Ein Schutzschild, den ich mir dagegen aufgebaut habe, ist meine normale Alltagsarbeit, d.h. ich verkrieche mich derzeit am allerliebsten im Büro, weil ich dort so gut beschäftigt bin, dass ich keine Zeit habe, mich über die anderen Dinge aufzuregen und die Büroarbeit einfach so viel besser sortiert, organisiert und geregelt funktioniert als der ganze CW-Kram. Dort herrscht nämlich hauptsächlich Chaos, Durcheinander und "Fehlen". Es fehlen so entsetzliche viele Unterlagen, dass man eigentlich keine Sache vernünftig zu einem Abschluss bringen kann, weil man halt immer irgendwo Löcher hat, wo man dann raten oder schätzen muss, ohne zu wissen, ob die fehlenden Unterlagen wirklich weg sind oder in dem Riesenchaos nur immer noch nicht gefunden wurden.
Es ist so entsetzlich mühsam und gleichzeitig auch so frustrierend und nervenzehrend, dass ich eine unglaublich große Abneigung habe, mich überhaupt damit zu befassen.
Aber hilft wohl nicht, irgendwie müssen die Sachen dann doch gemacht werden - nur kaue ich im Moment immer noch hartnäckig auf meinem Widerwillen und meiner Abneigung rum, ohne eine Chance zu haben, es dadurch auch nur in Ansätzen zu verbessern, denn ich kriege es einfach nicht runtergeschluckt.
Heute Abend hatte ich eigentlich vor, dass............
und dann habe ich ab 20h nur stumpf auf dem Sofa gesessen und Löcher in die Luft gestart, weil ich mich nicht aufraffen konnte, es wirklich zu tun.
Schon ganz schön bescheuert, wenn nicht noch schlimmer
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Da das Kind also per Flasche gefüttert werden musste, war meine erste Handlung, nach dem ich zuhause angekommen war, eine Thermoskanne und die alten Fläschchen rauszukramen und gründlich zu reinigen. Ich goss sprudelnd kochendes Wasser randhoch in die Thermoskanne und schob mit Schwung eine Flaschenbürste hinterher - und schrie auf, denn natürlich schwappte dadurch das kochendheiße Wasser über und verbrühte mir die Hand.
Die Hand tat die nächste Zeit so weh, dass so Kleingkeiten wie ein genähter Dammschnitt und eine Brustentzündung gar nicht mehr spürbar waren und ich damit die Geburtsfolgen ruckzuck vergessen hatte.
Gestern waren verschiedene Schreiben in der Post, die ziemlich gruselige Probleme ankündigten.
Bei einem davon haben wir die allerallerschlimmsten Folgen heute wahrscheinlich abwenden können - und schon hat man ein positives Erlebnis und alles ist nicht mehr so schlimm
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Beim letzten Mal habe ich auch eine ausführliche Anleitung dazubekommen, was man mit diesen Allesguttalern alles machen kann, ich könnte sie zB gegen eine Kugel Eis in der Gregori-Eisdiele tauschen, was grundsätzlich ja eine nette Idee ist. Nur leider gehe ich nicht mehr in die Gregori-Eisdiele, weil ich finde, in der Fontanella-Eisdiele ist das Eis um ein Vielfaches leckerer, oder genauer: das Eis in der Gregori-Eisdiele schmeckt nicht. Kein Wunder, dass die ihr Eis sogar gegen Apothekentaler tauschen, nur um es loszuwerden.
Alle anderen Eintauschmöglichkeiten für diese Taler passen genausowenig in mein Verbraucherverhalten und was es außerdem so an Prämien gibt, wenn ich viele Taler sammele, fällt meiner Meinung nach auch eher in die Kategorie "werbrauchtdennsowas?".
