anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 3. Februar 2019
Alles erledigt
Der Tag verlief im Wesentlichen wie geplant, die Dinge, die erledigt werden sollten, wurden erledigt, ich habe alles geschafft und jetzt bin ich wieder in Greven, weil morgen wieder eine normale Bürowoche beginnt.

Das Wetter war heute wunderschön, strahlend blauer Himmel, ein paar dicke, weiße Kumuluswolken, K. schielte immer wieder ein wenig sehnsüchtig auf das Gafor (Fliegerwetter) und bemerkte mehr als einmal, dass wir heute auch sehr gute hätten fliegen können.

Sind wir aber nicht, wir sind gestern mit dem Auto gefahren, haben heute auf Borkum Vaters Fernseher ins Auto geladen und sind dann anschließend mit dem Auto wieder zurückgefahren, um unterwegs den Fernseher beim Vater im Seniorenheim abzuliefern und aufzubauen.

Auto ist sicherlich die langweiligere Variante für eine Reise nach Borkum und was die reine Reisezeit angeht dauert es auch noch deutlich länger, aber Auto ist die verlässlichere Variante und dieses Wochenende wollte ich unbedingt die Dinge erledigen, die ich jetzt erledigt habe. Gestern hätten wir ganz sicher nicht fliegen können, viel zu schlechtes Wetter, und dass es heute so gut geklappt hätte, das weiß man leider mit Sicherheit erst wenn es fürs Auto schon zu spät ist.
Aber es gibt ja noch genug weitere Wochenenden.

Wir haben heute auf alle Fälle den Fernseher beim Vater abgeladen und eingerichtet, jetzt kann er wieder etwas mehr am Weltgeschehen teilnehmen, obwohl es insgesamt ja wirklich nicht viel ist, was ihm da so von seinem Leben übrig geblieben ist.

Ich bin nach einem Besuch in dieser Seniorenwohnanlage immer ein wenig durch den Wind. Es ist übrigens eine gute Seniorenwohnanlage, zumindest hat sie viele gute Bewertungen im Netz und die Schwester und Pfleger sind wirklich alle sehr nett und nehmen sich auch Zeit für die Bewohner - aber nach einem Besuch in dieser Einrichtung brauche ich immer eine Weile, bis ich mich emotional wieder soweit zurechtgeruckelt habe, dass ich mich nicht doch vorsichtshalber lieber jetzt sofort und auf der Stelle schon mal von einer Brücke stürzen möchte, um ganz sicher so einem Leben zu entgehen.
Es ist ja nicht nur das Leben meines Vaters, was ich dort zu sehen bekomme, es ist das Leben von 80 anderen alten Menschen, die alle dort wohnen - und alle so leben und es gruselt mich.
Mich gruselt vorm Altwerden derart, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.

Und noch mal, nein, es ist nicht die Einrichtung, es sind die alten Menschen selber, die mir diese Angst machen, denn in so einer Einrichtung leben eben nicht die feschen Alten, die ihren Alltag auch mit 90 noch komplett selbstbestimmt meistern, sondern halt die, die es gar nicht mehr können.
Und das ist schlimm. Ich finde es zumindest schlimm, denn es schwebt wie so ein Damoklesschwert über meiner Zukunft, weil ja niemand weiß, wie er selber enden wird.

Wir haben uns vom Vater verabschiedet als er zum Abendessen abgeholt wurde und fuhren im Sonnenuntergang nach Süden. Die Sonne ging also mal wieder rechts von uns unter und verpasste dem Himmel die herrlichsten Farbverläufe, ich nahm allerdings vor allem die Windmühlen war, die im Gegenlicht wie schwarze Geister ihre Arme in die Luft reckten und die vorbeihuschenden Bäume und Büsche deutlich dominierten

Das Foto gibt meine Stimmung auf der Rückfahrt schon sehr gut wieder
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