber als ich morgens aufwachte, hatte ich keine Lust mehr - schneller kann man gar kein Geld sparen.

Die 100Jahr-Feier gestern war sehr, sehr schön. Sehr gut gestaltetes Programm in der historischen Stadthalle von Wuppertal mit Steffi Neu als Moderatorin. Die ist sowieso eine meine Lieblingsmoderatorinnen, sie ist so herrlich schnodderig und die Location ist natürlich einfach perfekt.
Außerdem eine sehr angenehme 3 Mann Band mit Klavier, Gesang und Saxophon als Zwischen- und Hintergrundmusik, gute und interessante Gesprächspartner für den Moderationsteil und als Show-Act Timo Wopp, den ich immer wieder nur genial finde.
Er ist ein Jongleur-Comedian und es macht irre viel Spaß ihm zuzusehen und zuzuhören.


Das einzige, was gestern nicht so dolle war, war das Essen, aber zum Glück hatte ich gar nicht so viel Hunger, weshalb ich da gut drüber hinwegkam.

Mein Partydress gestern war schwarz-silber und die Entscheidung, diese silbernen Boots als neue Partyschuhe statt irgendwelcher Highheels zu tragen, war eine der besten Entscheidungen seit Monaten.


Gestern bin ich erwartungsgemäß gar nicht mehr nach Hause gekommen, es war schon ein fortgeschrittenes Heute als ich endlich im Bett lag, dementsprechend schwummerig verlief der Tag. Zum Glück hatte ich Home-Office angekündigt, da musste ich wenigstens mit niemandem reden.

Heute Abend war allerdings schon wieder die nächste Party, eben jene erwähnte 7jährige Überlebensfeier.
Diesmal war das Essen exzellent, dafür spielte ab 21.30h eine Band, die für meine Ohren nicht zu ertragen war, es war vor allem die Lautstärke, die mich schachmatt setzte, so dass ich heute unerwartet früh wieder zu Hause bin.

Alles andere erzähle ich morgen, jetzt muss ich meine klingelnden Ohren mit irgendwas versorgen** und dann ins Bett gehen.

**ich glaube, gegen dieses Pfeifen im Ohr hilft Jägermeister am besten
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