So geht mir das übrigens mit den meisten Prämienaktionen. Ich habe ja auch ganz lange die JacobsKrönungsSterne gesammelt, die man dann, wenn man lange und eifrig JacobsKrönungsKaffee getrunken hat, gegen eine Kaffeetasse eintauschen konnte. Erst als ich irgendwann mehr als acht von diesen Tassen hatte, fiel mir auf, dass ich gar keine Kaffeetassen brauche, denn ich hatte ja vorher schon welche. Sogar bevor ich die allererste Kaffeetasse gegen Sternepunkte tauschte, hatte ich vorher schon andere Kaffeetassen. Ich glaube übrigens, dass jeder JacobsKrönungsSternesammler schon andere Kaffeetassen hat, denn woraus sollte er sonst den Kaffee trinken, den er notwendigermaßen sogar literweise trinken muss, um erst anschließend an diese Tassen zu kommen. Ich habe deshalb irgendwann das Sammeln dieser Sternepunkte drangegeben. D.h. gesammelt habe ich die Sterne schon noch weiter, man kann die ja nicht einfach verkommen lassen, - aber eingelöst habe ich sie nicht mehr, weil ich wirklich und tatsächlich absolut ausreichend und genug Kaffeetassen habe. Jacobs stellt das Sterneprogramm jetzt übrigens ein, wahrscheinlich weil die anderen Kunden auch solche Blitzmerker sind wie ich und locker 10 Jahre brauchten, bis sie bemerkten, dass sie gar keine Kaffeetassen brauchen. Aber jetzt, nach 10 Jahren, hat es auch der letzte gerafft, deshalb macht das gesamte Programm für Jacobs keinen Sinn mehr, ich denke das oder etwas ähnliches wird der Grund sein, weshalb sie das früher sehr beliebte Sterneprogramm heute einfach beenden.
Aber mit den Allesguttalern - vielleicht wird das ja noch, deshalb lege ich den zweiten Taler jetzt sorgfältig zu dem ersten Taler in dem Wissen, dass ich ja jedes Vierteljahr einen neuen Taler bekommen werde, also in 10 Jahren schon vierzig Taler haben werde und wer weiß, vielleicht bekomme ich in 10 Jahren ja andere Prämien und dann freue mich ganz doll, weil sich Talersparen endlich mal gelohnt hat
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H: "Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass K. so schweigsam ist."
A: "Er ist ja auch nicht schweigsam, er redet nur wenig."
Durch diesen Dialog habe ich noch mal über den Unterschied zwischen "normalem Alltagsgespräch" und "Reden über etwas (=erzählen?)" nachgedacht.
Mein Westfalenmann spricht natürlich ganz normal im Alltag, er redet nur nicht viel. Zumindest nicht über Dinge, über die man nicht reden muss, um den Alltag flüssig ablaufen zu lassen.
Auf der "Sprechen-Ebene" findet nur eine ganz normale Kommunikation mit dem gerade anwesenden Umfeld statt, Fragen werden geklärt, Informationen ausgetauscht und Dinge organisiert.
>Sprechen< ist in meiner Definition also die verbale Lautäußerung zur üblichen Alltagsverständigung.
"Gibst du mir mal die Butter?"
"Ich habe den Müll schon rausgestellt."
"Soll ich noch etwas mitbringen?"
"Nimmst du die Post mit, wenn du mit dem Hund gehst."
"Ich komme heute später nach Hause."
"Was läuft heute im Fernsehen?"
"Gibt es noch etwas zu essen?"
"Weißt du, wo meine graue Jacke ist?"
Selbst Sätze wie "Hast du gesehen, der M. hat ein neues Auto. Der hat mindestens 200PS." gehören noch zur üblichen Alltagsverständigung, obwohl es hier schon grenzwertig wird, denn in so einem Satz schwingen Emotionen mit und Emotionen zeigen ist eher nicht so das Ding für einen gestandenen Westfalen.
Aber manchmal ist auch meinem Westfalenmann nach "Plaudern", das sind dann die Momente, wo er mir von dem L. erzählt, der immer schon morgens um 5h im Büro ist.
Diese beiden
Neben absichtslosem Plaudern gibt es dann noch das "Reden über etwas" oder "Erzählen mit Hintergrunderwartung".
K. streitet zwar strikt ab, dass so etwas bei ihm vorkommt, (und ich lasse das einfach so im Raum stehen, ich will ja nicht ständig streiten) aber ich dagegen rede eigentlich nur mit den Menschen gerne, die meine grundsätzlich bestehende Hintergrunderwartung mit ihren Reaktionen auf meine Erzählungen auch im Wesentlichen erfüllen.
