anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 15. Februar 2019
Ich lerne es nicht
Es gibt ja Dinge, da stelle ich mich derart hartnäckig stur dämlich an, dass ich selber nur verwundert den Kopf schütteln kann über so viel Unvernunft, aber leider auch keine Idee habe, wie ich mich da zu einem sinnvolleren Verhalten umerziehen könnte.

Und ich spreche hier jetzt nicht von irgendeinem Suchtverhalten, da hätte ich ja wenigstens eine gute Entschuldigung. Aber das Rauchen habe ich schon vor zehn Jahren drangegeben und meinen Alkoholkonsum finde ich noch nicht besorgniserregend, obwohl ich nach streng medizinischer Definition bestimmt ein schwerer Alkoholiker bin*, das aber schon seit Ewigkeiten und da ich damit ganz gut umgehen kann, stört mich das nicht weiter.
*nach streng medizinischer Definition beginnt Alkoholismus schon bei einem Glas Rotwein pro Tag oder noch weniger, kann sein, dass auch schon der regelmäßige Verzehr einer Mon Cheri Praline täglich einen Alkoholiker definiert, ganz genau weiß ich es gar nicht, da ich für mich einfach akzeptiere, dass ich bekennender Alkoholiker bin und aktuell keinen Bedarf habe, das zu ändern. Punkt.

Nein, was mich ärgert, ist, dass ich bestimmte Fehler immer wieder und wieder mache und einfach nicht lerne, sie zu vermeiden.
Und mit Fehler meine ich echte Fehler, solche, die Folgen haben, die mich ärgern. Manchmal sogar sehr und massiv ärgern.

Ich lerne zB nicht, dass es ausgesprochen unklug ist, einen Blogbeitrag live und online zu schreiben.
Okay, es kann gut gehen und blöderweise geht es ja auch meistens gut, aber blöderweise auch nur meistens, was umgekehrt gerechnet bedeutet, dass es eben nicht immer gutgeht. Und wenn es dann mal nicht gut geht, dann ist der gesamte geschriebene Text weg.
Hui, phhfft, weg, einfach verschwunden und im Nichts aufgelöst.
Das passiert immer dann, wenn ich den Text online schreibe und beim Schreiben der Rechner abstürzt, was er, trotz bester Technik, gar nicht mal so selten macht.

Wenn einem das das erste Mal passiert, hat man ja noch die Ausrede, dass man da nicht mit gerechnet hat und gar nicht darüber nachgedacht hat, dass so etwas passieren könnte.
Beim zweiten Mal gibt es schon deutlich weniger Neulingsbonus - und beim zehnten Mal schlägt man sich einfach nur noch vor die Stirn und fasst es nicht. Wie blöd kann man eigentlich sein?
Und wie lernresistent?

Ich glaube, ich bin ganz unglaublich lernresistent, denn ich habe heute mal wieder direkt online einen Blogeintrag getippt, wurde dabei kurz gestört, musste auf Toilette, dann kam ein Anruf, dann noch irgendwas und als ich wiederkam, fuhr der Rechner grade wieder hoch. Er hatte sich in der Zwischenzeit ein wenig upgedated. Geöffnete Officedokumente werden alle automatisch gespeichert, da geht nichts verloren, aber geöffnete Browsertabs, in denen man schon lange Blogtexte getippt hat, die sind nach so einem Rechnerneustart unwiederbringlich hinfort.

Und es ist wie gesagt nicht das erste Mal, dass mir so etwas passiert.

Aber nun ja, ich werde mit meiner eigenen Blödheit leben müssen, dann dreht sich mein heutiger Blog eben darum, wie dämlich ich so sein kann und wenn ich meine eigene Idiotie teile, bleibt vielleicht nachher weniger für mich
?
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... ¿hierzu was sagen?

 
Ich kenne das, und schaffe es trotzdem nur in Ausnahmefällen, Blogbeiträge im Textverarbeitungsprogramm zu verfassen und abzuspeichern und erst dann hier auf der Plattform ins Eingabefeld reinzukopieren. Kann das nicht genau begründen, aber es fühlt sich irgendwie falsch an, mit Umweg über word & Co. zu bloggen.

... ¿noch mehr sagen?  

 
Echt? Das tröstet mich dann wieder, weil ich außer diesem diffusen "ist irgendwie besser" - was es objektiv eben eindeutig nicht ist - bisher keinen Grund fand, warum ich so hartnäckig an dieser online Eingabemaske klebe.
Dabei benutze ich sogar schon seit Jahren ein tatsächlich wirklich ziemlich gut funktionierendes "Textevorschreibprogramm" (OneNote), das sich nicht nur geräteübergreifend synchronisiert und ohne zu murren meinen Windows PC mit meinen tragbaren Apple-Geräten verbindet, so dass ich einen Text jederzeit auf jedem Gerät verfügbar habe und auf jedem Gerät auch ändern oder weiterschreiben kann, was ein wirklich genialer Fortschritt ist, wenn man mal länger an Texten herumdenkt.
Und obwohl dieses Programm echt gut ist und ich dort auch schon jede Menge angefangene Texte verwalte, mache ich automatisch die online Eingabemaske auf, wenn ich vorhabe, einen Text hier und jetzt auf einen Rutsch runterzuschreiben und zu veröffentlichen.

Dass ich mit dieser Macke nicht alleine bin, das finde ich jetzt sehr beruhigend.

 
Bei mir geht das leider gar nicht: Wenn ich einen Text, der über 10 Zeilen hinausgeht, direkt in die Suchmaske tippe, wimmelt er nur so von gedanklichen und Tippfehlern, dass mir das einfach zu peinlich ist. Nur Kommentare schreib ich gleich in die Maske, muss sie aber oft genug noch mehrfach nachbessern.

 
Das ist ja faszinierend, wie unterschiedlich das zu sein scheint.
Ich tippe sehr häufig, eigentlich in den allermeisten Fällen, Texte direkt in einem Rutsch runter und verbessere im Nachhinein nur sehr selten noch etwas, allerdings sind ja 90% meiner Texte auch ganz normale Alltagsberichte, was mir halt grade so einfällt, wenn ich abends irgendetwas über den Tag schreiben möchte.

Nur Texte mit Themen, zu denen ich mir ausführlicher Gedanken mache, sammele ich in OneNote, weil ich meist mehrfach darüber nachdenken muss und vor allem mehrere Ansätze mit "mal eine Nacht drüber schlafen" brauche, bevor ich das Gefühl habe, der Text ist jetzt "rund", aber da liegt es halt an der Komplexität des Themas, dass ich da so lange für brauche. Bei solchen Texten kann es auch passieren, dass ich während des Schreibens dreimal meine Meinung ändere, erst bin ich dagegen, dann finde ich jede Menge pro Argumente, die mich sehr überzeugen, dann denke ich aber noch mal über die Contra-Seite nach und letztlich bin ich doch wieder dagegen - oder genau umgekehrt, auf alle Fälle bin ich oft nicht sehr meinungsstark, weshalb ich viele Texte gar nicht erst veröffentliche, weil ich halt gar nicht so genau weiß, auf welche Seite ich mich stellen sollte.