anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 25. Februar 2019
Frankfurt
So, Tag 1 der Frankfurt Expedition ist um, es war angemessen interessant.
Eigentlich war heute ja nur Anreise, der Congress selber beginnt erst morgen, wir haben das aber sofort mit einem langen Termin bei einer unserer Hauptbanken verbunden, weshalb wir schon fünf Stunden Besprechungen erledigt haben und immerhin eine recht interessante Anlageidee daraus mitnehmen konnten. Es gab natürlich viel mehr Ideen, die anderen überzeugten uns aber nicht.
Anschließend einchecken in dem Hotel gleich neben dem Messegelände, sehr gute Wahl, wir können morgen einfach zu Fuß rüberlaufen und müssen uns keine Gedanken um komplizierte Anreisezeremonien vor dem Frühstück machen, denn der Kongress beginnt mit einem Frühstücksworkshop, im Hotel werden wir also nur schlafen und nicht essen.
Heute abend wollten wir aber noch was essen, in der Nachmittagsbesprechung gab es nur die normalen Besprechungskekse, das reicht nicht als Hauptmahlzeit.

Google sagte, 120m von unserem Hotel gäbe es einen Japaner, besser kann es ja nicht laufen, natürlich möchte ich dann japanisch essen.
Dieser Japaner war aber nur ein langweiliger Ramen-Japaner und die finde ich ja mal unendlich langweilig und überflüssig, um lätscherte Nudelsuppe zu essen, gehe ich nicht ins Restaurant.
Nebenan war ein Steakhouse, also sind wir dann da gelandet, das beste war mit Abstand das Knoblauchbrot, das habe ich zweimal nachbestellt.
Der Rest war essbar und ich bin satt aufgestanden, aber ein bisschen mehr Würz würde diesem Restaurant nicht schaden, aber nun ja, die leben wahrscheinlich von genau den Eintagsfliegen, die wir auch darstellten, was soll man sich für Laufkundschaft anstrengen.

Schräg gegenüber gibt es eine große Mall mit zig Geschäften und einem Spät-Rewe, da haben wir uns jetzt noch unseren Absacker besorgt und Fete auf dem Zimmer beschlossen, auf Hotelbar mit den seltsamen Gestalten, die hier rumlaufen, hatte niemand Lust.

Ich habe mir ja vorgenommen, diesmal nichts zum Thema "Leben in einer Großstadt" zu sagen, aber wenn ich mir die Menschen anschaue, die hier so rumlaufen, dann bleiben vor allem Fragezeichen bei mir übrig. Die Menschen nehmen schon seltsame Umstände und Unbequemlichkeiten auf sich, nur weil sie meinen, unbedingt diesen einen Job machen zu müssen, der das von ihnen verlangt.
Aber wahrscheinlich bin ich von meinem Beruf auch einfach nur verwöhnt, weil ich noch nie, in meinem gesamten Leben nicht, akzeptieren musste, dass der Job mir Umstände im Privatleben aufzwängt, die ich nicht bereit wäre, als Umstände im Privatleben zu akzeptieren. So wichtig kann kein Job der Welt sein, dass ich ihm dafür meine Freiheit opfere und eine gute Bezahlung ist halt auch immer relativ. Wenn ich so viel verdiene, wie ich brauche, verliert jeder Euro Zusatzverdienst gewaltig an Attraktivität. Was soll ich mit der Kohle, wenn sie mir keinen Zusatznutzen mehr bietet?
Mit der Einstellung bin ich bisher ganz gut klargekommen und werde mit zunehmendem Alter nur radikaler aber bestimmt nicht konzilianter.
Aber wie gesagt, es kann einfach an meinem Job liegen, bei dem schon seit Jahrzehnten ein Fachkräftemangel Alltag ist, so dass die Arbeitnehmer sich aussuchen können, welche Vorgaben sie ganz bestimmt umgesetzt wissen wollen. Gleichzeitig räume ich ein, dass es auch eine Menge Menschen aus meinem Job gibt, die hier arbeiten - warum die das freiwillig tun, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben
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