Und das sind dann leider nicht sehr viele Menschen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit daran liegt, dass ich so verdrehte Hintergrunderwartungen habe.
Dabei rede ich gerne "über etwas". Ich rede gerne über all die vielen Gedanken, die mir regelmäßig so durch den Kopf gehen und stelle dabei auch gerne jede Menge Warum-Fragen. Wenn dann jemand darauf reagiert mit "Du kannst Fragen stellen, woher soll ich das denn wissen?" wird er bei mir in der Schublade "lohnt sich nicht, mit zu reden" gespeichert und ich lese dann lieber auf meinem Handy rum als mich weiter mit so langweiligen Zeitgenossen zu unterhalten. Denn natürlich weiß der Befragte die Antwort auf meine Warum-Frage nicht, niemand weiß die, aber was spricht dagegen, sich mögliche Antworten auszudenken?
Mit K. kann man solche Gespräche sehr gut führen. Seine Antworten auf meine Warum-Fragen sind meistens so herrlich trocken und abstrus, dass ich ihn schon aus schierer Neugier, was ihm diesmal wohl wieder einfällt, regelmäßig mit solchen Warum-Fragen nerve. Und auch sonst erfüllt er meine latenten Hintergrunderwartungen eigentlich immer so gut, dass ich wirklich sehr, sehr gerne mit ihm rede. Er muss dabei dann gar nicht viel sprechen, er kommt meist mit wenigen Worten aus, die sind dann aber so passend, dass sie dem Schwall meiner schillernd bunten, aufgeregt durcheinander wirbelnden Frage-Erzähl-Antwort-Durcheinanderplaudereien locker gewachsen sind.
Und zusätzlich ist er in der Lage, sich darüber zu freuen, wie wortreich ich schweigen kann, wenn ich mal leise sein will
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Beispielsweise dass der Vergleichspreis für Kaffeemaschinen in Meter angegeben wird, ist eine Idee, die mir völlig neu war.
Dass der Händler neben dem Preis einer Ware auch den Vergleichspreis umgerechnet auf eine (sinnvolle?) Vergleichsmaßgröße angibt, finde ich eine vernünftige Regelung, erspart es einem doch oft viel Kopfrechenakrobatik, wenn man die Preise für verschiedene Gebindegrößen vergleichen will.
Wobei ich mich aber schon einige Male gefragt habe, wer eigentlich festlegt, was die Vergleichsmaßgröße ist.
Gewichtsangaben zB werden für die seltsamsten Grundgrößen umgerechnet. Preis pro Kilogramm erscheint mir vernünftig, man muss aber immer genau aufpassen, einige Händler nennen auch den Preis pro 100g - (macht das Produkt gleich deutlich preiswerter) manche aber auch pro 250g oder pro Unze. Manchmal auch pro Liter oder pro 100ml, im Grunde macht jeder, wie er will. Ärgerlich finde ich Vergleichspreise "pro Portion", weil ja jeder selber bestimmt, was für ihn eine Portion ist. Lustig fände ich Vergleichspreise pro Kalorie, so eine Angabe habe ich aber noch nicht gefunden.
Dafür jetzt aber "Preis pro 100cm" - für eine Kaffeemaschine.
Hier
Nachdem ich drüber nachgedacht habe, fiel mir auf, dass mir tatsächlich auch nichts Besseres einfiel.
Dafür jede Menge vergleichbar Schwachsinniges.
Ein weites Feld für Blödsinn
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Ich für mich persönlich stelle fest, dass 2016 ein eher langweiliges Jahr war. Es ist weder etwas besonders Dramatisches oder besonders Schreckliches passiert, aber auch nichts bemerkenswert Tolles oder Wunderbares. Zumindest nicht in meinem Leben. Eigentlich gibt es also kaum etwas, an das ich mich in diesem Jahr überhaupt erinnere, das Jahr ist im Wesentlichen ohne bemerkenswerte Hoch- oder Tiefpunkte einfach nur so durchgerauscht.
Klar sind jede Menge Dinge passiert, aber halt nix, was als Einzelereignis das Jahr herausheben würde.
Die gesamte Weltlage hat sich sicherlich verändert, hat sich auch in eine Richtung verändert, die mir Sorgen macht, wenn ich konkret hingucke, aber immer wenn ich konkret hingucke und beginne mich vor der Welt zu gruseln, fällt mir als einzige Lösung für mich nur ein, dass ich mich im Ernstfall einfach auf meiner Insel einigel und den Kopf einziehe. Als Weltretter oder auch nur -verbesserer tauge ich definitiv nicht, dafür bin ich viel zu misanthropisch.
Und diese Misanthropie wird natürlich durch die allgemeine Weltlage und die Entwicklung der Gesellschaft eindeutig befeuert. "Alle irre" ist dabei noch die freundliche Beurteilung der Situation, entwickelt sich aber zur Alltagsroutine.
In Summe habe ich mich deshalb dieses Jahr noch weiter aus dem "allgemeinen Gesellschaftsleben" zurückgezogen, selbst die früher von mir durchaus als lustige Alltagsabwechslung empfundenen "allgemeinen Veranstaltungen" wurden mir teilweise lästig und ich habe einige abgesagt und bin auf anderen für meine Verhältnisse ungewöhnlich früh wieder gegangen.
Ich stelle für mich fest, dass ich mit den allermeisten Menschen schlicht nichts anfangen kann. Klar, ich weiß wie SmallTalk funktioniert und wenn ich mich zusammenreiße bin ich auch ein akzeptabler Gesprächspartner, aber bei solchen Gesprächen, die ich dann in gut gelernter Höflichkeit führe, steht immer häufiger mein schwarzweißer "Alter-ego-Geist" neben mir und fragt mich, was um alles in der Welt ich da grade tue? Warum rede ich so einen belanglosen Müll? Warum tausche ich schwachsinnige Alltagsfloskeln aus und warum frage ich nicht viel lieber die wirklich interessanten Fragen. Zum Beispiel "Warum schminken Sie sich eigentlich so irrsinnig dicke, künstliche Wimpern, die bei mir spontan Assoziationsbegriffe wie "Rotlichtschönheit" oder "Ostblockschick" aufploppen lassen?" - Diese Frage habe ich neulich gut zwei Stunden aktiv unterdrückt, weil mir ein letzter Rest an gesellschaftlicher Sozialvernunft sagte, dass es unklug ist, die Frau Präsidentin XY, die sich ansonsten nur durch ziemlich dümmliches, oberflächliches 08/15 Geplapper hervortat, damit zu konfrontieren. Aber eigentlich war das das einzige, was mich bei dieser Dame interessiert hat.
Im privaten Umfeld sieht es mindestens so trist aus. Ich liebe Gespräche mit meinem Westfalenmann, denn mit dem kann ich nicht nur auf Augenhöhe reden, sondern auch auf demselben Niveau Witze und Blödsinn machen. Und damit sind 90% meiner privaten Kommunikation abgedeckt. Zugegeben, dadurch liegt die Anspruchslatte auch sehr hoch - aber warum soll ich mich privat mit Leuten unterhalten, die mir weder was Interessantes zu erzählen haben, noch genug fundierte! Meinung haben, um eine brauchbare Standpunktdiskussion zu führen und sich auf der Humorebene von mir so weit unterscheiden, dass sie sich selber vielleicht für enorm fröhlich, ich sie aber leider überhaupt nicht für witzig halte?
Und deshalb habe ich aufgehört, irgendwelche privaten Kontakte zu pflegen, es bringt einfach nichts. Ich langweile mich nur.
Die Menschen haben Probleme, die ich oft nicht nachvollziehen kann, weil sie in den meisten Fällen durch das Verknüpfen von zwei konkurrierenden Zielen entstehen, "wasch mich, aber mach mich nicht nass" - und dann darüber jammern, dass sie stinken.
Nach meiner Wahrnehmung scheint sich genau diese Grundeinstellung (Menschen haben eine durch nichts gerechtfertigte Anspruchshaltung, die, da sie eben nicht gerechtfertigt ist, auch nicht erfüllt wird, dann aber als großes Problem mit viel Gejammer und Getute aufgemacht wird), diese nölige Grundeinstellung, die scheint sich nach meiner Wahrnehmung immer mehr zu verbreiten - und ich kann damit nicht umgehen. Mir geht das unglaublich auf die Nerven - und deshalb werde ich immer misanthroper und habe immer weniger Lust, mich mit Menschen zu unterhalten.
Schaun wir mal, wer mir in 2017 so begegnet, vielleicht treffe ich ja doch noch mal Menschen, die das Leben lustig finden und sich nicht nur von Problemen geplagt hindurchquälen
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Da ich sonst nie so früh schon in der Gegend rumfahre, bekomme ich sonst auch nie den Sonnenaufgang unterwegs mit. Heute war es auch noch ein außergewöhnlicher schöner Sonnenaufgang und die Kulisse in den Rieselfeldern ist noch mal das i-Tüpfelchen obendrauf. Mystische Nebenschwaden wabern übern den mit Rauhreif bedeckten Feldern, die in einem grauweißblau untern dem wildgestreiften Himmel liegen, wahrlich märchenhaft.
Weil ich diesen Anblick so toll fand, musste ich alle paar Meter anhalten und Fotos machen, mit der Folge, dass ich dann über eine halbe Stunde später im Büro war als geplant.
Egal.
Die Fahrt nach MG ging glatt und staufrei über die Bühne, das ist ja immer schon viel wert, aber da die Interessenten das gesamte Gebäude sehen wollten, war ich gezwungen, es mir selber auch noch mal anzusehen.
Ich wusste, dass dort Leute eingebrochen waren und alles verwüstet hatten, dass es aber so schlimm aussah, wie es aussah, das hatte ich mir nicht vorstellen wollen.
Es war gruselig.
Die zweite Interessenpartei hat K. dann alleine durch die Liegenschaft geführt, ich hatte keine Nerven mehr und habe mich im Auto verkrochen.
Am Nachmittag dann Termin in Düsseldorf, Gesellschafterversammlung von CWs alter Steuerberatungsgesellschaft, von der er immer sagte, das wäre meine Rentenversicherung, denn nur von den Anteilen an der Gesellschaft könnte ich mir schon ein feines Luxusleben leisten. Nun, leider haben die Geschäftsführer nach seinem Tod die Gesellschaft einfach vor die Wand fahren lassen, dabei alle Werte geschickt verschwinden lassen und bieten mir jetzt großzügig an, mir die Anteile für 1 Euro abzukaufen.
Dass es gekommen ist, wie es gekommen ist, konnte ich nicht verhindern, denn das waren tatsächlich CWs schlechte Verträge. Aber wenn die Gesellschaft schon nichts mehr wert ist, dann kann ich mir wenigstens den Spaß machen, die Geschäftsführer jetzt ein bisschen mit über die Klinge springen zu lassen. Ich bin nicht nachtragend, aber rachsüchtig, und das gründlich. Ich glaube, es darf auch gerne etwas zusätzlich kosten, wenn ich damit dafür sorgen kann, dass die beteiligten Personen noch gewaltig bereuen werden, dass sie CWs Vertragsfehler derart schamlos ausgenutzt haben. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass Dinge wie Bilanzbetrug und Konkursverschleppung nicht nur fürs Finanzamt, sondern auch für die Kammer interessante Themen sind und dann wird's durchaus eng für die Jungs. Schaun wir mal, aber da ich ja nun nichts mehr zu verlieren habe, kann ich mich wenigstens an diesem Rückschlag erfreuen. Und natürlich verkaufe ich die Anteile nicht für einen Euro, sondern gebe mir lieber sehr viel Mühe, richtig viel Ärger zu machen. Man sieht sich halt immer zweimal im Leben.
Anschließend bin ich mit K. noch in der Düsseldorfer Altstadt rumgelaufen, habe mich ein bisschen vor den 5 Millionen Holländern gegruselt, die dort wohl die Herrschaft übernommen haben und hatte dabei die gesamte Zeit quietschewarme Füße. Ich war schlau genug gewesen, meine neuen Fellschuhe für den Ausflug heute anzuziehen, weil ich mir schon dachte, dass wir anschließend noch in der Altstadt rumlaufen werden. Denn für Düsseldorf kann man auch ruhig die hässlichen Schuhe anziehen, da sind so viele schräge Vögel, das fällt dort niemandem auf.
Als K.s Füße zu so steifen Eisklumpen gefroren waren, dass er sie nicht mehr spürte, sind wir ins Auto gestiegen und nach Hause gefahren. Unterwegs habe ich durch eine Suche im Internet festgestellt, dass es diese Fellschuhe auch in Größe 44 gibt. K. sträubt sich noch und meint, Westfalenfüße gehören nicht in Lammfell, aber seine Füße waren schon arg kalt geworden und Mitleid hatte ich mal so überhaupt nicht
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Es ist noch so früh, dass ich mich beruhigt umdrehe und wieder einschlafe.
8:35h, ich wache etwas zermatscht nach einer viel zu kurzen Tiefschlafphase wieder auf und stelle fest, dass K. etwas hektisch durchs Schlafzimmer hüpft und fast fertig angezogen ist. Der Kaffee, den er mir ans Bett gebracht hat, ist leider schon wieder kalt.
8:37h, nach gründlicher Überprüfung alle wichtigen Körperfunktionen stelle ich fest, dass ich keine Ausrede für Krankheit finde und wahrscheinlich so gesund bin, dass ich aufstehen und ins Büro fahren sollte.
8:40h, immer noch nicht krank, noch nicht mal Kopfweh
8:45h, da ich sowieso schon so extrem spät dran bin heute, kommt es auf noch etwas später jetzt auch nicht mehr an
8:50h, der Kaffee ist immer noch kalt
8:55h, ich muss Pipi
8:56h, nu is auch egal, dann kann ich jetzt auch aufstehen
Aus Tagen, die mit Aufstehen anfangen, kann nichts Gescheites werden, entsprechend entwickelte sich auch der Rest des Tages.
Ein hartnäckige Bewerberin hat sich so lange durchtelefoniert, bis sie bei mir gelandet ist, um sich über die ausgeschriebene Stelle zu informieren.
Frau: Hier ist Frau (nuschelt einen mindestens achtsilbigen Doppelnamen). Ich wollte mich über die ausgeschriebene Stelle informieren.
AnJe: Tun Sie das.
Frau: Ja, äh, ich, ja, wie viel muss man denn bei Ihnen so arbeiten?
AnJe: Tja, so viel, bis die Arbeit getan ist.
Frau: ich dachte da so an 30 Stunden die Woche
AnJe: Nun, wir dachten eher an 39 Stunden die Woche.
Frau: Sie schreiben, es gibt flexible Arbeitszeiten, was heißt das denn?
AnJe: Das heißt, das es eine Kernarbeitszeit gibt, und dazu flexible Gleitarbeitszeiten. Wobei es sich in diesem Fall um die Position der Sekretärin für den Chef handelt, die sollte sich da schon etwas nach den Zeiten des Chefs richten.
Frau: Ich müsste jeden Tag um 16h mein Kind aus der Betreuung abholen. d.h. ich kann eigentlich nur bis 15h arbeiten. Kann ich dann eher anfangen?
AnJe: Nun, wenn Sie den Chef überzeugen könnten, dass er dann auch eher aufhört zu arbeiten, fänden das die Kollegen sicherlich toll.
Frau: Wie meinen Sie das?
AnJe: Na, so wie ich es gesagt habe. Bisher arbeitet der Chef länger als bis 15h und wenn dann zwar noch jede Mengen Kollegen da sind, aber keine Sekretärin mehr, raten Sie mal, wie das ausgeht?
Frau: Das verstehe ich nicht.
AnJe: Okay, lassen Sie es mich so ausdrücken: Sie sollten sich bei Ihren eingeschränkten Arbeitszeiten lieber auf eine Sachbearbeiterstelle bewerben, da fällt es nicht so auf, wenn Sie früher gehen.
Frau, erleichtert: Ja, das ist eine gute Idee, das mache ich. Ich schicke Ihnen dann meine Bewerbungsunterlagen.
AnJe: Wir haben aber keine Sachbearbeiterstelle ausgeschrieben.
Frau: Aber Sie haben doch grade gesagt...
AnJe: Ja, habe ich. Das Problem ist nur, dass Sie sich dann nicht bei uns bewerben können.
Bei uns können Sie sich im Moment nur als Chefsekretärin bewerben - und ehrlich gesagt sehe ich Ihre Chancen da eher gering, da sich schon sehr viele und auch sehr qualifizierte Kräfte beworben haben, die eine ganze Stelle suchen bzw. zeitlich nicht eingeschränkt sind.
Frau: Okay, gut. Na, dann kann ich Ihnen trotzdem ja mal meine Bewerbungsunterlagen schicken, geht ja auch per E-Mail, oder?
AnJe: Ja machen Sie das, ist bestimmt eine gute Idee.
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Dieses Wochenende schreiben wir noch zwei Immobilienfachleute aus, wenn man einmal dabei ist, sich mit den diversesten Charakteren zu beschäftigen, ist es wahrscheinlich klug, das auf einen Schlag zu machen, dann ist es auch schnell wieder vorbei
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899 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet) ... ¿selber was sagen?
Bei solchen Stellenausschreibungen sind natürlich immer einige Bewerber dabei, die gar nicht genommen werden wollen, sondern nur den Nachweis brauchen, dass sie sich beworben haben, was man üblicherweise den Bewerbungen schon von weitem ansieht, und es sind natürlich welche dabei, die bewerben sich einfach auf alles, was nur im entferntesten passen könnte, Sekretär/in spricht da dann viele an, schließlich können die meisten Lesen und Schreiben, das wird ja wohl reichen.
Amüsiert habe ich mich über die Überlegungen des Oberchefs, der wissen wollte, ob wir die Vorschriften des Gleichstellungsgesetzes beachten müssen, denn dann müsste in unserer Stellenanzeige für die Position des/der Chefsekretär/in stehen:
In der Ausschreibung ist darauf hinzuweisen, dass Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht sind und Frauen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt werden, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.
Also, ich hätte das ja witzig gefunden, so einen Spruch in eine Chefsekretär/innenanzeige reinzuhauen, aber mit einem letzten Rest an Vernunft haben wir uns das dann doch verkniffen.
Wenn ich mir jetzt die eintrudelnden Bewerbungen so ansehe, kann ich verstehen, dass Fraueneinstellungen explizit gefördert werden müssen, manche Bewerberinnen sind wirklich so ausgesprochen individuell, dass ich fürchte, dass die ohne gesetzliche Protektion wirklich nie einen Job finden. Zumindest keinen seriösen. Und schon gar nicht als Chefsekretärin.
Da bewirbt sich zB eine Biggimaus (E-Mail-Adresse biggimaus@xyz.de) und liefert ansonsten eine durchaus passende Bewerbung ab. Aber was um alles in der Welt geht in ihrem Kopf vor, dass sie ihre Bewerbung mit so einer E-Mail-Adresse verschickt? Souveräner Umgang mit den Officeprogrammen beinhaltet nicht das Einrichten einer seriösen E-Mail-Adressse, fürchte ich.
Nach der Biggimaus bewarb sich dann gleich ein Pärchen, zumindest sah die E-Mail-Adresse so aus: "Peter und Andrea Müller-Gesekern" (puamuellergesekern@xyz.de). Die Bewerbung selber kam dann nur von Andrea Gesekern, die sich in ihrem Bewerbungsanschreiben im übrigen rühmte, besonders selbständig und eigeninitiativ zu sein.
Ich frage mich, ob sie tatsächlich einen Doppelnamen hat und den jetzt in der Bewerbung schamvoll verschweigt oder ob ihr Mann einen Doppelnamen hat und sie ihm nur gnädig die Mitbenutzung ihres E-Mail-Accounts gestattet. Aber Pärchen, die sich eine E-Mail-Adresse teilen………… - ich sag da besser gar nichts zu
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Am Freitag war N. da, den habe ich das letzte Mal im Januar gesehen, als wir ihn in Hamburg besucht haben. Freitag wurde deshalb Wiedersehen gefeiert und begossen, okay, da war ja auch noch genug Wochenende übrig, reicht ja, wenn ich mich dann am Samstag an den Schreibtisch setze.
Am Samstag musste ich dann aber erst mal meinen Kopf kurieren, ich bin einfach aus dem Alter raus, wo ich abends trinken und am nächsten Tag dann produktiv weiterleben kann, und am Nachmittag bin ich mit N. Einkaufen gefahren, schließlich muss man ja auch was zusammen machen, wenn der Sohn schon mal Zeit für seine Mutter hat.
Dann musste ich Kochen, auch das kann man ja nicht völlig lieblos und nebenher machen, wenn doch das Kind nach so langer Zeit mal wieder zu Hause ist.
Tja, und dann war es plötzlich 21h, N. meinte, er hätte sich noch mit einem Freund von früher verabredet und würde jetzt losgehen, sich mit dem zu treffen, und K. und ich stellten fest, wie k.o. wir wären und dass wir am allerliebsten nur noch ins Bett gehen wollten. Die einzige Beschäftigung vorher war noch ein ganz klein wenig im Internet gucken, aber richtig arbeiten, ach ne, geht doch nicht, wenn man so müde ist.
Heute morgen haben wir dann erst mal gründlich ausgeschlafen, nach dem Alkoholfreitag war es wichtig, sich wieder auszubalanzieren, dann haben wir gefrühstückt (statt Mittagessen) und anschließend bin ich mit N. auf den Flohmarkt gefahren, der heute in Greven stattfand, denn wenn man einen Flohmarkt schon vor der Haustür hat und überhaupt war ich ja ewig lange nicht mehr auf Flohmärkten gewesen, weil ich entweder auf Borkum oder anderweitig beschäftigt war und Weihnachtsgeschenke müssen ja schließlich auch noch gekauft werden, außerdem mag N. Flohmärkte genauso gern wie ich, deshalb mussten wir da zwingend hingehen, hilft alles nichts.
Aber es hat sich auch gelohnt! Und wie es sich gelohnt hat. Ich bin immer noch recht
Eigentlich war nicht viel los. Nieselig und trüb vorhergesagt, waren auch nur wenige Händler gekommen, die meisten irgendwelche ausländischen Marktbeschicker mit Neuware. Insgesamt habe ich deshalb überhaupt nur 2,50€ für genau drei Teile ausgegeben, darunter ein Schal für 50cent, einen stabilen Mikrowellengitterrost für 1,-€ (in der Hoffnung, dass der in die Kombimikrowelle auf Borkum passt, wo mich das wackelige Gitter für die Heißluftfunktion schon seit langem stört) und 1 € für ein Weihnachtsgeschenk für K., das so perfekt ist, dass ich es selber kaum glauben kann.
Aber genau deshalb liebe ich ja auch Flohmärkte so, weil ich dort Dinge finde, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt und die man dann aus lauter Gaudi kaufen kann, weil sie in der Regel auch noch so preiswert sind, dass man kein schlechtes Konsumverschwendungsgewissen haben muss.
Ich habe jetzt auf alle Fälle das absolute Topsuperdupergenialgeschenk für meinen Piloten, ein Teil, was er wirklich gut gebrauchen kann, was aber gleichzeitig auch noch richtig witzig ist - und, das habe ich erst erfahren, als ich es nach Rückkehr vom Flohmarkt gegoogelt habe, auch noch ein echtes Edeldesignerluxusteil ist, was normalerweise gut dreistellig kostet. Für den normalen Ladenpreis wäre es zwar immer noch eine echt witzige Idee, es im Flieger genau dafür zu verwenden, wofür ich es jetzt vorgesehen habe, aber wegen des Preises dann schon schwer an der Grenze zur Dekadenz. Und irgendwie macht es dann auch nicht mehr so viel Spaß. Aber für 1,- €, da kann man sich so einen Gag leisten und wenn das Teil dann noch gleichzeitig tatsächlich eine nützliche Funktion hat, dann ist es einfach perfekt. Ich kann gar nicht aufhören, mich darüber zu freuen.
Deshalb konnte ich natürlich nicht sofort zielstrebig am Schreibtisch weitermachen, als wir wieder zurück waren.
Inzwischen ist Nik wieder Richtung Hamburg unterwegs und ich fürchte, ich sollte jetzt aber mal wirklich endlich dort weitermachen, wo ich Montagnacht aufgehört habe, denn seitdem habe ich diese Akten nicht mehr angeschaut.
Mache ich jetzt auch gleich, nur noch eben diesen Blogeintrag fertig stellen, dann ist das auch schon mal getan und eben was essen, ein Brötchen zum Mittagessen war alles bisher, kein Wunder, dass mir der Magen knurrt
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